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	<title>Blogumschau &#187; cwiebe &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Die Blogumschau macht Pause</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2015 07:10:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Februar 2014 haben wir die Blogumschau mit großem Enthusiasmus begonnen. Wir wollten eine Plattform schaffen, die über wichtige Ereignisse umfassend informiert und dabei unterschiedliche Ansichten abbildet. Die vehemente Kritik an der Berichterstattung zu Beginn der Ukraine-Krise schien uns Recht zu geben: Auf der Blogumschau waren immer auch Blogs verlinkt, <a href=" http://blogumschau.de/2015/09/die-blogumschau-macht-pause/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Im Februar 2014 haben wir die Blogumschau mit großem Enthusiasmus begonnen. Wir wollten eine Plattform schaffen, die über wichtige Ereignisse umfassend informiert und dabei unterschiedliche Ansichten abbildet. Die vehemente Kritik an der Berichterstattung zu Beginn der Ukraine-Krise schien uns Recht zu geben: Auf der Blogumschau waren immer auch Blogs verlinkt, die mit ihren Argumentationen (zum Teil deutlich) von den überall publizierten Allgemeinplätzen abwichen. Die Leserzahlen gingen bis zuletzt langsam, aber sehr beständig, nach oben, wir wurden weiterempfohlen und wiederum verlinkt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Nun, nach eineinhalb Jahren, müssen wir eine Pause machen – was uns überhaupt nicht leichtfällt. Unsere beruflichen Situationen haben sich so verändert, dass derzeit wenig Luft übrig bleibt. Außerdem hat sich seit Beginn der Blogumschau in der Welt der Blogs und digitalen Magazine viel getan. Blendle ist nur der neueste Versuch, einer Kommerzialisierung und Professionalisierung der digitalen Medien, die ja in vielerlei Hinsicht wünschenswert ist. Wir verfolgen den permanenten Wandel der Medien auch weiterhin. Wann und wie wir wiederkommen, möchten wir aber derzeit offen lassen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Allen Leserinnen und Lesern und vor allem den Bloggerinnen und Bloggern sagen wir hiermit „Danke“! Danke für die Rückmeldungen (auf allen möglichen Kanälen), danke für die Empfehlungen, danke für jede Unterstützung!</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ein ganz besonderer Dank geht an unseren Zeichner, Pirapakar Kathirgamalingam, der immer wieder großartige Bilder beigesteuert hat! Eine kleine Auswahl haben wir nun <a href="http://blogumschau.de/zeichnungen">hier versammelt.</a></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Jochen Walter &amp; Christian Wiebe</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Irritierende Wissenschaftspreise: Ig-Nobelpreis und Whistleblower-Preis</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Sep 2015 07:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftspreis]]></category>

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		<description><![CDATA[Wissenschaft ist normalerweise seriös. Von der Ernsthaftigkeit der Forschung hängt schließlich die Glaubwürdigkeit ab. Die zahlreichen Skandale um Doktorarbeitsplagiate, wie zum Beispiel um Guttenberg oder Schavan, haben deshalb nicht nur den betroffenen Personen, sondern auch der Wissenschaft geschadet. Die Forschungspraxis an deutschen Universitäten erschien damit in einem fragwürdigen Licht. Von <a href=" http://blogumschau.de/2015/09/irritierende-wissenschaftspreise-ig-nobelpreis-und-whistleblower-preis/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Wissenschaft ist normalerweise seriös. Von der Ernsthaftigkeit der Forschung hängt schließlich die Glaubwürdigkeit ab. Die zahlreichen Skandale um Doktorarbeitsplagiate, wie zum Beispiel um Guttenberg oder Schavan, haben deshalb nicht nur den betroffenen Personen, sondern auch der Wissenschaft geschadet. Die Forschungspraxis an deutschen Universitäten erschien damit in einem fragwürdigen Licht.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Von ganz anderer Seite wird die Seriosität bzw. werden die Kriterien der Wissenschaft derzeit durch zwei unterschiedliche Preisverleihungen infrage gestellt: Die Ig-Nobelpreise und der Whistleblower-Preis. Die Ig-Nobelpreise wurden gerade zum 25. Mal verliehen, eine Veranstaltung, die besonders kuriose Forschungen auszeichnet und damit auch auf Lacher abzielt.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Auf dem Blog <a href="http://www.kotzendes-einhorn.de/blog/2015-09/gewinner-des-anti-nobelpreises-2015/" target="_blank">Kotzendes Einhorn</a> sind die Gewinner des Ig-Nobelpreises verzeichnet. So wurde der Chemie-Ig-Nobelpreis für eine Entdeckung verliehen, mit der sich ein Ei wieder „entkochen“ lasse. Der Preis für Physiologie ging an Studien, die den Schmerz von Insektenstichen untersuchten. Ein Bienenstich in den Penis, so die Erkenntnis, sei besonders schmerzhaft.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Die satirische Veranstaltung verunglimpft die Wissenschaft keineswegs, sie wirft vielmehr einen schrägen, unterhaltsamen Blick auf wissenschaftliche Erkenntnisse und auch auf die Kriterien der Wissenschaftlichkeit. Mark Dingemanse, Francisco Torreira und Nick Enfield vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik wurden für ihre Studie ausgezeichnet, in der sie darlegen, dass „Huh“ bzw. „Hä“ ein universales Wort ist. Es kommt in allen Sprachen vor, um bei Verständnisproblemen zurückzufragen. Der Ig-Nobelpreis, so ist auf der <a href="http://huh.ideophone.org/" target="_blank">Seite der Forscher</a> zu sehen, hat das Interesse an der Forschung noch einmal angefacht. Und selbstverständlich lassen sich vom Spaß an der scheinbar unsinnigen Erkenntnis leicht Linien zu schwierigen wissenschaftlichen Fragen ziehen: Wie die Frage, was denn eigentlich ein „Wort“ sei oder wie Verstehen im Gespräch eigentlich sichergestellt wird.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Die Ig-Nobelpreise, die in Harvard verliehen werden, nehmen sich selbst nicht allzu ernst. Ganz anders verhält es sich mit dem Whistleblower-Preis der Vereinigung deutscher Wissenschaftler (VDW), den in diesem Jahr, wie bekannt wurde, zu gleichen Teilen Brandon Bryant und Gilles-Eric Séralini erhalten werden. Den Preis für Séralini kritisiert Anna Müllner auf einem <a href="http://www.scilogs.de/lifescience/von-pfeifen-luft-whistleblowerpreis-gentechnikkritiker/" target="_blank">Blog von SciLogs</a> scharf. </span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Séralini hat nachgewiesen, dass das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, besser bekannt unter dem Namen „Roundup“, krebserregend sei. Eine Studie zu Glyphosat, die 2014 erst bei einer wissenschaftlichen Zeitschrift erscheinen sollte, wurde wieder zurückgezogen. Die VDW hat diesen Schritt der vorläufigen Nicht-Veröffentlichung von Ergebnissen offenbar als Repression interpretiert – so ist auch die <a href="http://neu.vdw-ev.de/wp-content/uploads/2015/09/Presseinformation-Whistleblower-Preisverleihung-2015_150917.pdf" target="_blank">Pressemitteilung </a>zum Preis aufzufassen. Ein Fehler erläutert nun Müllner. Die Einwände, die gegen Séralinis Studie vorgebracht wurden, seien gerechtfertigt gewesen. Von „Whistleblowing“ könne überhaupt keine Rede sein. Im Gegenteil könnte eher Séralinis Unabhängigkeit angezweifelt werden. Glyphosat sei zudem seit langem umstritten – die Forschungen zu diesem Mittel würde jedoch in keiner Weise verhindert, was nur dann auf eine Repression schließen lassen könnte. Die Ergebnisse seien insgesamt völlig falsch gedeutet worden. Grund hierfür sei die fehlende naturwissenschaftliche Bildung derjenigen, die den Preis verliehen, aber auch die Publikationweise in Fachjournalen. Müllner denkt jedenfalls darüber nach, dass es sinnvoll sein könnte, den Artikeln kurze Zusammenfassungen beizugeben, die allgemein verständlich seien.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Von ganz unterschiedlicher Warte aus zeigen beide Preise, der Whistleblower-Preis wie auch der Ig-Nobelpreis, dass es nötig ist, Wege zu suchen, wie die wissenschaftlichen Anliegen und Erkenntnisse für die Gesellschaft übersetzt werden können. </span></span></strong></p>
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		<title>Rettung für den Journalismus? Blendle startet in Deutschland</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2015 08:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Print-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem Journalismus wurde schon längst eine Krise attestiert. Die Leserzahlen brechen ein und die Werbeeinnahmen weg: Guter Journalismus, so ist zu lesen, ist kaum noch finanzierbar. Vor mehr als einem Jahr starteten die Krautreporter mit dem ehrgeizigen Projekt, den Online-Journalismus zu retten. Durch Mitgliedsbeiträge sollte dauerhaft ein qualitativ hochwertiges Medium <a href=" http://blogumschau.de/2015/09/rettung-fuer-den-journalismus-blendle-startet-in-deutschland/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Dem Journalismus wurde schon längst eine Krise attestiert. Die Leserzahlen brechen ein und die Werbeeinnahmen weg: Guter Journalismus, so ist zu lesen, ist kaum noch finanzierbar. Vor mehr als einem Jahr starteten die Krautreporter mit dem ehrgeizigen Projekt, den Online-Journalismus zu retten. Durch Mitgliedsbeiträge sollte dauerhaft ein qualitativ hochwertiges Medium im Netz etabliert werden, dessen Inhalte frei zugänglich sein sollten. Das erste Jahr der Krautreporter endet nun, und das ursprüngliche Ziel, freien Journalismus im Netz auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, konnten die Krautreporter offenbar nicht erreichen. Es wird nun voraussichtlich eine so genannte „Paywall“ eingerichtet, die es erschweren soll, die Texte zu lesen, wenn man nicht für die Krautreporter bezahlt. <a href="http://www.volkerkoenig.de/2015/09/13/warum-jede-paywall-dem-internet-weh-tut-krautreporter/" target="_blank">Volker König</a> kritisiert diese geplante Maßnahme scharf und erklärt, damit würden die Krautreporter zu einem Online-Journalismus-Projekt unter vielen. Gerade die freie Verfügbarkeit hatte das Projekt zu etwas besonderem gemacht.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Bezahlmodelle für Journalismus im Internet waren bislang kaum finanziell erfolgreich umzusetzen. Es fehlte die Akzeptanz für einen einzelnen Text eine vergleichsweise hohe Summe auszugeben – oder gleich die ganze Zeitung erwerben zu müssen. Dies soll Blendle, das gerade in Deutschland startet, nun ändern. Bei Blendle hat der Leser Zugriff auf Texte der ZEIT, der FAZ, der Süddeutschen, dem Spiegel oder Cicero und zahlreicher weiterer namhafter Zeitungen, Zeitschriften und Magazine. Bezahlen muss man dabei nur, was man liest. </span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;"><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/22022/die-grosse-chance-und-der-kleine-haken-von-blendle" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> betont die große Chance, die Blendle biete. Die Seite stelle tatsächlich die Bedürfnisse des Lesers in den Mittelpunkt: Dazu zählt, dass man schnell lesenswerte Texte entdecke, aber auch das Startguthaben von 2,50 Euro, das den Einstieg erleichtert, sowie die Möglichkeit für einen Text bei Nichtgefallen das Geld zurückzubekommen. Als problematisch könnten sich allerdings die uneinheitlichen Online-Strategien der Medienhäuser und Zeitungen herausstellen. Wenn für manch einen Text bei Blendle ein Beitrag fällig werde, der wenige Tage später frei im Netz zu lesen sei, dann könnte sich der Kunde bei Blendle so fühlen, als gäbe er unnötigerweise Geld aus.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Auf dem Blog <a href="https://mediapunkorg.wordpress.com/2015/09/12/blendle-ein-zwischenfazit/" target="_blank">MediaPunk.org</a> schreibt Konrad Fux ebenfalls über den vielversprechenden Start von Blendle in Deutschland. Mehrfach hat Fux das System bereits in der Beta-Phase ausgiebig getestet und kommt zu dem Schluss, dass es die Erwartungen erfüllt. Blendle eigne sich gut, um in Ruhe am Wochenende Reportagen, Nachrichten, Interviews etc. zu lesen. Das Spektrum der Zeitungen und Zeitschriften, die bereits mitmachten sei ebenfalls gut – allerdings gebe es hier noch Potenzial für Verbesserungen. Keine einzige österreichische Publikation sei im Angebot und auch bei Zeitschriften für kleine Zielgruppen sei das Angebot noch auszubauen.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Ein entscheidendes Kriterium für Blendle ist sicher die große Auswahl der unterschiedliche Medien. <a href="http://www.o-daniel.de/blendle-der-preiskampf-um-die-lesestuecke/" target="_blank">Benjamin O&#8217;Daniel</a> sieht hier allerdings bereits einen Preiskampf, der sich abzeichne. Die Preise für einzelne Texte seien in einigen Fällen, so O&#8217;Daniel, sehr hoch. Die Titelgeschichte des Spiegel koste immerhin 1,99 Euro. Als Grund für diesen hohen Preis sieht O&#8217;Daniel die Angst des Spiegel das Hauptgeschäft, die Abonnements, mit Blendle zu kannibalisieren. Er rät dazu, die Preise zu reduzieren und so die Attraktivität der Plattform insgesamt zu steigern.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Insgesamt sind sehr viele begeisterte oder zumindest im Tenor überwiegend positive Artikel zu Blendle zu finden. <a href="http://brunowsky.blogspot.de/2015/09/warum-blendle-nicht-funktionieren-wird.html" target="_blank">Ralf-Dieter Brunowsky</a> dagegen glaubt weder, dass Blendle in Deutschland erfolgreich sein wird, noch denkt er, dass dies überhaupt wünschenswert wäre. Das Preismodell kritisiert auch Brunowsky, gerade die Uneinheitlichkeit der Preisgestaltung, die Grundlage des Preiskampfes ist, sei ein Problem. Denn der Leser müsse ständig abwägen, ob der Text denn nun diesen bestimmten Betrag wert sei oder nicht. Eine einheitliche Preisgestaltung hätte dieses Problem umschifft. Außerdem, so Brunowskys Befürchtung, werde sich auf lange Sicht ein Journalismus durchsetzen, der sich möglichst gut verkaufen lasse. Journalismus, der nicht mit der Mehrheitsmeinung geht, oder Journalismus, der auf den ersten Blick langweilig wirke, lasse sich per Blendle schlecht vermarkten.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Der Anfang ist jedenfalls gemacht, ob Blendle erfolgreich wird und wohin dieser Erfolg Blendle und die Zeitungslandschaft in Deutschland führen wird, bleibt abzuwarten.</span></span></strong></p>
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		</item>
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		<title>Google wird Teil von Alphabet: Was bedeutet das?</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Aug 2015 08:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Alphabet]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Die Nachricht ist bereits eine Woche alt: Larry Page und Sergey Brin gründen eine Holding mit dem Namen „Alphabet“. Google wird in Zukunft eine Firma innerhalb dieser Holding sein – auf absehbare Zeit selbstverständlich die größte und wichtigste. Die Nachricht von dieser Neugründung schlug ein: Auf allen Medienkanälen wurde <a href=" http://blogumschau.de/2015/08/google-wird-teil-von-alphabet-was-bedeutet-das/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1019" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/08/Google_Alphabet.jpg"><img class="wp-image-1019 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/08/Google_Alphabet.jpg" alt="Google_Alphabet" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Googles Alphabet und Alphabets Google&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Nachricht ist bereits eine Woche alt: Larry Page und Sergey Brin gründen eine Holding mit dem Namen „Alphabet“. Google wird in Zukunft eine Firma innerhalb dieser Holding sein – auf absehbare Zeit selbstverständlich die größte und wichtigste.</p>
<p>Die Nachricht von dieser Neugründung schlug ein: Auf allen Medienkanälen wurde über „Alphabet“ berichtet. Nun zeichnen sich in den Kommentaren immer deutlicher die Absichten dieser Umstrukturierung ab. Auf dem Blog <a href="http://www.cph-ink.dk/mavericksindigital-c-is-for-change-as-google-learns-the-alphabet/" target="_blank">Copenhagen INK</a> werden vor allem drei Gründe für die Umstrukturierung genannt: Erstens könne dieses neue Firmengebilde auf den Aktienmärkten besser punkten, weil die sogenannten „Moonshot“-Projekte, also die innovativen aber risikoreichen Ideen, ausgegliedert seien – prompt ging auch die Google-Aktie deutlich nach oben. Zweitens bekommen die einzelnen Firmen mehr Unabhängigkeit, was sich in Zukunft positiv auswirken könne. Drittens entstehen neue Karrierewege: In der jüngsten Vergangenheit verlor Google einige Top-Talente, möglicherweise auch aufgrund fehlender Aufstiegschancen. Als neuer designierter Google-Chef wurde nun bereits Sundar Pichai benannt.</p>
<p>Auf dem Blog von <a href="http://www.kauleo.de/alphabet-quo-vadis-google/" target="_blank">kauleo </a>sind weitere Gründe zusammengetragen: So könnte die Umstrukturierung auch wesentlich damit zusammenhängen, dass Google rechtliche Konsequenzen fürchtete, denn immer wieder drohten wettbewerbsrechtliche Verfahren gegen Google, sogar von einer Zerschlagung des Konzerns wurde teilweise gesprochen. Die neue Holding „Alphabet“ könnte vielleicht einige Vorwürfe entkräften. Jedenfalls sei das Ganze von langer Hand geplant gewesen. Die Domain abc.xyz, unter der „Alphabet“ derzeit zu finden ist, sei bereits im März 2014 registriert worden.</p>
<p>Der Name der Internet-Domain sorgte ebenfalls bald für Schlagzeilen, vor allem weil alphabet.com bereits im Besitz von BMW ist, wie Thomas Schell auf dem Blog der <a href="http://blog.domainexperten.de/alphabet-verdammt/" target="_blank">Domain-Experten</a> erklärt. Schell findet es beruhigend, dass sogar die ganz großen Konzerne mit den Internet-Domains Probleme haben – und würde nun gerne bei den Verhandlungen dabei sein, denn für ihn ist klar, dass „Alphabet“ auch die entsprechende Domain, also alphabet.com, erwerben möchte.</p>
<p>Auf <a href="http://netzfeuilleton.de/alphabet-google-konzern-geld/" target="_blank">netzfeuilleton </a>wird auch die strategische Bedeutung betont: Larry Page wolle nun einmal mehr sein als ein Anzeigenverkäufer. Das passe in das Bild eines Konzerns, der offensiv davon spricht, dass er die Welt verändern wolle. Die „Moonshot“-Projekte kommen auf diese Weise auch stärker in die Verantwortung und stehen nicht so sehr unter dem Verdacht in erster Linie „Datenlieferanten“ für die Google-Dienste zu sein.</p>
<p>Auf dem <a href="https://www.googlewatchblog.de/2015/08/calico-alphabets-gesundheits-unternehmen/" target="_blank">GoogleWatchBlog </a>berichtet Jens über die Firma Calico, die als ein „Moonshot“-Projekt von Google vor zwei Jahren gegründet wurde. Solche Firmen würden nun erheblich mehr Aufmerksamkeit erfahren. Calico soll in der Zukunft die menschliche Gesundheit ganz neu beschreiben und Lösungen entwickeln, wie Menschen deutlich länger gesund leben könnten. Dabei ginge es nicht um Verlängerung der Lebenserwartung um drei oder fünf Jahre, sondern um ganz neue Dimensionen, auf dem GoogleWatchBlog sind 200 Jahre Lebenserwartung genannt.</p>
<p>Auch wenn es ein weiter und unsicherer Weg zu solch einem veränderten Begriff des Lebens ist – vielleicht wäre es sinnvoll, die dazugehörigen ethischen Diskussionen schon jetzt zu führen, und nicht erst zu beginnen, wenn Unternehmen wie Calico massiv auf das einwirken, was wir derzeit „unsere Gesundheit“ nennen. Denn, so ist auf dem GoogleWatchBlog zu lesen, hiergegen erschienen die aktuellen ethischen Diskussionen um den Datenschutz, mit denen die Gesellschaft konfrontiert ist, ja fast lächerlich.</p>
<p>Google und Alphabet: Die Entwicklungen in den nächsten Jahren werden sicherlich wegweisend sein.</p>
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		</item>
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		<title>Du sollst gesund leben: Krankenkassen bezuschussen Apple-Watch</title>
		<link>http://blogumschau.de/2015/08/du-sollst-gesund-leben-krankenkassen-bezuschussen-apple-watch/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2015 09:28:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein großer Schritt in Richtung der Vernetzung aller Lebensbereiche: Die Techniker Krankenkasse (TK) bezuschusst in Zukunft voraussichtlich den Erwerb von so genannten Fitness-Trackern, wozu auch die Apple-Watch zählt. 250 Euro kann sich der Käufer von der Techniker Krankenkasse erstatten lassen, wenn er etwas für seine Gesundheit tut und <a href=" http://blogumschau.de/2015/08/du-sollst-gesund-leben-krankenkassen-bezuschussen-apple-watch/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Es ist ein großer Schritt in Richtung der Vernetzung aller Lebensbereiche: Die Techniker Krankenkasse (TK) bezuschusst in Zukunft voraussichtlich den Erwerb von so genannten Fitness-Trackern, wozu auch die Apple-Watch zählt. 250 Euro kann sich der Käufer von der Techniker Krankenkasse erstatten lassen, wenn er etwas für seine Gesundheit tut und dies entsprechend nachweist. Die AOK Nordost war hierin schon vorangegangen und hatte angekündigt alle zwei Jahre 50 Euro Zuschuss pro Patient zu gewähren, sofern diese in einen Fitness-Tracker investiert werden.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Caspar Tobias Schlenk hat für die <a href="http://www.gruenderszene.de/allgemein/tk-zuschuss-apple-watch" target="_blank">Gründerszene </a>die Details zusammengefasst. Der Zuschuss der TK ist Teil eines neuen Bonusprogramms, das gerade aufgesetzt wird. Das Programm sollte nach ursprünglicher Planung bereits am 1. August starten, derzeit werde es allerdings noch vom Bundesversicherungsamt geprüft. Eine Entscheidung über das Bonusprogramm, so Schlenk, solle in Kürze fallen. Auf diese Weise Einfluss auf die Gesundheit der Krankenkassen-Mitglieder nehmen zu wollen, wird „Nudging“ genannt. Die Bürger sollen damit sanft in eine Richtung „gestupst“ werden. Diese Form der Einflussnahme ist umstritten, wenngleich der Staats- und Verwaltungsrechtler Gunnar Folge Schuppert auf dem <a href="http://www.verfassungsblog.de/nudging-nicht-wirklich-neu-und-auch-ohne-kontextualisierung-nicht-weiterfuehrend/#.VchubrVv-Ck" target="_blank">Verfassungsblog </a>darlegt, dass „Nudging“ keinesfalls als neues Phänomen zu bewerten sei. In einer Liste aus den 1980er Jahren, die „regulative Instrumente“ versammelt, finden sich schon Maßnahmen, die heute als „Nudging“ bezeichnet werden würden. Längst wird Einfluss auf unterschiedliche Weise genommen – und in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben. </span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Problematisch bei Gesundheits-Apps und Fitness-Trackern ist vor allem der Datenschutz. Derzeit könne niemand wissen, wozu die Daten, die durch einen Fitness-Tracker erhoben werden, einmal genutzt werden. Frank Nicolai fragt im <a href="http://hpd.de/artikel/12046" target="_blank">Humanistischen Pressedienst</a>, ob in Zukunft der Versuch, eine Lebensversicherung abzuschließen, scheitern muss, weil durch Daten, die ein Fitness-Tracker erhoben hat, ein erhöhtes Sterberisiko errechnet wurde. Die großen Sportartikel-Hersteller, Adidas und Nike, so Nikolai, haben jedenfalls gerade erst viel Geld investiert, um im Datengeschäft mitmischen zu können. Es ist längst ein großer Markt, der weiter wächst. </span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">In einer Buchbesprechung hat <a href="https://thomasbrasch.wordpress.com/2015/08/07/ach-in-welch-schlechter-gesellschaft-wir-uns-doch-befinden/" target="_blank">Thomas Brasch auf seinem Blog</a> das Problem, das durch die Erhebung der Daten entsteht, ebenfalls beleuchtet. Die Frage, die Brasch aufwirft, lautet: Wann wird aus solchen freiwilligen Angeboten der Krankenkassen eine Pflicht für denjenigen, der sich versichern lassen will. Noch ist es eine Selbstkontrolle, die durch die Fitness-Tracker und Gesundheitsapps angeboten wird, doch es könne dazu kommen, das die, die sich dieser Selbstkontrolle entziehen, gesellschaftlich suspekt werden. </span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Und bereits im <a href="https://thomasbrasch.wordpress.com/2014/10/16/sie-wissen-alles-und-wir-konnen-nicht-behaupten-wir-hatten-von-nichts-gewusst/" target="_blank">Oktober</a> letzten Jahres wies Brasch darauf hin, wie dringlich es sei, die Grund- und Persönlichkeitsrechte neu zu fassen und effektiv zu schützen. Er leitet aus seiner Lektüre von Yvonne Hofstetters Buch „Sie wissen alles“ verschiedene Forderungen ab, darunter auch diejenige, dass es verboten sein müsste, bei Pflichtverträgen, worunter auch die Krankenversicherung fällt, vergünstigte Angebote aufgrund von Datenüberwachung zu machen.</span></span></strong></p>
<p><strong>„<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Big Data“ ist längst ein großes Geschäft, aber die Auswirkungen der mathematischen Algorithmen, die Vorhersagen über unser Leben treffen, sind in vielen Fällen nur zu erahnen. Der Vorstoß der Krankenkassen lässt jedenfalls eine Diskussion entstehen, die dringend geführt werden muss. </span></span></strong></p>
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		<title>Ermittlungen wegen Landesverrat: Die Blogger von Netzpolitik.org unter Verdacht</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2015 07:32:26 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[NSA-Affäre]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Ironie sitzt: Der bekannte Blog Netzpolitik.org, der 2014 den Grimme-Online-Award gewinnen konnte, wurde gerade als „Ort“ im „Land der Ideen“ ausgezeichnet, weil er sich für ein „offenes Web“ einsetze. „Warum darf es im Web keine Zensur geben?“ steht als Frage in der Begründung der Auszeichnung. – Da wurde bekannt, <a href=" http://blogumschau.de/2015/08/ermittlungen-wegen-landesverrat-die-blogger-von-netzpolitik-org-unter-verdacht/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1010" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/08/Netzpolitik.jpg"><img class="wp-image-1010 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/08/Netzpolitik.jpg" alt="Netzpolitik" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Ideen im Land&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Die Ironie sitzt: Der bekannte Blog Netzpolitik.org, der 2014 den Grimme-Online-Award gewinnen konnte, wurde gerade als „Ort“ im „Land der Ideen“ ausgezeichnet, weil er sich für ein „offenes Web“ einsetze. „Warum darf es im Web keine Zensur geben?“ steht als Frage in der <a href="https://www.land-der-ideen.de/ausgezeichnete-orte/preistraeger/blog-f-r-digitale-b-rgerrechte-netzpolitikorg" target="_blank">Begründung der Auszeichnung</a>. – Da wurde bekannt, dass wegen Landesverrat gegen den Betreiber der Blogs, Markus Beckedahl, und einen Blogger, Andre Meister ermittelt wird. </span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Das Schreiben, in dem der Generalbundesanwalt Harald Range begründet, weshalb Ermittlungen aufgenommen werden, hat <a href="https://netzpolitik.org/2015/verdacht-des-landesverrats-generalbundesanwalt-ermittelt-doch-auch-gegen-uns-nicht-nur-unsere-quellen/" target="_blank">Netzpolitik.org</a> am 30. Juli veröffentlicht. Grund für die Ermittlungen seien die Veröffentlichungen vertraulicher Dokumente über den geplanten Ausbau der Internet-Überwachung des Verfassungsschutzes. Bereits am 15. April hatte Meister auf <a href="https://netzpolitik.org/2015/geheime-referatsgruppe-wir-praesentieren-die-neue-verfassungsschutz-einheit-zum-ausbau-der-internet-ueberwachung/" target="_blank">Netzpolitik.org</a> die Dokumente veröffentlicht und kommentiert. Das Echo in Politik und Medien war im April schon deutlich zu hören gewesen: Empörung über diesen fragwürdigen Ausbau des Überwachungsapparates des Verfassungsschutzes, der ja aufgrund verschiedener Affären schon seit geraumer Zeit massiv in der Kritik steht.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Dass gegen Journalisten ermittelt wird, ist in der Geschichte der Bundesrepublik bisher nur äußerst selten vorgekommen. Thomas Stadler hat für den Blog <a href="http://www.internet-law.de/2015/07/ist-das-landesverrat.html" target="_blank">internet-law</a> dargelegt, weshalb auch dieser Fall keine Aussichten auf eine erfolgreiche Klage hat. Vor allem wurde kein Staatsgeheimnis verraten, was Voraussetzung für ein Urteil wäre. Stadler bezweifelt entsprechend auch, dass es überhaupt zu einer Anklage kommt, er sieht eher die Einschüchterung, die die Ermittlungen nach sich ziehen sollten, als ihren wahren Grund an. Allerdings ist für Stadler ebenso fraglich, ob tatsächlich eine Bloggerin oder ein Journalist nun von dem Verfahren abgeschreckt werde, denn die Solidarisierungen im Netz zielten genau in die entgegengesetzte Richtung.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Verschiedene Blogger haben nun ebenfalls die Dokumente veröffentlicht, wie beispielsweise <a href="https://mosereien.wordpress.com/2015/07/31/landesverrat-ich-bin-dabei/" target="_blank">Andreas Moser</a>, der schreibt „Landesverrat – ich bin dabei!“. Moser zitiert die entsprechenden Dokumente am Ende eines polemischen Artikels, der auf die Geschichte des Landesverrats und seiner Gesetzgebung Bezug nimmt. Journalisten Landesverrat vorzuwerfen, das wird deutlich, ist aus historischer Perspektive keine Kleinigkeit.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Wenn es allerdings nahezu ausgeschlossen ist, dass aus dem Verdacht überhaupt eine Anklage, geschweige denn ein Urteil, wird, weshalb dann dieses Verfahren? Markus Kompa äußert auf <a href="http://www.heise.de/tp/news/A-Most-Wanted-Man-oder-doch-nicht-2766909.html" target="_blank">Telepolis </a>die Vermutung, dass es gar nicht um die Anklage gehe, auch nicht in erster Linie um Abschreckung, sondern um die Daten der Blogger von Netzpolitik.org. Denn, so legt der Anwalt Kompa dar, der Verdacht auf so genannte „Katalogstraftaten“ rechtfertige den Zugriff auf die privaten Daten der Verdächtigten. Zu dieser Liste der schweren Straftaten zählt eben auch der Landesverrat, was im Klartext bedeutet, dass die Behörden nun offenbar einen polizeilichen Lauschangriff durchführen dürften. Kompa führt auf seinem <a href="http://www.kanzleikompa.de/2015/08/02/katalogstraftaten-nach-%C2%A7-100a-stpo-oeffnen-die-elektronische-waffenkammer/" target="_blank">privaten Blog</a> weiter aus, welche Maßnahmen nun gestattet seien: Telekommunikationsüberwachung, Abhören der Wohnung, mobile Überwachung und eine Verkehrsdatenanalyse. Da fehle nur noch die Vorratsdatenspeicherung, so Kompa, für den gläsernen Bürger.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Susannah Winter beleuchtet auf ihrem Blog <a href="https://tonfarbe.wordpress.com/2015/08/01/landesverrat-verrat-an-demokratischen-grundrechten/" target="_blank">tonfarbe </a>vor allem die politische Tragweite der gesamten Aktion. Sie führt noch einmal deutlich das Versagen des Verfassungsschutzes vor Augen, der weder in der NSA-Affäre noch bei den NSU-Morden zur Aufklärung wesentlich beitragen konnte. Im Gegenteil fragt Winter, wie es möglich sein könne, wenn es straffrei bleibe, wichtige Akten zu schreddern, nun aber der Fall beim Generalbundesanwalt lande, wenn unliebsame Informationen ans Licht kommen. Es seien hier vor allem politische Interessen im Spiel.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Die Aufregung, die durch das Netz geht, ist in diesem Fall jedenfalls verständlich, auch wenn das Verfahren – und die mediale Aufregung – sicherlich bald wieder zum Erliegen kommen werden. Die Frage, wer wen eigentlich vor welchen Gefahren mit welchen Mitteln schützen darf, sollte nach all den Verfassungsschutz-Affären gründlich diskutiert werden. Die Frage, welche Rolle die Medien als Beobachter der staatlichen Organe ausfüllen, ist ohnehin seit längerem virulent.</span></span></strong></p>
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		<title>Der Bachmannpreis 2015</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2015 07:08:58 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Bachmann-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Bachmannpreis 2015 hat die Autorin Nora Gomringer gewonnen. Bekannt ist Gomringer bislang vor allem für ihre Lyrik und ihre Beiträge in der Poetry-Slam-Szene, nun wurde sie für ihren Prosatext „Recherche“ ausgezeichnet. Sowohl den Kelag- als auch den Publikumspreis erhielt Valerie Fritsch, den 3sat-Preis Dana Grigorcea. Die Wahl verlief dabei <a href=" http://blogumschau.de/2015/07/der-bachmannpreis-2015/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_996" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/07/Gewinner_des_Bachmannpreises.jpg"><img class="wp-image-996 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/07/Gewinner_des_Bachmannpreises.jpg" alt="Gewinner_des_Bachmannpreises" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Gewinner des Bachmannpreises&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Den Bachmannpreis 2015 hat die Autorin <strong>Nora Gomringer</strong> gewonnen. Bekannt ist Gomringer bislang vor allem für ihre Lyrik und ihre Beiträge in der Poetry-Slam-Szene, nun wurde sie für ihren Prosatext „Recherche“ ausgezeichnet. Sowohl den Kelag- als auch den Publikumspreis erhielt <strong>Valerie Fritsch</strong>, den 3sat-Preis <strong>Dana Grigorcea</strong>. Die <a href="http://bachmannpreis.orf.at/stories/ondemand/" target="_blank">Wahl </a>verlief dabei spannend, vor allem weil sich die Jury-Mitglieder uneinig waren, welcher Text und welche Form von Literatur auszuzeichnen sei. Teresa Präauer, die als einzige Autorin in der ersten Runde zwei Jury-Stimmen auf sich vereinigen konnte, ging am Ende leer aus.</p>
<p>Präauers Text, den der Jury-Vorsitzende Hubert Winkels als den unterhaltsamsten der drei Tage bezeichnete, erzählt die Geschichte eines Mannes, Schimmi, der sich für eine Frau zum Affen macht, das heißt, er zieht sich ein Affenkostüm an und geht dann zu ihr. Auf dem <a href="http://gretelwallfisch.blogspot.de/2015/07/bachmannpreis-2015-dritter-tag-teresa.html" target="_blank">Wallfischblog </a>wird Präauers Text scharf kritisiert, denn eine angedeutete Vergewaltigung werde allzu billig aufgelöst. Genau das hatte die Jurorin Sandra Kegel angemerkt. Der Protagonist im Affenkostüm höre in dem „Nein“ nur ein „Ja“, was als Muster immer wiederkehrt, wenn über Vergewaltigungen gesprochen wird. Doch Präauers Text bleibe ganz spielerisch und lustig, mache nichts aus diesem Problem und bagatellisiere es dadurch.</p>
<p>Nora Bossong gratuliert auf dem ZEIT-Autoren-Blog <a href="http://www.zeit.de/freitext/2015/07/05/bachmannpreis-nora-gomringer-nora-bossong/" target="_blank">Freitext </a>der Bachmannpreisgewinnerin Nora Gomringer. Bossong ist, was den Juroren als witziger Einfall galt, die Hauptfigur des Textes „Recherche“. Dieses Verwirrspiel nimmt Bossong auf und greift auch die Überlegungen der Diskussion auf. Juri Steiner hatte davon gesprochen, dass der Name Bossong sich so gut eigne für die Geschichte, weil er an das Gottesteilchen („Higgs-Boson“) erinnere. Nun beschreibt sich Bossong selbst als Gottesteilchen und als Gewinnerin des Bachmannpreises, den sie als literarische Figur gewonnen habe. Das ist ein intelligentes Spiel auf verschiedenen Ebenen, um einen Text vom Tod eines Dreizehnjährigen, der von den Mitbewohnern eines Hauses in den Suizid getrieben wurde.</p>
<p><a href="http://www.begleitschreiben.net/in-deckung/" target="_blank">Gregor Keuschnig</a> hebt Juri Steiners Bemerkung hervor: Als dieser Gomringers Text nominierte, sagte er, er wähle den Text, bei dem er sich beim Hören mitschuldig fühle. Der Text, so Keuschnig, sei keineswegs auf die Performance der Poetry-Slam-Künstlerin zu reduzieren, sondern schaffe den Spagat, „unterhaltsam ohne trivial zu sein“ und zugleich, werde dem Leser am Ende ein moralischer Ablass gewährt. Doch gerade die Schuldzuweisung im Text sei das, was Keuschnig ablehne und sich deshalb eher an andere Texte des diesjährigen Bachmannpreises halte.</p>
<p>Die drei Autorinnen, die am Ende die Preise gewinnen konnten, zählte <a href="http://lustauflesen.de/nora-gomringer-gewinnt-bachmannpreis-2015/" target="_blank">Jochen Kienbaum</a> gleich zu seinen Favoritinnen. Besonders freut sich Kienbaum, dass Fritschs Text „Das Bein“ auch den Publikumspreis gewinnen konnte, obwohl es sich hierbei um eine komplexe Erzählung mit einem schweren Thema handelt: Die Amputation eines Beines und das Warten auf den Tod. Zwar polemisierte Kienbaum <a href="http://lustauflesen.de/klagenfurt-2015-eine-polemik/" target="_blank">zuvor </a>gegen den Bachmannpreis, doch denkt er nicht, dass das Konzept erledigt ist. Lediglich ein paar Neuerungen wären sinnvoll, um das Ritualhafte der Kritik zu durchbrechen. Ein Lichtblick in der Jury sei Klaus Kastberger gewesen, der in diesem Jahr zum ersten Mal dabei war.</p>
<p>Das bestätigt auch das <a href="http://www.literaturcafe.de/klaus-kastberger-ist-beliebtester-bachmannpreis-juror-2015-aufsteiger-juri-steiner-auf-platz-2/?pk_campaign=feed&amp;pk_kwd=klaus-kastberger-ist-beliebtester-bachmannpreis-juror-2015-aufsteiger-juri-steiner-auf-platz-2" target="_blank">Literaturcafé</a>, das in einer Umfrage Kastberger als beliebtesten Juror ermittelte. Nicht allein die Performance der Autorinnen und Autoren wurde also beäugt, sondern auch die Kritiker werden letztlich wiederum kritisiert. Vor allem dass Kastberger eben nicht aus dem Elfenbeinturm heraus wohlfeile Urteile äußere, gefiel offenbar den Zuschauerinnen und Zuschauern: ein weiterer „Gewinner“ des Bachmannpreises.</p>
<p>Der Wettbewerb, der selbst immer wieder in der Kritik stand, dürfte also im nächsten Jahr wieder mit Spannung erwartet werden, so wie die nächsten Texte der dritten Preisträgerin, Dana Grigorcea, in dessen Erzählung Kastberger das Potenzial für einen größeren Text erkannte. Eingehend wird die Erzählung auf dem Blog von <a href="http://schichtwerker.blogspot.de/2015/07/dana-grigorcea-und-die-faszination-der.html" target="_blank">Anton Potche</a> gewürdigt, der sich über die neue Stimme in der deutschen Literatur freut, und zugleich bedauert, dass der rumänischen Literatur wohl diese Stimme nun verloren gehe.</p>
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		<title>Die Aufregung um die Panoramafreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2015 08:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit die Autoren von Wikipedia sich dem Thema angenommen haben, wird sie in vielen Medien diskutiert: die Panoramafreiheit. Auf der deutschsprachigen Wikipedia ist derzeit ein Bild der Elbphilharmonie zu sehen, auf dem der obere Teil, der gerade gebaut wird, vollständig geschwärzt ist. Das soll auf das Problem aufmerksam machen, dass <a href=" http://blogumschau.de/2015/06/die-aufregung-um-die-panoramafreiheit/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit die Autoren von Wikipedia sich dem Thema angenommen haben, wird sie in vielen Medien diskutiert: die Panoramafreiheit. Auf der deutschsprachigen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Wikipedia_nach_Themen" target="_blank">Wikipedia </a>ist derzeit ein Bild der Elbphilharmonie zu sehen, auf dem der obere Teil, der gerade gebaut wird, vollständig geschwärzt ist. Das soll auf das Problem aufmerksam machen, dass innerhalb der EU das Urheberrecht geändert werden soll.</p>
<p>Architekten besitzen ein Urheberrecht an den von ihnen gebauten Häusern. Das bedeutet, eine kommerzielle Weiterverwendung von Abbildungen ihrer Gebäude ist nicht selbstverständlich. In Deutschland gilt allerdings bisher die Panoramafreiheit, das heißt Außenaufnahmen sind in jeder Form zulässig, auch für eine kommerzielle Nutzung. Fotos von der neuen Elbphilharmonie dürfen ohne Rücksicht auf den Urheber verwertet werden. Diese kommerzielle Nutzung, so sieht es der Vorschlag vor, könnte in Zukunft verboten werden bzw. es müsste dann jeweils vorher die Erlaubnis des Urhebers eingeholt werden.</p>
<p>Für den Urlaubsfotografen wird daraus ein Problem, wenn er beispielsweise ein Foto bei Facebook oder Twitter teilt. Denn Facebook erzielt mit den Inhalten der Nutzer Gewinn, es besteht hier also ein kommerzielles Interesse. Eine Abmahnung wäre also denkbar, sobald man in den sozialen Netzwerken Fotos zeitgenössischer Gebäude verbreitet. Julia Reda, EU-Abgeordnete der Piratenpartei, die eine Panoramafreiheit für ganz Europa ins Spiel brachte, hat das ausführlich in <a href="https://juliareda.eu/2015/06/panoramafreiheit-in-gefahr/" target="_blank">ihrem Blog</a> dargestellt.</p>
<p>Nicht nur die Autoren von Wikipedia sehen mit der im Raum stehenden Abschaffung der Panoramafreiheit ein gewaltiges Problem auf sich zu kommen, auch auf dem <a href="https://www.freelens.com/news/panoramafreiheit-in-gefahr/" target="_blank">Blog von Freelens</a>, einer Fotografenvereinigung, wird die Einschränkung der Panoramafreiheit scharf kritisiert. Jeweils alle Bildrechte einzuholen, dürfte sich in der Praxis als vollkommen unmöglich erweisen und in der Folge wäre die professionelle Fotografie im öffentlichen Raum gefährdet.</p>
<p>Dem widerspricht der Autor auf dem Blog <a href="https://theolounge.wordpress.com/2015/06/26/die-eu-posse-um-die-panoramafreiheit/" target="_blank">theolounge</a>. Für professionelle Fotografen könnte es immerhin möglich sein, die Veröffentlichungsrechte an einem Bild einzuholen, was für den privaten Fotografen schlicht ein zu großer Aufwand ist. Damit würde sich die Zahl der verfügbaren Bilder drastisch reduzieren. Für die professionellen Fotografen könnte ein solches Urteil also möglicherweise in letzter Konsequenz erfreuliche Folgen haben, ganz im Gegensatz zu demjenigen, der privat seine Fotos in den sozialen Netzwerken teilen möchte. Und selbstverständlich würden die Anwälte profitieren, die sich um Abmahnungen und Bildrechte kümmern. Der Bürger wäre der Verlierer. Er hätte nicht einmal mehr die Möglichkeit die Gebäude zu fotografieren und kommentieren, die in einem öffentlichen Raum stehen, mit deren Anblick er aber ungewollt konfrontiert sein kann.</p>
<p>Marie Slowioczek schreibt für <a href="http://www.photoscala.de/Artikel/EU-droht-die-Panoramafreiheit-zu-beschr%C3%A4nken-%E2%80%93-wirklich" target="_blank">photoscala</a>, die gesamte Aufregung sei verfrüht, denn bislang geht es allein um eine Diskussionsgrundlage. Bis daraus überhaupt ein Gesetz werden könnte, würde es noch lange dauern. Und eine Einigung ist auch so einfach gar nicht zu erwarten, denn die Panoramafreiheit ist in den EU-Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich geregelt – oder überhaupt nicht vorhanden. In Deutschland würden Fotografen stark in ihren Rechten beschnitten, in anderen Ländern, die gar keine Panoramafreiheit kennen, dagegen die Urheber. Und selbst wenn also am 9. Juli der Text der Diskussionsgrundlage angenommen werden sollte, um daraus einen Gesetzestext zu machen, werden erst dann die Einzelheiten ausgearbeitet, die jetzt noch gar nicht erfasst sind. Die ganze Aufregung sei demnach zurzeit noch überzogen.</p>
<p>Eine Harmonisierung des Urheberrechts innerhalb der Europäischen Union ist sicherlich wünschenswert. Die Panoramafreiheit, so wie sie in Deutschland angewandt wird, ist für viele Bloggerinnen und Blogger aber ebenfalls ein großes Gut. Eher in Kommentaren zu einzelnen Artikeln finden sich Stimmen die einer Verschärfung des Gesetzes auch etwas abgewinnen können, denn damit würden Unternehmen wie Facebook in ihrer Kommerzialisierung der privaten Inhalte möglicherweise gebremst. Der weitere Verlauf der Debatte bleibt abzuwarten.</p>
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		<title>Kirill Petrenko wird der neue Chefdirigent der Berliner Philharmoniker</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2015 10:29:42 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits im Mai sollte der Nachfolger von Sir Simon Rattle für die Position des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker bekanntgegeben werden, doch auch nach langen Diskussionen konnten sich die Musiker nicht auf einen neuen Chefdirigenten einigen. Dass überhaupt die Musiker ihren Dirigenten wählen, ist in der musikalischen Welt der großen Orchester <a href=" http://blogumschau.de/2015/06/kirill-petrenko-wird-der-neue-chefdirigent-der-berliner-philharmoniker/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits im Mai sollte der Nachfolger von Sir Simon Rattle für die Position des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker bekanntgegeben werden, doch auch nach langen Diskussionen konnten sich die Musiker nicht auf einen neuen Chefdirigenten einigen. Dass überhaupt die Musiker ihren Dirigenten wählen, ist in der musikalischen Welt der großen Orchester einzigartig – und im Mai führte diese Besonderheit zu Schwierigkeiten. Mit wem soll die Arbeit fortgesetzt werden? Gestern fiel nun die Wahl auf Kirill Petrenko, der noch bis 2018 die Geschicke der Bayerischen Staatsoper lenkt.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://meingesamtkunstwerk.blogspot.de/2015/06/kirill-petrenko-neuer-chef-der-berliner.html" target="_blank">Gesamtkunstwerk</a>, der sich vielfach mit der Bayerischen Staatsoper beschäftigt hat, ist von einer guten Wahl zu lesen. Die Hängepartie könnte so schnell vergessen werden. Allein für die Bayerische Staatsoper dürfte die bloße Ankündigung, dass Petrenko gehen wird, für Diskussionen sorgen, denn er steht unangefochten an der Spitze des Hauses und sein Weggang könnte bedeuten, dass jetzt grundsätzlich über die zukünftige Ausrichtung der Staatsoper nachgedacht werden müsse.</p>
<p>Manuel Brug hatte bereits am Sonntag, noch bevor die Entscheidung verkündet worden war, auf seinem <a href="http://klassiker.welt.de/2015/06/21/wird-kirill-petrenko-neuer-chef-der-berliner-philharmoniker-ab-2020/" target="_blank">Klassik-Blog der WELT</a> spekuliert, dass Petrenko der Nachfolger Rattles werden könnte. Petrenko sei allerdings erst drei Mal, 2006, 2009 und 2012, mit dem Berliner Orchester aufgetreten, schreibt Brug. Vor allem aber, so hebt er hervor, sei darunter kein sinfonisches Werk des Kernrepertoires gewesen. Petrenko ist bislang vor allem als Operndirigent hervorgetreten. Von einem „hochmerkwürdigen Fall“ spricht Brug deshalb. Das Orchester werde sich jedenfalls wandeln, auch in seiner Außendarstellung: Rattle war in den Medien äußerst präsent, Petrenko dagegen gibt schon seit geraumer Zeit keine Interviews mehr – er gilt als scheu.</p>
<p>Als einen Kompromiss sieht dagegen Sascha Krieger auf dem Blog <a href="https://stagescreen.wordpress.com/2015/06/23/ein-aufbruch-und-viele-offene-fragen/" target="_blank">Stage and Screen</a> die Wahl. Als Favoriten waren vielerorts Christian Thielemann, der die Dresdner Staatskapelle leitet, und Andris Nelsons, Dirigent des Boston Symphony Orchestra, gehandelt worden. Petrenko sei eine Wahl, so Krieger, mit der sowohl Traditionalisten als auch Reformer leben könnten, ein typischer Kompromiss eben – und keine mutige Entscheidung. Die Wahl sei sehr sympathisch, aber keine Richtungsentscheidung, sondern nun bleibe abzuwarten, wie der neue Dirigent ein Profil gewinnen werde.</p>
<p>Das Konzertpublikum muss sich jedenfalls gedulden, denn in der kommenden Spielzeit ist kein Konzert der Philharmoniker unter der Leitung Kirill Petrenkos vorgesehen.</p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Erfolge einer außergewöhnlichen Mission: „Philae“ sendet wieder</title>
		<link>http://blogumschau.de/2015/06/erfolge-einer-aussergewoehnlichen-mission-die-raumsonde-philae-sendet-wieder/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2015 10:48:39 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[Philae]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschichte der Raumsonde Rosetta klingt noch immer unglaublich: Zehn Jahre lang flog Rosetta durch das All. Der Komet „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ war das Ziel des langen Flugs, der ohne Schäden bestanden werden musste. Am Ziel angelangt, sollte die Landeeineit „Philae“ auf dem Kometen aufsetzen, um Daten zu erheben. Die Landung auf <a href=" http://blogumschau.de/2015/06/erfolge-einer-aussergewoehnlichen-mission-die-raumsonde-philae-sendet-wieder/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_961" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/06/Philae.jpg"><img class="wp-image-961 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/06/Philae.jpg" alt="Philae" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Philae wacht auf&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Die Geschichte der Raumsonde Rosetta klingt noch immer unglaublich: Zehn Jahre lang flog Rosetta durch das All. Der Komet „67P/Tschurjumow-Gerassimenko“ war das Ziel des langen Flugs, der ohne Schäden bestanden werden musste. Am Ziel angelangt, sollte die Landeeineit „Philae“ auf dem Kometen aufsetzen, um Daten zu erheben. Die Landung auf einem vergleichsweise kleinen Kometen in mehr als 400 Millionen Kilometer Entfernung zur Erde stellte eine Herausforderung dar, deren Schwierigkeiten nicht bis ins Detail planbar waren. Doch das Kunststück gelang. Philae landete und sendete sehr bald die ersten Daten an Rosetta und von dort weiter zur Erde. Und nun ist Philae nach einem langen „Schlaf“ wieder „erwacht“ und hat den Kontakt zur Raumsonde wieder hergestellt. Der Komet kommt der Sonne derzeit immer näher, so dass die Solarzellen der Landeeinheit nun ausreichend elektrische Energie produzieren.</p>
<p><a href="http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2015/06/14/philae-lebt-wieder-behauptet-die-bbc/" target="_blank">Florian Freistetter</a> freut sich mit den verantwortlichen Wissenschaftlern, dass die Mission tatsächlich so außerordentlich erfolgreich verläuft: Er hebt besonders hervor, wie herausragend die Fähigkeit der Landeeinheit sei, mit den Unwägbarkeiten umzugehen. Obwohl die Landung nicht planmäßig verlief, sendet Philae nun wieder Daten, was für die Robustheit und Intelligenz der Konstruktion spreche.</p>
<p>Berndt Feuerbacher, der selbst bei Konzeption der Rosetta-Mission maßgeblich beteiligt war, resümiert auf <a href="http://feuerbacher.blogspot.de/2015/06/philae-ist-wieder-aufgewacht-in-der.html" target="_blank">seinem Blog</a>, es konnten nun bereits 300 Datenpakete übermittelt werden, 8000 warteten nun auf die nächsten Kontaktaufnahmen. Dabei habe die Landeeinheit Philae sogar Temperaturen unter Minus 100°C überstanden – gerade die extremen Temperaturen ließen berechtigte Zweifel aufkommen, ob die Landeeinheit tatsächlich noch einmal aufwachen würde.</p>
<p>Wo genau auf dem Kometen Philae gelandet ist, bleibt nach wie vor fraglich. Auf einem Foto, das Rosetta aus 18km Entfernung aufgenommen hat, ist ein wenige Pixel großer heller Fleck zu sehen, wie Feuerbacher in einem <a href="http://feuerbacher.blogspot.de/2015/06/wurde-philae-optisch-gefunden-das-max.html" target="_blank">anderen Artikel</a> zeigt. Doch dieser Fleck liegt eigentlich zu sehr in der Sonne – und eine intensive Sonneneinstrahlung hatte Philae nicht gemessen.</p>
<p>Selbstverständlich müssen viele Daten erst im Nachhinein ausgewertet werden. Trotzdem ist die Frage selbstverständlich berechtigt: Was hat die Mission eigentlich bisher für Erkenntnisse gebracht? Zahlreiche weitere Bilder sind auf dem offiziellen <a href="http://blogs.esa.int/rosetta/" target="_blank">Rosetta-Blog der ESA</a> zu sehen. Und einige Erkenntnisse werden bereits auf verschiedenen Wissenschaftsblogs diskutiert, zum Beispiel, dass kein Magnetfeld des Kometen gemessen werden konnte.</p>
<p>Das berührt die Frage, wie solche Kometen überhaupt entstehen. Die Entstehung eines Kometen könnte auch, so eine Theorie, die nun wohl begraben werden kann, unter anderen an dessen Magnetfeld liegen, das dafür mitverantwortlich sein sollte, dass die Partikel „zusammenhaften“. Auf <a href="http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/19042015154316.shtml" target="_blank">raumfahrer.net</a> ist erläutert, wie mit Hilfe der Daten von Philae ermittelt werden konnte, dass der Komet 67P über kein eigenes Magnetfeld verfügt. Zwar konnte ein Feld gemessen werden, aber während des Landevorgangs veränderte sich die Intensität nicht. Aber genau das hätte der Fall sein müssen, wenn das Magnetfeld tatsächlich zum Kometen gehören würde. Das kann nun ausgeschlossen werden.</p>
<p>Welche Bilder, Daten und Erkenntnisse demnächst an die Öffentlichkeit gelangen, darf mit Spannung erwartet werden. Die nächsten Tage und Wochen wird Philae jedenfalls wieder im Mittelpunkt der astronomischen Forschung stehen.</p>
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