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	<title>Blogumschau &#187; Feuilleton &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Die Blogumschau macht Pause</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2015 07:10:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Februar 2014 haben wir die Blogumschau mit großem Enthusiasmus begonnen. Wir wollten eine Plattform schaffen, die über wichtige Ereignisse umfassend informiert und dabei unterschiedliche Ansichten abbildet. Die vehemente Kritik an der Berichterstattung zu Beginn der Ukraine-Krise schien uns Recht zu geben: Auf der Blogumschau waren immer auch Blogs verlinkt, <a href=" http://blogumschau.de/2015/09/die-blogumschau-macht-pause/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Im Februar 2014 haben wir die Blogumschau mit großem Enthusiasmus begonnen. Wir wollten eine Plattform schaffen, die über wichtige Ereignisse umfassend informiert und dabei unterschiedliche Ansichten abbildet. Die vehemente Kritik an der Berichterstattung zu Beginn der Ukraine-Krise schien uns Recht zu geben: Auf der Blogumschau waren immer auch Blogs verlinkt, die mit ihren Argumentationen (zum Teil deutlich) von den überall publizierten Allgemeinplätzen abwichen. Die Leserzahlen gingen bis zuletzt langsam, aber sehr beständig, nach oben, wir wurden weiterempfohlen und wiederum verlinkt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Nun, nach eineinhalb Jahren, müssen wir eine Pause machen – was uns überhaupt nicht leichtfällt. Unsere beruflichen Situationen haben sich so verändert, dass derzeit wenig Luft übrig bleibt. Außerdem hat sich seit Beginn der Blogumschau in der Welt der Blogs und digitalen Magazine viel getan. Blendle ist nur der neueste Versuch, einer Kommerzialisierung und Professionalisierung der digitalen Medien, die ja in vielerlei Hinsicht wünschenswert ist. Wir verfolgen den permanenten Wandel der Medien auch weiterhin. Wann und wie wir wiederkommen, möchten wir aber derzeit offen lassen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Allen Leserinnen und Lesern und vor allem den Bloggerinnen und Bloggern sagen wir hiermit „Danke“! Danke für die Rückmeldungen (auf allen möglichen Kanälen), danke für die Empfehlungen, danke für jede Unterstützung!</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Ein ganz besonderer Dank geht an unseren Zeichner, Pirapakar Kathirgamalingam, der immer wieder großartige Bilder beigesteuert hat! Eine kleine Auswahl haben wir nun <a href="http://blogumschau.de/zeichnungen">hier versammelt.</a></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Jochen Walter &amp; Christian Wiebe</span></p>
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		<title>Rettung für den Journalismus? Blendle startet in Deutschland</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2015 08:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Dem Journalismus wurde schon längst eine Krise attestiert. Die Leserzahlen brechen ein und die Werbeeinnahmen weg: Guter Journalismus, so ist zu lesen, ist kaum noch finanzierbar. Vor mehr als einem Jahr starteten die Krautreporter mit dem ehrgeizigen Projekt, den Online-Journalismus zu retten. Durch Mitgliedsbeiträge sollte dauerhaft ein qualitativ hochwertiges Medium <a href=" http://blogumschau.de/2015/09/rettung-fuer-den-journalismus-blendle-startet-in-deutschland/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Dem Journalismus wurde schon längst eine Krise attestiert. Die Leserzahlen brechen ein und die Werbeeinnahmen weg: Guter Journalismus, so ist zu lesen, ist kaum noch finanzierbar. Vor mehr als einem Jahr starteten die Krautreporter mit dem ehrgeizigen Projekt, den Online-Journalismus zu retten. Durch Mitgliedsbeiträge sollte dauerhaft ein qualitativ hochwertiges Medium im Netz etabliert werden, dessen Inhalte frei zugänglich sein sollten. Das erste Jahr der Krautreporter endet nun, und das ursprüngliche Ziel, freien Journalismus im Netz auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, konnten die Krautreporter offenbar nicht erreichen. Es wird nun voraussichtlich eine so genannte „Paywall“ eingerichtet, die es erschweren soll, die Texte zu lesen, wenn man nicht für die Krautreporter bezahlt. <a href="http://www.volkerkoenig.de/2015/09/13/warum-jede-paywall-dem-internet-weh-tut-krautreporter/" target="_blank">Volker König</a> kritisiert diese geplante Maßnahme scharf und erklärt, damit würden die Krautreporter zu einem Online-Journalismus-Projekt unter vielen. Gerade die freie Verfügbarkeit hatte das Projekt zu etwas besonderem gemacht.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Bezahlmodelle für Journalismus im Internet waren bislang kaum finanziell erfolgreich umzusetzen. Es fehlte die Akzeptanz für einen einzelnen Text eine vergleichsweise hohe Summe auszugeben – oder gleich die ganze Zeitung erwerben zu müssen. Dies soll Blendle, das gerade in Deutschland startet, nun ändern. Bei Blendle hat der Leser Zugriff auf Texte der ZEIT, der FAZ, der Süddeutschen, dem Spiegel oder Cicero und zahlreicher weiterer namhafter Zeitungen, Zeitschriften und Magazine. Bezahlen muss man dabei nur, was man liest. </span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;"><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/22022/die-grosse-chance-und-der-kleine-haken-von-blendle" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> betont die große Chance, die Blendle biete. Die Seite stelle tatsächlich die Bedürfnisse des Lesers in den Mittelpunkt: Dazu zählt, dass man schnell lesenswerte Texte entdecke, aber auch das Startguthaben von 2,50 Euro, das den Einstieg erleichtert, sowie die Möglichkeit für einen Text bei Nichtgefallen das Geld zurückzubekommen. Als problematisch könnten sich allerdings die uneinheitlichen Online-Strategien der Medienhäuser und Zeitungen herausstellen. Wenn für manch einen Text bei Blendle ein Beitrag fällig werde, der wenige Tage später frei im Netz zu lesen sei, dann könnte sich der Kunde bei Blendle so fühlen, als gäbe er unnötigerweise Geld aus.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Auf dem Blog <a href="https://mediapunkorg.wordpress.com/2015/09/12/blendle-ein-zwischenfazit/" target="_blank">MediaPunk.org</a> schreibt Konrad Fux ebenfalls über den vielversprechenden Start von Blendle in Deutschland. Mehrfach hat Fux das System bereits in der Beta-Phase ausgiebig getestet und kommt zu dem Schluss, dass es die Erwartungen erfüllt. Blendle eigne sich gut, um in Ruhe am Wochenende Reportagen, Nachrichten, Interviews etc. zu lesen. Das Spektrum der Zeitungen und Zeitschriften, die bereits mitmachten sei ebenfalls gut – allerdings gebe es hier noch Potenzial für Verbesserungen. Keine einzige österreichische Publikation sei im Angebot und auch bei Zeitschriften für kleine Zielgruppen sei das Angebot noch auszubauen.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Ein entscheidendes Kriterium für Blendle ist sicher die große Auswahl der unterschiedliche Medien. <a href="http://www.o-daniel.de/blendle-der-preiskampf-um-die-lesestuecke/" target="_blank">Benjamin O&#8217;Daniel</a> sieht hier allerdings bereits einen Preiskampf, der sich abzeichne. Die Preise für einzelne Texte seien in einigen Fällen, so O&#8217;Daniel, sehr hoch. Die Titelgeschichte des Spiegel koste immerhin 1,99 Euro. Als Grund für diesen hohen Preis sieht O&#8217;Daniel die Angst des Spiegel das Hauptgeschäft, die Abonnements, mit Blendle zu kannibalisieren. Er rät dazu, die Preise zu reduzieren und so die Attraktivität der Plattform insgesamt zu steigern.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Insgesamt sind sehr viele begeisterte oder zumindest im Tenor überwiegend positive Artikel zu Blendle zu finden. <a href="http://brunowsky.blogspot.de/2015/09/warum-blendle-nicht-funktionieren-wird.html" target="_blank">Ralf-Dieter Brunowsky</a> dagegen glaubt weder, dass Blendle in Deutschland erfolgreich sein wird, noch denkt er, dass dies überhaupt wünschenswert wäre. Das Preismodell kritisiert auch Brunowsky, gerade die Uneinheitlichkeit der Preisgestaltung, die Grundlage des Preiskampfes ist, sei ein Problem. Denn der Leser müsse ständig abwägen, ob der Text denn nun diesen bestimmten Betrag wert sei oder nicht. Eine einheitliche Preisgestaltung hätte dieses Problem umschifft. Außerdem, so Brunowskys Befürchtung, werde sich auf lange Sicht ein Journalismus durchsetzen, der sich möglichst gut verkaufen lasse. Journalismus, der nicht mit der Mehrheitsmeinung geht, oder Journalismus, der auf den ersten Blick langweilig wirke, lasse sich per Blendle schlecht vermarkten.</span></span></strong></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-weight: normal;">Der Anfang ist jedenfalls gemacht, ob Blendle erfolgreich wird und wohin dieser Erfolg Blendle und die Zeitungslandschaft in Deutschland führen wird, bleibt abzuwarten.</span></span></strong></p>
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		<title>Der Bachmannpreis 2015</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2015 07:08:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Bachmann-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Bachmannpreis 2015 hat die Autorin Nora Gomringer gewonnen. Bekannt ist Gomringer bislang vor allem für ihre Lyrik und ihre Beiträge in der Poetry-Slam-Szene, nun wurde sie für ihren Prosatext „Recherche“ ausgezeichnet. Sowohl den Kelag- als auch den Publikumspreis erhielt Valerie Fritsch, den 3sat-Preis Dana Grigorcea. Die Wahl verlief dabei <a href=" http://blogumschau.de/2015/07/der-bachmannpreis-2015/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_996" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/07/Gewinner_des_Bachmannpreises.jpg"><img class="wp-image-996 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/07/Gewinner_des_Bachmannpreises.jpg" alt="Gewinner_des_Bachmannpreises" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Gewinner des Bachmannpreises&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Den Bachmannpreis 2015 hat die Autorin <strong>Nora Gomringer</strong> gewonnen. Bekannt ist Gomringer bislang vor allem für ihre Lyrik und ihre Beiträge in der Poetry-Slam-Szene, nun wurde sie für ihren Prosatext „Recherche“ ausgezeichnet. Sowohl den Kelag- als auch den Publikumspreis erhielt <strong>Valerie Fritsch</strong>, den 3sat-Preis <strong>Dana Grigorcea</strong>. Die <a href="http://bachmannpreis.orf.at/stories/ondemand/" target="_blank">Wahl </a>verlief dabei spannend, vor allem weil sich die Jury-Mitglieder uneinig waren, welcher Text und welche Form von Literatur auszuzeichnen sei. Teresa Präauer, die als einzige Autorin in der ersten Runde zwei Jury-Stimmen auf sich vereinigen konnte, ging am Ende leer aus.</p>
<p>Präauers Text, den der Jury-Vorsitzende Hubert Winkels als den unterhaltsamsten der drei Tage bezeichnete, erzählt die Geschichte eines Mannes, Schimmi, der sich für eine Frau zum Affen macht, das heißt, er zieht sich ein Affenkostüm an und geht dann zu ihr. Auf dem <a href="http://gretelwallfisch.blogspot.de/2015/07/bachmannpreis-2015-dritter-tag-teresa.html" target="_blank">Wallfischblog </a>wird Präauers Text scharf kritisiert, denn eine angedeutete Vergewaltigung werde allzu billig aufgelöst. Genau das hatte die Jurorin Sandra Kegel angemerkt. Der Protagonist im Affenkostüm höre in dem „Nein“ nur ein „Ja“, was als Muster immer wiederkehrt, wenn über Vergewaltigungen gesprochen wird. Doch Präauers Text bleibe ganz spielerisch und lustig, mache nichts aus diesem Problem und bagatellisiere es dadurch.</p>
<p>Nora Bossong gratuliert auf dem ZEIT-Autoren-Blog <a href="http://www.zeit.de/freitext/2015/07/05/bachmannpreis-nora-gomringer-nora-bossong/" target="_blank">Freitext </a>der Bachmannpreisgewinnerin Nora Gomringer. Bossong ist, was den Juroren als witziger Einfall galt, die Hauptfigur des Textes „Recherche“. Dieses Verwirrspiel nimmt Bossong auf und greift auch die Überlegungen der Diskussion auf. Juri Steiner hatte davon gesprochen, dass der Name Bossong sich so gut eigne für die Geschichte, weil er an das Gottesteilchen („Higgs-Boson“) erinnere. Nun beschreibt sich Bossong selbst als Gottesteilchen und als Gewinnerin des Bachmannpreises, den sie als literarische Figur gewonnen habe. Das ist ein intelligentes Spiel auf verschiedenen Ebenen, um einen Text vom Tod eines Dreizehnjährigen, der von den Mitbewohnern eines Hauses in den Suizid getrieben wurde.</p>
<p><a href="http://www.begleitschreiben.net/in-deckung/" target="_blank">Gregor Keuschnig</a> hebt Juri Steiners Bemerkung hervor: Als dieser Gomringers Text nominierte, sagte er, er wähle den Text, bei dem er sich beim Hören mitschuldig fühle. Der Text, so Keuschnig, sei keineswegs auf die Performance der Poetry-Slam-Künstlerin zu reduzieren, sondern schaffe den Spagat, „unterhaltsam ohne trivial zu sein“ und zugleich, werde dem Leser am Ende ein moralischer Ablass gewährt. Doch gerade die Schuldzuweisung im Text sei das, was Keuschnig ablehne und sich deshalb eher an andere Texte des diesjährigen Bachmannpreises halte.</p>
<p>Die drei Autorinnen, die am Ende die Preise gewinnen konnten, zählte <a href="http://lustauflesen.de/nora-gomringer-gewinnt-bachmannpreis-2015/" target="_blank">Jochen Kienbaum</a> gleich zu seinen Favoritinnen. Besonders freut sich Kienbaum, dass Fritschs Text „Das Bein“ auch den Publikumspreis gewinnen konnte, obwohl es sich hierbei um eine komplexe Erzählung mit einem schweren Thema handelt: Die Amputation eines Beines und das Warten auf den Tod. Zwar polemisierte Kienbaum <a href="http://lustauflesen.de/klagenfurt-2015-eine-polemik/" target="_blank">zuvor </a>gegen den Bachmannpreis, doch denkt er nicht, dass das Konzept erledigt ist. Lediglich ein paar Neuerungen wären sinnvoll, um das Ritualhafte der Kritik zu durchbrechen. Ein Lichtblick in der Jury sei Klaus Kastberger gewesen, der in diesem Jahr zum ersten Mal dabei war.</p>
<p>Das bestätigt auch das <a href="http://www.literaturcafe.de/klaus-kastberger-ist-beliebtester-bachmannpreis-juror-2015-aufsteiger-juri-steiner-auf-platz-2/?pk_campaign=feed&amp;pk_kwd=klaus-kastberger-ist-beliebtester-bachmannpreis-juror-2015-aufsteiger-juri-steiner-auf-platz-2" target="_blank">Literaturcafé</a>, das in einer Umfrage Kastberger als beliebtesten Juror ermittelte. Nicht allein die Performance der Autorinnen und Autoren wurde also beäugt, sondern auch die Kritiker werden letztlich wiederum kritisiert. Vor allem dass Kastberger eben nicht aus dem Elfenbeinturm heraus wohlfeile Urteile äußere, gefiel offenbar den Zuschauerinnen und Zuschauern: ein weiterer „Gewinner“ des Bachmannpreises.</p>
<p>Der Wettbewerb, der selbst immer wieder in der Kritik stand, dürfte also im nächsten Jahr wieder mit Spannung erwartet werden, so wie die nächsten Texte der dritten Preisträgerin, Dana Grigorcea, in dessen Erzählung Kastberger das Potenzial für einen größeren Text erkannte. Eingehend wird die Erzählung auf dem Blog von <a href="http://schichtwerker.blogspot.de/2015/07/dana-grigorcea-und-die-faszination-der.html" target="_blank">Anton Potche</a> gewürdigt, der sich über die neue Stimme in der deutschen Literatur freut, und zugleich bedauert, dass der rumänischen Literatur wohl diese Stimme nun verloren gehe.</p>
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		<title>Die Aufregung um die Panoramafreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2015 08:37:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit die Autoren von Wikipedia sich dem Thema angenommen haben, wird sie in vielen Medien diskutiert: die Panoramafreiheit. Auf der deutschsprachigen Wikipedia ist derzeit ein Bild der Elbphilharmonie zu sehen, auf dem der obere Teil, der gerade gebaut wird, vollständig geschwärzt ist. Das soll auf das Problem aufmerksam machen, dass <a href=" http://blogumschau.de/2015/06/die-aufregung-um-die-panoramafreiheit/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit die Autoren von Wikipedia sich dem Thema angenommen haben, wird sie in vielen Medien diskutiert: die Panoramafreiheit. Auf der deutschsprachigen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Wikipedia_nach_Themen" target="_blank">Wikipedia </a>ist derzeit ein Bild der Elbphilharmonie zu sehen, auf dem der obere Teil, der gerade gebaut wird, vollständig geschwärzt ist. Das soll auf das Problem aufmerksam machen, dass innerhalb der EU das Urheberrecht geändert werden soll.</p>
<p>Architekten besitzen ein Urheberrecht an den von ihnen gebauten Häusern. Das bedeutet, eine kommerzielle Weiterverwendung von Abbildungen ihrer Gebäude ist nicht selbstverständlich. In Deutschland gilt allerdings bisher die Panoramafreiheit, das heißt Außenaufnahmen sind in jeder Form zulässig, auch für eine kommerzielle Nutzung. Fotos von der neuen Elbphilharmonie dürfen ohne Rücksicht auf den Urheber verwertet werden. Diese kommerzielle Nutzung, so sieht es der Vorschlag vor, könnte in Zukunft verboten werden bzw. es müsste dann jeweils vorher die Erlaubnis des Urhebers eingeholt werden.</p>
<p>Für den Urlaubsfotografen wird daraus ein Problem, wenn er beispielsweise ein Foto bei Facebook oder Twitter teilt. Denn Facebook erzielt mit den Inhalten der Nutzer Gewinn, es besteht hier also ein kommerzielles Interesse. Eine Abmahnung wäre also denkbar, sobald man in den sozialen Netzwerken Fotos zeitgenössischer Gebäude verbreitet. Julia Reda, EU-Abgeordnete der Piratenpartei, die eine Panoramafreiheit für ganz Europa ins Spiel brachte, hat das ausführlich in <a href="https://juliareda.eu/2015/06/panoramafreiheit-in-gefahr/" target="_blank">ihrem Blog</a> dargestellt.</p>
<p>Nicht nur die Autoren von Wikipedia sehen mit der im Raum stehenden Abschaffung der Panoramafreiheit ein gewaltiges Problem auf sich zu kommen, auch auf dem <a href="https://www.freelens.com/news/panoramafreiheit-in-gefahr/" target="_blank">Blog von Freelens</a>, einer Fotografenvereinigung, wird die Einschränkung der Panoramafreiheit scharf kritisiert. Jeweils alle Bildrechte einzuholen, dürfte sich in der Praxis als vollkommen unmöglich erweisen und in der Folge wäre die professionelle Fotografie im öffentlichen Raum gefährdet.</p>
<p>Dem widerspricht der Autor auf dem Blog <a href="https://theolounge.wordpress.com/2015/06/26/die-eu-posse-um-die-panoramafreiheit/" target="_blank">theolounge</a>. Für professionelle Fotografen könnte es immerhin möglich sein, die Veröffentlichungsrechte an einem Bild einzuholen, was für den privaten Fotografen schlicht ein zu großer Aufwand ist. Damit würde sich die Zahl der verfügbaren Bilder drastisch reduzieren. Für die professionellen Fotografen könnte ein solches Urteil also möglicherweise in letzter Konsequenz erfreuliche Folgen haben, ganz im Gegensatz zu demjenigen, der privat seine Fotos in den sozialen Netzwerken teilen möchte. Und selbstverständlich würden die Anwälte profitieren, die sich um Abmahnungen und Bildrechte kümmern. Der Bürger wäre der Verlierer. Er hätte nicht einmal mehr die Möglichkeit die Gebäude zu fotografieren und kommentieren, die in einem öffentlichen Raum stehen, mit deren Anblick er aber ungewollt konfrontiert sein kann.</p>
<p>Marie Slowioczek schreibt für <a href="http://www.photoscala.de/Artikel/EU-droht-die-Panoramafreiheit-zu-beschr%C3%A4nken-%E2%80%93-wirklich" target="_blank">photoscala</a>, die gesamte Aufregung sei verfrüht, denn bislang geht es allein um eine Diskussionsgrundlage. Bis daraus überhaupt ein Gesetz werden könnte, würde es noch lange dauern. Und eine Einigung ist auch so einfach gar nicht zu erwarten, denn die Panoramafreiheit ist in den EU-Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich geregelt – oder überhaupt nicht vorhanden. In Deutschland würden Fotografen stark in ihren Rechten beschnitten, in anderen Ländern, die gar keine Panoramafreiheit kennen, dagegen die Urheber. Und selbst wenn also am 9. Juli der Text der Diskussionsgrundlage angenommen werden sollte, um daraus einen Gesetzestext zu machen, werden erst dann die Einzelheiten ausgearbeitet, die jetzt noch gar nicht erfasst sind. Die ganze Aufregung sei demnach zurzeit noch überzogen.</p>
<p>Eine Harmonisierung des Urheberrechts innerhalb der Europäischen Union ist sicherlich wünschenswert. Die Panoramafreiheit, so wie sie in Deutschland angewandt wird, ist für viele Bloggerinnen und Blogger aber ebenfalls ein großes Gut. Eher in Kommentaren zu einzelnen Artikeln finden sich Stimmen die einer Verschärfung des Gesetzes auch etwas abgewinnen können, denn damit würden Unternehmen wie Facebook in ihrer Kommerzialisierung der privaten Inhalte möglicherweise gebremst. Der weitere Verlauf der Debatte bleibt abzuwarten.</p>
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		<title>Kirill Petrenko wird der neue Chefdirigent der Berliner Philharmoniker</title>
		<link>http://blogumschau.de/2015/06/kirill-petrenko-wird-der-neue-chefdirigent-der-berliner-philharmoniker/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2015 10:29:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits im Mai sollte der Nachfolger von Sir Simon Rattle für die Position des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker bekanntgegeben werden, doch auch nach langen Diskussionen konnten sich die Musiker nicht auf einen neuen Chefdirigenten einigen. Dass überhaupt die Musiker ihren Dirigenten wählen, ist in der musikalischen Welt der großen Orchester <a href=" http://blogumschau.de/2015/06/kirill-petrenko-wird-der-neue-chefdirigent-der-berliner-philharmoniker/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits im Mai sollte der Nachfolger von Sir Simon Rattle für die Position des Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker bekanntgegeben werden, doch auch nach langen Diskussionen konnten sich die Musiker nicht auf einen neuen Chefdirigenten einigen. Dass überhaupt die Musiker ihren Dirigenten wählen, ist in der musikalischen Welt der großen Orchester einzigartig – und im Mai führte diese Besonderheit zu Schwierigkeiten. Mit wem soll die Arbeit fortgesetzt werden? Gestern fiel nun die Wahl auf Kirill Petrenko, der noch bis 2018 die Geschicke der Bayerischen Staatsoper lenkt.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://meingesamtkunstwerk.blogspot.de/2015/06/kirill-petrenko-neuer-chef-der-berliner.html" target="_blank">Gesamtkunstwerk</a>, der sich vielfach mit der Bayerischen Staatsoper beschäftigt hat, ist von einer guten Wahl zu lesen. Die Hängepartie könnte so schnell vergessen werden. Allein für die Bayerische Staatsoper dürfte die bloße Ankündigung, dass Petrenko gehen wird, für Diskussionen sorgen, denn er steht unangefochten an der Spitze des Hauses und sein Weggang könnte bedeuten, dass jetzt grundsätzlich über die zukünftige Ausrichtung der Staatsoper nachgedacht werden müsse.</p>
<p>Manuel Brug hatte bereits am Sonntag, noch bevor die Entscheidung verkündet worden war, auf seinem <a href="http://klassiker.welt.de/2015/06/21/wird-kirill-petrenko-neuer-chef-der-berliner-philharmoniker-ab-2020/" target="_blank">Klassik-Blog der WELT</a> spekuliert, dass Petrenko der Nachfolger Rattles werden könnte. Petrenko sei allerdings erst drei Mal, 2006, 2009 und 2012, mit dem Berliner Orchester aufgetreten, schreibt Brug. Vor allem aber, so hebt er hervor, sei darunter kein sinfonisches Werk des Kernrepertoires gewesen. Petrenko ist bislang vor allem als Operndirigent hervorgetreten. Von einem „hochmerkwürdigen Fall“ spricht Brug deshalb. Das Orchester werde sich jedenfalls wandeln, auch in seiner Außendarstellung: Rattle war in den Medien äußerst präsent, Petrenko dagegen gibt schon seit geraumer Zeit keine Interviews mehr – er gilt als scheu.</p>
<p>Als einen Kompromiss sieht dagegen Sascha Krieger auf dem Blog <a href="https://stagescreen.wordpress.com/2015/06/23/ein-aufbruch-und-viele-offene-fragen/" target="_blank">Stage and Screen</a> die Wahl. Als Favoriten waren vielerorts Christian Thielemann, der die Dresdner Staatskapelle leitet, und Andris Nelsons, Dirigent des Boston Symphony Orchestra, gehandelt worden. Petrenko sei eine Wahl, so Krieger, mit der sowohl Traditionalisten als auch Reformer leben könnten, ein typischer Kompromiss eben – und keine mutige Entscheidung. Die Wahl sei sehr sympathisch, aber keine Richtungsentscheidung, sondern nun bleibe abzuwarten, wie der neue Dirigent ein Profil gewinnen werde.</p>
<p>Das Konzertpublikum muss sich jedenfalls gedulden, denn in der kommenden Spielzeit ist kein Konzert der Philharmoniker unter der Leitung Kirill Petrenkos vorgesehen.</p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Der Bachmannpreis 2015: Mediale Aufregung um Ronja von Rönne</title>
		<link>http://blogumschau.de/2015/06/der-bachmannpreis-2015-mediale-aufregung-um-ronja-von-roenne/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:48:39 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Bachmann-Preis]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Ab dem 2. Juli wird in Klagenfurt wieder gelesen und diskutiert. 14 Autorinnen und Autoren kämpfen um die renommierten Preise des Literatur-Wettbewerbs. Nun wurden vor wenigen Tagen die Beiträger bekanntgegeben, die einen Text vortragen dürfen. Doris Brockmann hat im Literaturcafé die eingeladenen Autorinnen und Autoren statistisch geordnet. So liegt <a href=" http://blogumschau.de/2015/06/der-bachmannpreis-2015-mediale-aufregung-um-ronja-von-roenne/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_936" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/06/Hasstags.jpg"><img class="wp-image-936 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/06/Hasstags.jpg" alt="Hasstags" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Hasstags&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ab dem 2. Juli wird in Klagenfurt wieder gelesen und diskutiert. 14 Autorinnen und Autoren kämpfen um die renommierten Preise des Literatur-Wettbewerbs. Nun wurden vor wenigen Tagen die Beiträger bekanntgegeben, die einen Text vortragen dürfen. Doris Brockmann hat im <a href="http://www.literaturcafe.de/bachmann-und-brockmann-ii-von-frauen-profis-und-besseren-gewinnchancen/" target="_blank">Literaturcafé </a>die eingeladenen Autorinnen und Autoren statistisch geordnet. So liegt das Durchschnittsalter ein wenig niedriger als im letzten Jahr, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammen die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, verhältnismäßig viele Etablierte seien unter den Eingeladenen. Vor allem aber hebt Brockmann hervor, dass in diesem Jahr zehn Frauen lesen dürfen und vier Männer – scherzhaft fragt Brockmann, wann eine Männerquote gefordert werde.</p>
<p>Doch als bekannt wurde, dass Ronja von Rönne zu den Eingeladenen zählt, löste dies eine Medienwelle aus. Von Rönne hatte im April einen Artikel für die <a href="http://www.welt.de/kultur/article139269797/Warum-mich-der-Feminismus-anekelt.html" target="_blank">WELT </a>geschrieben, in dem sie darlegte, dass der sogenannte neue Feminismus sie ekele und sie keine Feministin sein wolle. Dieser Artikel hatte in kurzer Zeit für eine enorme Resonanz gesorgt und von Rönne auf einen Schlag bekannt gemacht. Beifall gab es für den Text allerdings auch vom rechten Rand. Hieran erinnert die ARD-Redakteurin Anna-Mareike Krause, die einen Tweet absetzte, in dem sie bekanntgibt, Ronja von Rönne werde von der Jury des Bachmannpreises und vom – eindeutig rechten – Ring Nationaler Frauen empfohlen.</p>
<p>Die Empörungskette vollzieht Don Alphonso auf seinem<a href="http://blogs.faz.net/deus/2015/05/30/ein-tag-von-der-empoerung-der-ard-redakteurin-zur-morddrohung-der-antifa-2612/" target="_blank"> FAZ-Blog</a> nach. Er wirft Anna-Mareike Krause vor, dass sie mutwillig einen „Shitstorm“ losgetreten habe, obwohl von Rönne nichts getan habe – sie wurde für einen Literaturwettbewerb ausgewählt. Don Alphonso versucht außerdem zu zeigen, dass von Rönne nicht dafür verantwortlich sei, dass sie vom rechten Rand gelobt werde. Das mache ihre Ansicht nicht zu einer rechtsradikalen Meinung – aber sie werde dazu abgestempelt. Offenbar würde hier – und in ähnlichen Fällen – der Versuch unternommen, die Reaktionen im Netz dem initialen Text unterzuschieben.</p>
<p>Auf diesen Artikel hat Patrick Gensing, ein Kollege Krauses bei der Tagesschau, auf seinem <a href="http://patrick-gensing.info/2015/05/30/immer-das-tun-was-man-anderen-vorwirft/" target="_blank">Blog </a>reagiert. Gensing wirft wiederum Don Alphonso vor, er konstruiere einen Fall, den es so nicht gebe und verdrehe die Fakten zu seinen Gunsten. So sei beispielsweise eindeutig erkennbar, dass es sich um einen privaten Twitter-Account handele, mit dem Krause sich zu Wort meldete, was Don Alphonso bestreitet. Außerdem sei die Schnittmenge möglicherweise doch nicht so zufällig, sondern gerade bezeichnend: Wenn eine NPD-Organisation und auch andere dem rechten Rand nahestehende Personen sich wohlwollend über Ronja von Rönne äußerten, könnte das eben darauf hindeuten, dass hier ein radikaler Antifeminismus am Werk sei.</p>
<p><a href="https://annettebaumkreuz.wordpress.com/2015/05/30/uber-das-zuruckschlagen-von-emporungswellen-und-eine-seltsame-argumentation-im-fall-ronne/" target="_blank">Annette Baumkreuz</a>, die den gesamten Diskussionshergang ausführlich beschreibt, wundert sich vor allem über die Diskussionskultur. Denn hier schreiben nicht anonyme, unbekannte Blogger, sondern Journalistinnen und Journalisten von prominenten Medienhäusern. Und es wird unterstellt, zugespitzt, verkürzt.</p>
<p>Mittlerweile hat von Rönne ihren eigenen Blog geschlossen, sie reagiert nur noch per Twitter. Josef Bordat veröffentlicht in seinem <a href="https://jobo72.wordpress.com/2015/05/31/liebe-frau-von-ronne/" target="_blank">Blog </a>deshalb einen offenen Brief an von Rönne, denn ihm gehe das ganze Geschehen nahe. Er nennt den Kampf, der nun ausgetragen werde, eine „virtuelle Säuberung“. Es gehe eben nicht um eine sachliche Auseinandersetzung, um Differenzierungen und Argumente, sondern ganz schlicht darum, dasjenige zu bekämpfen, was nicht zur eigenen Ansicht passe. Das sei eine brachiale symbolische Gewalt, die sich in diesem Fall äußere.</p>
<p>Von der anderen Seite aus wird diese symbolische Gewalt auf <a href="https://aplusplusranting.wordpress.com/2015/05/30/jung-normschon-reaktionar-backlash-in-subversivem-gewand/" target="_blank">A++Ranting</a> beschrieben. Von Rönne sei in einer privilegierten Situation und vertrete eben keine Außenseitermeinung, die nun niedergemacht werde. Im Gegenteil, hier werde der Pseudo-Tabubruch geübt, ähnlich wie Thilo Sarrazin es vorgemacht habe. Neu sei hier lediglich, dass kein in die Jahre gekommener Mann gegen den Feminismus wettere und so tue, als dürfte man darüber eigentlich nicht mehr sprechen, sondern eine junge, schöne Frau.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="https://bersarin.wordpress.com/2015/05/30/ingeborg-bachmann-preis-2015-oder-der-aufstand-der-anstandigen-und-was-das-mit-literatur-zu-tun-hat/" target="_blank">Aisthesis </a>schreibt Bersarin ebenfalls über den Hergang der Empörung und trennt die Feminismus-Kritik auf der einen Seite von der Denunziation auf der anderen Seite. Auch wenn man von Rönnes Ansichten in keiner Weise teile, so Bersarin, sei es eine Unverschämtheit, sie auf diese indirekte Weise in eine rechte Ecke zu stellen, indem sie mit der NPD in Verbindung gebracht werde. Bersarin bringt schließlich die Debatte zurück zur Literatur, denn hier liege doch das zentrale Missverständnis: Der literarische Text, den von Rönne lesen wird, hat zunächst nichts mit ihren journalistischen Texten zu tun. Es sei wichtig, die Gattungen auseinanderzuhalten und eben nicht die Feminismus-Debatte auf diese Weise in die Diskussion über die Literatur hineinzutragen. Das sei ein grobes Missverständnis.</p>
<p>Auf die Lesungen und die Diskussionen des Bachmannpreises kann man jedenfalls gespannt sein.</p>
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		<title>ESC 2015: Große Show, viel Politik und Deutschland ohne Punkte</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2015 10:19:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Beim Finale des Eurovision Songcontest, das am vergangenen Samstag in Wien stattfand, gewann der Song „Heroes“, interpretiert vom Schweden Måns Zelmerlöw. Während der langwierigen Bekanntgabe der Voting-Ergebnisse aller teilnehmenden europäischen Staaten kristallisierten sich bald zwei Favoriten heraus: der schwedische und der russische Beitrag. Der deutsche und der österreichische Beitrag dagegen <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/esc-2015-grosse-show-viel-politik-und-deutschland-ohne-punkte/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Finale des Eurovision Songcontest, das am vergangenen Samstag in Wien stattfand, gewann der Song „Heroes“, interpretiert vom Schweden Måns Zelmerlöw. Während der langwierigen Bekanntgabe der Voting-Ergebnisse aller teilnehmenden europäischen Staaten kristallisierten sich bald zwei Favoriten heraus: der schwedische und der russische Beitrag. Der deutsche und der österreichische Beitrag dagegen fanden sich am Ende des Teilnehmerfeldes wieder, beide Lieder konnten keinen einzigen Punkt gewinnen.</p>
<p>Am Ende stehen die Freude der Sieger und der – teilweise überraschend – oben Platzierten und die Enttäuschung der Verlierer. Und es folgen die Interpretationen, weshalb denn dieser Song so viele Stimmen gewinnen konnte, jener dagegen so wenige. Auf dem <a href="http://blog.prinz.de/grand-prix/esc-voting-2015-wer-mochte-ann-sophie/" target="_blank">Blog des Magazins Prinz</a> ist die Wertung für Ann Sophie, der deutschen Interpretin, genau aufgeschlüsselt. Demnach sei sie einige Male knapp an einem Punkt vorbeigeschrammt, vier elfte und vier zwölfte Plätze erlangte die deutsche Sängerin, was gerade nicht für einen Punktgewinn reichte, denn nur die besten zehn Platzierungen werden mit Punkten belohnt. Vor allem die Juroren, die die Lieder und Performances bewerten, straften Ann Sophie nicht ab, im Gegenteil, erreichte sie hier sogar einige gute Wertungen. Die Kombination der Zuschauervotings mit den Juryvotings jedoch ergab eben in keinem einzigen Land ein Platz unter den besten zehn – am Lied und an der Performance, so ist auf dem Prinz-Blog zu lesen, lag das aber nicht.</p>
<p>Dem widerspricht <a href="http://lobster53.blogspot.de/2015/05/esc-2015-in-wien-und-am-ende-schlief.html" target="_blank">lobster53</a>, der den deutschen Beitrag als allzu mittelmäßig beurteilt. Und er erinnert an den Beitrag „Paradies, wo bist du?“ von Ulla Wiesner aus dem Jahr 1965, genau vor 50 Jahren, der ebenfalls keinen einzigen Punkt erhalten hatte. „Schrott“, so seine harsche Bewertung.</p>
<p><a href="https://pedwblog.wordpress.com/2015/05/24/350/" target="_blank">Peter B. Heim</a> dagegen mutmaßt, dass vielleicht die deutsche Sparpolitik der Grund sein könnte, weshalb der deutsche Beitrag – vor allem von den Zuschauerinnen und Zuschauern – abgestraft wurde. Dann würde das Musikalische gegenüber der Politik zurücktreten. Das Musikalische, so Heim, sei sowieso beim diesjährigen ESC in den Hintergrund gedrängt worden, das Visuelle, die Show, die Bilder hätten alles andere ausgestochen.</p>
<p>Im letzten Jahr gewann Conchita Wurst den Wettbewerb, was vielerorts als Signal für ein offenes, tolerantes Europa gewertet wurde. Die Politik spielte auch hier in den Songcontest hinein, woran Luise auf<a href="http://luiseblaettertauf.blogspot.de/2015/05/der-eurovision-song-contest-ein.html" target="_blank"> ihrem Blog</a> erinnert. Jetzt sorgten vor allem die schlechte Platzierung des deutschen Beitrags und der zweite Platz von Polina Gagarina für Diskussionsstoff. Wie soll dieser zweite Platz des russischen Beitrags eingeordnet werden? Luise erkennt darin auch eine Kritik an Putins Politik. Was hätte ein erster Platz also bedeutet? Beide Interpretationen sind denkbar: Dass die Musik sich über die politischen Spannungen hinwegsetzt oder ein Triumph für „Russland“.</p>
<p>Im Vorfeld hatten jedenfalls verschiedene deutsche Medien aus politischen Motiven den russischen Beitrag diskreditiert. Der Journalist <a href="https://guidograndt.wordpress.com/2015/05/26/wegen-stern-focus-anderer-hetzpresse-ich-schame-mich-deutscher-journalist-zu-sein/" target="_blank">Guido Grandt</a> zitiert beispielsweise aus dem Stern und der Süddeutschen Zeitung, um zu zeigen, wie gerade durch eine Verbindung des Liedes zur derzeitigen russischen Politik das Lied „A Million Voices“ als russische Propaganda erscheinen sollte. Ganz zu Unrecht, argumentiert Grandt. Die „Versöhnungshymne“ sei doch genau das, was die Menschen in Europa derzeit brauchen.</p>
<p>Die Gräben sind jedenfalls, das zeigt der Eurovision Songcontest, tief, sowohl zwischen den agierenden politischen Mächten als auch zwischen denen, die das politische Geschehen beobachten und bewerten. Und ironischerweise lässt sich dies gerade an einem Beitrag aus Russland über die gemeinsam singenden „Million Voices“ besonders deutlich ablesen.</p>
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		<title>Cannes 2015: „Mad Max“, „Son of Saul“ und „La tête haute“</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2015 08:16:13 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[In Cannes findet gerade das bedeutende Filmfestival statt. Die internationalen Stars der Filmbranche zeigen sich auf dem roten Teppich, glamouröse Partys werden gefeiert, Galas gegeben und ganz unterschiedliche Filme ringen um die begehrten Auszeichnungen. Eröffnet wurden die Filmfestspiele von dem Film „La tête haute“ der Regisseurin Emmanuelle Bercot. Dass eine <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/cannes-2015-mad-max-son-of-saul-und-la-tete-haute/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Cannes findet gerade das bedeutende Filmfestival statt. Die internationalen Stars der Filmbranche zeigen sich auf dem roten Teppich, glamouröse Partys werden gefeiert, Galas gegeben und ganz unterschiedliche Filme ringen um die begehrten Auszeichnungen.</p>
<p>Eröffnet wurden die Filmfestspiele von dem Film „La tête haute“ der Regisseurin Emmanuelle Bercot. Dass eine Regisseurin, also eine Frau, das Filmfestival eröffnen darf, ist bedeutsam. Denn gerade in „Cannes“ wird immer wieder der vermeintliche Sexismus der Branche zum Thema. Cutrin schreibt für <a href="http://www.filmosophie.com/la-tete-haute-wenn-ein-film-ein-diskussionsbeitrag-sein-will/" target="_blank">filmosophie </a>über den Film, der die Entwicklung eines sozial auffälligen Jungen zeigt, man könne klischeehaft einen weiblichen Blick attestieren – und das sei vielleicht sogar von den Festivalplanern gewollt. Vor allem sei es aber ein ausgewogener Blick auf die sogenannte „soziale Unterschicht“. Diese Ausgewogenheit, die eine Stärke des Films sei, wirft Cutrin dem Film zugleich vor, denn ein Film sei doch mehr als ein Diskussionsbeitrag zu einem – wenngleich wichtigen – Thema.</p>
<p>Matthias Greuling, der für den Blog <a href="http://festivalier.blogspot.de/2015/05/son-of-saul-ist-eine-fruher-cannes.html" target="_blank">FESTIVALIER!</a> schreibt, hat bereits am zweiten Festivaltag den ersten Favoriten ausgemacht – „Son of Saul“, ein Film, der gerade nicht ausgewogen ist, sondern die permanente Brutalität in einem KZ zeigt. Der Film begleitet den KZ-Häftling Saul Ausländer bei seiner Arbeit in einem „Sonderkommando“, zu dem die ganzen Widerwärtigkeiten dessen gehören, was man in einem KZ „Alltag“ nennen könnte: Tore der Gaskammern schließen, später saubermachen etc. Der Regisseur László Nemes zeige in dem Film das „völlig Entmenschlichte“ und zwar nahezu schonungslos. Da die Kamera stets den Protagonisten scharf zeige, werde das eigentliche Grauen oftmals unscharf wiedergegeben, was die Phantasie des Zuschauers anrege. Auch <a href="http://myofb.de/filmfestspiele-von-cannes-2015-tag-2/" target="_blank">MaryChloe</a> meint, allein für die Kameraführung, die eine unvergleichlich klaustrophobische Stimmung erzeuge, hätte der Film die Goldene Palme verdient.</p>
<p>„Mad Max: Fury Road“ dagegen wurde außerhalb des Wettbewerbs gezeigt. Vor 35 Jahren lief der erste Teil von George Millers „Mad Max“-Reihe in den deutschen Kinos. Nun wurde der vierte Teil in Cannes vorgestellt, und wie vor 35 Jahren führte erneut George Miller die Regie. Rüdiger Suchsland hat diesen Film für den Blog <a href="http://www.negativ-film.de/2015/05/do-we-need-another-hero-cannes-blog-4te-folge" target="_blank">Negativ </a>ausführlich besprochen. Suchsland bemerkt, wie erstaunlich dieses Zukunftsszenario aus unserer heutigen Sicht wirkt, denn es wird eine Zukunft vorgestellt, die vollkommen analog ist. Es sind aufgemotzte Autos, Kriegsmaschinen und Waffen zu sehen, aber eben keine Welt des Internets und der Medien. Und daher rührt ein Teil der Faszination für diese mythische Welt, die auf den ersten Blick scheinbar nichts mit unserer modernen Welt zu tun hat. Der Film feiere insofern den Ausnahmezustand.</p>
<p>Die wahre Heldin des Films, so stellt Suchsland fest, sei die Figur Furiosa, gespielt von Charlize Theron, und nicht der namentliche Held Max, gespielt von Tom Hardy. Damit sei sogar im machohaften Blockbuster der Feminismus angekommen. Und daraus entwickelte sich prompt ein kleiner Skandal. Arne Hoffmann hat dies für die<a href="http://www.freiewelt.net/hassen-maennerrechtler-den-neuen-mad-max-weil-starke-frauen-mitspielen-10059667/" target="_blank"> Freie Welt</a> nachgezeichnet und wundert sich darüber, wie ein einzelner Autor, der zum Boykott des Films aufgerufen hatte, solch ein Medienecho auslösen konnte.</p>
<p>Auch auf dem Blog <a href="http://man-tau.blogspot.de/2015/05/wie-ich-einmal-den-neuen-mad-max-film.html" target="_blank">man-tau</a> stößt das auf Verwunderung. Mad Max sei eine so tiefgründige feministische Kritik wie die Rambo-Filme tiefgründig über den Kommunismus räsonierten. Doch erstaunlich viele Medien – zum Beispiel CNN, Telegraph oder The Independent sind genannt – schickten sich an, den Film zu verteidigen, weil angeblich Männerrechtsgruppen wütend auf den Film seien. Hier werde eine Wut auf den Film herbeiphantasiert, um die vermeintlich feministische Botschaft ins rechte Licht zu rücken. Doch damit sei der Film völlig überfrachtet.</p>
<p>Erneut, wie zuletzt auch das Filmfest von Venedig, ist ein Filmfestival stark politisiert – so sehr, dass einem Film wie „Mad Max“ eine Botschaft untergeschoben wird. Joss Whedon, der Regisseur des Superhelden-Films „Avengers 2“, erklärte nach den heftigen Angriffen auf seine Person zuletzt, dass eine politische Stellungnahme den Künstler zerstöre. Er hatte sich zum Feminismus bekannt. Sein neuer Film jedoch wurde, wie Bettina Hammer auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/44/44876/1.html" target="_blank">telepolis</a> schreibt, gerade von Feministinnen und Feministen attackiert. Zu wenig sei die weibliche Protagonistin entwickelt worden, so der Vorwurf dem Hammer widerspricht.</p>
<p>Eine Politisierung des Kinos hatten sich viele erhofft – ob diese Hoffnungen mit der Politisierung dieser Blockbuster erfüllt worden sind, ist zumindest fraglich.</p>
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		<title>Bildungsdebatten: Wie zeitgemäß muss Bildung sein?</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2015 07:43:02 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie 4.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn die Technikjournalisten Recht behalten, wird die so genannte Industrie 4.0 unsere Arbeitsverhältnisse umkrempeln. Immer mehr Tätigkeiten können von Robotern ausgeführt werden, in immer mehr Arbeitsbereichen werden digitale Prozesse genutzt, um beispielsweise Abläufe zu kontrollieren oder auf Wissen zuzugreifen. Das entfacht die Bildungsdebatte neu: Wie sieht eine zeitgemäße Bildung aus? <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/bildungsdebatten-wie-zeitgemaess-muss-bildung-sein/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Technikjournalisten Recht behalten, wird die so genannte Industrie 4.0 unsere Arbeitsverhältnisse umkrempeln. Immer mehr Tätigkeiten können von Robotern ausgeführt werden, in immer mehr Arbeitsbereichen werden digitale Prozesse genutzt, um beispielsweise Abläufe zu kontrollieren oder auf Wissen zuzugreifen. Das entfacht die Bildungsdebatte neu: Wie sieht eine zeitgemäße Bildung aus? Oder anders gefragt: Wie zeitgemäß muss Bildung eigentlich sein?</p>
<p>Ludger Humbert von der Bergischen Universität Wuppertal hat für <a href="https://d-64.org/gastbeitrag-das-volk-der-dichter-und-denker-und-die-informatik/" target="_blank">d64 </a>einen Gastbeitrag geschrieben, in dem er für ein Umdenken in der Bildung plädiert. Die Informatik bestimme in zunehmendem Maße sämtliche Produktionsprozesse. Humbert bringt das mit einem Beispiel auf den Punkt: Bald entscheide nicht mehr Chemie, Elektronik und Stahl, auch nicht mehr die Automarke über die Qualität, sondern die digitalen Prozesse werden ausschlaggebend, und damit die Frage, über welches Betriebssystem ein Auto verfügt. Die „informatische Aufklärung“ gehöre deshalb ins Zentrum der Bildungsbemühungen. Jede Schülerin und jeder Schüler müsste in Informatik gebildet werden, um selbst überhaupt in der Lage zu sein, verantwortlich mit den technischen Möglichkeiten umzugehen und auch gezielt die Technik im Beruf und im Privatleben einzusetzen.</p>
<p>Für <a href="http://www.carta.info/78360/arbeit-4-0-braucht-bildung-4-0/" target="_blank">Carta </a>haben Antje Draheim und Andreas Crimmann, die beide für das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern tätig sind, über die „Bildung 4.0“ nachgedacht. Die bestehe vor allem in einem ständigen Weiterbilden. Damit seien weniger die Zertifikate gemeint, denn die verlören möglicherweise an Wert, wenn die Innovationszyklen – wie derzeit – immer kürzer würden. Der tatsächliche Stand der Fortbildung lasse sich oft viel leichter in den sozialen Netzwerken ablesen. Vor allem seien ein gründliches technisches Wissen und Kompetenzen im Umgang mit den Medien die unbedingte Voraussetzung, um im einsetzenden Beschäftigungswettkampf zu bestehen.</p>
<p>Über eine Lernplattform berichtet Anja C. Wagner für die <a href="http://www.netzpiloten.de/5-gruende-warum-slack-die-lernplattform-der-zukunft-ist/" target="_blank">Netzpiloten</a>. Sie schreibt über die Software-Umgebung „Slack“, die den aktuellen Anforderungen geradezu perfekt entspräche. „Slack“ verbinde kleine Gruppen miteinander, die an ähnlichen Problemen arbeiten, wie zum Beispiel Wissenschaftler, die ein gemeinsames Projekt vorantreiben. Softwareentwickler im Silicon Valley beispielsweise würden diese Umgebung nutzen, um möglichst effektiv eine gemeinsame Arbeit organisieren zu können. Es ist zugleich eine Lernplattform, denn „Slack“ sei ideal, um sich schnell Hilfe von jemandem einzuholen, der das Teilproblem, das man gerade lösen muss, bereits kennt. Lernen, so Wagners Erkenntnis, gelinge in jedem Fall am besten, wenn man direkt am Problem gemeinsam arbeitet und sich darüber austauschen kann.</p>
<p>Die Idee, Wissen durch eine gemeinsame Arbeit zu vermitteln, ist selbstverständlich nicht neu. Auf dem Blog <a href="https://friedrichschillerprojekt.wordpress.com/2015/05/02/weimarpedia/" target="_blank">Friedrich-Schiller-Projekt</a> wird in diesem Sinn die Plattform „Weimarpedia“ vorgestellt. Schulklassen, die Weimar besuchen, haben dort die Möglichkeit in kleinen Gruppen einzelne Projekte zu bearbeiten, die in Beziehung zur Literatur, Kultur oder Kunst in Weimar stehen. So entstehen beispielsweise fiktive Interviews mit Friedrich Schillers Frau Charlotte. Die Ergebnisse werden dann auf „Weimarpedia“ online gestellt. Das ist Vermittlung der „Hochkultur“ im Rahmen der modernen Medien. Damit sollen Berührungspunkte für die Schülerinnen und Schüler geschaffen werden und eine Distanz überbrückt werden.</p>
<p>Eine solche „Eventisierung der Kultur“ zieht selbstverständlich auch Kritik auf sich. Wird hier das kulturelle Erbe verramscht? Sind solche Methoden nur der substanzlose Versuch bei einem Hype dabei zu sein? Helfen die digitalen Möglichkeiten den Lernenden tatsächlich weiter?</p>
<p>Gerade die Kunstvermittlung steht hier immer wieder in der Kritik. <a href="https://peterwinkels.wordpress.com/2015/05/04/wem-gehort-die-kunst-ist-das-die-frage-die-debatte-forster-ullrich/" target="_blank">Peter Winkels</a> schreibt auf seinem Blog, die Kunstvermittlung sollte möglicherweise wieder stärker die Freiheit der Kunst betonen, und weniger die Frage, welche Zugänge für wen angemessen seien. Die „Verwertung der Kunst“ sei eher das Problem, denn die Lösung.</p>
<p>Damit rückt die Frage der Lernumgebung wieder in den Hintergrund. Inwieweit sich Arbeiten und Lernen in der Zukunft verändern werden, bleibt abzuwarten. Die Frage ist aber schon jetzt, inwiefern wir diese Veränderungen gestalten können – oder übergestülpt bekommen. Dafür ist Wissen über die Veränderungen und um die technischen Möglichkeiten jedenfalls hilfreich.</p>
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		<title>Streit um das Urheberrecht: Das BGH-Urteil zu den Leseplätzen in Bibliotheken</title>
		<link>http://blogumschau.de/2015/04/streit-um-das-urheberrecht-das-bgh-urteil-zu-den-leseplaetzen-in-bibliotheken/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2015 07:07:10 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Urheberrecht]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Ein Rechtsstreit um Leseplätze in der Bibliothek der Technischen Universität Darmstadt wurde nun beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschieden. Was aussieht wie eine Kleinigkeit, der Streit um ein paar Leseplätze in der Universitätsbibliothek, könnte weitreichende Folgen haben. An den Leseplätzen in der Universitätsbibliothek stellte die TU Darmstadt Lehrbücher für die <a href=" http://blogumschau.de/2015/04/streit-um-das-urheberrecht-das-bgh-urteil-zu-den-leseplaetzen-in-bibliotheken/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_854" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/04/Urheberrecht.jpg"><img class="wp-image-854 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/04/Urheberrecht.jpg" alt="Urheberrecht" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Ende des Urheberrechts&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
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<p>Ein Rechtsstreit um Leseplätze in der Bibliothek der Technischen Universität Darmstadt wurde nun beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschieden. Was aussieht wie eine Kleinigkeit, der Streit um ein paar Leseplätze in der Universitätsbibliothek, könnte weitreichende Folgen haben.</p>
<p>An den Leseplätzen in der Universitätsbibliothek stellte die TU Darmstadt Lehrbücher für die Studentinnen und Studenten bereit, darunter auch ein Werk des Eugen-Ulmer-Verlags, der seine Rechte verletzt sah. Denn die Bibliothek hatte die Bücher selbst gescannt, statt Online-Lizenzen des Verlags zu erwerben. Außerdem war es möglich, die Texte an diesen Leseplätzen auszudrucken oder auf einem USB-Stick abzuspeichern. Die TU Darmstadt wollte mit diesem Service den Studierenden entgegenkommen, die oftmals Probleme haben, wichtige Lehrbücher in der Bibliothek einzusehen, weil alle Exemplare verliehen sind. Der Eugen-Ulmer-Verlag dagegen sah durch diese Leseplätze das Urheberrecht verletzt und klagte. Der BGH entschied nun, die Bibliotheken müssten nicht die Online-Lizenzen der Verlage erwerben, sondern könnten ebenso gut, die Bücher selbst digitalisieren. Das Vertragsangebot sei eben kein Vertrag und deshalb wurde auch nicht dagegen verstoßen. Ferner seien die Bibliotheken nicht dafür verantwortlich, dass die Nutzer ihrer Angebote sich an das Urheberrecht hielten. Die Leseplätze seien für private Zwecke eingerichtet, wenn Nutzer dagegen verstießen, hafte nicht die Bibliothek.</p>
<p>Der Rechtsanwalt <a href="http://petringlegal.blogspot.de/2015/04/bgh-urteil-urheberrecht-verbietet-keine.html" target="_blank">Ralf Petring</a>, der den gesamten Verlauf der Klage nachvollzieht, die zunächst beim Landgericht in Frankfurt am Main lag, dann in Luxemburg beim Europäischen Gerichtshof und schließlich beim Bundesgerichtshof, urteilt, es sei gut so. Für die Nutzer der Bibliotheken ergibt sich aus diesem Urteil selbstverständlich ein Gewinn. Zeit und Geld lassen sich sparen, wenn man auf solche digitalen Angebote der Bibliotheken zurückgreifen kann.</p>
<p>Auf <a href="http://irights.info/webschau/bgh-bibliotheken-duerfen-digitalisierte-werke-zum-ausdrucken-und-speichern-anbieten/25234" target="_blank">irights info</a> wird in diesem Sinne der Vorsitzende des Bibliotheksverbands zitiert, der sagte, die Gerichte verstünden, welches die Aufgaben der Bibliotheken heutzutage seien. Der <a href="http://www.boersenverein.de/de/portal/Presse/158382?presse_id=956354" target="_blank">Börsenverein des deutschen Buchhandels</a> dagegen, kritisiert das Urteil scharf. Von einem schwarzen Tag ist die Rede, denn langfristig werde dies die Qualität der Lehrbücher beeinflussen, die sich für die Verlage eben nicht mehr lohnten, wenn diese in Universitätsbibliotheken kostenlos zur Verfügung stünden.</p>
<p>Der BGH hatte auf der Grundlage von § 52a und § 52b UrhG entschieden. Thomas Hoeren, Professor an der Universität Münster, schreibt für den <a href="http://blog.beck.de/2015/04/18/52b-urhg-und-das-urheberrecht-ein-fall-f-r-super-dieter" target="_blank">beck-blog</a> spöttisch, Dieter Gorny, der Beauftragte für kreative und digitale Ökonomie, solle den Paragraphen einfach zugunsten der Verleger umschreiben. Hoeren hält die Kritik des Börsenvereins für maßlos übertrieben. Er sieht den komplexen Sachverhalt im Gegenteil nun zugunsten der Forschung und Lehre entschieden – also kein schwarzer Tag.</p>
<p><a href="http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bgh-urteil-izr6911-elektronissche-leseplaetze-urheberrecht-lizenzen-bibliotheken/" target="_blank">André Niedostadek</a>, Professor der Hochschule Harz, erkennt dagegen eine sehr folgenreiche Entscheidung, die die Verlage und Autoren in ihren wirtschaftlichen Interessen berühre. Er übertitelt seinen Text provokant mit „Die Bibliothek als Gratis-eBook-Handlung“. Andererseits hebt auch er den Gewinn für die Studierenden hervor.</p>
<p>Wenn die Wissenschaftsverlage ihr Geld nicht mehr von den Käufern, also den Bibliotheken und Studierenden, bekommen, so könnten sie es vermehrt von den Autoren verlangen. Martin Ballaschk hatte kürzlich in den <a href="http://www.scilogs.de/detritus/elsevier-ist-der-ruf-erst-ruiniert/" target="_blank">SciLogs</a> über einen Fall geschrieben, bei dem der Verlag Elsevier für Artikel, die eigentlich frei zugänglich sein sollten (Open Access), Geld von den Bibliotheken verlangt hatte. Dabei werden gerade Open-Access-Artikel zunehmend zu einer Geldquelle für die Verlage, denn für die Verbreitung der Artikel durch die Fachzeitschriften bezahlen die Autoren teilweise große Summen.</p>
<p>Wie das aktuelle Urteil die Verbreitung des Wissens verändert, ist nicht ausgemacht, es könnte jedenfalls massive Folgen haben – für Verlage, Bibliotheken, wissenschaftliche Autoren und die Studierenden. Derzeit prüfen der Eugen-Ulmer-Verlag und der Börsenverein des deutschen Buchhandels noch, ob sie eine Klage beim Verfassungsgericht einreichen. Der Fall könnte also eine weitere juristische Runde drehen, bis er geklärt ist.</p>
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