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	<title>Blogumschau &#187; Bachmann-Preis &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Der Bachmannpreis 2015</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2015 07:08:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Bachmann-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Bachmannpreis 2015 hat die Autorin Nora Gomringer gewonnen. Bekannt ist Gomringer bislang vor allem für ihre Lyrik und ihre Beiträge in der Poetry-Slam-Szene, nun wurde sie für ihren Prosatext „Recherche“ ausgezeichnet. Sowohl den Kelag- als auch den Publikumspreis erhielt Valerie Fritsch, den 3sat-Preis Dana Grigorcea. Die Wahl verlief dabei <a href=" http://blogumschau.de/2015/07/der-bachmannpreis-2015/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_996" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/07/Gewinner_des_Bachmannpreises.jpg"><img class="wp-image-996 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/07/Gewinner_des_Bachmannpreises.jpg" alt="Gewinner_des_Bachmannpreises" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Gewinner des Bachmannpreises&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Den Bachmannpreis 2015 hat die Autorin <strong>Nora Gomringer</strong> gewonnen. Bekannt ist Gomringer bislang vor allem für ihre Lyrik und ihre Beiträge in der Poetry-Slam-Szene, nun wurde sie für ihren Prosatext „Recherche“ ausgezeichnet. Sowohl den Kelag- als auch den Publikumspreis erhielt <strong>Valerie Fritsch</strong>, den 3sat-Preis <strong>Dana Grigorcea</strong>. Die <a href="http://bachmannpreis.orf.at/stories/ondemand/" target="_blank">Wahl </a>verlief dabei spannend, vor allem weil sich die Jury-Mitglieder uneinig waren, welcher Text und welche Form von Literatur auszuzeichnen sei. Teresa Präauer, die als einzige Autorin in der ersten Runde zwei Jury-Stimmen auf sich vereinigen konnte, ging am Ende leer aus.</p>
<p>Präauers Text, den der Jury-Vorsitzende Hubert Winkels als den unterhaltsamsten der drei Tage bezeichnete, erzählt die Geschichte eines Mannes, Schimmi, der sich für eine Frau zum Affen macht, das heißt, er zieht sich ein Affenkostüm an und geht dann zu ihr. Auf dem <a href="http://gretelwallfisch.blogspot.de/2015/07/bachmannpreis-2015-dritter-tag-teresa.html" target="_blank">Wallfischblog </a>wird Präauers Text scharf kritisiert, denn eine angedeutete Vergewaltigung werde allzu billig aufgelöst. Genau das hatte die Jurorin Sandra Kegel angemerkt. Der Protagonist im Affenkostüm höre in dem „Nein“ nur ein „Ja“, was als Muster immer wiederkehrt, wenn über Vergewaltigungen gesprochen wird. Doch Präauers Text bleibe ganz spielerisch und lustig, mache nichts aus diesem Problem und bagatellisiere es dadurch.</p>
<p>Nora Bossong gratuliert auf dem ZEIT-Autoren-Blog <a href="http://www.zeit.de/freitext/2015/07/05/bachmannpreis-nora-gomringer-nora-bossong/" target="_blank">Freitext </a>der Bachmannpreisgewinnerin Nora Gomringer. Bossong ist, was den Juroren als witziger Einfall galt, die Hauptfigur des Textes „Recherche“. Dieses Verwirrspiel nimmt Bossong auf und greift auch die Überlegungen der Diskussion auf. Juri Steiner hatte davon gesprochen, dass der Name Bossong sich so gut eigne für die Geschichte, weil er an das Gottesteilchen („Higgs-Boson“) erinnere. Nun beschreibt sich Bossong selbst als Gottesteilchen und als Gewinnerin des Bachmannpreises, den sie als literarische Figur gewonnen habe. Das ist ein intelligentes Spiel auf verschiedenen Ebenen, um einen Text vom Tod eines Dreizehnjährigen, der von den Mitbewohnern eines Hauses in den Suizid getrieben wurde.</p>
<p><a href="http://www.begleitschreiben.net/in-deckung/" target="_blank">Gregor Keuschnig</a> hebt Juri Steiners Bemerkung hervor: Als dieser Gomringers Text nominierte, sagte er, er wähle den Text, bei dem er sich beim Hören mitschuldig fühle. Der Text, so Keuschnig, sei keineswegs auf die Performance der Poetry-Slam-Künstlerin zu reduzieren, sondern schaffe den Spagat, „unterhaltsam ohne trivial zu sein“ und zugleich, werde dem Leser am Ende ein moralischer Ablass gewährt. Doch gerade die Schuldzuweisung im Text sei das, was Keuschnig ablehne und sich deshalb eher an andere Texte des diesjährigen Bachmannpreises halte.</p>
<p>Die drei Autorinnen, die am Ende die Preise gewinnen konnten, zählte <a href="http://lustauflesen.de/nora-gomringer-gewinnt-bachmannpreis-2015/" target="_blank">Jochen Kienbaum</a> gleich zu seinen Favoritinnen. Besonders freut sich Kienbaum, dass Fritschs Text „Das Bein“ auch den Publikumspreis gewinnen konnte, obwohl es sich hierbei um eine komplexe Erzählung mit einem schweren Thema handelt: Die Amputation eines Beines und das Warten auf den Tod. Zwar polemisierte Kienbaum <a href="http://lustauflesen.de/klagenfurt-2015-eine-polemik/" target="_blank">zuvor </a>gegen den Bachmannpreis, doch denkt er nicht, dass das Konzept erledigt ist. Lediglich ein paar Neuerungen wären sinnvoll, um das Ritualhafte der Kritik zu durchbrechen. Ein Lichtblick in der Jury sei Klaus Kastberger gewesen, der in diesem Jahr zum ersten Mal dabei war.</p>
<p>Das bestätigt auch das <a href="http://www.literaturcafe.de/klaus-kastberger-ist-beliebtester-bachmannpreis-juror-2015-aufsteiger-juri-steiner-auf-platz-2/?pk_campaign=feed&amp;pk_kwd=klaus-kastberger-ist-beliebtester-bachmannpreis-juror-2015-aufsteiger-juri-steiner-auf-platz-2" target="_blank">Literaturcafé</a>, das in einer Umfrage Kastberger als beliebtesten Juror ermittelte. Nicht allein die Performance der Autorinnen und Autoren wurde also beäugt, sondern auch die Kritiker werden letztlich wiederum kritisiert. Vor allem dass Kastberger eben nicht aus dem Elfenbeinturm heraus wohlfeile Urteile äußere, gefiel offenbar den Zuschauerinnen und Zuschauern: ein weiterer „Gewinner“ des Bachmannpreises.</p>
<p>Der Wettbewerb, der selbst immer wieder in der Kritik stand, dürfte also im nächsten Jahr wieder mit Spannung erwartet werden, so wie die nächsten Texte der dritten Preisträgerin, Dana Grigorcea, in dessen Erzählung Kastberger das Potenzial für einen größeren Text erkannte. Eingehend wird die Erzählung auf dem Blog von <a href="http://schichtwerker.blogspot.de/2015/07/dana-grigorcea-und-die-faszination-der.html" target="_blank">Anton Potche</a> gewürdigt, der sich über die neue Stimme in der deutschen Literatur freut, und zugleich bedauert, dass der rumänischen Literatur wohl diese Stimme nun verloren gehe.</p>
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		<title>Der Bachmannpreis 2015: Mediale Aufregung um Ronja von Rönne</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2015 10:48:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Bachmann-Preis]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Ab dem 2. Juli wird in Klagenfurt wieder gelesen und diskutiert. 14 Autorinnen und Autoren kämpfen um die renommierten Preise des Literatur-Wettbewerbs. Nun wurden vor wenigen Tagen die Beiträger bekanntgegeben, die einen Text vortragen dürfen. Doris Brockmann hat im Literaturcafé die eingeladenen Autorinnen und Autoren statistisch geordnet. So liegt <a href=" http://blogumschau.de/2015/06/der-bachmannpreis-2015-mediale-aufregung-um-ronja-von-roenne/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_936" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/06/Hasstags.jpg"><img class="wp-image-936 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/06/Hasstags.jpg" alt="Hasstags" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Hasstags&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ab dem 2. Juli wird in Klagenfurt wieder gelesen und diskutiert. 14 Autorinnen und Autoren kämpfen um die renommierten Preise des Literatur-Wettbewerbs. Nun wurden vor wenigen Tagen die Beiträger bekanntgegeben, die einen Text vortragen dürfen. Doris Brockmann hat im <a href="http://www.literaturcafe.de/bachmann-und-brockmann-ii-von-frauen-profis-und-besseren-gewinnchancen/" target="_blank">Literaturcafé </a>die eingeladenen Autorinnen und Autoren statistisch geordnet. So liegt das Durchschnittsalter ein wenig niedriger als im letzten Jahr, aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammen die Schriftstellerinnen und Schriftsteller, verhältnismäßig viele Etablierte seien unter den Eingeladenen. Vor allem aber hebt Brockmann hervor, dass in diesem Jahr zehn Frauen lesen dürfen und vier Männer – scherzhaft fragt Brockmann, wann eine Männerquote gefordert werde.</p>
<p>Doch als bekannt wurde, dass Ronja von Rönne zu den Eingeladenen zählt, löste dies eine Medienwelle aus. Von Rönne hatte im April einen Artikel für die <a href="http://www.welt.de/kultur/article139269797/Warum-mich-der-Feminismus-anekelt.html" target="_blank">WELT </a>geschrieben, in dem sie darlegte, dass der sogenannte neue Feminismus sie ekele und sie keine Feministin sein wolle. Dieser Artikel hatte in kurzer Zeit für eine enorme Resonanz gesorgt und von Rönne auf einen Schlag bekannt gemacht. Beifall gab es für den Text allerdings auch vom rechten Rand. Hieran erinnert die ARD-Redakteurin Anna-Mareike Krause, die einen Tweet absetzte, in dem sie bekanntgibt, Ronja von Rönne werde von der Jury des Bachmannpreises und vom – eindeutig rechten – Ring Nationaler Frauen empfohlen.</p>
<p>Die Empörungskette vollzieht Don Alphonso auf seinem<a href="http://blogs.faz.net/deus/2015/05/30/ein-tag-von-der-empoerung-der-ard-redakteurin-zur-morddrohung-der-antifa-2612/" target="_blank"> FAZ-Blog</a> nach. Er wirft Anna-Mareike Krause vor, dass sie mutwillig einen „Shitstorm“ losgetreten habe, obwohl von Rönne nichts getan habe – sie wurde für einen Literaturwettbewerb ausgewählt. Don Alphonso versucht außerdem zu zeigen, dass von Rönne nicht dafür verantwortlich sei, dass sie vom rechten Rand gelobt werde. Das mache ihre Ansicht nicht zu einer rechtsradikalen Meinung – aber sie werde dazu abgestempelt. Offenbar würde hier – und in ähnlichen Fällen – der Versuch unternommen, die Reaktionen im Netz dem initialen Text unterzuschieben.</p>
<p>Auf diesen Artikel hat Patrick Gensing, ein Kollege Krauses bei der Tagesschau, auf seinem <a href="http://patrick-gensing.info/2015/05/30/immer-das-tun-was-man-anderen-vorwirft/" target="_blank">Blog </a>reagiert. Gensing wirft wiederum Don Alphonso vor, er konstruiere einen Fall, den es so nicht gebe und verdrehe die Fakten zu seinen Gunsten. So sei beispielsweise eindeutig erkennbar, dass es sich um einen privaten Twitter-Account handele, mit dem Krause sich zu Wort meldete, was Don Alphonso bestreitet. Außerdem sei die Schnittmenge möglicherweise doch nicht so zufällig, sondern gerade bezeichnend: Wenn eine NPD-Organisation und auch andere dem rechten Rand nahestehende Personen sich wohlwollend über Ronja von Rönne äußerten, könnte das eben darauf hindeuten, dass hier ein radikaler Antifeminismus am Werk sei.</p>
<p><a href="https://annettebaumkreuz.wordpress.com/2015/05/30/uber-das-zuruckschlagen-von-emporungswellen-und-eine-seltsame-argumentation-im-fall-ronne/" target="_blank">Annette Baumkreuz</a>, die den gesamten Diskussionshergang ausführlich beschreibt, wundert sich vor allem über die Diskussionskultur. Denn hier schreiben nicht anonyme, unbekannte Blogger, sondern Journalistinnen und Journalisten von prominenten Medienhäusern. Und es wird unterstellt, zugespitzt, verkürzt.</p>
<p>Mittlerweile hat von Rönne ihren eigenen Blog geschlossen, sie reagiert nur noch per Twitter. Josef Bordat veröffentlicht in seinem <a href="https://jobo72.wordpress.com/2015/05/31/liebe-frau-von-ronne/" target="_blank">Blog </a>deshalb einen offenen Brief an von Rönne, denn ihm gehe das ganze Geschehen nahe. Er nennt den Kampf, der nun ausgetragen werde, eine „virtuelle Säuberung“. Es gehe eben nicht um eine sachliche Auseinandersetzung, um Differenzierungen und Argumente, sondern ganz schlicht darum, dasjenige zu bekämpfen, was nicht zur eigenen Ansicht passe. Das sei eine brachiale symbolische Gewalt, die sich in diesem Fall äußere.</p>
<p>Von der anderen Seite aus wird diese symbolische Gewalt auf <a href="https://aplusplusranting.wordpress.com/2015/05/30/jung-normschon-reaktionar-backlash-in-subversivem-gewand/" target="_blank">A++Ranting</a> beschrieben. Von Rönne sei in einer privilegierten Situation und vertrete eben keine Außenseitermeinung, die nun niedergemacht werde. Im Gegenteil, hier werde der Pseudo-Tabubruch geübt, ähnlich wie Thilo Sarrazin es vorgemacht habe. Neu sei hier lediglich, dass kein in die Jahre gekommener Mann gegen den Feminismus wettere und so tue, als dürfte man darüber eigentlich nicht mehr sprechen, sondern eine junge, schöne Frau.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="https://bersarin.wordpress.com/2015/05/30/ingeborg-bachmann-preis-2015-oder-der-aufstand-der-anstandigen-und-was-das-mit-literatur-zu-tun-hat/" target="_blank">Aisthesis </a>schreibt Bersarin ebenfalls über den Hergang der Empörung und trennt die Feminismus-Kritik auf der einen Seite von der Denunziation auf der anderen Seite. Auch wenn man von Rönnes Ansichten in keiner Weise teile, so Bersarin, sei es eine Unverschämtheit, sie auf diese indirekte Weise in eine rechte Ecke zu stellen, indem sie mit der NPD in Verbindung gebracht werde. Bersarin bringt schließlich die Debatte zurück zur Literatur, denn hier liege doch das zentrale Missverständnis: Der literarische Text, den von Rönne lesen wird, hat zunächst nichts mit ihren journalistischen Texten zu tun. Es sei wichtig, die Gattungen auseinanderzuhalten und eben nicht die Feminismus-Debatte auf diese Weise in die Diskussion über die Literatur hineinzutragen. Das sei ein grobes Missverständnis.</p>
<p>Auf die Lesungen und die Diskussionen des Bachmannpreises kann man jedenfalls gespannt sein.</p>
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		<title>Streit um die Literatur: Der Bachmann-Preis 2014</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Jul 2014 07:33:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Bachmann-Preis]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bachmann-Preis, der jedes Jahr in Klagenfurt verliehen wird, ist im deutschsprachigen Raum eine besondere Veranstaltung. Dass Autoren in einem Wettbewerb gegeneinander antreten, kennt man mittlerweile von den vielen „Poetry Slams“. Doch in Klagenfurt herrscht ein sehr hoher Anspruch. Nicht allein die Performance entscheidet, sondern der gelesene Text soll auch <a href=" http://blogumschau.de/2014/07/streit-um-die-literatur-der-bachmann-preis-2014/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bachmann-Preis, der jedes Jahr in Klagenfurt verliehen wird, ist im deutschsprachigen Raum eine besondere Veranstaltung. Dass Autoren in einem Wettbewerb gegeneinander antreten, kennt man mittlerweile von den vielen „Poetry Slams“. Doch in Klagenfurt herrscht ein sehr hoher Anspruch. Nicht allein die Performance entscheidet, sondern der gelesene Text soll auch als „echte“ Literatur überzeugen. Eine Jury kürt die verschiedenen Preisträger, daneben wird noch ein Publikumspreis verliehen.</p>
<p>Besonders im literarischen Bereich ist zudem die Diskussion der Jurymitglieder, die vor dem Publikum stattfindet. Die Jury konnte sich in diesem Jahr nur schwer einigen – und die Diskussion ging in den Blogs weiter. Welches waren die besten Texte? Welche Form der Literatur ist preiswürdig?</p>
<p>Den Bachmann-Preis hat, nicht unumstritten, Tex Rubinowitz gewonnen. <a href="http://buzzaldrins.com/2014/07/06/ingeborg-bachmann-preis-geht-an-tex-rubinowitz/" target="_blank">Buzzaldrin </a>bemerkt in ihrer Zusammenfassung, dass sie dessen Text als Literatur nicht überzeugen konnte. Rubinowitzʼ Vortrag bestach zwar durch seinen Witz, allerdings sollte das nicht ausschlaggebend sein, zumal Texte vorgetragen wurden, die einem höheren literarischen Anspruch gerecht werden konnten.</p>
<p>Auf <a href="http://lampiongarten.wordpress.com/2014/07/06/funf-favoriten-vom-bachmannpreis-2014/" target="_blank">Der Lampiongarten</a> dagegen wurde Rubinowitz zu einem der Favoriten gekürt. Sein Humor, sein Zynismus, die treffende Umgangssprache werden hervorgehoben. Den Text „Wir waren niemals hier“ trug Rubinowitz schnell, geradezu hastig vor, er inszenierte sich so – fast eine Masche – als intellektueller Außenseiter. Damit zählte Rubinowitzʼ Text zu den vier besten, die auf dem Lampiongarten ausgewählt wurden. Insgesamt, so das Fazit, waren viele der vorgetragenen Texte schwach, das gesamte Niveau nicht allzu hoch. Viele Texte seien entweder zu gesucht literarisch, überladen mit Bedeutungen, oder sie drifteten in die Befindlichkeitsprosa, also den Kitsch, ab.</p>
<p>Bei den meisten, die über den Bachmann-Preis berichten, ist der Text von Michael Fehr hängengeblieben, ein schweizerischer Autor, der seinen Text mithilfe eines Kopfhörers vortrug. Da er eine sehr starke Sehschwäche hat, sprach Fehr den auf diese Weise gehörten Text laut nach. Die ungewöhnliche Form der Lesung erlaubte es ihm, mit ganzem Körpereinsatz zu lesen, wie auf <a href="http://literatourismus.net/2014/07/04/der-zweite-tag-am-worthersee/" target="_blank">literaturen </a>hervorgehoben wird. Nicht allein der Vortrag sei bemerkenswert, der Text „Simeliberg“ stiftete zudem Verwirrung, da er teilweise in Versform verfasst ist, zudem keine chronologische Handlung darstellt, sondern aus scheinbar zusammengewürfelten Auszügen besteht. Auch die Gattung war für die Jury nicht leicht zu bestimmen: Ein Märchen? Ein Schweizer Krimi? Der Text gab Rätsel auf.</p>
<p>Auch auf <a href="http://literaturundfeuilleton.wordpress.com/2014/07/05/am-ende-darf-gelacht-werden/" target="_blank">literaturundfeuilleton</a> wird unter anderem Fehrs Text hervorgehoben. Die Literatur werde bei ihm wieder mündlich, erinnere damit an ihren Ursprung, doch anders als viele Texte aus Poetry-Slam-Szene verzichte „Simeliberg“ nicht auf Literarizität. „Simeliberg“ stellte allerdings eine Ausnahme dar, denn viele der gelesenen Texte, seien 2014 nicht besonders stark gewesen. Fehr gewann am Ende den mit 10.000 Euro dotierten Kelag-Preis.</p>
<p>Am Ende bleiben die Frage und die Diskussion darüber, was einen guten Text ausmacht. Selbstverständlich: Der Text, der es allen recht macht, ist nicht zu haben. Aber die Fragen stehen im Raum, wie „schwer“ muss Literatur sein, um als „echte“ Literatur gelten zu können? Und wie „schwer“ darf sie keinesfalls werden, um nicht ins pure Gewollte abzukippen. Welche Rolle spielt dabei der Ton? Auf literaturundfeuilleton sind jeweils einzelne kurze Zitate aus den Diskussionen um die Lesungen herausgehoben. Eines davon: „Dort, wo es nicht zusammengeht, springt eine Poetisierung ein.“ Ein herber Schlag, der den Streit um die Literatur auf den Punkt bringt. Wie soll Literatur klingen? Und andersherum: Wenn sie „klingt“, welche Rolle spielt dann noch das, was offenbar nicht zusammengeht?</p>
<p>Was von dem Bachmannwettbewerb 2014 bleibt, werden die nächsten Jahre zeigen. Einige der Autorinnen und Autoren werden sicherlich mit neuen Erzählungen oder Romanen hervortreten – und sich dann erneut der Kritik aussetzen müssen.</p>
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