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	<title>Blogumschau &#187; Berlinale &#124; Blogumschau</title>
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		<title>Erste Eindrücke von der Berlinale: Sebastian Schippers „Victoria“</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2015 09:14:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der rote Teppich liegt wieder in Berlin. Vom 5. bis zum 15. Februar findet die Berlinale statt und die Liste der Filme und Stars, die gesehen werden wollen, ist lang. Ein Überblick ist da gar nicht zu gewinnen, aber an einigen Stellen verdichten sich die Kommentare, es entsteht dann eine <a href=" http://blogumschau.de/2015/02/erste-eindruecke-von-der-berlinale-sebastian-schippers-victoria/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_749" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/02/Berlinale_bär_im_kino.jpg"><img class="wp-image-749 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/02/Berlinale_bär_im_kino.jpg" alt="Berlinale_bär_im_kino" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Die Berlinale&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>Der rote Teppich liegt wieder in Berlin. Vom 5. bis zum 15. Februar findet die Berlinale statt und die Liste der Filme und Stars, die gesehen werden wollen, ist lang. Ein Überblick ist da gar nicht zu gewinnen, aber an einigen Stellen verdichten sich die Kommentare, es entsteht dann eine Diskussion um einen Film, die über einen einzelnen Festivaltag hinausweist.</p>
<p>„Victoria“ von Sebastian Schipper ist so ein Film, der auf eine außergewöhnliche Weise gedreht wurde und der deshalb zu allgemeinen Fragen über die Filmästhetik anregt. Schipper stellt mit seinem Film einen Weltrekord auf: Der Film ist ein einziger 140 Minuten langer Take. Auf einem <a href="http://blogs.taz.de/popblog/2015/02/08/berlinale-victoria-regie-sebastian-schipper/" target="_blank">Blog der taz</a> zeigt sich Christian Ihle von dem Film stark beeindruckt. Dass eine Einstellung, die 140 Minuten dauert, für die Darsteller, den Regisseur, den Kameramann und die Logistik eine große Herausforderung bedeutet, ist leicht nachzuvollziehen. Aber was gewinnt der Film dadurch?</p>
<p>Ihle schreibt, durch diesen Trick, einen einzigen Take zu zeigen, gewinne der Film an „Echtheit“. Die Geschichte einer Nacht, eines Einbruchs und seiner Folgen wirken „echt“. Es entstehe eine Dichte und Nähe, die wohl nur durch diesen drehtechnischen Kniff zu erreichen sei. Das bedeutet dann für die erste Hälfte des Films, dass der Zuschauer Geduld brauche, denn es geschehe zunächst wenig. In der zweiten Hälfte dagegen werde es hektisch, die Ereignisse überschlagen sich. Genau das, so Ihle, dieses Zuwenig und Zuviel, erzeuge die „Echtheit“.</p>
<p><a href="http://filmtabs.blogspot.de/2015/02/berlinale-2015-victoria-wettbewerb.html" target="_blank">Günter H. Jekubzik</a> sieht das anders. Für ihn ist der Film etwa eine halbe Stunde zu lang, womit er vor allem den gemächlichen Anfang des Filmes meint. Die zweite Hälfte des Films sei packend und der „Weltrekordversuch“ stehe nicht mehr im Vordergrund. Denn das ist selbstverständlich das Problem eines Films, der sich so stark über ein „Alleinstellungsmerkmal“ ins Gespräch bringt. Der Weltrekord könnte sich in den Vordergrund und damit die Geschichte des Films in den Hintergrund drängen. Jekubzik findet diese Idee durchaus originell, doch hätte der Film besser sein können, wäre er geschnitten worden.</p>
<p>Dem widerspricht Lukas Stern auf <a href="http://www.critic.de/film/victoria-7670/" target="_blank">critic.de</a>, der zunächst einräumt, dass das Dreh-Konzept von „Victoria“ skeptisch machen könnte. Aber der Film bläst seine eigene Besonderheit nicht auf, stellt nicht zur Schau, wie aufwendig er geplant und produziert wurde, sondern versucht diese speziellen Voraussetzungen in Intensität umzusetzen. Der Film suggeriere eine Instabilität, als könnte er, einmal gesehen, nicht noch einmal im Kino von vorne beginnen. Es transportiere sich ein Gefühl des Ausgeliefertseins, so wie die Schauspielerinnen und Schauspieler diesem einen Take ausgeliefert sind – und ein Fehler das gesamte Gebilde zerstören könnte. So erkenne der Zuschauer, dass er ausgeliefert ist, da nichts außerhalb dieses Stroms gezeigt wird, keine Perspektive angeboten wird, die Halt verspräche.</p>
<p>Die Kritiken versuchen allesamt die Ästhetik des Films von Sebastian Schipper zu erfassen. Und damit entsteht tatsächlich eine Diskussion um einen Film. Der Filmkritik wurde ja, ähnlich wie der Literaturkritik, eine Krise attestiert. Die „Woche der Kritik“, die nun erstmalig auf der Berlinale stattfindet, soll auf diese Krise reagieren. Teresa Vena stellt auf<a href="http://berliner-filmfestivals.de/2015/02/debatte-ueber-genre-film-on-the-job-bei-der-ersten-woche-der-kritik" target="_blank"> Berliner-Filmfestivals.de</a> fest, dass es zwar eine überaus wünschenswerte Initiative sei, dass allerdings die erste Diskussion noch keine Impulse setzen konnte. Die Diskussion um den Film „On the Job“ erschöpfte sich dann darin, festzustellen, dass der Film nichts Neues zu bieten habe. – Soweit sei das Publikum auch direkt nach dem Film gewesen, äußert Vena etwas frustriert.</p>
<p>Es scheint allerdings ein Bedürfnis zu geben, sich über die Kritik zu verständigen. Sowohl im literarischen Bereich gibt es hier offenkundig Gesprächsbedarf als auch beim Film. Und angesichts der Fülle der Filme, die Aufmerksamkeit beanspruchen wollen, kommt einer fundierten Kritik ja auch eine bedeutende Rolle zu.</p>
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		<title>Ausgebliebener Skandal: Die Berlinale und Lars von Triers &#8220;Nymph()maniac&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Feb 2014 12:12:15 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Berlinale]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Berlinale liegt fast zwei Wochen zurück, die letzten Nachberichte trudeln in den Blogs ein. Über den Gewinner des Goldenen Bären, den Film Bai Ri Yan Huo von Diao Yinan, schrieb kaum jemand, und wenn, dann wurde der Film eben als der Gewinner des Goldenen Bären vermerkt; Geschichte, Schauspieler, besondere <a href=" http://blogumschau.de/2014/02/ausgebliebener-skandal-die-berlinale-und-lars-von-triers-nymphmaniac/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berlinale liegt fast zwei Wochen zurück, die letzten Nachberichte trudeln in den Blogs ein. Über den Gewinner des Goldenen Bären, den Film <em>Bai Ri Yan Huo</em> von Diao Yinan, schrieb kaum jemand, und wenn, dann wurde der Film eben als der Gewinner des Goldenen Bären vermerkt; Geschichte, Schauspieler, besondere ästhetische Qualität – darüber wusste niemand zu berichten. Die größte Aufmerksamkeit erregte Lars von Triers <em>Nymph()maniac</em>, der nun auch in den deutschen Kinos gestartet ist.</p>
<p>Natürlich, niemand ahnte, dass Diao Yinans Film den Hauptpreis des Festivals gewinnen würde, als sich die Fachbesucher, die Filmblogbetreiber und Kritiker an die Planung ihrer Festival-Tage machten. Auf dem Blog <a href="http://www.filmosophie.com/berlinale-2014-gedanken-eines-fachbesuchers/" target="_blank">filmosophie</a> bekommt man einen Einblick in den Plan und die Unplanbarkeit eines solchen Festivalbesuchs durch einen akkreditierten Fachbesucher. Fixpunkte werden gesetzt und danach plante dennis eine Reise um die Film-Welt. Die Berlinale zeigt Filme aus zahlreichen Ländern. Diao Yinans Film wurde in China produziert – spielt aber keine Rolle –, denn für einen Stopp hier hätte der Film im Vorfeld irgendwelche Aufmerksamkeit schon erregen müssen. Wie <em>Nymph()maniac</em> eben.</p>
<p>Eine Sternstunde des Filmmarketings ganz sicher. Auch eine Sternstunde des Kinos? Gekonnt wurde ein Skandal angedeutet, den der Film auslösen könnte. Die Filmplakate zeigen Männer- und Frauenporträts bei einem Orgasmus. Dazu gab es vorab die Information, dass Pornodarsteller die Hauptdarsteller in expliziten Szenen doubeln würden. Ein Directors Cut wurde bereits angekündigt – ein Hinweis auf eine mögliche Zensur oder zumindest auf ein potenziell verstörtes Publikum. Der Filmtitel tut sein übriges. Ein Porno wurde erwartet, künstlerisch aufgewertet vielleicht, aber die Erwartungshaltung war klar.</p>
<p>Erstaunlich sind nun die einhellig begeisterten Kritiken in den Blogs: Gar kein Porno, aber ein Meisterwerk, vielleicht der beste Film von Lars von Trier zeichne sich bereits im ersten Teil von <em>Nymph()maniac</em> ab.</p>
<p>Oliver Koch betont in seinem Blog <a href="http://www.gedankenzirkus.de/wordpress/berlinale-filmkritik-nymphomaniac-vol-1-directors-cut/" target="_blank">Gedankenzirkus</a>, wie in dem Film die Sexualität immer wieder mit Schuld in Verbindung gebracht wird. Die Protagonistin, Joe, die ihr Leben erzählt: sie beichtet! Joe, gespielt von Charlotte Gainsbourg, spricht von ihrer moralischen Schuld, von ihrem verfehlten Leben.</p>
<p>Doch auch die Ästhetik des Films erinnert gar nicht an einen pornographischen Film, wie cutrin auf <a href="http://www.filmosophie.com/nymphomaniac-volume-one-sex-skandal-keiner-ist/" target="_blank">filmosophie</a> ausführt. Der Film sei zwar stringent erzählt, doch erscheine er gleichsam rau und unfertig. Eben kein Hochglanz, nicht glatt. Und die verschiedenen Kapitel, in die der Film gegliedert sei, sind jeweils ganz unterschiedlich gestaltet, teils in Schwarz-Weiß, teils im Splitscreen-Verfahren. Der Film zeigt also, dass er gemacht ist, er zeigt, dass er genau konzipiert wurde. Er macht darauf aufmerksam, statt davon abzulenken und nur auf die nackten Körper und den Sex zu zeigen.</p>
<p>Der erste Teil von <em>Nymph()maniac</em> ist bereits gestartet, der zweite Teil kommt im April in die Kinos. Die Berlinale liegt schon ein Stück zurück. Längst stellen sich alle auf die Oscars ein. Die Blogumschau, die hiermit nun beginnt, hat ihr eigenes Tempo. Sie kommt, wenn die Blogger ihre Arbeit schon gemacht haben. Wir ordnen, wenn eine Ordnung sichtbar wird, wir berichten, wenn sich langsam abzeichnet, was nur eine kleine Notiz war und was eine Nachricht ist, die zumindest eine kurze Zeit überdauern kann.</p>
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