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	<title>Blogumschau &#187; Cannes &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Cannes 2015: „Mad Max“, „Son of Saul“ und „La tête haute“</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2015 08:16:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Cannes]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>

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		<description><![CDATA[In Cannes findet gerade das bedeutende Filmfestival statt. Die internationalen Stars der Filmbranche zeigen sich auf dem roten Teppich, glamouröse Partys werden gefeiert, Galas gegeben und ganz unterschiedliche Filme ringen um die begehrten Auszeichnungen. Eröffnet wurden die Filmfestspiele von dem Film „La tête haute“ der Regisseurin Emmanuelle Bercot. Dass eine <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/cannes-2015-mad-max-son-of-saul-und-la-tete-haute/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Cannes findet gerade das bedeutende Filmfestival statt. Die internationalen Stars der Filmbranche zeigen sich auf dem roten Teppich, glamouröse Partys werden gefeiert, Galas gegeben und ganz unterschiedliche Filme ringen um die begehrten Auszeichnungen.</p>
<p>Eröffnet wurden die Filmfestspiele von dem Film „La tête haute“ der Regisseurin Emmanuelle Bercot. Dass eine Regisseurin, also eine Frau, das Filmfestival eröffnen darf, ist bedeutsam. Denn gerade in „Cannes“ wird immer wieder der vermeintliche Sexismus der Branche zum Thema. Cutrin schreibt für <a href="http://www.filmosophie.com/la-tete-haute-wenn-ein-film-ein-diskussionsbeitrag-sein-will/" target="_blank">filmosophie </a>über den Film, der die Entwicklung eines sozial auffälligen Jungen zeigt, man könne klischeehaft einen weiblichen Blick attestieren – und das sei vielleicht sogar von den Festivalplanern gewollt. Vor allem sei es aber ein ausgewogener Blick auf die sogenannte „soziale Unterschicht“. Diese Ausgewogenheit, die eine Stärke des Films sei, wirft Cutrin dem Film zugleich vor, denn ein Film sei doch mehr als ein Diskussionsbeitrag zu einem – wenngleich wichtigen – Thema.</p>
<p>Matthias Greuling, der für den Blog <a href="http://festivalier.blogspot.de/2015/05/son-of-saul-ist-eine-fruher-cannes.html" target="_blank">FESTIVALIER!</a> schreibt, hat bereits am zweiten Festivaltag den ersten Favoriten ausgemacht – „Son of Saul“, ein Film, der gerade nicht ausgewogen ist, sondern die permanente Brutalität in einem KZ zeigt. Der Film begleitet den KZ-Häftling Saul Ausländer bei seiner Arbeit in einem „Sonderkommando“, zu dem die ganzen Widerwärtigkeiten dessen gehören, was man in einem KZ „Alltag“ nennen könnte: Tore der Gaskammern schließen, später saubermachen etc. Der Regisseur László Nemes zeige in dem Film das „völlig Entmenschlichte“ und zwar nahezu schonungslos. Da die Kamera stets den Protagonisten scharf zeige, werde das eigentliche Grauen oftmals unscharf wiedergegeben, was die Phantasie des Zuschauers anrege. Auch <a href="http://myofb.de/filmfestspiele-von-cannes-2015-tag-2/" target="_blank">MaryChloe</a> meint, allein für die Kameraführung, die eine unvergleichlich klaustrophobische Stimmung erzeuge, hätte der Film die Goldene Palme verdient.</p>
<p>„Mad Max: Fury Road“ dagegen wurde außerhalb des Wettbewerbs gezeigt. Vor 35 Jahren lief der erste Teil von George Millers „Mad Max“-Reihe in den deutschen Kinos. Nun wurde der vierte Teil in Cannes vorgestellt, und wie vor 35 Jahren führte erneut George Miller die Regie. Rüdiger Suchsland hat diesen Film für den Blog <a href="http://www.negativ-film.de/2015/05/do-we-need-another-hero-cannes-blog-4te-folge" target="_blank">Negativ </a>ausführlich besprochen. Suchsland bemerkt, wie erstaunlich dieses Zukunftsszenario aus unserer heutigen Sicht wirkt, denn es wird eine Zukunft vorgestellt, die vollkommen analog ist. Es sind aufgemotzte Autos, Kriegsmaschinen und Waffen zu sehen, aber eben keine Welt des Internets und der Medien. Und daher rührt ein Teil der Faszination für diese mythische Welt, die auf den ersten Blick scheinbar nichts mit unserer modernen Welt zu tun hat. Der Film feiere insofern den Ausnahmezustand.</p>
<p>Die wahre Heldin des Films, so stellt Suchsland fest, sei die Figur Furiosa, gespielt von Charlize Theron, und nicht der namentliche Held Max, gespielt von Tom Hardy. Damit sei sogar im machohaften Blockbuster der Feminismus angekommen. Und daraus entwickelte sich prompt ein kleiner Skandal. Arne Hoffmann hat dies für die<a href="http://www.freiewelt.net/hassen-maennerrechtler-den-neuen-mad-max-weil-starke-frauen-mitspielen-10059667/" target="_blank"> Freie Welt</a> nachgezeichnet und wundert sich darüber, wie ein einzelner Autor, der zum Boykott des Films aufgerufen hatte, solch ein Medienecho auslösen konnte.</p>
<p>Auch auf dem Blog <a href="http://man-tau.blogspot.de/2015/05/wie-ich-einmal-den-neuen-mad-max-film.html" target="_blank">man-tau</a> stößt das auf Verwunderung. Mad Max sei eine so tiefgründige feministische Kritik wie die Rambo-Filme tiefgründig über den Kommunismus räsonierten. Doch erstaunlich viele Medien – zum Beispiel CNN, Telegraph oder The Independent sind genannt – schickten sich an, den Film zu verteidigen, weil angeblich Männerrechtsgruppen wütend auf den Film seien. Hier werde eine Wut auf den Film herbeiphantasiert, um die vermeintlich feministische Botschaft ins rechte Licht zu rücken. Doch damit sei der Film völlig überfrachtet.</p>
<p>Erneut, wie zuletzt auch das Filmfest von Venedig, ist ein Filmfestival stark politisiert – so sehr, dass einem Film wie „Mad Max“ eine Botschaft untergeschoben wird. Joss Whedon, der Regisseur des Superhelden-Films „Avengers 2“, erklärte nach den heftigen Angriffen auf seine Person zuletzt, dass eine politische Stellungnahme den Künstler zerstöre. Er hatte sich zum Feminismus bekannt. Sein neuer Film jedoch wurde, wie Bettina Hammer auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/44/44876/1.html" target="_blank">telepolis</a> schreibt, gerade von Feministinnen und Feministen attackiert. Zu wenig sei die weibliche Protagonistin entwickelt worden, so der Vorwurf dem Hammer widerspricht.</p>
<p>Eine Politisierung des Kinos hatten sich viele erhofft – ob diese Hoffnungen mit der Politisierung dieser Blockbuster erfüllt worden sind, ist zumindest fraglich.</p>
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		<title>Skandal auf Leinwand: Der Film über Dominique Strauss-Kahn in Cannes</title>
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		<pubDate>Tue, 20 May 2014 07:12:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Cannes]]></category>
		<category><![CDATA[Dominique Strauss-Kahn]]></category>
		<category><![CDATA[Gérard Depardieu]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor zwei Jahren war die Affäre um Dominique Strauss-Kahn auf einem medialen Höhepunkt. Der ehemalige IWF-Direktor wurde 2011 in New York verhaftet, da ihm vorgeworfen wurde, er habe ein Zimmermädchen vergewaltigt. Der Skandal hat die Medien beschäftigt. Geschichten um Sex und Macht, über politische Eliten und Verblendung erzählten die Zeitungen <a href=" http://blogumschau.de/2014/05/skandal-auf-leinwand-der-film-ueber-dominique-strauss-kahn-in-cannes/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_320" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/05/Depardieu_Strauss-Kahn.jpg"><img class="wp-image-320 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/05/Depardieu_Strauss-Kahn.jpg" alt="Depardieu_Strauss-Kahn" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Wahrnehmung&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>Vor zwei Jahren war die Affäre um Dominique Strauss-Kahn auf einem medialen Höhepunkt. Der ehemalige IWF-Direktor wurde 2011 in New York verhaftet, da ihm vorgeworfen wurde, er habe ein Zimmermädchen vergewaltigt. Der Skandal hat die Medien beschäftigt. Geschichten um Sex und Macht, über politische Eliten und Verblendung erzählten die Zeitungen und Magazine. Der Skandal ist noch nicht vergessen, der Name Strauss-Kahn löst sofort die Erinnerung an diese Affäre aus. Eine solche Aufmerksamkeit lässt sich für einen Film nutzen. In Cannes wurde Abel Ferraras Film „Welcome to New York“ gezeigt, in dem Gérard Depardieu Devereaux spielt, eine Figur, die eindeutig Strauss-Kahn nachzeichnet. Aus Sicht des Film-Marketings nachvollziehbar, dass der Film möglichst bald nach den Ereignissen zu sehen sein sollte.</p>
<p>Der Film löst nun im Fahrwasser des alten Skandals beinahe einen neuen aus: Er wurde in Cannes nicht offiziell gezeigt, es wurde nicht einmal ein Kinosaal zur Verfügung gestellt, stattdessen gab es eine Vorführung vor allem für die internationale Presse in einem Zelt. Verena Lueken schreibt auf einem <a href="http://blogs.faz.net/filmfestival/2014/05/18/skandal-218/" target="_blank">Blog der FAZ</a> über dieses, aus ihrer Sicht, zweifelhafte „Release Event“. Der Ton sei schlecht gewesen, die Bässe einer Party, die in der Nähe stattfand, störten, das Bild war unscharf. Es hätte wohl Druck gegeben, wie Depardieu am Ende der Vorstellung bemerkte, sodass der Film nicht offiziell auf dem Festival gezeigt werden konnte.</p>
<p>Die Gegenwart wird zur Filmgeschichte. Und die aktuellen Akteure der französischen Politik hatten offenbar ein Interesse, den Film in Cannes an den Rand zu drängen – wenngleich die mediale Aufmerksamkeit dadurch selbstverständlich nicht geschmälert wurde. Die Bilder des Films scheinen Furcht auszulösen: Die Bilder sind definitiv und sie sparen nichts aus, sie zeigen das, was in einem Zeitungsartikel nur umrissen und der Phantasie des Lesers überlassen werden kann. In diesem Fall zeige der Film „Welcome to New York“ vor allem in den ersten zwanzig Minuten explizite Sexszenen, wie <a href="http://www.ft.com/cms/s/2/c43e05c2-de85-11e3-b46b-00144feabdc0.html?ftcamp=published_links%2Frss%2Fhome_uk%2Ffeed%2F%2Fproduct#axzz329JJ5o9t" target="_blank">Nigel Andrews</a> in seiner Filmbesprechung schreibt. Kaum zu glauben, so Andrews, dass das Depardieu sei, der diese pornographischen Szenen spiele. Weit besser gefällt Andrews, wie der Film danach das Drama um den gefallenen Devereaux erzähle.</p>
<p>Der Film zeigt also das – wenn auch in fiktionalisierter Form, mit Depardieu als Darsteller eines Devereaux – was damals nicht zu sehen war: Die anscheinend ausartenden Sexszenen von Strauss-Kahn. In diesem Fall ist es besonders prekär, dass die jüngste Vergangenheit filmisch nacherzählt wird, da Strauss-Kahn kein Held ist, ja nicht einmal umstritten, sondern medial schuldig-gesprochen. Doch die Tendenz ist auffällig, derzeit werden viele Filme gezeigt oder geplant, die sich um gerade vergangene Ereignisse drehen – oder Ereignisse, die gar nicht „abgeschlossen“ sind. In Cannes wurde „Saint Laurent“ gezeigt, über den Modeschöpfer Yves Saint Laurent, der vor wenigen Jahren verstorben ist. Erst vor wenigen Monaten wurde ein anderer Film über Saint Laurent gezeigt, der in Deutschland auch diskutiert wurde, weil dort der junge Karl Lagerfeld dargestellt wird. Beide Filme bespricht cutrin auf filmosophie (<a href="http://www.filmosophie.com/saint-laurent-ueber-exzentrische-maenner/" target="_blank">hier</a> und <a href="http://www.filmosophie.com/yves-saint-laurent-schmale-grat-zwischen-genie-und-wahnsinn/" target="_blank">hier</a>). Kürzlich wurde zudem bekannt, dass Sony sich die Filmrechte an einem Buch über Edward Snowden gesichert habe. Nur ein weiteres Beispiel eines Films, der aktuelle Ereignisse erzählt, so aktuell, dass verschiedene Personen ein Interesse daran haben, was die Filme auf welche Weise zeigen.</p>
<p>Etwas Zweites kommt hinzu, und die Reihe der Filme könnte auch um den Eröffnungsfilm von Cannes über Grace Kelly ergänzt werden: Eine einzelne historische Figur steht im Vordergrund. Nun wurden schon immer historische Stoffe medial verarbeitet, aber der aktuelle Trend scheint eine Verschiebung anzudeuten. Ein Stoff wird verfilmt, weil eine bestimmte – gerade historisch gewordene oder werdende – Figur jetzt Aufmerksamkeit erregt. Es geht zu einem gewissen Teil also um Neugier – und um Selbstvergewisserung.</p>
<p>Einige Aussagen Depardieus, die er im Vorfeld zu „Welcome in New York“ fallenließ, sind bemerkenswert. Auf dem Blog <a href="http://petarou.wordpress.com/2014/05/15/der-dsk-film-erscheint-die-tragodie-eines-mannes-auf-der-hohe-der-macht/" target="_blank">Pétarou</a> sind sie festgehalten. Er habe gesagt, die Geschichte um Strauss-Kahn habe etwas von einem Drama Shakespeares. Sex, Macht, Geld sind die Themen eines großen menschlichen Dramas. Dann wäre Devereaux bzw. Strauss-Kahn ein Exempel, an dem sich das menschliche Drama besonders gut zeigen ließe. Die Stoffe Shakespeares sind relevant, weil sie über das bloß Historische hinausgehen.</p>
<p>Depardieu habe auch gesagt, er sei von der Rolle des Devereaux angewidert gewesen. Eine solche Aussage wiederum zielt indirekt auf Dominique Strauss-Kahn. Sie ist kaum lesbar, ohne dabei an Depardieus Stellung zur Strauss-Kahn-Affäre zu denken. Verena Lueken, auf dem Blog der FAZ, fällt es entsprechend schwer, zum eigentlichen Film zu kommen. Und der sei dann weniger ein Film über Macht, als vielmehr ein Drama um die Eheleute Devereaux. Ob dennoch Liebe möglich sei, nachdem Devereaux gefallen ist, frage der Film. Die Fragen der Macht blieben bedauerlicherweise im Film nur Randthemen. Und indem die Filmemacher sagen, Devereaux sei eigentlich „krank“, kann der Film kaum von dort zu den allgemeinen Fragen der Macht und Machtbesessenheit vordringen. Wenn es bloß ein einzelner kranker Mann war, dann steht damit sein individuelles Schicksal im Zentrum, und dann wäre eher Neugier das antreibende Moment – und vor allem ein medialer Hype, der jede Frage nach der Relevanz eines Stoffes überflüssig macht: Denn sobald etwas ein solches Medienecho auslöst, dann muss es relevant sein.</p>
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		<title>„Männer zeigen Filme &amp; Frauen ihre Brüste“</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Apr 2014 12:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Cannes]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Isabell Suba]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Film „Männer zeigen Filme &#38; Frauen ihre Brüste“ von Isabell Šuba ist in verschiedener Hinsicht bemerkenswert. Da ist die Filmidee: Die Regisseurin Isabell Šuba wurde mit ihrem Kurzfilm „Chicca XX Mujer“ 2012 zum Filmfestival nach Cannes eingeladen. Sie war auch dort, allerdings unter einem falschen Namen. Sie akkreditierte sie <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/maenner-zeigen-filme-frauen-ihre-brueste/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Film „Männer zeigen Filme &amp; Frauen ihre Brüste“ von Isabell Šuba ist in verschiedener Hinsicht bemerkenswert. Da ist die Filmidee: Die Regisseurin Isabell Šuba wurde mit ihrem Kurzfilm „Chicca XX Mujer“ 2012 zum Filmfestival nach Cannes eingeladen. Sie war auch dort, allerdings unter einem falschen Namen. Sie akkreditierte sie sich als Filmstudentin, die eine Dokumentation drehen wolle. Die Schauspielerin Anne Haug trat in Cannes als Isabell Šuba auf. Isabell Šuba filmte also die Schauspielerin Anne Haug, die Isabell Šuba in Cannes spielte. An der Seite von Anne Haug spielte der Produzent Matthias Weidenhöfer – sowohl im Film als auch im wahren Leben Produzent. So entstand ein Film, der dokumentarischen und fiktiven Charakter zugleich hat: Dokufiction.</p>
<p>Bemerkenswert auch die Dreh- und Finanzierungsbedingungen, denn gedreht wurde innerhalb von fünf Tagen in Cannes. Die Festivaltermine gaben einen Großteil des Skripts vor. Anschließend wurde der Film durch Crowdfunding finanziert. Mehr als 8000 Euro kamen so zusammen. Die Crowdfunding-Maßnahmen, bei denen via Internet zahlreiche Geldgeber gesucht werden, die ein Projekt mit großen oder sehr kleinen Summen unterstützen können, geraten ja gerade immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Die deutsche Plattform <a href="http://www.startnext.de/Blog/Blog-Detailseite/b/10-Mio-und-die-naechsten-Schritte-652" target="_blank">startnext</a> feiert mehr als 1500 erfolgreich finanzierte Projekte aus der Kreativwirtschaft mit einem Volumen von insgesamt 10 Millionen Euro. Die US-Plattform kickstarter erreichte im März sogar die Grenze von 1 Milliarde Doller, wie auf dem Blog <a href="http://www.blicklog.com/2014/04/11/us-crowdfunding-plattform-kickstarter-knackte-im-mrz-die-milliarden-grenze/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=us-crowdfunding-plattform-kickstarter-knackte-im-mrz-die-milliarden-grenze" target="_blank">Blick Log</a> zu lesen ist.</p>
<p>Und bemerkenswert das Thema. Der Film greift schon in seinem Titel die Sexismus-Debatte auf, die von drei französischen Regisseurinnen angestoßen wurde. 2012 lief in Cannes im Wettbewerb kein einziger Film einer Regisseurin: Männer zeigen ihre Filme.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://www.filmosophie.com/maenner-zeigen-filme-und-frauen-brueste/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=maenner-zeigen-filme-und-frauen-brueste" target="_blank">filmosophie </a>wird vor allem die Umsetzung dieses Themas behandelt. Wie subtil Isabell Šuba in diesem Film vorgehe, wenn sie beispielsweise eine Party zeige, in der Frauen die Angeblickten sind und Männer die Blickenden, wird auf filmosophie gewürdigt. Der Film stelle dar, er führe vor Augen, mache in seiner dokumentarischen Art auf einen sexistischen Umgang bei den Filmfestspielen aufmerksam, aber moralisiere nicht. Das sei eine große Stärke dieses Films von Šuba.</p>
<p>Ein etwas anderer Schwerpunkt wird auf <a href="http://www.electru.de/2014-04-13/filmtipp-manner-zeigen-filme-frauen-ihre-bruste/" target="_blank">electru </a>gesetzt, wenn der Film als eine Geschichte über Durchsetzungsvermögen verstanden wird. Die Protagonistin beginne an der Welt zu zweifeln, die sie umgibt, wofür dann auch die Ungleichbehandlung der Geschlechter stehen kann. Sie zweifelt an sich selbst, es ist ihre Unsicherheit als Frau in der Männerdomäne „Film“ und ihre Unsicherheit als junge Regisseurin, die nun in der „Glitzerwelt“ anzukommen glaubt, aber stattdessen ihr Apartment mit Festivalgästen teilen muss.</p>
<p>„Männer zeigen Filme &amp; Frauen ihre Brüste“ eröffnete gerade das 10. Filmfestival „Achtung Berlin“, das ausschließlich Filme zeigt, die in der Hauptstadtregion produziert worden sind. Damit schließt sich auch ein selbstreflexiver Kreis. Der Film über ein Festival wird auf einem Festival gezeigt. – Und es ist der einzige Film im Wettbewerb von einer Frau.</p>
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