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	<title>Blogumschau &#187; Crowdfunding &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Die Krautreporter wollen den Journalismus neu erfinden</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jun 2014 07:33:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch drei Tage läuft die Crowdfunding-Kampagne für das Projekt „Krautreporter“. Ehrgeizige 900.000 Euro wollen die Macher einsammeln, das entspricht 15.000 Mitgliedern, die jeweils 60 Euro für ein Jahr Mitgliedschaft bezahlen. Nur noch drei Tage, um knapp 7.000 Menschen für das Projekt zu begeistern, die, Stand heute, noch fehlen. Die Krautreporter <a href=" http://blogumschau.de/2014/06/die-krautreporter-wollen-den-journalismus-neu-erfinden/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_356" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/06/Krautproduktion.jpg"><img class="size-full wp-image-356" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/06/Krautproduktion.jpg" alt="&quot;Krautproduktion&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Krautproduktion&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Noch drei Tage läuft die Crowdfunding-Kampagne für das Projekt „Krautreporter“. Ehrgeizige 900.000 Euro wollen die Macher einsammeln, das entspricht 15.000 Mitgliedern, die jeweils 60 Euro für ein Jahr Mitgliedschaft bezahlen. Nur noch drei Tage, um knapp 7.000 Menschen für das Projekt zu begeistern, die, Stand heute, noch fehlen.</p>
<p>Die Krautreporter versprechen, mit ihrem Angebot einer Internetzeitschrift den Online-Journalismus zu „reparieren“. Denn der sei „kaputt“. Das Projekt wird von teilweise heftiger Kritik begleitet: Zu wenig Frauen in der Redaktion und gar keine Migranten, schlechte technische Umsetzung der Internetseite, Bezahlung nur mit Kreditkarte und mittlerweile Paypal.</p>
<p>Das Vorbild für diese deutsche Online-Zeitschrift ist ein Projekt aus den Niederlanden, „De Correspondent“, dem es in kurzer Zeit gelang, eine solche gewaltige Summe durch Crowdfunding einzutreiben. Doch in Deutschland scheint der Funke nicht überzuspringen. <a href="http://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2014/05/31/861/" target="_blank">Don Alphonso</a> schreibt, mittlerweile versuchten die Redakteure eher sich in Sicherheit zu bringen, da sie das Scheitern fürchten. Vor allem die Logik der gesamten Kampagne irritiert ihn. So ist er sich sicher, die Redakteure, wenn die Krautreporter beerdigt seien, wieder in anderen Redaktionen und Medienhäusern zu entdecken. Obwohl doch der Online-Journalismus kaputt sei. Folgerichtig wäre es, so schreibt er, sie würden bald anderen Tätigkeiten nachgehen, Immobilienmakler in München seinetwegen.</p>
<p><a href="http://www.indiskretionehrensache.de/2014/05/krautreporter/" target="_blank">Thomas Knüwer</a> findet die Idee der Krautreporter großartig: ein offener Online-Journalismus, der allein durch seine Mitglieder finanziert wird. Doch seine wesentliche Kritik betrifft die Attitüde der designierten Mitarbeiter. Da brenne nichts, da sei keine Begeisterung zu verspüren. Stattdessen würden teilweise große Worte verkündet, wie Tilo Jung, der in einem Werbevideo sagt, er habe manchmal das Gefühl, er sei der einzige, der auf einer Bundespressekonferenz noch Fragen aus Interesse stelle. Aber was die Krautreporter nun genau machen werden, sollten die 900.000 Euro zusammenkommen, das, kritisiert Knüwer, verraten sie nicht. Das sei eigentlich gar kein Crowdfunding, es gehe eher um das Einsammeln von Spenden für eine – gute – Idee.</p>
<p>Diese Art der Kritik findet <a href="http://jensrehlaender.tumblr.com/post/87890190688/was-lehrt-uns-das-scheitern-der-krautreporter" target="_blank">Jens Rehländer</a> unfair: meckern sei einfach. Macher seien gefragt! Er hätte sich gewünscht, die Kritiker hätten sich zurückgehalten, nicht wieder und wieder die gleichen Dinge durchgekaut. Allein der Idealismus, Rehländer folgend, habe allerdings nicht ausgereicht, um das Projekt erfolgreich zu finanzieren. Dass es in den letzten Tagen noch gelingen könnte, glaubt er nicht mehr. Ohne Marketingfachwissen sei ein solches Projekt nicht zu stemmen, und eine Ansammlung guter Redakteure mache noch keine gute Redaktion aus. Er hofft allerdings, ein ähnliches Projekt würde bald wieder gestartet, denn immerhin, die Summe, die bislang zusammengekommen ist, ist beeindruckend. Und sie zeigt auch, dass Online-Journalismus auf diese Weise finanziert werden könnte.</p>
<p><a href="http://www.timo-rieg.de/2014/06/die-uberaufklarung/" target="_blank">Timo Rieg</a> wirft einen anderen Blick auf die Krautreporter. Zwar finde er die Idee gut, doch werde in dieser ganzen Debatte um die Krautreporter leicht übersehen, welche großartigen Online- und Printangebote es schon gebe. Rieg sieht das Problem überhaupt nicht in einem Defizit an Information. Es gebe zahllose Möglichkeiten sich zu informieren, sei es im Radio, im Fernsehen, in Zeitungen, Zeitschriften oder Online. Und es gebe mittlerweile zahllose Möglichkeiten, sich zu allen Fragen zu äußern. Gerade im Internet kann die eigene Meinung wieder in Form von Kommentaren zurückgegeben werden. Das Problem sei, dass all das vollkommen irrelevant sei. Alle Diskussionen über die Bebauung des Tempelhofer Feldes beispielsweise führten zu nichts, wenn am Ende die Möglichkeit übrigbliebe zwischen zwei Alternative zu wählen und ein Kreuzchen zu setzen. Rieg fehlt kein weiteres Medium, das die „Geschichten hinter den Nachrichten“ schreibt, ihm fehlt ein Diskurs, der tatsächlich ins Politische hineinwirkt.</p>
<p>Für die Krautreporter bleiben noch ein paar Tage – und dann, dann beginnt die Fußball-WM.</p>
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		<title>„Männer zeigen Filme &amp; Frauen ihre Brüste“</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Apr 2014 12:00:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Cannes]]></category>
		<category><![CDATA[Crowdfunding]]></category>
		<category><![CDATA[Isabell Suba]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Film „Männer zeigen Filme &#38; Frauen ihre Brüste“ von Isabell Šuba ist in verschiedener Hinsicht bemerkenswert. Da ist die Filmidee: Die Regisseurin Isabell Šuba wurde mit ihrem Kurzfilm „Chicca XX Mujer“ 2012 zum Filmfestival nach Cannes eingeladen. Sie war auch dort, allerdings unter einem falschen Namen. Sie akkreditierte sie <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/maenner-zeigen-filme-frauen-ihre-brueste/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Film „Männer zeigen Filme &amp; Frauen ihre Brüste“ von Isabell Šuba ist in verschiedener Hinsicht bemerkenswert. Da ist die Filmidee: Die Regisseurin Isabell Šuba wurde mit ihrem Kurzfilm „Chicca XX Mujer“ 2012 zum Filmfestival nach Cannes eingeladen. Sie war auch dort, allerdings unter einem falschen Namen. Sie akkreditierte sie sich als Filmstudentin, die eine Dokumentation drehen wolle. Die Schauspielerin Anne Haug trat in Cannes als Isabell Šuba auf. Isabell Šuba filmte also die Schauspielerin Anne Haug, die Isabell Šuba in Cannes spielte. An der Seite von Anne Haug spielte der Produzent Matthias Weidenhöfer – sowohl im Film als auch im wahren Leben Produzent. So entstand ein Film, der dokumentarischen und fiktiven Charakter zugleich hat: Dokufiction.</p>
<p>Bemerkenswert auch die Dreh- und Finanzierungsbedingungen, denn gedreht wurde innerhalb von fünf Tagen in Cannes. Die Festivaltermine gaben einen Großteil des Skripts vor. Anschließend wurde der Film durch Crowdfunding finanziert. Mehr als 8000 Euro kamen so zusammen. Die Crowdfunding-Maßnahmen, bei denen via Internet zahlreiche Geldgeber gesucht werden, die ein Projekt mit großen oder sehr kleinen Summen unterstützen können, geraten ja gerade immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit. Die deutsche Plattform <a href="http://www.startnext.de/Blog/Blog-Detailseite/b/10-Mio-und-die-naechsten-Schritte-652" target="_blank">startnext</a> feiert mehr als 1500 erfolgreich finanzierte Projekte aus der Kreativwirtschaft mit einem Volumen von insgesamt 10 Millionen Euro. Die US-Plattform kickstarter erreichte im März sogar die Grenze von 1 Milliarde Doller, wie auf dem Blog <a href="http://www.blicklog.com/2014/04/11/us-crowdfunding-plattform-kickstarter-knackte-im-mrz-die-milliarden-grenze/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=us-crowdfunding-plattform-kickstarter-knackte-im-mrz-die-milliarden-grenze" target="_blank">Blick Log</a> zu lesen ist.</p>
<p>Und bemerkenswert das Thema. Der Film greift schon in seinem Titel die Sexismus-Debatte auf, die von drei französischen Regisseurinnen angestoßen wurde. 2012 lief in Cannes im Wettbewerb kein einziger Film einer Regisseurin: Männer zeigen ihre Filme.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://www.filmosophie.com/maenner-zeigen-filme-und-frauen-brueste/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=maenner-zeigen-filme-und-frauen-brueste" target="_blank">filmosophie </a>wird vor allem die Umsetzung dieses Themas behandelt. Wie subtil Isabell Šuba in diesem Film vorgehe, wenn sie beispielsweise eine Party zeige, in der Frauen die Angeblickten sind und Männer die Blickenden, wird auf filmosophie gewürdigt. Der Film stelle dar, er führe vor Augen, mache in seiner dokumentarischen Art auf einen sexistischen Umgang bei den Filmfestspielen aufmerksam, aber moralisiere nicht. Das sei eine große Stärke dieses Films von Šuba.</p>
<p>Ein etwas anderer Schwerpunkt wird auf <a href="http://www.electru.de/2014-04-13/filmtipp-manner-zeigen-filme-frauen-ihre-bruste/" target="_blank">electru </a>gesetzt, wenn der Film als eine Geschichte über Durchsetzungsvermögen verstanden wird. Die Protagonistin beginne an der Welt zu zweifeln, die sie umgibt, wofür dann auch die Ungleichbehandlung der Geschlechter stehen kann. Sie zweifelt an sich selbst, es ist ihre Unsicherheit als Frau in der Männerdomäne „Film“ und ihre Unsicherheit als junge Regisseurin, die nun in der „Glitzerwelt“ anzukommen glaubt, aber stattdessen ihr Apartment mit Festivalgästen teilen muss.</p>
<p>„Männer zeigen Filme &amp; Frauen ihre Brüste“ eröffnete gerade das 10. Filmfestival „Achtung Berlin“, das ausschließlich Filme zeigt, die in der Hauptstadtregion produziert worden sind. Damit schließt sich auch ein selbstreflexiver Kreis. Der Film über ein Festival wird auf einem Festival gezeigt. – Und es ist der einzige Film im Wettbewerb von einer Frau.</p>
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