<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Blogumschau &#187; Fernsehen &#124; Blogumschau</title>
	<atom:link href="http://blogumschau.de/tag/fernsehen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://blogumschau.de</link>
	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
	<lastBuildDate>Mon, 28 May 2018 08:56:30 +0000</lastBuildDate>
	<language>de-DE</language>
		<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
		<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=3.9.40</generator>
	<item>
		<title>Der Absturz der Germanwings-Maschine und die Medien</title>
		<link>http://blogumschau.de/2015/03/der-absturz-der-germanwings-maschine-und-die-medien/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2015/03/der-absturz-der-germanwings-maschine-und-die-medien/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 31 Mar 2015 07:29:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Print-Journalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=824</guid>
		<description><![CDATA[Vor einer Woche stürzte ein Airbus der Fluglinie Germanwings in den französischen Alpen ab. 150 Menschen kamen auf dem Flug 4U-9525 ums Leben. Es ist eine Katastrophe, für alle Angehörigen der Toten eine Katastrophe von unvorstellbarem Ausmaß. Und seit einer Woche wird auf sämtlichen Kanälen über diese Katastrophe berichtet: Eine <a href=" http://blogumschau.de/2015/03/der-absturz-der-germanwings-maschine-und-die-medien/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einer Woche stürzte ein Airbus der Fluglinie Germanwings in den französischen Alpen ab. 150 Menschen kamen auf dem Flug 4U-9525 ums Leben. Es ist eine Katastrophe, für alle Angehörigen der Toten eine Katastrophe von unvorstellbarem Ausmaß. Und seit einer Woche wird auf sämtlichen Kanälen über diese Katastrophe berichtet: Eine deutsche Fluglinie, zahlreiche deutsche Opfer und ein deutscher Copilot, der mutmaßlich für den Absturz verantwortlich ist. Das Interesse der deutschen Medien ist selbstverständlich sehr groß. Aber die Art und Weise, wie die Medien berichteten, sorgte erneut – ähnlich, wie bei dem Attentat auf Charlie Hebdo oder im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise – für starke Verstimmungen.</p>
<p>Michael Kausch schreibt auf <a href="http://www.czyslansky.net/germanwings-und-die-medialen-reiter-der-apokalypse/#more-12925" target="_blank">czyslansky </a>über die Berichterstattung und die öffentlichen Reaktionen am letzten Dienstag vor allem im Internet und in den sozialen Medien. An vielen Orten war Entsetzen zu vernehmen, zum Beispiel in den Newslettern verschiedener Firmen, die den verbliebenen Angehörigen der Opfer ihr Beileid aussprachen, um danach beispielsweise auf ihre Produkte hinzuweisen. Die Grenzen zwischen einem geradezu zynischen Marketing, Beileidsbekundungen und Hilfsbereitschaft seien schwer zu ziehen. Auch die zahlreichen Kommentare zum Flugzeug-Absturz, zum Beispiel auf Twitter, die dem Schock Ausdruck verleihen sollten, wie ein „Oh mann, krass“, findet Kausch zweifelhaft. Er fragt, was für eine Kommunikation das sei und welchen Zweck sie habe.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://www.reisen-fotografie.de/flug-4u-9525-und-die-medien/" target="_blank">reisen-fotografie</a> wird die Rolle der traditionellen Medien stärker in den Blick genommen, vor allem die Dauersendungen am Dienstag, die sich auf den öffentlich-rechtlichen Sendern vom Nachmittag bis in den Abend zogen. Es wurde berichtet, obwohl es kaum etwas zu sagen gab. Fragwürdige Experten wurden herangezogen, die über die Gründe für den Absturz spekulierten und schamlos Bilder von den Trauernden gezeigt. Selbstverständlich gibt es ein großes öffentliches Interesse an der Flugzeug-Katastrophe. Und dieses Interesse wurde bedient, selbst wenn gar keine neuen Informationen zur Verfügung standen.</p>
<p>Im Laufe der letzten Woche kamen dann immer mehr Details ans Licht. Der rätselhafte Absturz fügte sich offenbar zu einer Geschichte um einen psychisch kranken Copiloten, der einen erweiterten Suizid beging. Indem der Copilot, Andreas L., in den Mittelpunkt rückte, veränderte sich die Berichterstattung. Ein „Sündenbock“ war gefunden, und sein Leben, seine Umgebung und seine Familie wurden von der Presse unter die Lupe genommen. Auf dem <a href="http://www.bildblog.de/63749/andreas-l/" target="_blank">BILDBlog</a> hat Mats Schönauer zahlreiche Entgleisungen, vor allem aus der Boulevard-Presse, zusammengetragen. Eindeutige Schuldzuweisungen wurden dort getätigt und teilweise Bilder des Copiloten veröffentlicht zusammen mit seinem Namen und dem Wohnort.</p>
<p>Dass nun in der Presse oftmals der vollständige Name des Copiloten zu lesen ist, hat Viele erstaunt. Ist das überhaupt zulässig? Ausführlich hat sich damit <a href="https://steffenkutzner.wordpress.com/2015/03/27/durfen-medien-den-vollen-namen-des-copiloten-von-flug-4u9525-nennen-eine-argumentation/" target="_blank">Steffen Kutzner</a> auseinandergesetzt. Er geht die Passagen des Pressekodexʼ durch, die diese Frage berühren. Die großen Boulevardblätter aber auch einige seriöse Zeitungen haben auf ihre Weise Fakten geschaffen, indem sie den Namen nannten. Doch Kutzner kommt zu dem Schluss, dass in diesem Fall gegen den Pressekodex verstoßen wurde. Denn Beweise für die Schuld des Copiloten liegen nicht vor und seine Tat fand nicht in der Öffentlichkeit statt, alle direkten Zeugen sind mit ihm in den Tod gestürzt.</p>
<p><a href="http://bliersbachs-einsprueche.blogspot.de/2015/03/nicht-wissen-und-nicht-wissen-wollen.html" target="_blank">Gerhard Bliersbach</a> schreibt, es sei nun bedeutsam, das „Narrativ“ des mutmaßlichen Suizids zu verstehen. Was ist darüber noch zu erfahren? Bliersbach lehnt jedenfalls die Kurzschlüsse ab, die eine möglichst einfach Erklärung liefern wollen. Mittlerweile ist bekannt, dass Andreas L. vor Jahren wegen Suizidalität in Behandlung war, doch auch damit ist die „Geschichte“ nicht verstanden. Suizide werden nur in einem Beziehungsgeflecht nachvollziehbar, schreibt Bliersbach, die Motive seien komplex und nicht einfach kausal zu erklären. Allen einfachen Erklärungsversuchen ist deshalb zu misstrauen.</p>
<p>Neben dem Copiloten rückte die Stadt Haltern in den Fokus der Berichterstattung, denn sechzehn Schüler sowie zwei Lehrerinnen des Joseph-König-Gymnasiums befanden sich an Bord des Fluges 4U-9525. Haltern wurde deshalb zu einer Chiffre für die Trauer über den Absturz. <a href="http://meistergedanke.de/2015/umgang-der-medien-mit-schuelern-und-angehoerigen-in-haltern/43" target="_blank">Mika Baumeister</a>, der Schüler am Joseph-König-Gymnasium ist, schreibt auf seinem Blog darüber, wie manche Journalisten jegliche Scham verloren, um Bilder und Stimmen von trauernden Schülern einzufangen. So wurde Schülern für ein Interview Geld angeboten, selbst Schülern der unteren Klassen, die minderjährig sind. Absperrungen wurden von manchen Journalisten übergangen, indem sie verdeckt fotografierten. Und die Trauer der Angehörigen, der Schülerinnen und der Schüler wurde von einigen Journalisten in keiner Weise respektiert.</p>
<p>Der Journalist <a href="https://medienland.wordpress.com/2015/03/27/das-ende-der-moral-oder-der-absturz-des-journalismus/" target="_blank">Ben Krischke</a> pflichtet dem Vorsitzenden des bayerischen Journalistenverbandes bei, der schrieb, er schäme sich in diesen Tagen Journalist zu sein. Krischke hofft, dass sich journalistische Ethik doch wieder durchsetzt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2015/03/der-absturz-der-germanwings-maschine-und-die-medien/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>2014 – Eine Jahresblogumschau</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/12/2014-eine-jahresblogumschau-2/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/12/2014-eine-jahresblogumschau-2/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Dec 2014 07:30:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[AfD]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[IS]]></category>
		<category><![CDATA[Jahresrückblick]]></category>
		<category><![CDATA[Kalter Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>
		<category><![CDATA[PEGIDA]]></category>
		<category><![CDATA[Print-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[WM]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=684</guid>
		<description><![CDATA[Das Jahr 2014 liegt fast hinter uns. Rückblicke dominieren die Berichterstattung in diesen Tagen – auch in den Blogs. Es ist die rechte Zeit ein wenig Rück- und Umschau zu halten. Was war in diesem Jahr in der Politik, im Feuilleton und jenseits davon wichtig? Zunächst zur Politik: Auf der <a href=" http://blogumschau.de/2014/12/2014-eine-jahresblogumschau-2/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Jahr 2014 liegt fast hinter uns. Rückblicke dominieren die Berichterstattung in diesen Tagen – auch in den Blogs. Es ist die rechte Zeit ein wenig Rück- und Umschau zu halten. Was war in diesem Jahr in der Politik, im Feuilleton und jenseits davon wichtig?</p>
<p>Zunächst zur Politik:<br />
Auf der internationalen Ebene hielt uns die Ukraine-Krise in Atem: Die Demonstrationen auf dem Kiewer Maidan-Platz, der Sturz des Präsidenten Viktor Janukowitsch, der völkerrechtlich höchst umstrittene Anschluss der Krim an das russische Territorium, die gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Ostukraine, der immer noch nicht aufgeklärte Abschuss der Passagiermaschine MH17, ein umstrittener russischer Hilfskonvoi mit Lieferungen für die ostukrainische Bevölkerung, der immer weiter eskalierende Streit zwischen Russland und dem Westen, den manche schon als Heraufkunft eines neuen Kalten Kriegs deuten.<br />
Und die Entwicklungen im Nordirak und in Syrien: Die dschihadistische Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS), die die Menschen durch ihr brutales Vorgehen und Vorrücken in Angst und Schrecken versetzt, die Einkesselung von tausenden Jesiden in den Sindschar-Bergen, welche die USA endgültig zu einer erneuten militärischen Intervention bewog, der Kampf um die belagerte nordirakische Stadt Kobane, der immer noch anhält.<br />
Dazu kamen Europawahlen mit teilweise niederschmetternd niedrigen Wahlbeteiligungen und einem lang anhaltenden Geschacher um den Posten des Kommissionspräsidenten, den dann doch noch Jean-Claude Juncker erhielt. Die transatlantischen Freihandelsabkommen CETA und TTIP erregen die Gemüter. Schottland entschied sich nur knapp gegen die Abspaltung von Großbritannien. In den USA treibt der noch lange nicht überwundene Rassismus die Menschen auf die Straßen – nicht nur in Ferguson. Der jüngst veröffentlichte Bericht zu den Foltermethoden der CIA nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001 sorgt für Empörung und Entsetzen. Hinsichtlich der NSA-Abhöraffäre sind immer noch mehr Fragen offen als beantwortet. Edward Snowden sitzt immer noch im russischen Exil fest. Der Ausbruch einer Ebola-Epidemie beunruhigte nicht nur die Menschen in afrikanischen Ländern. Der Nahost-Konflikt kommt nicht zur Ruhe, Israel bombardierte den Gaza-Streifen, nachdem aus diesem Raketen auf das israelische Territorium gefeuert wurden.<br />
Und in Deutschland? Man streitet über die Autobahnmaut, DIE LINKE stellt in Thüringen mit Bodo Ramelow zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten, die FDP fliegt reihenweise aus den Landesparlamenten, in die nun die konservativ-populistische AfD einzieht. Die GDL legte über mehrere Tage hinweg den Bahnverkehr lahm und sorgte damit für viel Unmut und warf die Frage auf, wie weit das Streikrecht gehen darf. Der Berliner Flughafen ist immer noch eine Baustelle, Klaus Wowereit wird ihn nicht mehr als Berliner Bürgermeister benutzen können, er hat vor wenigen Tagen sein Amt an Michael Müller abgetreten.<br />
Der NSU-Prozess offenbart immer neue Details, auch über das Versagen der deutschen Behörden. Und es wurde viel demonstriert: Gegen Israels Politik, gegen einen linken Ministerpräsidenten, „Hooligans gegen Salafisten“, „patriotische Europäer“ gegen die vermeintliche Islamisierung des Abendlandes, für den Frieden – mit teils bedenklichen Untertönen und Konnotationen. Auch in Deutschland sind Rassismus und Fremdenfeindlichkeit noch lange nicht überwunden.</p>
<p>Lässt sich da ein roter Faden finden? Christian P. Krohne versucht es auf <a href="http://www.spreepublik.de/2014/12/19/die-suche-nach-dem-roten-faden-ein-politischer-jahresrueckblick/" target="_blank">Spreepublik</a> und findet ihn überraschenderweise in der SPD. Ob nun das Verfahren gegen Sebastian Edathy, dem der Besitz von kinderpornographischem Material vorgeworfen wird, die gute Freundschaft des SPD-Altkanzlers Gerhard Schröder mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, Wowereit, der als Berliner Bürgermeister für einiges Durcheinander gesorgt hat, oder die rot-rot-grüne Regierung in Thüringen, immer sei dieses Jahr irgendwie die SPD beteiligt gewesen.</p>
<p>Roberto J. De Lapuente stellt auf <a href="http://ad-sinistram.blogspot.de/2014/12/weihnachtsgrue-aus-der-boombranche.html" target="_blank">ad sinistram</a> etwas anderes in den Mittelpunkt seines Weihnachtsgrußes, der zugleich ein kurzer Rückblick aufs Jahr ist: Er beobachtet, wie sich in diesem Jahr in verschiedenen Hinsichten – Salafisten, PEGIDA, (Finanz-) Kapitalismus, Ost/West-Konflikt – die Zustände radikalisieren und verschlimmern. Diffuse Ängste nehmen zu, der Egoismus und die Intoleranz sind auf dem Vormarsch und treiben die gesellschaftlichen Antagonismen voran. Einfache Feindbilder werden konstruiert, Hass und Aggression nehmen zu. An Themen wird es damit auch im nächsten Jahr nicht mangeln.</p>
<p>Auf <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.de/2014/12/jahresruckblick-3-verschworungstheorie.html" target="_blank">Die Wahrheit über die Wahrheit</a> schreibt Thomas über eine andere bemerkenswerte Entwicklung dieses Jahres: Dass alles, was auch nur so halbwegs vom Meinungsmainstream abweiche, gleich zur Verschwörungstheorie erklärt und damit abgekanzelt werde. Bemerkenswert sei dies vor allem deshalb, weil sich doch so einige Behauptungen, die zunächst als Spinnereien abgetan worden seien, letztlich als stichhaltig erwiesen hätten, beispielsweise hinsichtlich der NSA-Überwachung, der CIA-Folter oder dem Nationalsozialistischen Untergrund. Bald könne einen wohl nichts mehr verwundern. Doch warum wird der Verschwörungsvorwurf so schnell und oft erhoben? Thomas vermutet ein gesellschaftliches Kommunikationsproblem: Die verschiedenen Gesellschaftsgruppen würden sich einfach nicht mehr verstehen. Also auch hier: ein bedenkliches Auseinanderdriften.</p>
<p>Das politische Geschehen hat das Jahr 2014 dominiert. Oder doch nicht? Aufschlussreich sind die Listen, die Google veröffentlicht hat, die aufzeigen, welche Begriffe 2014 am häufigsten gesucht worden sind. Im <a href="http://www.googlewatchblog.de/2014/12/google-jahresrueckblick2014-fussball-wm/" target="_blank">Googlewatchblog</a> sind diese Listen zu finden. Bei den Schlagzeilen dominiert die WM 2014, gefolgt von Michael Schumacher, der 2014 den furchtbaren Skiunfall hatte und Robin Williams, der in diesem Jahr verstarb. Erst auf Platz 6 folgt die Krim, auf Platz 8 die Ukraine. Die Google-Suchen spiegeln selbstverständlich nur Suchinteressen wider, sagen nur bedingt etwas über das tatsächliche Interesse an einem Thema aus.</p>
<p><a href="https://emshapro.wordpress.com/2014/12/22/jahresrueckblicke2014/" target="_blank">Emshapro</a> wundert sich darüber, dass in den TV-Rückblicken ebenfalls das Politische nur am Rande vorkam. Der Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft habe die zahlreichen Rückblicke dominiert. Es geht, so emshapro, vor allem darum, ein gutes Gefühl zu verbreiten. Politische Konflikte, Krisen und ernsthafte Probleme fänden in einem so konzipierten Programm nur bedingt Platz. Die TV-Jahresrückblicke böten keine Chronologie der einschneidenden Ereignisse, sondern hielten sich vor allem bei starken Bildern und großen Emotionen auf. Entsprechend ist das Fazit ernüchternd: Unzählige Rückblicke wurden gezeigt, die allerdings kaum darstellten, was tatsächlich wichtig war in diesem Jahr 2014.</p>
<p>Der Blick auf die Großereignisse ist die eine Möglichkeit das Jahr 2014 in einem Rückblick zu erfassen. Daneben geben gerade zahlreiche Blogs persönliche Rückblicke. Einen solchen hat Tobias Lindemann auf <a href="http://libroskop.wordpress.com/2014/12/22/kurzer-ruckblick-auf-das-libroskop-lesejahr-2014/" target="_blank">Libroskop</a> verfasst. Der Literaturblog stellt vor allem Leseerfahrungen in den Mittelpunkt. Welche Bücher prägten das Jahr 2014 für Lindemann? Esther Kinskys „Am Fluss“ stellt für Lindemann das eindrücklichste Leseerlebnis in diesem Jahr dar. Ein stilles Werk, dessen Zwischentöne ihn überzeugt haben.<br />
Lindemann schaut auch auf die literarischen Ereignisse des Jahres. Der Buchpreis habe ihn mit seiner Omnipräsenz zunehmend genervt, echte literarische Debatten hätten dagegen kaum stattgefunden, allenfalls Florian Kesslers streitbarer Artikel in der ZEIT sei zu nennen, der für weniger Konformismus in der deutschen Literatur plädiert habe.</p>
<p>Die Jahresrückblicke, die bereits stattgefunden haben, konnten mindestens ein Datum nicht mehr aufnehmen, das sicherlich vielen in Erinnerung bleiben wird: Udo Jürgens verstarb am 21. Dezember 2014. Konstantin Wecker würdigt ihn auf seinem Blog <a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/12/22/udo-juergens-cassandra-steen-was-wichtig-ist/" target="_blank">Hinter den Schlagzeilen</a> als eine „der ganz großen Begabungen für Melodien“.</p>
<p>In das Jahr 2014 fallen zahlreiche Ereignisse, wie zum Beispiel der Weltmeistertitel der deutschen Fußballnationalmannschaft in Brasilien, die eine gewisse Tragweite hatten. Zahlreiche „Ereignisse“ sind aber überhaupt nicht abgeschlossen wie der Ukraine-Konflikt oder das bröckelnde Vertrauen vieler deutscher Bürgerinnen und Bürger in die etablierten Medien, auch PEGIDA wird vermutlich im nächsten Jahr wieder für Schlagzeilen sorgen. Die Blogumschau erlaubt sich deshalb nur eine kurze Pause und ist Anfang 2015 wieder mit Berichten aus der Welt der Blogs zur Stelle.</p>
<p>Ein frohes Weihnachtsfest und einen angenehmen Abschluss dieses Jahres wünschen</p>
<p>Jochen Walter &amp; Christian Wiebe</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/12/2014-eine-jahresblogumschau-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ein Appell für Frieden in Europa verhallt in den Qualitätsmedien – zu Recht?</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/12/ein-appell-fuer-frieden-in-europa-verhallt-in-den-qualitaetsmedien-zu-recht/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/12/ein-appell-fuer-frieden-in-europa-verhallt-in-den-qualitaetsmedien-zu-recht/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Dec 2014 07:32:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Friedensappell]]></category>
		<category><![CDATA[Kalter Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Print-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Wladimir Putin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=669</guid>
		<description><![CDATA[Paradoxe Verhältnisse? Die Ukraine kommt nicht zur Ruhe, die Gewalt in der Ostukraine bricht nicht ab. Die Stimmung zwischen Russland und dem Westen ist mehr als nur angespannt, manch einer spricht von einem neu heraufziehenden (Kalten) Krieg. Da sollte man meinen, dass ein von sechzig deutschen Politikern, Künstlern und Intellektuellen <a href=" http://blogumschau.de/2014/12/ein-appell-fuer-frieden-in-europa-verhallt-in-den-qualitaetsmedien-zu-recht/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Paradoxe Verhältnisse? Die Ukraine kommt nicht zur Ruhe, die Gewalt in der Ostukraine bricht nicht ab. Die Stimmung zwischen Russland und dem Westen ist mehr als nur angespannt, manch einer spricht von einem neu heraufziehenden (Kalten) Krieg. Da sollte man meinen, dass ein von sechzig deutschen Politikern, Künstlern und Intellektuellen getragener Aufruf zum Frieden in Europa und zu einem gemäßigten Umgang zwischen dem Westen und Russland, auf fruchtbaren Boden fallen sollte. Doch der Appell findet in den öffentlich-rechtlichen Sendern und in den meinungsführenden Tages- und Wochenzeitungen kaum lobende Erwähnung. Wenn er überhaupt erwähnt wird.</p>
<p>In dem Aufruf „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“, der auf <a href="http://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-russland-dialog" target="_blank">ZEIT ONLINE</a> dokumentiert ist, warnen unter anderem Roman Herzog, Margot Käßmann, Reinhard Mey, Otto Schily, Gerhard Schröder und Wim Wenders davor, dass der Westen und Russland durch ein gefährliches Wechselspiel sich gegenseitig befeuernder Drohungen in einen neuen Krieg zu schlittern drohen, den eigentlich niemand wolle. Appelliert wird an die <em>gemeinsame</em> Verantwortung für Sicherheit und Frieden. Es gehe nicht um Wladimir Putin, sondern um Europa. Eine neue Entspannungspolitik wird von den Unterzeichnern des Aufrufs angemahnt, die nur im gleichberechtigten Dialog mit Russland zu erreichen sei. Die europäische „Gestaltungsmacht“ Russland dürfe nicht aus Europa gedrängt werden. Das russische Sicherheitsbedürfnis, das durch die westliche Ausdehnung gen Osten in den Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges strapaziert worden sei, müsse anerkannt und berücksichtigt werden. Der Aufruf ist insbesondere auch an die etablierten Medien gerichtet, die von vorurteilsbehafteten Berichten über Russland Abstand nehmen und stattdessen wieder ausgewogen und gut recherchiert über den Konflikt schreiben sollen.</p>
<p>Dass wirklich niemand Krieg wolle, wie der Friedensappell behauptet, davon ist Jens Siegert nicht überzeugt. Er zweifelt auf dem <a href="http://russland.boellblog.org/2014/12/07/aufruf-niemand-will-krieg-will-wirklich-niemand-krieg/" target="_blank">Russland-Blog</a> der Moskauer Heinrich-Böll-Stiftung erheblich am Friedenswillen der russischen Führung. Zudem herrsche doch schon Krieg in Europa, und Russland befördere diesen aktiv durch sein wiederholtes militärisches Engagement in der Ostukraine. Ohne diese russischen Interventionen, da ist sich Siegert ziemlich sicher, hätte es diesen Krieg wohl gar nicht gegeben. Siegert findet es des Weiteren mehr als unglücklich, dass der Appell die für die Eskalation der Gewalt Verantwortlichen nicht klar benennt, sondern sich stattdessen einer „opportunistischen Äquidistanz“ bediene. Das militärische Eingreifen Russlands werde mit den Sanktionen des Westens gleichgesetzt. Die Provokationen und Lügen Russlands würden so verdeckt bzw. beschönigt.</p>
<p>Karsten Lucke findet den Friedensappell geradezu grotesk, wie er auf <a href="http://kielspratineurope.eu/?p=1839" target="_blank">kielspratineurope</a> feststellt. Der Aufruf adressiere die Falschen. Nicht Europa oder der Westen treibe die Eskalationsspirale voran, sondern eben Russland. Putin tue einfach was er wolle, habe wiederholt aggressiv gehandelt und dabei jedes Maß verloren. Das Argument von der für Russland bedrohlichen Ost-Ausdehnung des Westens hält Lucke für ein Ammenmärchen. Die Staaten des ehemaligen Ostblocks hätten sich doch freiwillig für die Annäherung an den Westen entschieden. Nicht der Westen dränge Russland aus Europa heraus, sondern Putin tue dies selbst. Dabei müsste Putin doch erkennen, so Lucke, dass Russland angesichts der vielen virulenten globalen Problemlagen eigentlich eine strategische Partnerschaft mit Europa eingehen müsste und nicht mehr in alten (und überkommenen) geopolitischen Mustern denken dürfte.</p>
<p>In den sozialen Netzwerken und Blogs schlossen sich aber auch viele der Analyse und mahnenden Stoßrichtung des Aufrufs an. Der Friedensappell wurde häufig geteilt und weiterverbreitet. In der Berichterstattung insbesondere der öffentlich-rechtlichen Medien spielte er hingegen kaum eine Rolle.</p>
<p>Bei <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/19983/60-prominente-gegen-den-krieg-sind-keine-nachricht-fuer-ard-und-zdf/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> verursacht es schon gehöriges Kopfschütteln, dass da eine ziemlich prominent besetzte Gruppe von Politikern, Künstlern und Intellektuellen Kritik an den politischen Entscheidungsträgern und Medienschaffenden im Zuge der Ukraine-Krise übt und die öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformate dies einfach weitgehend ignorieren. Dass es am Tag der Veröffentlichung des Friedensappells am vergangenen Freitag viele andere wichtige Meldungen gegeben habe, wie dies Elmar Theveßen, der stellvertretende ZDF-Chefredakteur, auf Nachfrage mitteilte, könne ja vielleicht noch angehen, so Niggemeier. Skeptisch macht es ihn aber schon, dass dies nur zu gut zum Bild der letzten Monate passe, wo ARD und ZDF immer wieder für ihre allzu einseitige Berichterstattung im Zuge der Ukraine-Krise kritisiert wurden, ohne darauf entschieden zu reagieren. Der nachrichtenreiche Freitag sei den Nachrichtenplanern vielleicht gerade recht gekommen, mutmaßt Niggemeier, um den auch gegen sie gerichteten kritischen Appell elegant übergehen zu können.</p>
<p>Die Skepsis gegenüber den etablierten Qualitätsmedien wird so jedenfalls nicht geringer. Man muss die in dem Friedensappell geäußerte Kritik an der Politik und den Medien ja nicht teilen – es gibt durchaus berechtigte Einwände. Sie einfach zu ignorieren wird allerdings nicht helfen, sondern die Vertrauenskrise weiter vergrößern.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/12/ein-appell-fuer-frieden-in-europa-verhallt-in-den-qualitaetsmedien-zu-recht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Über Entwicklungen im Fernsehen: Joko und Klaas suchen den besten Freund</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/12/ueber-entwicklungen-im-fernsehen-joko-und-klaas-suchen-den-besten-freund/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/12/ueber-entwicklungen-im-fernsehen-joko-und-klaas-suchen-den-besten-freund/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2014 09:13:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Joko und Klaas]]></category>
		<category><![CDATA[YouTube]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=661</guid>
		<description><![CDATA[Am vergangenen Samstag lief auf ProSieben die erste Ausgabe von „Mein bester Feind“. Das wäre erstmal nichts Besonderes, werden doch immer wieder neue Formate im Fernsehen ausgetestet, wenn nicht Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt die Moderatoren wären, die zuletzt als Retter des deutschen Fernsehens ausgerufen wurden. Das Format wurde also <a href=" http://blogumschau.de/2014/12/ueber-entwicklungen-im-fernsehen-joko-und-klaas-suchen-den-besten-freund/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Samstag lief auf ProSieben die erste Ausgabe von „Mein bester Feind“. Das wäre erstmal nichts Besonderes, werden doch immer wieder neue Formate im Fernsehen ausgetestet, wenn nicht Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt die Moderatoren wären, die zuletzt als Retter des deutschen Fernsehens ausgerufen wurden. Das Format wurde also mit einiger Spannung erwartet und löste im Anschluss vor allem bei Twitter ein enormes Echo aus.</p>
<p>Das Showkonzept ist einfach und wurde von Joko und Klaas ähnlich in deren Sendung „Circus Halligalli“ durchgespielt. Für den Gewinn eines Fernsehers musste der beste Freund des Kandidaten eine Aufgabe bestehen, wie zum Beispiel unter einem Gletscher durchtauchen. Der gewonnene Fernseher konnte dann in der Show wieder gesetzt werden, um nach einem bestandenen Parcours einen Porsche 911 zu gewinnen. Dieser Parcours hatte es dann in sich: Matheaufgaben lösen, während Scooter-Frontmann HP Baxxter Zahlen shoutet – ein Spaß. Eine Aufgabe bestand allerdings darin, sich vor laufender Kamera ein Tattoo stechen zu lassen. Vier Motive standen zur Auswahl, wie ein besoffener Esel auf einem Skateboard, den Klaas Heufer-Umlauf gezeichnet hatte. Und, ja, tatsächlich dieser Esel ziert jetzt den Fuß des Freundes des glücklichen Porsche-Gewinners und auch den Po eines unglücklichen Verlierers.</p>
<p>Der <a href="http://www.andi-szabo.de/blog/2014/12/mein-bester-feind-max-rockt-als-rapper-bei-joko-und-klaas/" target="_blank">reDDakteur </a>lobt vor allem den Auftritt von Max, der am Ende den Porsche für seinen Freund gewinnen konnte. Er musste bei einer Show des Rappers Kollegah live rappen. Der Text, den er dafür lernen musste, stammte von Klaas und bestand vor allem aus Beleidigungen des Kollegah-Publikums und den Dresdnern allgemein. Vollkommen sinnlos, aber beste Samstagabend-Unterhaltung lautet das Fazit des reDDakteurs. Klaas und Joko würden wohl zu Recht als Erben von Thomas Gottschalk und Stefan Raab gehandelt.</p>
<p>Die Quote allerdings war bescheiden, wie auf <a href="http://www.klatsch-tratsch.de/2014/12/07/mein-bester-feind-wie-wetten-dass-nur-ohne-lanz/226001" target="_blank">klatsch-tratsch</a> festgehalten wird. Nicht einmal 2 Millionen Zuschauer sahen die Sendung, was deutlich unter den Erwartungen lag. Für die Zukunft des Fernsehens ist das dann wohl zu wenig. Das Konzept der Show sei zu durchschaubar gewesen. Die Aufgaben waren so gestellt, dass alle Kandidaten sie bestanden. Das müsse so sein, denn sonst werden sie nicht zum Live-Wettbewerb in der Halle eingeladen. Dazu passt, dass die Aufgaben auffällig an buchbare Abenteuer aus dem Programm von Jochen Schweizers Event-Firma erinnerten. Und eben diese Firma schaltete zahlreiche Werbespots in den Werbepausen.</p>
<p>Marketing, natürlich. Die Fernsehsender suchen nach neuen Möglichkeiten, Werbeeinnahmen zu generieren. Denn nicht allein die Zeitungen und Zeitschriften stehen unter einem zunehmenden Druck durch wegbrechende Werbeeinnahmen, sondern auch die Fernsehsender. Gelungene Ausschnitte werden deshalb längst bei YouTube zweitverwertet. Die kurzen Clips der Teilnehmer in „Mein bester Feind“ bieten sich dafür an. Der „Diss“ auf dem Rap-Konzert von Kollegah hat immerhin schon mehr als 80.000 Klicks.</p>
<p>Nur Kleinigkeiten gegenüber dem Gangnam-Style, dem bislang erfolgreichsten Video auf YouTube, das nun die 2 Milliarden-Grenze knackte. Das nutzte Google für eine Meldung, denn bis vor kurzem war bei etwas mehr als 2 Milliarden Klicks Schluss mit der Zählung. Eine größere Zahl war technisch nicht darstellbar. Daraus ließ sich doch eine Meldung machen, wie „Psy zerstört YouTube“, eine Meldung, die, so ähnlich, viele Medien aufgriffen, klang sie ja äußerst spektakulär. Allerdings handelte es sich bloß um eine Marketing-Meldung, wie Peter Mock in seinem Blog <a href="http://netz-tv.blogspot.de/2014/12/psy-zerstort-youtube-content-marketing.html" target="_blank">Netz-TV</a> festhält, die den enormen Erfolg von YouTube zur Schau stellt.</p>
<p>Eine geradezu ironische Schleife: Da machen die alten Medien – mehr oder weniger unwissentlich, aber ganz und gar freiwillig – Werbung für den Erfolg von YouTube. Ausgerechnet. Die Zukunft des Fernsehens findet längst im Netz statt, der Erfolg, auch von Joko und Klaas, muss sich auf lange Sicht hier beweisen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/12/ueber-entwicklungen-im-fernsehen-joko-und-klaas-suchen-den-besten-freund/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Wie umgehen mit Putin? Reaktionen auf Putins ARD-Interview</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/11/wie-umgehen-mit-putin-reaktionen-auf-putins-ard-interview/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/11/wie-umgehen-mit-putin-reaktionen-auf-putins-ard-interview/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2014 08:23:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Angela Merkel]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Günther Jauch]]></category>
		<category><![CDATA[Kalter Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Wladimir Putin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=632</guid>
		<description><![CDATA[Wladimir Putin auf fast allen Kanälen. Das ist im Zuge der sich wieder zuspitzenden Ukraine-Krise nichts Ungewöhnliches. Doch der russische Präsident gab der ARD ein rund halbstündiges Interview, stand Rede und Antwort, was so nur höchst selten vorkommt. Im Rahmen des von dem NDR-Journalisten Hubert Seipel geleiteten Gesprächs, legte Putin <a href=" http://blogumschau.de/2014/11/wie-umgehen-mit-putin-reaktionen-auf-putins-ard-interview/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_633" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/11/Frau-Merkel-schaut-fern.jpg"><img class="size-full wp-image-633" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/11/Frau-Merkel-schaut-fern.jpg" alt="&quot;Frau Merkel schaut fern&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Frau Merkel schaut fern&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Wladimir Putin auf fast allen Kanälen. Das ist im Zuge der sich wieder zuspitzenden Ukraine-Krise nichts Ungewöhnliches. Doch der russische Präsident gab der ARD ein rund halbstündiges Interview, stand Rede und Antwort, was so nur höchst selten vorkommt. Im Rahmen des von dem NDR-Journalisten Hubert Seipel geleiteten Gesprächs, legte Putin seine bzw. die russische Sicht auf die Spannungen mit dem Westen und den Ukraine-Konflikt in einem sachlich-ruhigen Tonfall dar. Den vom Westen vehement als völkerrechtswidrig kritisierten Anschluss der Krimhalbinsel an das russische Territorium verteidigte Putin mit Verweis auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker und den Fall der vom Westen unterstützten Abspaltung des Kosovo von Serbien. Auf die Frage, ob Russland die Separatisten in der Ostukraine militärisch unterstütze, reagierte Putin ausweichend und stellte fest, dass man es jedenfalls nicht zulassen werde, dass die ukrainische Armee die dortige Bevölkerung „vernichte“. Gegen Ende des Interviews mahnte Putin, dass man gemeinsam eine Lösung für den Ukraine-Konflikt finden müsse. Die guten Beziehungen Russlands zu Deutschland und zu Europa dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden. Das Interview war in den sonntäglichen Polit-Talk von Günther Jauch eingebettet. Eine Diskussionsrunde bestehend aus Ursula von der Leyen, Hubert Seipel, Sonia Seymour Mikich und Heinrich August Winkler, diskutierte die Aussagen des russischen Präsidenten.</p>
<p>An dem Journalisten Seipel, der das Interview führte, lässt <a href="http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/ard-der-nick-seipel-im-jauch-gewitter/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=ard-der-nick-seipel-im-jauch-gewitter" target="_blank">Roland Tichy</a> auf seinem Blog kein gutes Haar. Viel zu unkritisch sei dieser gewesen, so Tichy. Seipel habe Putin viel zu viel Raum für seine Ausführungen gelassen, habe nur abgenickt und nicht nachgehakt, wo es nötig gewesen wäre; etwa hinsichtlich der militärischen Beteiligung Russlands in der Ostukraine oder der Behauptung Putins, dass dort Menschen von der ukrainischen Armee massakriert würden. Putin habe sich so ohne Mühe als braver und netter Märchenerzähler gerieren können. Tichy erinnert das eher an eine Veranstaltung des DDR-Fernsehens, als an ein journalistisch geführtes Interview. Zu allem Überfluss sei die daran anschließende Talkrunde kaum besser gewesen, weswegen Tichy dem deutschen Fernsehen ein Versagen sondergleichen vorwirft.</p>
<p>Albrecht Müller stört sich auf den <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=23975" target="_blank">NachDenkSeiten</a> weniger an der Interviewführung Seipels, die er insgesamt als „sachverständig“ bezeichnet, als viel mehr an der daran anschließenden Diskussionsrunde um Jauch. Anhand dieser könne man gut ablesen, so Müller, wie linienkonform und angepasst die deutschen Medien gerade ticken würden. Es werde über die Maßen pauschalisiert und Putin als der für die Krise allein Schuldige und Verantwortliche dargestellt. Viele durchaus bedenkenswerte Aspekte des Putin-Interviews seien in der Diskussion einfach übergangen oder leichthin abgekanzelt worden, etwa wie wertvoll die vormals verfolgte Strategie des „Wandels durch Annäherung“ gewesen sei oder die Feststellung Putins, die Eingliederung der Krim sei nicht völkerrechtswidrig gewesen, wofür der russische Präsident die Abspaltung des Kosovos als Präzedenzfall ins Feld führte. All dies würde ignoriert, weil es nicht in das vorgefertigte Gut/Böse-Schema passe.</p>
<p>In eine solche Schwarz-Weiß-Malerei stimmte jüngst auch Angela Merkel ein, die sich während eines Vortrags am Rande des G20-Gipfels in Australien kritisch wie selten zuvor gegenüber Russland äußerte. Russland habe durch seine Annexion der Krim das Völkerrecht missachtet, so Merkel, und stelle durch seine „Einflussnahme zur Destabilisierung der Ostukraine in Donezk und Lugansk“ die europäische Friedensordnung in Frage. In einer an den Vortrag anschließenden Fragerunde bemerkte Merkel, dass es bei all dem nicht nur um die Ukraine gehe, sondern dass auch Moldawien, Georgien, Serbien oder die Westbalkanstaaten in den Strudel der Auseinandersetzung geraten könnten. Deshalb dürfe Europa nicht vor Russland zurückweichen.</p>
<p>Günther Lachmann stellt auf <a href="http://www.geolitico.de/2014/11/17/merkels-motiv-fuer-den-kalten-krieg/" target="_blank">Geolitico</a> fest, dass Merkel mit ihren Äußerungen Moskau den Kalten Krieg erklärt habe. Er fragt sich, warum Merkel das mache, warum sie die Eskalation dermaßen forciere, indem sie Russland offen der Kriegstreiberei beschuldige. Und das, wo Putin in dem ARD-Interview doch so sachlich und nüchtern argumentiert habe und wo gute wirtschaftliche Beziehungen zu Russland doch so wichtig für Deutschland und Europa seien. Lachmann vermutet, dass wohl weniger geostrategische als vielmehr ökonomische Gründe hier die zentrale Rolle spielen würden. Es handle sich um den Versuch, das von Russland beförderte Projekt eines eurasischen Wirtschaftsraums abzublocken, da dieses dem durch TTIP zu erschaffenden transatlantischen Wirtschaftsraum entgegenstehen würde.</p>
<p>Eric Bonse kritisiert auf <a href="http://lostineu.eu/merkels-merkwuerdige-warnung/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope%29" target="_blank">Lost in EUrope</a> insbesondere, dass Merkel vor einem europäischen „Flächenbrand“ warne, der drohe, wenn man Russland jetzt nicht entschieden Einhalt gebieten würde. Merkel ignoriere mit dieser Warnung einige wichtige Fakten, so Bonse, denn Moldawien, Georgien oder Serbien stünden Russland nun einmal traditionell nahe und das dürfte man auch nicht unterbinden. Putin hier einfach Machtgelüste zu unterstellen sei – trotz der in anderen Belangen durchaus berechtigten Kritik am Vorgehen des russischen Präsidenten – einfach zu billig, insbesondere da sich Deutschland und der Westen während der Balkankriege ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert hätten.</p>
<p>Die Dinge sind wohl deutlich komplizierter, als sie im Moment – von <em>beiden</em> Seiten – dargestellt werden. Einfache Schuldzuschreibungen sind in einer solchen Situation nicht zielführend. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang das zunehmende Unbehagen, das sich gegen eine allzu einseitig gegen Putin gerichtete Berichterstattung Bahn bricht. Ein Bericht der ARD-Tagesschau, der die vermeintliche internationale Isolation Putins zum Thema hat, zeigt Putin beim Mittagessen auf dem G20-Gipfel gerade in dem Moment, wo ein Kellner die ebenfalls am Tisch sitzende brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff verdeckt. Absicht oder Zufall? Als unter anderem <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/19865/super-symbolbilder-putin-einsam-und-verlassen/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> auf diese Szene aufmerksam machte, war die Empörung im Netz jedenfalls so groß, dass sich Kai Gniffke, der Chefredakteur der ARD, zu einer <a href="http://blog.tagesschau.de/2014/11/17/putin-einsam-oder-nicht-einsam/" target="_blank">Stellungnahme</a> veranlasst sah. Ob dies zu mehr Sorgfalt und Ausgewogenheit in der Berichterstattung führen wird, wird sich zeigen. Den gesunden Mittelweg zu finden – zwischen einseitigem „Putin-Bashing“ einerseits und bloßem „Putin-Verstehertum“ andererseits – ist offenbar gar nicht so einfach.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/11/wie-umgehen-mit-putin-reaktionen-auf-putins-ard-interview/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Was läuft da falsch? Zur Berichterstattung über die Ukraine-Krise</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/09/was-laeuft-da-falsch-zur-berichterstattung-ueber-die-ukraine-krise/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/09/was-laeuft-da-falsch-zur-berichterstattung-ueber-die-ukraine-krise/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Sep 2014 07:36:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Print-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Wladimir Putin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=544</guid>
		<description><![CDATA[Den Verdacht hatten viele Medienbeobachter, aber auch zahlreiche Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer längst geäußert: Die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und in vielen großen Zeitungen zur Ukraine-Krise ist verzerrt. Blogs leben unter anderem von den Defiziten solcher Berichterstattung. In vielen Blogs wird immer wieder auf einseitige Berichterstattungen aufmerksam gemacht. So wirkte es <a href=" http://blogumschau.de/2014/09/was-laeuft-da-falsch-zur-berichterstattung-ueber-die-ukraine-krise/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_547" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/09/Schwarz-Weiß-Malerei-ARD.jpg"><img class="size-full wp-image-547" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/09/Schwarz-Weiß-Malerei-ARD.jpg" alt="&quot;Schwarz-Weiß-Malerei der ARD&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Schwarz-Weiß-Malerei der ARD&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Den Verdacht hatten viele Medienbeobachter, aber auch zahlreiche Fernsehzuschauerinnen und -zuschauer längst geäußert: Die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und in vielen großen Zeitungen zur Ukraine-Krise ist verzerrt. Blogs leben unter anderem von den Defiziten solcher Berichterstattung. In vielen Blogs wird immer wieder auf einseitige Berichterstattungen aufmerksam gemacht. So wirkte es wie eine Bestätigung der eigenen kritischen Arbeit, als der ARD-Programmbeirat nun die Berichte zur Ukraine-Krise im eigenen Haus scharf rügte.</p>
<p>Die Kritik des Programmbeirats war nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/42/42784/1.html" target="_blank">Telepolis </a>wurde dann jedoch das Resümee des Protokolls, das die kritischen Positionen des Programmbeirats zusammenfasst, zugänglich gemacht. Kritikpunkte sind dort unter anderem die Undifferenziertheit und eine erkennbare Tendenz, die Ziele der NATO und EU nicht zu hinterfragen. Auf Telepolis ist mittlerweile die Replik von Thomas Baumann, Chefredakteur der ARD, zu lesen. Er weist eine tendenziöse und einseitige Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt energisch zurück.</p>
<p><a href="https://scholien.wordpress.com/2014/09/19/2014034/" target="_blank">Markus Klein</a> schreibt dagegen, von „Berichterstattung“ könne im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise gar nicht mehr gesprochen werden. Es sei längst auf beiden Seiten ausschließlich Meinungsmache zu vernehmen. Er zitiert Willy Wimmer, der in der Regierung Kohl Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung war, der sagte, die westlichen Medien seien von der NATO unterwandert.</p>
<p>Wie ist das zu verstehen? Ist das nicht bloß aufmerksamkeitsheischende Verschwörungstheorie? Klein führt die problematische Berichterstattung darauf zurück, dass der Ukraine-Konflikt eigentlich ein Stellvertreterkrieg sei. Es gehe – zugespitzt – um Interessen der NATO und um Interessen Russlands – und der Krieg um diese Interessen finde in der Ukraine statt. Zahlreiche wichtige Medien hätten sich für diese Interessen in Dienst nehmen lassen. Klein leitet daraus ab, dass der Mediennutzer aktiv werden muss, wenn er ein umfassendes Bild erhalten will. Er muss vom Medienkonsumenten zu einem Informationssuchenden werden.</p>
<p>Der Mann der Stunde ist nun Mathias Bröckers, dessen Buch „Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren“, das er gemeinsam mit Paul Schreyer verfasst hat, gerade die Bestsellerlisten erobert. Bröckers weist selbst auf <a href="http://www.broeckers.com/2014/09/20/mediendammerung/" target="_blank">seinem Blog</a> auf die Ähnlichkeit seiner eigenen Kritik zu der Kritik des ARD-Programmbeirats hin. Er sagt, wenn sowohl er und Paul Schreyer als auch der Programmbeirat unabhängig voneinander zu den gleichen Schlüssen kämen, zeige das an, dass seine Beobachtungen wohl richtig wären: Die großen Medien berichten tendenziös über die Ukraine-Krise. Und er wiederholt seine Kritik vor allem an den öffentlich-rechtlichen Sendern. Denn im Unterschied zu privaten Medien, wie zum Beispiel den Zeitungen der Axel-Springer-Gruppe, sind die öffentlich-rechtlichen Sender zu einer unparteiischen Berichterstattung verpflichtet. Genau dies ist ja ihre Aufgabe und auch deshalb sollen die Gebühren berechtigt sein. Bei privaten Zeitungen könne das teilweise anders aussehen, so sei in den Arbeitsverträgen des Axel-Springer-Konzerns eine Verpflichtung auf die NATO festgeschrieben. Eine entsprechende Berichterstattung ist also zu erwarten.</p>
<p>Auch Hans-Dietrich Genscher hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet, und die Sanktionen der EU kritisiert, die eine Eskalation herbeiführen könnten, wie auf dem Blog <a href="http://politikparadox.blogspot.de/2014/09/genscher-warnt-vor-russland-sanktionen.html" target="_blank">Politikparadox </a>zu lesen ist. Er kritisierte vor allem die Aufrüstung der Worte. Das betrifft dann die Medien, die in vielen Fällen eben keine Zwischentöne zugelassen, sondern sich allzu einseitig verhalten haben. Diese Einseitigkeit stellen zahlreiche Blogs immer wieder heraus.</p>
<p>Schon vor Monaten hat Georg Restle, der MONITOR-Redaktionsleiter, in <a href="http://www1.wdr.de/daserste/monitor/interaktiv/blog-gleichgeschaltete-medien100.html" target="_blank">seinem Blog </a>festgehalten: Nichts gebe im Netz mehr Applaus als die Behauptung, die Medien seien gleichgeschaltet. Die Gleichschaltung der Medien sei allerdings ein viel zu allgemeines Vorurteil. Differenzierung sei stattdessen geboten. Das gelte für die großen Medienhäuser und ihre Berichte, aber eben auch für die Kritiker der Medien, die es sich ebenfalls zu einfach machten und jede Differenzierung vermissen lassen.</p>
<p>Aber auch Restle schrieb schon im Mai, dass es Meinungsführer gebe, die „auf dem Ticket der Bertelsmänner, transatlantischer Vereinigungen oder der politischen Stiftungen unterwegs sind“. Diese Kritik wird nun von vielen Seiten bestätigt.</p>
<p>Die Lage in der Ukraine ist überaus komplex, worauf Jochen Walter hier in der Blogumschau ja stets hingewiesen hat. Blogger können vor Ort in der Regel gar nicht recherchieren. Aber sie können andere Quellen heranziehen, um ihre Ansichten zu prüfen. Sicher ist, dass die Bloggerinnen und Blogger die Berichterstattung, ganz besonders der ARD, genau beobachten werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/09/was-laeuft-da-falsch-zur-berichterstattung-ueber-die-ukraine-krise/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg: Medienkritische Anmerkungen</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/09/landtagswahlen-in-thueringen-und-brandenburg-medienkritische-anmerkungen/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/09/landtagswahlen-in-thueringen-und-brandenburg-medienkritische-anmerkungen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 16 Sep 2014 11:37:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Politikverdrossenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Print-Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=533</guid>
		<description><![CDATA[In Thüringen und Brandenburg wurde gewählt. Die Wahlgewinner stehen nun vor den Aufgaben der Regierungsbildung, währenddessen die Wahlergebnisse analysiert werden. Auffällig ist die – wieder einmal – sehr niedrige Wahlbeteiligung. Bereits vor zwei Wochen in Sachsen fiel die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent. Nicht einmal die Hälfte der wahlberechtigten Bürgerinnen und <a href=" http://blogumschau.de/2014/09/landtagswahlen-in-thueringen-und-brandenburg-medienkritische-anmerkungen/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Thüringen und Brandenburg wurde gewählt. Die Wahlgewinner stehen nun vor den Aufgaben der Regierungsbildung, währenddessen die Wahlergebnisse analysiert werden. Auffällig ist die – wieder einmal – sehr niedrige Wahlbeteiligung. Bereits vor zwei Wochen in Sachsen fiel die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent. Nicht einmal die Hälfte der wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger gingen zur Wahl. Dieser Trend bestätigt sich nun in Thüringen und Brandenburg.</p>
<p>Die Gründe einer Wahl fern zu bleiben, können vielfältig sein. Die sehr große Gruppe der Nichtwähler lässt sich nicht auf einen Nenner bringen. <a href="http://www.kanzleikompa.de/2014/09/14/medienimpact-scheint-im-wahlkampf-relativ-zu-sein/" target="_blank">Markus Kompa</a> stellt fest, dass jedenfalls die Appelle, bitte wählen zu gehen, nicht (mehr) zum Ziel führen. Kompa fragt deshalb, ob vielleicht die klassischen Nachrichtenmedien, wie Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen, an Einfluss verloren hätten. Die Aufrufe zur Wahl zu gehen, verfingen nicht – sie hatten bei den letzten Wahlen kaum „Impact“, wie Kompa schreibt. Und auch diejenigen, die wählten, wählten eben zu großen Teilen Parteien, die von den Medien eher vernachlässigt werden. Die AfD und die Linke werden von den Medien anders behandelt als die CDU, SPD und die Grünen, Parteien, die längst als etabliert gelten.</p>
<p>Das ist selbstverständlich lange schon ein Thema der Blogger und Autoren, die vor allem im Netz zu Hause sind: Die klassischen Medien bilden die Meinungsvielfalt nicht mehr angemessen ab, man müsse schon lange die Blogs, Blog-Kommentare, Foren und Tweets hinzunehmen, um ein Meinungsbild der Gesellschaft zu erhalten. <a href="http://christophkappes.de/no-comment-wer-leistet-die-verdichtung/" target="_blank">Christoph Kappes</a> denkt in seinem Blog über die Meinungsäußerungen im Internet nach. Es sei zwar durch das Internet sehr viel einfacher geworden, seine Meinung kundzutun. Es existieren unzählige Möglichkeiten, einen Kommentar zu hinterlassen. Doch es sei schwieriger geworden, darüber zu einem Meinungsbild zu gelangen. Die unzähligen Kommentare müssten erst einmal „verdichtet“ werden. Kappes rät dazu, die Debatten im Internet ernst zu nehmen. Das beginnt bei der Moderation von Kommentaren und geht bis zu neuen Debattenformaten, die eben nicht einfach endlose Kommentare produzieren, sondern eine Verdichtung ermöglichen, also der Debatte eine Struktur verleihen. Das sollten die Medienhäuser sich zur Aufgabe setzen.</p>
<p>Längst nutzen zahlreiche klassische Medien die neuen Kommunikationsmedien. Doch das führt eben nicht zwangsläufig zu einem offenen Journalismus, der „näher dran“ wäre an den Menschen, die sonst von den Medien nicht erreicht werden. In dem Blog <a href="http://mediarina.wordpress.com/2014/09/04/meinungsmache-zur-landtagswahl-durch-zeitungsgruppe-thuringen/" target="_blank">Mediarina</a> wurde bereits vor der Wahl auf parteiische Tendenzen der „Zeitungsgruppe Thüringen“ aufmerksam gemacht. Es sind dort Tweets zu lesen, die jeweils die CDU in ein günstiges Licht setzen. Tweets sind äußert knapp, sie reduzieren eine Nachricht auf eine Schlagzeile – und jeweils die CDU und die thüringische Spitzenkandidatin, Christine Lieberknecht, scheinen von der Berichterstattung zu profitieren.</p>
<p>Der thüringischen Spitzenkandidatin wurde eine Bühne bereitet, wogegen Bodo Ramelow, der Spitzenkandidat der Linken, durch das Buch eines Redakteurs der „Thüringer Allgemeinen“ besonders kritisch beäugt wurde. Mit solchen Parteinahmen, die noch über die sozialen Netzwerke verbreitet werden, handeln sich die klassischen Medien wiederum den Vorwurf ein, eben die Personen, die vorrangig Nachrichten im Netz konsumieren, nicht zu erreichen. Der Journalismus müsse gerade den etablierten und mächtigen Politikerinnen und Politikern gegenüber kritischer sein.</p>
<p>Doch das ist mitunter gar nicht so leicht, wie <a href="http://udostiehl.wordpress.com/2014/09/14/wie-christine-lieberknecht-ihre-ignoranz-gegenuber-der-presse-demonstriert/" target="_blank">Udo Stiehl</a> nachzuvollziehen versucht. Er hat das Interview, das Caren Miosga für die „Tagesthemen“ mit Christine Lieberknecht führte, niedergeschrieben. Er weist darauf hin, wie wenig sich Lieberknecht um die kritischen Fragen Miosgas kümmerte. Sie nutzte das Interview vor allem, um zu versichern, dass die CDU die Wahl gewonnen habe. Stiehl sagt, das Interview zeige die „Arroganz der Macht“. So als bräuchten den Mächtigen die Fragen der Journalisten nicht zu interessieren.</p>
<p>Die Bürgerinnen und Bürger bleiben immer häufiger den Wahlurnen fern, die Abonnenten-Zahlen mancher Zeitungen brechen ein: Nach den Landtagswahlen in Thüringen und Brandenburg haben diese beiden Entwicklungen anscheinend mehr miteinander zu tun, als man vorher vielleicht dachte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/09/landtagswahlen-in-thueringen-und-brandenburg-medienkritische-anmerkungen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ZDF in der Kritik: Manipulation und politischer Einfluss</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/07/zdf-in-der-kritik-manipulation-und-politischer-einfluss/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/07/zdf-in-der-kritik-manipulation-und-politischer-einfluss/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Jul 2014 07:48:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassungsgericht]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=430</guid>
		<description><![CDATA[Das ZDF steht in der Kritik. Zwei ganz unterschiedliche Geschichten werden gerade in den Medien berichtet: Zum Ersten ist da die Manipulation bei der Sendung „Deutschlands Beste“. Wie mittlerweile der Programmdirektor des ZDF einräumte, waren die präsentierten Listen an verschiedenen Stellen manipuliert, sodass beispielsweise Frank-Walter Steinmeier deutlich nach vorne rückte, <a href=" http://blogumschau.de/2014/07/zdf-in-der-kritik-manipulation-und-politischer-einfluss/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das ZDF steht in der Kritik. Zwei ganz unterschiedliche Geschichten werden gerade in den Medien berichtet: <em>Zum Ersten</em> ist da die Manipulation bei der Sendung „Deutschlands Beste“. Wie mittlerweile der Programmdirektor des ZDF einräumte, waren die präsentierten Listen an verschiedenen Stellen manipuliert, sodass beispielsweise Frank-Walter Steinmeier deutlich nach vorne rückte, Wolfgang Schäuble dagegen nach hinten. Vor allem die geladenen Gäste der Sendung machten Plätze gut. <em>Zum Zweiten</em> zieht nun der SPD-Mann Thomas Oppermann in den Fernsehrat des ZDF ein, was umso heftiger auf Kritik stößt, da ein Karlsruher Urteil erst kürzlich entschieden hatte, dass das ZDF in diesem Gremium zu „staatsnah“ besetzt sei.</p>
<p>Das eine hat mit dem anderen unmittelbar überhaupt nichts zu tun. Die Besetzung des Verwaltungsrats betrifft die grundlegende Organisation des Senders. Bei der Manipulation von „Deutschlands Besten“ dagegen haben die Verantwortlichen einer einzelnen Sendung offenbar jede journalistische Gewissenhaftigkeit fahren lassen. Beides könnte auch als Lappalie beiseitegeschoben werden – als gäbe es nichts Wichtigeres –, wenn sich daran nicht grundsätzliche Probleme des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zeigen ließen.</p>
<p>Diese Manipulation beweise, so <a href="http://netz-tv.blogspot.de/2014/07/kein-respect-nirgends-zdf-disst-bei.html" target="_blank">Peter Mock</a>, den fehlenden Respekt der ZDF-Verantwortlichen. Der Zuschauer „da draußen“ werde vom ZDF nicht mehr respektiert. Man könnte eben nicht, selbst in einer insgesamt fragwürdigen Sendung mit einer fragwürdigen Umfrage, so mit den Stimmen der Zuschauerinnen und Zuschauern umgehen. Die angekündigten arbeitsrechtlichen Konsequenzen könnten, nach Mock, dieses Problem des fehlenden Respekts kaum beheben.</p>
<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/18387/warum-der-manipulations-skandal-beim-zdf-nur-halb-ueberraschend-ist/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> ist insgesamt nur wenig überrascht von dieser Form der Schönfärberei in den beiden Sendungen zu „Deutschlands Besten“. Eine so plumpe Manipulation hätte Niggemeier zwar nicht erwartet, aber es fügt sich eben in das Bild des Formats. Die gesamte Sendung sei eine einzige „Lobhudelei“ gewesen, wenn beispielsweise Franz Beckenbauer zur „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“ erklärt werde. Dann verwundere es kaum noch, wenn die Liste noch etwas angepasst werde – der geladene Franz Beckenbauer machte einen Sprung von Platz 31 auf Platz 9. Die gelisteten Personen, so Niggemeier, wurden nicht in ihren Leistungen gewürdigt, sondern es gab nur „blinde blöde Verklärung“. Die Manipulation legt dieses Problem nun bloß.</p>
<p>Mit Journalismus hat eine solche Sendung offenbar kaum etwas zu tun. Und unter anderem dieses Problem hat<a href="http://www.sprengsatz.de/?p=4150" target="_blank"> Michael Spreng</a> mit der Wahl Oppermanns in den Verwaltungsrat des ZDF. Er fragt, was Oppermann denn auszeichne, ob er ein Experte für Journalismus sei oder für Unterhaltungssendungen? Spreng sieht den einzigen stichhaltigen Grund für die Entsendung Oppermanns darin, dass er den Einfluss der SPD bzw. der Großen Koalition beim ZDF sichern könne.</p>
<p>Auch <a href="http://www.ruhrbarone.de/staatsferne-so-nah-der-neue-zdf-rundfunkrat/83573#more-83573" target="_blank">Ulrike Maerkel</a> ist enttäuscht, dass hier ein Politiker und kein Medienfachmann benannt wurde. Damit verschwinde der Glaube daran, die Politik wolle wirklich mit dem Urteil aus Karlsruhe Ernst machen und den Einfluss der Politik auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verringern. Und dann schreibt Maerkel ebenfalls vom fehlenden Respekt vor den Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern.</p>
<p>Die Rundfunkgebühren sollten die Sender eigentlich in beide Richtungen absichern und Unabhängigkeit garantieren: Unabhängigkeit vom Quoten- und Erfolgsdruck, aber auch Unabhängigkeit von politischer oder anderer Einflussnahme. Vor allem hierauf, auf diesen zweiten Punkt, werfen die aktuellen Berichte in den Blogs ein grelles Licht. – Der Quotendruck der öffentlich-rechtlichen Sender, freilich, ist noch eine weitere Geschichte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/07/zdf-in-der-kritik-manipulation-und-politischer-einfluss/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>WM 2014: Eindrücke aus Brasilien und von der deutschen Berichterstattung</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/06/wm-2014-eindruecke-aus-brasilien-und-von-der-deutschen-berichterstattung/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/06/wm-2014-eindruecke-aus-brasilien-und-von-der-deutschen-berichterstattung/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2014 12:13:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Brasilien]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[WM]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=393</guid>
		<description><![CDATA[Morgen spielt Deutschland gegen die USA, und alle Beteiligten, die gefragt werden, beteuern, dass es keinen Nichtangriffspakt geben werde. Ein Unentschieden würde beiden Mannschaften für das Achtelfinale reichen – und ausgerechnet der ehemalige Coach der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klinsmann, betreut nun das Team der USA. Ein Sieg muss also her, <a href=" http://blogumschau.de/2014/06/wm-2014-eindruecke-aus-brasilien-und-von-der-deutschen-berichterstattung/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Morgen spielt Deutschland gegen die USA, und alle Beteiligten, die gefragt werden, beteuern, dass es keinen Nichtangriffspakt geben werde. Ein Unentschieden würde beiden Mannschaften für das Achtelfinale reichen – und ausgerechnet der ehemalige Coach der deutschen Nationalmannschaft, Jürgen Klinsmann, betreut nun das Team der USA. Ein Sieg muss also her, egal für welche Mannschaft, damit es nicht nach einer Absprache aussieht.</p>
<p>Besonders bitter ist diese Ausgangssituation für Ghana, die gegen die USA unglücklich verloren hatten und gegen die Mannschaft aus Deutschland – trotz guter Torgelegenheiten – nicht über ein Unentschieden hinauskamen. <a href="http://augenklicke.wordpress.com/2014/06/22/mein-fusball-nachmittag-mit-ronaldo-und-oliver-kahn/" target="_blank">Michael Augustin</a> hat das Spiel der deutschen Mannschaft gegen die Nationalmannschaft aus Ghana in einer Strandbar in Rio de Janeiro verfolgt. Er zeigt einige junge Brasilianer, die dem Fernsehen den Rücken zukehren und aufs Meer sehen. Und er berichtet über die anderen Gäste, die den Abend mit gekühltem Bier genießen und die Deutschen mit „Oliver Kahn. Ronaldo. Oliver Kahn. Ronaldo“ aufziehen.</p>
<p>Alle Brasilianer lieben den Fußball? Nur ein Klischee, schreibt Augustin. Allein wenn die Seleção spielt, so zeigen es die Bilder auf dem Blog <a href="http://www.brafus2014.com/tag-18-unter-huegeln/" target="_blank">Brafus2014</a>, steht das Leben einen Moment lang still. Es sind Fotos aus der kleinen Stadt Passa Quatro auf dem Weg nach Belo Horizonte, wo Brasilien sein Achtelfinale gegen Chile bestreiten wird. Die Bilder zeigen Menschen allein oder in kleinen Gruppen vor dem Fernseher. Nach dem Spiel ist ein Autokorso auf der Straße zu sehen.</p>
<p>Beide Blogs suchen den spontanen Eindruck, die Dokumentation eines Augenblicks während der Fußballweltmeisterschaft. Die Berichterstattung im deutschen Fernsehen ist dagegen massiv in die Kritik geraten. Das beginnt mit den Klischees, die fortwährend reproduziert werden. <a href="http://koenigsblog.net/2014/06/22/tom-bartels-und-der-wildenstamm/" target="_blank">Torsten Wieland</a> schreibt darüber, wie Tom Bartels das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Ghana kommentiert habe. Die Kommentare seien vollkommen unsachlich und zudem voller länderbezogener Klischees gewesen. In Ghanas Abwehr habe „die nackte Angst“ regiert, sobald ein „deutscher Spieler angestürmt“ sei.</p>
<p>Steffen Simon hatte beim Spiel Iran – Nigeria kommentiert: „Iraner sind Südländer und nicht immer ganz perfekt organisiert.“ An diesen Satz, der für Aufregung sorgte und zu einer Entschuldigung führte, erinnert Daniel Raecke, der den Bogen auf <a href="http://gegendenball.com/im-namen-des-volkes/" target="_blank">Gegendenball </a>noch sehr viel weiter spannt. Raecke argumentiert, es ginge in der Berichterstattung permanent um nationale Zuschreibungen und darum, ein „gutes Gefühl“ zu erzeugen. Offenbar, so Raecke, solle dies darüber gelingen, dass die deutsche Mannschaft besonders stark geredet werde und gezeigt werde, wie sehr „uns“ doch die anderen Mannschaften respektieren. Da wurde etwa Luis Figo vor dem Spiel Deutschland gegen Portugal gefragt, ob die Portugiesen Respekt vor Deutschland hätten. Da rücke das Sportliche vollständig in den Hintergrund, um dem „guten Gefühl“, zu Deutschland dazuzugehören, Platz zu machen.</p>
<p>Auch <a href="http://www.opinion-club.com/2014/06/bela-rethy-ist-das-geringste-problem/" target="_blank">Falk Heuermann</a> bedauert, wie wenig Raum der Sport selbst im öffentlichen Fernsehen habe. Vor allem die Berichte zwischen den Spielen, so Heuermann, seien vollkommen belanglos. Und auch er weist darauf hin, wie Klischees reproduziert werden: brasilianische Sambatänzerinnen und afrikanische Voodoo-Zauberer. Und zehn Millionen Zuschauern wird so ein Programm vorgesetzt.</p>
<p>Morgen spielt USA gegen Deutschland, und die Berichterstattung und Moderation wären gerade bei diesem Spiel gefordert, fair zu sein. Doch wenn die Kritiker Recht haben, sind das bislang nicht Fehler, wie sie eben auch der Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens unterlaufen können, sondern das Programm ist gezielt auf diesem Niveau angesetzt. Echter Sportjournalismus könnte Abhilfe schaffen – oder eben Versuche, abseits oder am Rand des Sports, Brasilien während der Weltmeisterschaft zu zeigen – was auch ohne permanente Klischees gelingen könnte.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/06/wm-2014-eindruecke-aus-brasilien-und-von-der-deutschen-berichterstattung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Ende von „Wetten Dass“ oder das Ende des Fernsehens?</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/04/das-ende-von-wetten-dass-oder-das-ende-des-fernsehens/</link>
		<comments>http://blogumschau.de/2014/04/das-ende-von-wetten-dass-oder-das-ende-des-fernsehens/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 12 Apr 2014 07:20:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Dominik Graf]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Farkas]]></category>
		<category><![CDATA[Wetten Dass]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blogumschau.de/?p=222</guid>
		<description><![CDATA[„Wetten Dass“ wird abgesetzt. Diese Nachricht wurde landauf, landab gesendet. Das Flaggschiff des ZDF wird versenkt; die letzte große Abendunterhaltungsshow am Ende. Das Fernsehen bewegt also noch immer die Menschen, oder besser gesagt, es scheint so, dass zumindest das Thema „Fernsehen“ die Menschen bewegt – ob sie schauen oder nicht, <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/das-ende-von-wetten-dass-oder-das-ende-des-fernsehens/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Wetten Dass“ wird abgesetzt. Diese Nachricht wurde landauf, landab gesendet. Das Flaggschiff des ZDF wird versenkt; die letzte große Abendunterhaltungsshow am Ende. Das Fernsehen bewegt also noch immer die Menschen, oder besser gesagt, es scheint so, dass zumindest das Thema „Fernsehen“ die Menschen bewegt – ob sie schauen oder nicht, sie berichten und reden darüber.</p>
<p>Wie intensiv darüber berichtet wurde, ist auf dem Blog <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.de/2014/04/wetten-dass-195-000-menschenleben.html" target="_blank">Die Wahrheit über die Wahrheit </a>festgehalten: Insgesamt 13 Artikel auf Spiegel Online zum Aus der Sendung innerhalb von zwei Tagen sind dort verzeichnet. Damit liegt die mediale Aufmerksamkeit dieses Ereignisses bei Spiegel Online immerhin in den Regionen des Tsunamis im Indischen Ozean 2004.</p>
<p>Warum diese mediale Aufgeregtheit? Vermutlich trifft auf Viele etwas zu, was <a href="http://xander81.wordpress.com/2014/04/08/tot-mit-33/#more-13077" target="_blank">Xander </a>für sich selbst feststellt: Das Ende von „Wetten Dass“ sei wie der Tod der Kindheit. Denn vor allem Kindheitserinnerungen prägen die ‚Erinnerung‘ an „Wetten Dass“. Wenn die Sendung nun bald endet, ist eben ein Faden abgeschnitten, der von der Kindheit bis in die Gegenwart reichte – gleichgültig, ob man die Sendung noch sah oder nicht.</p>
<p>Die Gründe für das Aus werden in den Blogs kaum, was ja nahegelegen hätte, bei Markus Lanz gesucht. Auch das ZDF sprach vor allem von ‚veränderten Sehgewohnheiten‘. <a href="http://manuelsimbuerger.wordpress.com/2014/04/09/wetten-dass-nicht-immer-war-alles-schlecht/" target="_blank">Manuel Simbuerger</a> schreibt von einer verblassenden Anziehungskraft der Sendung; weniger Stars, langweilige Wetten und eben auch der blasse Markus Lanz. Simbuerger würdigt die Sendung mit zahlreichen eingestellten Filmausschnitten. Irrtierenderweise erscheint die Sendung damit plötzlich gar nicht antiquiert, denn die vielen kleinen Ausschnitte funktionieren; sie funktionieren so, wie es eben gute YouTube-Videos tun: Eine knappe Pointe, die ‚echt‘ ist, die sich ergibt aus einer Situation, wie eine schlagfertige Inge Meisel beispielsweise.</p>
<p><a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/929760.welchem-anspruch-dient-der-traktor-auf-vier-rohen-eiern.html" target="_blank">Roberto de Lapunte</a> will die veränderten Sehgewohnheiten so nicht gelten lassen. Es sei eine Entscheidung der Quote. Die Quoten fielen zuletzt stark, damit greifen die Gesetze des Marktes. Was keinen Erfolg hat, wird abgesetzt. Und für die gefallene Quote wird anschließend ein Grund zurechtgezimmert: Die Quoten fielen, so lässt sich ergänzen, weil die Sehgewohnheiten sich verändert haben. Warum aber muss sich das ZDF an der Quote orientieren, fragt de Lapuente. Sollten die Rundfunkabgaben nicht genau diese Logik außer Kraft setzen? Nun will de Lapuente gar nicht sein „Wetten Dass“ zurück, er ist bloß irritiert, weil diese Marktlogik offenbar weitgehend akzeptiert wird; sich also über die Begründungen des ZDF niemand wundert.</p>
<p>In diesen Zusammenhang lässt sich die Dokumentation „Es werde Stadt“, die kürzlich lief und die im Juni noch einmal ausgestrahlt wird, von Dominik Graf und Martin Farkas, einordnen. Sebastian Schubert schreibt im <a href="http://magazin-des-gluecks.blogspot.de/2014/04/damals-im-fernsehen.html" target="_blank">Magazin des Glücks</a>, wie der Film die These entwickle, dass die Einführung des kommerziellen Fernsehens politisch gewollt gewesen sei, was eben zu einem umkämpften Markt führte und – ebenfalls einkalkuliert – zum Ende des aufklärerischen Fernsehens. De Lapuente nennt seinen Artikel bezeichnend: „Welchem Anspruch dient der Traktor auf vier rohen Eiern?“ Fast wie Hohn klingt da der Glaube, an ein Medium „zur Verbesserung der Welt“, den Graf – trotz allem – nicht aufgeben wolle.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blogumschau.de/2014/04/das-ende-von-wetten-dass-oder-das-ende-des-fernsehens/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
