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	<title>Blogumschau &#187; Frankfurter Buchmesse &#124; Blogumschau</title>
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		<title>Finnland, Jaron Lanier und Helmut Kohl: Die Frankfurter Buchmesse 2014</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Oct 2014 08:02:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Buchmesse]]></category>
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		<description><![CDATA[Heribert Schwans und Tilman Jensʼ „Vermächtnis“, in dem die so genannten Kohl-Protokolle verarbeitet sind, wird gerade zu einem Bestseller. Schwan arbeitete als Helmut Kohls Ghostwriter für dessen Memoiren. Als Schwan der Vertrag aufgekündigt wurde, entschied er sich, sein „Herrschaftswissen“ zu gebrauchen und ein Buch unter eigenem Namen zu verfassen, in <a href=" http://blogumschau.de/2014/10/finnland-jaron-lanier-und-helmut-kohl-die-frankfurter-buchmesse-2014/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heribert Schwans und Tilman Jensʼ „Vermächtnis“, in dem die so genannten Kohl-Protokolle verarbeitet sind, wird gerade zu einem Bestseller. Schwan arbeitete als Helmut Kohls Ghostwriter für dessen Memoiren. Als Schwan der Vertrag aufgekündigt wurde, entschied er sich, sein „Herrschaftswissen“ zu gebrauchen und ein Buch unter eigenem Namen zu verfassen, in das er Teile aus den langen Gesprächen, die er mit Kohl führte, als wörtliche Zitate einfließen lässt – ohne Kohls Einwilligung, sogar gegen seinen ausdrücklichen Willen. Die bissigsten Passagen wurden von verschiedenen Medien längst in ganz unterschiedlicher Absicht wieder zitiert, sei es, um Kohl in ein schlechtes Licht zu rücken, sei es, um Schwans illoyales Verhalten herauszustellen. Und derzeit scheint das alles als beste Werbung für Schwans Buch zu funktionieren.</p>
<p>Auf der Frankfurter Buchmesse war nun Helmut Kohl am Stand von Droemer, der Kohls Erinnerungsbücher herausgibt. Ein öffentlicher Auftritt des vor einigen Jahren erkrankten Alt-Kanzlers wird stets zu einem kleinen Medienereignis, worüber Andrea Diener in einem <a href="http://blogs.faz.net/buchmesse/2014/10/08/handys-hoch-das-denkmal-kommt-104/" target="_blank">Blog der FAZ</a> schreibt. Sie beschreibt ein geradezu skurriles Ereignis, dessen Sinn für alle Beteiligten offenbar darin bestand, ein Foto zu bekommen. Was Kohl sagte, sei kaum zu verstehen gewesen, „Deutschland“ und „Europa“ konnte sie vernehmen. Kaum mehr. Es sei der Besuch eines „Denkmals“ auf der Buchmesse, schreibt Diener. Die Aufmerksamkeit, die Kohl erregt, scheint nun ausgerechnet Schwans Buch zu nutzen.</p>
<p>Wie Aufmerksamkeit zu gewinnen sei, war jedenfalls ein heißes Thema, auch auf der Buchmesse. Alva Gehrmann schreibt in einem offiziellen <a href="http://blog.buchmesse.de/2014/10/12/buchmesse-talk/" target="_blank">Blog der Frankfurter Buchmesse</a> über eine Veranstaltung, die sich dieser und ähnlichen Fragen widmete: Welches sind die Themen, die nicht nur eine kurze Lebensspanne im Netz haben, sondern aus denen lesenswerte Bücher werden? Wie gelingt das Timing, wenn die Themen im den sozialen Netzwerken längst diskutiert worden sind? Das Problem sei die Zeit, die immer knapper werde, in dieser Hinsicht konkurrieren die ganz unterschiedlichen Medien miteinander.</p>
<p>Ein Problem, das für die Bloggerinnen und Blogger, die die Frankfurter Buchmesse besuchten, direkt erfahrbar wurde: Wie ist die Messe an zwei, drei Tagen überhaupt zu bewältigen? Worauf die Aufmerksamkeit richten? Auf <a href="http://literatourismus.net/2014/10/es-war-ja-wieder-buchmesse/" target="_blank">literaturen </a>ist der Besuch der Buchmesse als ein „Gleiten“ beschrieben, ein Fließen innerhalb der Menschenmenge. Es sind auf dem Blog kunstvoll arrangierte Fotos zu sehen und kurze Eindrücke zu lesen, da erscheint Herta Müller beispielsweise.</p>
<p>Am Sonntag richtete sich alle Aufmerksamkeit auf die Paulskirche in Frankfurt: Schon lange war bekannt, dass Jaron Lanier den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten würde. Einen scharfen Kommentar hat Burkhard Müller-Ullrich für die <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/menschen_sind_mehr_als_maschinen_wow" target="_blank">Achse des Guten </a>verfasst. Er sagt, der Friedenspreis für Lanier sei ein großes Missverständnis. Das deutsche Feuilleton zimmere sich einen amerikanischen Kritiker der großen amerikanischen Internet-Konzerne zurecht. Laniers Erkenntnisse seien dabei vollkommen banal, in der Art, dass Menschen doch etwas anderes seien als Algorithmen.</p>
<p>Ausführlich setzt sich der Informatiker <a href="http://bertalsblog.blogspot.de/2014/10/jaron-lanier-der-informatiker-den-der.html" target="_blank">Bertal Dresen</a> mit den Thesen Laniers auseinander. Er bespricht anlässlich der großen Auszeichnung für Lanier dessen letztes Buch „Wem gehört die Zukunft“. Das Problem, das Lanier dort beschreibt, bestehe darin, womit die Kreativen ihr Geld verdienen sollen in der digitalen Welt. Die Informationstechnik habe die Geschäftsmodelle für Kreative radikal verändert, doch darum hätten sich die Informatiker überhaupt nicht gekümmert. Dresen stimmt Lanier zu, wenn er sagt, der Begriff „Information“ sei irreführend. Besser sei es von Beobachtungen, Wissen, Melodien etc. zu sprechen, denn damit bleibe erkennbar, dass es einen Urheber gibt. Wenn alles zur Information werde, verschwinde offenbar der Urheber. Dresen ist allerdings nicht mit Laniers Abwehrhaltung einverstanden, denn es wird keinen Neustart geben. Nun sei es wichtiger, neue Lösungen zu entwickeln, statt den verlorenen Geschäftsfeldern nachzutrauern.</p>
<p>Der digitale Wandel mit seinen Problemen für zahlreiche alte Branchen, der Skandal, um die Kohl-Zitate, die Schwan unautorisiert abdruckte – da erscheint das Gastland der Frankfurter Buchmesse, Finnland, wie ein Urlaubsversprechen. Die finnland-verrückte Gudrun Söffker schreibt in einem offiziellen <a href="http://blog.buchmesse.de/2014/10/12/wir-ausserfinnischen/" target="_blank">Blog der Buchmesse</a> über das Gastland. Einmalig sei das Ereignis, in Deutschland die finnischen Autoren so erleben zu dürfen. Söffker nennt sich selbst eine „Außerfinnische“, was am Ende der Frankfurter Buchmesse geradezu wehmütig klingt.</p>
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		<title>Lutz Seiler gewinnt mit „Kruso“ den Deutschen Buchpreis</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Oct 2014 07:25:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Deutscher Buchpreis]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Lutz Seiler]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war keine Überraschung: Lutz Seiler hat den Deutschen Buchpreis gewonnen. Diese Entscheidung hatten viele Bloggerinnen und Blogger erwartet. Seiler erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro und vor allem enorme mediale Aufmerksamkeit für seinen Roman „Kruso“. Die Kritik am Buchpreis reißt allerdings nicht ab, ganz unabhängig vom diesjährigen Preisträger. Mara <a href=" http://blogumschau.de/2014/10/lutz-seiler-gewinnt-mit-kruso-den-deutschen-buchpreis/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es war keine Überraschung: Lutz Seiler hat den Deutschen Buchpreis gewonnen. Diese Entscheidung hatten viele Bloggerinnen und Blogger erwartet. Seiler erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro und vor allem enorme mediale Aufmerksamkeit für seinen Roman „Kruso“. Die Kritik am Buchpreis reißt allerdings nicht ab, ganz unabhängig vom diesjährigen Preisträger.</p>
<p>Mara bespricht auf <a href="http://buzzaldrins.de/2014/09/22/kruso-lutz-seiler/" target="_blank">Buzzaldrins Bücher</a> „Kruso“ mit großer Begeisterung. Der Roman bestehe aus vielen Schichten, die übereinanderliegen, es gehe um das Ende der DDR, die Insel Hiddensee, um eine Männerfreundschaft, um Abenteuer und um die Literatur selbst. Vor allem die poetische Sprache hebt Mara hervor, die Bilder erzeuge, die das Gefüge des realistischen Erzählens durcheinanderbringen.</p>
<p>Selbstverständlich dort, wo so viel Lob ausgesprochen wird, finden sich auch Gegenstimmen, wie auf <a href="http://feinerbuchstoff.wordpress.com/2014/09/30/robinson-und-freitag-auf-hiddensee/" target="_blank">feinerbuchstoff </a>beispielsweise. Die poetische Sprache wird hier gerade kritisiert, sie hindere den Leser daran, dem Geschehen nahezukommen. Zugleich werden überall Bedeutungen aufgetürmt, die das ganze Buch sperrig machen. Zu sperrig, ist auf feinerbuchstoff zu lesen, für ein Massenpublikum.</p>
<p>Dieses Massenpublikum erreicht der Deutsche Buchpreis mit seiner enormen medialen Wirkung ohne Frage. Auf dem Blog <a href="http://dasgrauesofa.wordpress.com/2014/09/07/meinungen-des-buchhandels-zum-buchpreis-3-daniela-dobernigg/" target="_blank">Das graue Sofa</a> wurden im Vorfeld verschiedene Buchhändler zum Buchpreis befragt. Die Buchhändlerin Daniela Dobernigg ist genau aus diesem Grund unzufrieden mit dem Deutschen Buchpreis: Die Idee des Buchpreises sei gut, das Lesen werde in den Mittelpunkt zu gestellt und den Büchern Aufmerksamkeit verschafft. Indem der beste Roman gekürt werde, können auch neue Leserinnen und Leser erreicht werden. Doch die Auswahl sei in den letzten Jahren problematisch gewesen, die Gewinnerbücher seien zwar literarisch sehr hochwertig, aber ihnen fehle die Leichtigkeit. So komme es dazu, dass viele Menschen mit dem Buch des Preisträgers zwar beginnen würden, es aber von allzu vielen bald bei Seite gelegt werde. Die mediale Aufmerksamkeit sei grundsätzlich erfreulich, aber für Dobernigg steht fest, dass sie als Buchhändlerin oft ganz andere Bücher empfehlen muss.</p>
<p>Dass mit „Kruso“ ein Roman gewonnen hat, der etwas Besonderes darstellt, würdigt dagegen Bersarin auf dem Blog <a href="http://bersarin.wordpress.com/2014/10/06/deutscher-buchpreis-fur-lutz-seilers-kruso/" target="_blank">Aisthesis</a>. Es sei eben nicht der typische Berlin-Sound, der nun ausgezeichnet wurde. „Kruso“ stelle in dieser Hinsicht keinen konformen Roman dar, wie Bersarin solche Texte an den Schreibschulen entstehen sieht. Der Text fällt auf, in einer großen Masse an Literatur, die oft allzu gleichförmig erscheint.</p>
<p>Auf der Longlist des Buchpreises stand auch „Nachkommen“ von Marlene Streuwitz, das es dann nicht auf die Shortlist geschafft hat. Streuwitz schreibt in ihrem Roman über eine Autorin, die für den Buchpreis nominiert ist. <a href="http://libroskop.wordpress.com/2014/10/06/die-spielverderberin/" target="_blank">Tobias Lindemann</a> lobt diesen politischen Roman, der all die Eitelkeiten und Erniedrigungen darstelle, die sich rund um das „Event“ Deutscher Buchpreis abspielen. Die Buchbrache bekommt hier also den Spiegel vorgehalten, und es ist kein erfreuliches Bild, das sie sieht. Die „Spielverderberin“ nennt Lindemann Streuwitz mit ihrer Kritik am Event des Buchpreises. Sie beschreibe ein Spektakel, bei dem die intellektuelle Redlichkeit auf der Strecke bleibe.</p>
<p>Der Deutsche Buchpreis lenkt die Aufmerksamkeit bereits auf die Literatur und auf Frankfurt am Main. Dort haben nun auf der Buchmesse die Verlegerinnen und Verleger ihre Gelegenheit, selbst Aufmerksamkeit für ihre Bücher zu schaffen.</p>
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