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	<title>Blogumschau &#187; Industrie 4.0 &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Bildungsdebatten: Wie zeitgemäß muss Bildung sein?</title>
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		<pubDate>Tue, 05 May 2015 07:43:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Industrie 4.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn die Technikjournalisten Recht behalten, wird die so genannte Industrie 4.0 unsere Arbeitsverhältnisse umkrempeln. Immer mehr Tätigkeiten können von Robotern ausgeführt werden, in immer mehr Arbeitsbereichen werden digitale Prozesse genutzt, um beispielsweise Abläufe zu kontrollieren oder auf Wissen zuzugreifen. Das entfacht die Bildungsdebatte neu: Wie sieht eine zeitgemäße Bildung aus? <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/bildungsdebatten-wie-zeitgemaess-muss-bildung-sein/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn die Technikjournalisten Recht behalten, wird die so genannte Industrie 4.0 unsere Arbeitsverhältnisse umkrempeln. Immer mehr Tätigkeiten können von Robotern ausgeführt werden, in immer mehr Arbeitsbereichen werden digitale Prozesse genutzt, um beispielsweise Abläufe zu kontrollieren oder auf Wissen zuzugreifen. Das entfacht die Bildungsdebatte neu: Wie sieht eine zeitgemäße Bildung aus? Oder anders gefragt: Wie zeitgemäß muss Bildung eigentlich sein?</p>
<p>Ludger Humbert von der Bergischen Universität Wuppertal hat für <a href="https://d-64.org/gastbeitrag-das-volk-der-dichter-und-denker-und-die-informatik/" target="_blank">d64 </a>einen Gastbeitrag geschrieben, in dem er für ein Umdenken in der Bildung plädiert. Die Informatik bestimme in zunehmendem Maße sämtliche Produktionsprozesse. Humbert bringt das mit einem Beispiel auf den Punkt: Bald entscheide nicht mehr Chemie, Elektronik und Stahl, auch nicht mehr die Automarke über die Qualität, sondern die digitalen Prozesse werden ausschlaggebend, und damit die Frage, über welches Betriebssystem ein Auto verfügt. Die „informatische Aufklärung“ gehöre deshalb ins Zentrum der Bildungsbemühungen. Jede Schülerin und jeder Schüler müsste in Informatik gebildet werden, um selbst überhaupt in der Lage zu sein, verantwortlich mit den technischen Möglichkeiten umzugehen und auch gezielt die Technik im Beruf und im Privatleben einzusetzen.</p>
<p>Für <a href="http://www.carta.info/78360/arbeit-4-0-braucht-bildung-4-0/" target="_blank">Carta </a>haben Antje Draheim und Andreas Crimmann, die beide für das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern tätig sind, über die „Bildung 4.0“ nachgedacht. Die bestehe vor allem in einem ständigen Weiterbilden. Damit seien weniger die Zertifikate gemeint, denn die verlören möglicherweise an Wert, wenn die Innovationszyklen – wie derzeit – immer kürzer würden. Der tatsächliche Stand der Fortbildung lasse sich oft viel leichter in den sozialen Netzwerken ablesen. Vor allem seien ein gründliches technisches Wissen und Kompetenzen im Umgang mit den Medien die unbedingte Voraussetzung, um im einsetzenden Beschäftigungswettkampf zu bestehen.</p>
<p>Über eine Lernplattform berichtet Anja C. Wagner für die <a href="http://www.netzpiloten.de/5-gruende-warum-slack-die-lernplattform-der-zukunft-ist/" target="_blank">Netzpiloten</a>. Sie schreibt über die Software-Umgebung „Slack“, die den aktuellen Anforderungen geradezu perfekt entspräche. „Slack“ verbinde kleine Gruppen miteinander, die an ähnlichen Problemen arbeiten, wie zum Beispiel Wissenschaftler, die ein gemeinsames Projekt vorantreiben. Softwareentwickler im Silicon Valley beispielsweise würden diese Umgebung nutzen, um möglichst effektiv eine gemeinsame Arbeit organisieren zu können. Es ist zugleich eine Lernplattform, denn „Slack“ sei ideal, um sich schnell Hilfe von jemandem einzuholen, der das Teilproblem, das man gerade lösen muss, bereits kennt. Lernen, so Wagners Erkenntnis, gelinge in jedem Fall am besten, wenn man direkt am Problem gemeinsam arbeitet und sich darüber austauschen kann.</p>
<p>Die Idee, Wissen durch eine gemeinsame Arbeit zu vermitteln, ist selbstverständlich nicht neu. Auf dem Blog <a href="https://friedrichschillerprojekt.wordpress.com/2015/05/02/weimarpedia/" target="_blank">Friedrich-Schiller-Projekt</a> wird in diesem Sinn die Plattform „Weimarpedia“ vorgestellt. Schulklassen, die Weimar besuchen, haben dort die Möglichkeit in kleinen Gruppen einzelne Projekte zu bearbeiten, die in Beziehung zur Literatur, Kultur oder Kunst in Weimar stehen. So entstehen beispielsweise fiktive Interviews mit Friedrich Schillers Frau Charlotte. Die Ergebnisse werden dann auf „Weimarpedia“ online gestellt. Das ist Vermittlung der „Hochkultur“ im Rahmen der modernen Medien. Damit sollen Berührungspunkte für die Schülerinnen und Schüler geschaffen werden und eine Distanz überbrückt werden.</p>
<p>Eine solche „Eventisierung der Kultur“ zieht selbstverständlich auch Kritik auf sich. Wird hier das kulturelle Erbe verramscht? Sind solche Methoden nur der substanzlose Versuch bei einem Hype dabei zu sein? Helfen die digitalen Möglichkeiten den Lernenden tatsächlich weiter?</p>
<p>Gerade die Kunstvermittlung steht hier immer wieder in der Kritik. <a href="https://peterwinkels.wordpress.com/2015/05/04/wem-gehort-die-kunst-ist-das-die-frage-die-debatte-forster-ullrich/" target="_blank">Peter Winkels</a> schreibt auf seinem Blog, die Kunstvermittlung sollte möglicherweise wieder stärker die Freiheit der Kunst betonen, und weniger die Frage, welche Zugänge für wen angemessen seien. Die „Verwertung der Kunst“ sei eher das Problem, denn die Lösung.</p>
<p>Damit rückt die Frage der Lernumgebung wieder in den Hintergrund. Inwieweit sich Arbeiten und Lernen in der Zukunft verändern werden, bleibt abzuwarten. Die Frage ist aber schon jetzt, inwiefern wir diese Veränderungen gestalten können – oder übergestülpt bekommen. Dafür ist Wissen über die Veränderungen und um die technischen Möglichkeiten jedenfalls hilfreich.</p>
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		<title>Industrie 4.0: Was kommt da eigentlich auf uns zu?</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2015 08:53:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Industrie 4.0]]></category>

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				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_878" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/04/Industrie-4.jpg"><img class="wp-image-878 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/04/Industrie-4.jpg" alt="Industrie 4" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Industrie 4.0&#8243; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>Als Angela Merkel vor zwei Wochen die „Hannover Messe“ besuchte, fiel ein Schlaglicht auf die so genannte Industrie 4.0. Roboter waren dort zu sehen, die in Zukunft Hand-in-Hand mit Menschen arbeiten sollen, ohne eine Absperrung, die Mensch und Maschine trennt wie bisher in Fabrikhallen üblich. Es ist ein Sinnbild für das, was die Industrie 4.0 verspricht, eine stärkere Vernetzung des Digitalen mit der Alltagswelt. Der Kühlschrank, der selbst die Milch bestellen kann, bevor sie ausgeht, ist ebenfalls ein Sinnbild einer „vernetzten“, „smarten“ Welt, in der zahlreiche Aufgaben, wie das Einkaufen, die derzeit der Mensch selbst übernimmt, nahezu vollständig an computergesteuerte Prozesse übertragen werden sollen. Auch das selbstfahrende Auto gehört in diese Reihe der „intelligenten Maschinen“, die das Leben in sehr naher Zukunft verändern könnten.</p>
<p>Sobald neue Technologien auf den Markt drängen – oder angekündigt sind – finden sich stets Befürworter und Mahner. Wo liegen die Chancen dieser Industrie 4.0 und wo die Risiken? Winfried Felser findet, wie er auf seinem <a href="http://www.huffingtonpost.de/winfried-felser/6-innovationen-der-industrie40_b_7141868.html" target="_blank">Blog der Huffington Post</a> schreibt, ausgerechnet in Ostwestfalen innovative Ideen. Auf dem Fachkongress „Industrie 4.0“ in Paderborn hätten sich die Teilnehmer über die Möglichkeiten ausgetauscht, die eine Industrie 4.0 biete. Die wichtigste Erkenntnis des Kongresses, so Felser, bestehe für ihn darin, dass die Industrie 4.0 nicht zuerst eine neue Technologie bezeichne, sondern eher eine Wertschöpfungskette. Die neuen Technologien ermöglichen diese neue Form der Wertschöpfung, aber auf der Technologie selbst sollte nicht der Fokus liegen. Für die Unternehmen sei es wichtig zu begreifen, dass die Dienstleistungen im Mittelpunkt stehen. Am Beispiel des selbstfahrenden Autos: Es ist nicht das Auto als Besitz und Statussymbol, als Symbol der Freiheit, das hier mit einer neuen Technologie ausgestattet und verkauft wird, sondern die Dienstleistung so einfach an den gewünschten Ort zu kommen wie irgend möglich.</p>
<p>Wenn das stimmt, dass diese „Services“ in den Mittelpunkt rücken, erfordert das in vielen Unternehmen ein Umdenken. <a href="https://netzoekonomiecampus.wordpress.com/2015/04/24/uber-die-koalition-der-google-amazon-heulsusen-regulierung-statt-digitalstrategien/" target="_blank">Gunnar Sohn</a> sieht genau das Gegenteil: Zahlreiche Unternehmen rufen nun nach Regulierung. Amazon und Google sind die prominenten Beispiele, die immer wieder Kritik auf sich ziehen. Sohn nennt die Kritiker, die sich eine stärkere Regulierung wünschen, provokativ die „Koalition der Amazon-Google-Heulsusen“. Der Erfolg von Google und Amazon liegt unter anderem in der Hinwendung zum Kunden bzw. Nutzer, die angemessen informiert werden. Das funktioniert nur durch „Big Data“ – ebenfalls ein wichtiges Schlagwort der Industrie 4.0. Die Vernetzung der verschiedenen Dienstleistungen kann nur gelingen, wenn zahlreiche Daten erhoben werden und für die entsprechenden Prozesse verfügbar sind.</p>
<p>Hierin liegt die offensichtliche Gefahr der Industrie 4.0. Wie sicher sind die Daten? Was geschieht bei einer Störung? <a href="http://www.unternehmer.de/it-technik/175163-deutsche-wirtschaft-blackout-kommentar" target="_blank">Bernhard Kuntz</a> weist darauf hin, dass in den letzten zwei Monaten zweimal der eigene Blog gehackt wurde, er war im Netz nicht mehr auffindbar. Damit ist angedeutet, was geschehen könnte, wenn eine Gesellschaft beginnt, sogar die Grundversorgung von einem intakten Netzwerk abhängig zu machen. Denn sobald solche Prozesse über ein Netzwerk ablaufen, können diese Prozesse eben auch – mutwillig oder zufällig – gestört werden. Kuntz hat deshalb sehr große Vorbehalte gegenüber einer Industrie 4.0, die sich in solch einem Ausmaß von einem zuverlässigen Netz abhängig macht.</p>
<p>Eine andere Gefahr sieht <a href="http://norberthaering.de/index.php/de/27-german/news/345-wetzel#weiterlesen" target="_blank">Norbert Häring</a>: Die Industrie 4.0 werde in vielen Bereichen, diejenige Arbeit, die tatsächlich von Menschen ausgeführt werden muss, drastisch reduzieren. In dieser Hinsicht wirkt das Wort von der Industrie 4.0 wie eine Warnung, denn alle technologischen Umwälzungen hätten das Verhältnis der Gesellschaft zur Arbeit durcheinandergebracht. Massenarbeitslosigkeit und Verelendung seien das Horrorszenario, das eine Industrie 4.0 zur Folge haben könnte. Damit dieses Horrorszenario nicht Wirklichkeit wird, könnten bereits jetzt die ersten Schritte in die Wege geleitet werden. Doch Häring sieht die IG Metall derzeit auf dem Weg zu einer Gewerkschaft für die Interessen der Arbeitgeber. Die Reduzierung der Arbeitszeit, zum Beispiel, die es nun durchzusetzen gelte, um spätere Verwerfungen zu vermeiden, mache sich die IG Metall nicht zur Aufgabe. Stattdessen versuche die IG Metall die Arbeitnehmer „ruhigzustellen“.</p>
<p>In welchen Bereichen die Industrie 4.0 in der Zukunft eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Der Blog <a href="http://gps-schibrowski.blogspot.de/2015/04/28-2015-technische-pflege-ein-kommentar.html" target="_blank">Gesundheit Pflege Soziales</a> ist sich sicher, dass Roboter bald in Pflegeheimen zum Einsatz kommen werden. Denn sie sind notwendig – aus ökonomischer Sicht. Der ökonomische Druck ist längst so groß, dass keine Handlungsspielräume mehr da seien. Industrie 4.0 sagt in diesem Fall auch etwas über die Schieflage in einem gesellschaftlichen Bereich, der immer mehr von ökonomischen Zwängen bestimmt ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
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