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	<title>Blogumschau &#187; Israel &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Nachhaltige Zerwürfnisse? Benjamin Netanjahus Rede vor dem amerikanischen Kongress</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2015 07:40:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Rede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor dem US-amerikanischen Kongress hatte schon im Vorfeld für diplomatische Verstimmungen gesorgt. Das hatte verschiedene Gründe: Nicht der US-Präsident Barack Obama oder das Weiße Haus hatten Netanjahu eingeladen, sondern der von den oppositionellen Republikanern dominierte Kongress. Die Rede war nicht mit dem Weißen <a href=" http://blogumschau.de/2015/03/nachhaltige-zerwuerfnisse-benjamin-netanjahus-rede-vor-dem-amerikanischen-kongress/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rede des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor dem US-amerikanischen Kongress hatte schon im Vorfeld für diplomatische Verstimmungen gesorgt. Das hatte verschiedene Gründe: Nicht der US-Präsident Barack Obama oder das Weiße Haus hatten Netanjahu eingeladen, sondern der von den oppositionellen Republikanern dominierte Kongress. Die Rede war nicht mit dem Weißen Haus abgesprochen, wie es sonst durchaus üblich ist. Obama selbst und mehr als 50 Abgeordnete der Demokraten blieben der Rede am Dienstag dann auch demonstrativ fern.</p>
<p>Netanjahu, der sich mitten im israelischen Wahlkampf befindet, fand in seiner Rede, die unter anderem <a href="http://www.vox.com/2015/3/3/8142825/netanyahu-speech-congress-transcript-read" target="_blank">hier</a> nachzulesen ist, zunächst lobende Worte für die Obama-Regierung, ging dann aber schnell zu seinem Hauptanliegen über: der Ablehnung eines Atomdeals mit dem Iran, den die P5+1-Gruppe (bestehend aus den USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) derzeit aushandelt. Dem Iran soll unter strengen Auflagen die Urananreicherung erlaubt bleiben. Das Atomprogramm soll für mindestens zehn Jahre auf dem jetzigen Stand eingefroren werden. Auch die stufenweise Lockerung von Sanktionen ist im Gespräch.<br />
Laut Netanjahu wäre ein solcher Deal ein fataler Fehler. Die iranische Führung sei nicht nur für Israel eine Bedrohung, sondern für die ganze Welt, schließlich fördere sie massiv den globalen Terror. Man solle nicht glauben, die neue iranische Führung sei irgendwie gemäßigt oder berechenbar. Auch der iranische Einsatz gegen die Terrormilizen des „Islamischen Staats“ (IS) mache den Iran keinesfalls zu einem Freund der USA. Beide, der IS <em>und</em> der Iran, kämpften vielmehr um die „Krone des militanten Islams“, so Netanjahus deutliche Worte.<br />
Als gefährlichstes Szenario beschreibt Netanjahu einen militanten Islam, der über Nuklearwaffen verfüge. Und genau dies drohe, wenn man dem Iran die Urananreicherung gestatte. Der Atomdeal würde die Entwicklung von iranischen Atomwaffen nicht verhindern, sondern vielmehr kräftig befördern. Man dürfte dem Iran nicht vertrauen, die iranischen Verantwortlichen würden ihre wahren Absichten verschleiern und im Geheimen vorantreiben. Spätestens in zehn Jahren könnten sie ihre Bemühungen dann ohnehin wieder mit voller Kraft aufnehmen. Ein fatales nukleares Wettrüsten im Nahen Osten könnte die Folge sein, so Netanjahu. Es drohe ein nuklearer Alptraum. Nur wenn der Iran sich und sein Verhalten ganz fundamental ändere und endlich wie „ein normales Land“ agiere, dürfe man die Beschränkungen des iranischen Atomprogramms lockern. So lange müsse der Druck auf die iranische Führung unvermindert aufrecht erhalten werden. Das jüdische Volk sei nicht länger passiv, sondern bereit, sich „stark und resolut“ gegen seine Gegner, die genozidale Absichten hegten, zur Wehr zu setzen. Netanjahu drückte abschließend die Hoffnung aus, dass die USA Israel dabei fest zur Seite stünde.</p>
<p>Joshua Keating stellt auf dem Slate-Blog <a href="http://www.slate.com/blogs/the_slatest/2015/03/03/bibi_to_america_i_love_you_but_don_t_trust_iran.html" target="_blank">The Slatest</a> fest, dass die Rede Netanjahus fast wie eine Ansprache des US-Präsidenten inszeniert worden sei. Eine Provokation gegenüber dem Weißen Haus und den politischen Opponenten in Israel. Netanjahu bekam vor, während und nach seiner Rede immer wieder lang anhaltenden Applaus und Standing Ovations, was aber wenig verwunderlich sei, schließlich hätte der israelische Ministerpräsident vielen Republikanern, die sich schon seit geraumer Zeit eine härtere Gangart gegenüber dem Iran wünschten und den anvisierten Atomdeal ablehnten, aus der Seele gesprochen.</p>
<p>Thomas Pany behauptet auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/44/44295/1.html" target="_blank">Telepolis</a>, dass die Abgeordneten des US-Kongresses nichts Neues von Netanjahu gehört hätten. Vielmehr habe es sich um einen lauwarmen Aufguss bereits bekannter Phrasen gehandelt. Der US-Kongress sei auch weniger der Adressat der Ansprache gewesen, als vielmehr das eigene Wahlvolk zuhause in Israel. Mit seiner Inszenierung als starker, unbeugsamer Politiker hätte Netanjahu über seine innenpolitischen Schwächen und Probleme hinwegzutäuschen versucht.</p>
<p>Daniel Levy verbucht es auf dem <a href="http://www.lobelog.com/the-incoherence-of-bibis-sabotage-effort/" target="_blank">LobeLog</a> zunächst einmal als einen Erfolg Netanjahus, dass er viel Aufmerksamkeit für seine Rede erhalten habe ohne dass die vielen leer gebliebenen Stühle im Kongress ein Thema gewesen seien. In Israel könnte er damit vielleicht sogar gepunktet haben, so Levy, geschadet habe ihm die Rede dort sicherlich nicht. Das sei aber auch schon das einzig Positive, was man zu der Ansprache sagen könnte, denn diese sei inhaltlich viel zu widersprüchlich und inkohärent gewesen. Netanjahu behaupte, dass mehr und härtere Sanktionen und ein insgesamt erhöhter Druck zum erwünschten Verhandlungserfolg mit dem Iran führen könnten, dabei bewiesen die letzten Jahre doch das Gegenteil. Dass der Iran von Netanjahu als Wurzel allen Übels dargestellt werde und er dem Iran genozidale Absichten unterstelle, findet Levy lächerlich. Im Endeffekt liefen die Ausführungen und die Rhetorik Netanjahus darauf hinaus, dass die USA zum wiederholten Male Truppen in den Nahen Osten entsenden müssten. Doch dies sei ein Weg, der unbedingt vermieden werden sollte. Viel besser sei es, die jetzigen Atomverhandlungen mit dem Iran entschlossen voranzutreiben.</p>
<p>Detlef zum Winkel ärgert sich in einem Gastbeitrag auf dem Jungle-World-Blog <a href="http://jungle-world.com/von-tunis-nach-teheran/3141/" target="_blank">Von Tunis nach Teheran</a> darüber, dass man es sich zu einfach mache, wenn man Israel mal wieder vorschnell als bloßen Störenfried und Krawallmacher abtue, ohne sich wirklich mit den Argumenten und dem Wortlaut von Netanjahus Rede auseinanderzusetzen. Die „Mainstream-Medien“ hätten sich hier nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zum Winkel findet den Redetext Netanjahus beeindruckend. Die sachlichen Einwände gegen den Atomdeal, die Widersprüche und Gefahren die dieser in sich berge, würden überzeugend dargelegt. Schon jetzt habe der Iran das zehnjährige Einfrieren des Status Quos abgelehnt und zum Winkel ist sich keineswegs sicher, ob die von den USA dominierte P5+1-Gruppe in diesem Punkt standhaft bleiben wird oder ob sie nicht doch zu weiteren Zugeständnissen gegenüber dem Iran bereit sei.</p>
<p>Nachhaltige Zerwürfnisse also? Es wird sich zeigen, ob die amerikanisch-israelischen Verhältnisse dauerhaft Schaden durch den – so wahrgenommenen – diplomatischen Affront Netanjahus genommen haben. Auch die inneramerikanische Kluft zwischen Demokraten und Republikanern könnte sich weiter vertiefen. Das Verhältnis Israels zum Iran wird wohl ein äußerst schwieriges bleiben, egal wie die israelischen Parlamentswahlen in wenigen Tagen ausgehen werden.</p>
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		<title>Leben im Krieg: Stationen in Israel, dem Irak und der Ukraine</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Aug 2014 07:45:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
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		<category><![CDATA[Ukraine-Krise]]></category>

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		<description><![CDATA[Noch immer bestimmen Krisen die Nachrichten. Ständig sind neue Meldungen zu hören, die im Zusammenhang mit den Krisen im Irak, Israel oder der Ukraine stehen. Es ist schwierig, den Überblick zu behalten und das politische Weltgeschehen zu ordnen. Die Nachrichtenlage ist kompliziert, und das gilt bereits für jedes einzelne Ereignis. <a href=" http://blogumschau.de/2014/08/leben-im-krieg-stationen-in-israel-dem-irak-und-der-ukraine/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_465" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/08/täglich-Brot.jpg"><img class="wp-image-465 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/08/täglich-Brot.jpg" alt="täglich Brot" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Täglich Brot&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Noch immer bestimmen Krisen die Nachrichten. Ständig sind neue Meldungen zu hören, die im Zusammenhang mit den Krisen im Irak, Israel oder der Ukraine stehen. Es ist schwierig, den Überblick zu behalten und das politische Weltgeschehen zu ordnen. Die Nachrichtenlage ist kompliziert, und das gilt bereits für jedes einzelne Ereignis. Eine besondere Schwierigkeit erwächst, sobald der Blick sich auf die Ereignisse vor Ort, auf die betroffenen Menschen richtet. Wem kann man glauben? Was sollen bestimmte Meldungen bezwecken? Es ist problematisch, hier am Schreibtisch zu entscheiden, auf welche Blogs verwiesen werden soll. Die Meldungen sind für uns nicht zu überprüfen – auch wenn wir natürlich versuchen, seriöse Quellen auszuwählen.</p>
<p>Dem Problem sind alle, die journalistisch arbeiten, ausgesetzt. Und in Krisenzeiten, in Kriegen verschärft es sich. Richard C. Schneider erläutert das in dem <a href="http://blog.br.de/studio-tel-aviv/2014/08/04/gegen-die-bilder-ist-unser-text-machtlos.html#more-14949" target="_blank">Blog des ARD-Studios Tel Aviv</a>. Agenturbilder, so die Erkenntnis der Journalisten vor Ort, sind nicht verlässlich. Nachrichten und Bilder, die zum Beispiel in Blogs verbreitet werden, können sowieso nicht geprüft werden. Dabei prägten gerade einzelne Bilder, so Schneider, unser Bild der Krisen. Er nimmt ein drastisches Beispiel: Ein schreiendes palästinensisches Kind gegenüber einem kaum beschädigten Haus in Tel Aviv nach einem Raketenangriff, und sogar die Sonne scheint. Wertungen transportieren sich ungewollt.</p>
<p>In der Blogumschau wissen wir, dass Wertungen transportiert werden. Wir referieren diese, selbst wenn sie zum Teil ganz und gar nicht unsere Ansichten darstellen, woran ich noch einmal erinnern möchte.</p>
<p>Shoshanna Jaskoll wirft in einem <a href="http://blogs.timesofisrael.com/the-pain-privilege-pride-of-being-israeli-pride-privilige/" target="_blank">Blog der „Times of Israel“ </a>einen Blick auf die vergangenen sieben Wochen in Israel. Sieben Wochen sind vergangen seit die drei israelischen Jugendlichen, Gilad, Naftali und Eyal, entführt worden sind. Auch für Schneider ist diese Entführung das entscheidende Datum. Seitdem überschlagen sich die Ereignisse.</p>
<p>Jaskoll zeigt Bilder der Solidarität mit dem israelischen Militär. Bilder am Rande des Krieges, dort, wo das Leben im Angesicht des Krieges weitergeht. Friseure und Friseurinnen kümmern sich um die Haarschnitte der Soldatinnen und Soldaten, Getränkeflaschen werden verteilt: Symbolische Akte der Solidarisierung. In einem Krankenhaus ist der gedeckte Festtisch für verletzte Soldaten und ihre Familien zu sehen. Jaskoll erlebt diese Zeit als eine besondere. Sie betitelt ihren Text mit „The Pain &amp; Privilege of Being Israeli“ (Das Leid und das Privileg ein Israeli zu sein). Sie fühlt einen Stolz, da Gräben verschwinden, die sonst das Volk spalten.</p>
<p>Ortswechsel: Anbar, Irak. <a href="http://anbardaily.blogspot.de/2014/08/05-august-2014.html" target="_blank">Al-Iraq Al-Hurr</a> berichtet, wie Menschen Autos als Zuflucht wählen. Trucks, die in bis jetzt ruhigen Gegenden stehen werden als Zufluchtsstätten aufgesucht. Oder Menschen fahren ihre Autos auf abgelegene Parkplätze. Dort haben sie nicht einmal Wasser, doch vielleicht sind sie sicherer als in ihren Häusern. Andere wiederum kehrten – trotz aller Risiken – in ihre Wohnungen zurück. Viele besäßen einfach nicht die Mittel, um die Heimatregion zu verlassen. Dabei sind die Bedingungen, so wird auf Daily Updates from Anbar berichtet, erschreckend. Die Opfer der Region werden auf dem Blog verzeichnet, jeden Tag. Die Kämpfe zwischen den ISIL-Truppen und den verschiedenen Gruppierungen, die Widerstand leisten, fordern täglich Opfer.</p>
<p>Es klingt wie aus einer anderen Welt: ISIL-Kämpfer griffen Haditha an, wo sich ein großer Damm befindet. Der Damm ist bedeutsam für die Wasserversorgung des südlichen Iraks. Der Angriff scheiterte. <a href="http://anbardaily.blogspot.de/2014/08/02-august-2014.html" target="_blank">Al-Iraq Al Hurr</a> weiß von 20 getöteten ISIL-Kämpfern und 14 getöteten Stammeskämpfern. Doch umliegende Gebiete konnten die ISIL-Kämpfer unter ihre Kontrolle bringen. Die Kämpfe werden fortgesetzt.</p>
<p>Den Alltag in einem Land leben, in dem Krieg herrscht oder kriegsähnliche Zustände. Auch in der Ukraine findet das Leben teilweise unter solchen Bedrohungen statt. <a href="http://www.narodny-fast-food.de/2014/07/enttauschung-uber-die-politik-der.html" target="_blank">Martin Dietze</a>, der über die Ukraine bloggt, schreibt entsetzt über Ereignisse im ukrainisch-russischen Grenzgebiet. Russische Soldaten würden zusammengezogen, und sie marschierten auf die ukrainische Grenze zu. Erst kurz vor der Grenze hielten sie inne. Von solchen Scheinangriffen russischer Soldaten wird berichtet und davon, wie russische Raketenwerfer in Stellung gebracht werden. Manch ein Ukrainer wird per Telefon von russischen Bekannten gewarnt, wenn die Raketenwerfer gegen die ukrainischen Dörfer und Städte gerichtet werden. Der Krieg greift in das Leben hinein.</p>
<p>Am 6. August, so ist auf<a href="http://anbardaily.blogspot.de/2014/08/06-august-2014.html" target="_blank"> Daily Updates from Anbar</a> zu lesen, geriet das städtische Krankenhaus in Fallujah zum 23. Mal unter Beschuss. Am 6. August starben dort, unter anderen Opfern, auch zwei Mitarbeiter des Krankenhauses und sieben wurden verwundet. Leben im Krieg.</p>
<p>Zurückhaltung scheint angebracht angesichts all dieser Meldungen, angesichts eines Lebens im Krieg. Kein Wunder, so ließe sich folgern, wenn die Betroffenen – und auch betroffene Journalisten – teilweise ihren klaren Blick verlieren. Die westlichen Beobachter sollten jedenfalls, so wie es auch Richard Schneider fordert, sehr umsichtig sein mit ihren Bewertungen der Krisen.</p>
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		<title>Ein schmaler Grat – Demonstrationen gegen Israels Politik</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jul 2014 11:25:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Das derzeitige militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen schlägt in Deutschland – und einigen anderen europäischen Ländern – hohe Wellen. Bilder von zerstörten Häusern, verwundeten oder getöteten Zivilisten – darunter Frauen und Kinder – sorgen für Empörung. Wieder einmal, wie man dazu sagen muss. In verschiedenen deutschen Städten fanden Demonstrationen gegen <a href=" http://blogumschau.de/2014/07/ein-schmaler-grat-demonstrationen-gegen-israels-politik/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das derzeitige militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen schlägt in Deutschland – und einigen anderen europäischen Ländern – hohe Wellen. Bilder von zerstörten Häusern, verwundeten oder getöteten Zivilisten – darunter Frauen und Kinder – sorgen für Empörung. Wieder einmal, wie man dazu sagen muss. In verschiedenen deutschen Städten fanden Demonstrationen gegen Israel bzw. die israelische Militäroffensive statt. Neben Kritik an Israels Politik und dem Umgang mit den Palästinensern, waren mancherorts israelfeindliche und auch merklich antisemitische Äußerungen zu vernehmen. „Hamas, Hamas – Juden ins Gas“ soll etwa gerufen worden sein. Auch einige Neonazis sollen unter den Demonstranten gewesen sein. Sind das nur Einzelfälle? Oder Anzeichen für einen verstärkt aufflammenden Antisemitismus in Deutschland? Und wie weit darf Kritik an Israel gehen?</p>
<p>Gideon Böss weist auf <a href="http://boess.welt.de/2014/07/22/event-antifaschismus-und-pogromstimmung/" target="_blank">Böss in Berlin</a> auf ein Dilemma im Umgang mit den antisemitischen Vorkommnissen während der jüngsten Demonstrationen hin. Da es nämlich insbesondere muslimische Demonstranten seien, die durch antisemitische Töne aufgefallen seien, falle es dem „linken Mainstream“ schwer, angemessen – oder überhaupt – darauf zu reagieren. Um nicht in Gefahr zu laufen, der Fremdenfeindlichkeit bezichtigt zu werden, würden sie die antisemitischen Ausfälle muslimischer Demonstranten verharmlosen oder gleich ganz ignorieren. Böss findet das fatal, insbesondere weil er eine antisemitische Pogromstimmung heraufziehen sieht.</p>
<p>Richard Wagner bereitet auf <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_rechten_migranten_formieren_sich1" target="_blank">Die Achse des Guten</a> Sorge, dass bei den Demonstrationen gegen Israel zunehmend auch das jüdische Leben in Deutschland durch (pro-) palästinensische Demonstranten in Frage gestellt werde. Dies sei ein Angriff auf die Freiheit. Diesen Angriff zu ignorieren bedeute, so Wagner, zugleich auch die Stabilität Deutschlands zu gefährden. Noch handele es sich dabei vielleicht um eine Minderheitenposition, doch Wagner sieht einige bedenkliche Anzeichen für deren Erstarken.</p>
<p>Holdger Platta ist auf <a href="http://hinter-den-schlagzeilen.de/2014/07/24/frieden-frieden-frieden/trackback/" target="_blank">Hinter den Schlagzeilen</a> über die antisemitischen Sprechchöre empört und fühlt sich geradezu ohnmächtig. Natürlich sei es legitim und auch notwendig, die Siedlungspolitik Israels oder das israelische Vorgehen im Gazastreifen zu kritisieren. Man müsse entschieden für Frieden, Menschlichkeit und Menschenrechte einstehen. Und gegen den Hass. Aber eben gegen den Hass von beiden Seiten. Die politischen Entscheidungsträger gelte es für das Leid und die Gewalt verantwortlich zu machen aber keinesfalls <em>die Juden</em>.</p>
<p>Anne Lachmann und Günther Lachmann finden es auf <a href="http://www.geolitico.de/2014/07/22/gerede-vom-neuen-antisemitismus/" target="_blank">Geolitico</a> hingegen höchst problematisch und gefährlich, dass die ARD in einem Bericht der Tagesschau ein paar versprengte Neonazis mit ihren antisemitischen Parolen aus der Masse friedlicher Demonstranten herausgepickt hätten. Mit der Überhöhung dieser vereinzelten antisemitischen Wortmeldungen werde ein legitimer und weitestgehend friedlicher Protest gegen Israels Politik diskreditiert. Die Juden würden von ARD und jüdischen Vertretern zu Opfern gemacht, um sie aus der Schusslinie der Kritik zu holen, so Lachmann und Lachmann. In Deutschland gebe es – von einigen kleinen Gruppen abgesehen – keinen Antisemitismus. Wenn man anderes impliziere, adle man die Splittergruppen und befördere so auch deren Anliegen.</p>
<p>Wie weit darf man bei der Kritik an Israel gehen? Wo endet noch erlaubte Polemik und Zuspitzung? Muss man nicht immer auch die Provokation und Aggression der Gegenseite mit kritisieren, etwa den Raketenbeschuss durch die Hamas? Wie setzt man ein Zeichen für den Frieden und gegen Gewalt, ohne neue Spannungen zu provozieren und Gräben zu vertiefen? Schwierige Fragen, die es zu diskutieren gilt. Nicht nur – aber auch – unter den Demonstranten selbst.</p>
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