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	<title>Blogumschau &#187; Jahrestag &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Mehr als große Emotionen? Das Gedenken an den Mauerfall</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Nov 2014 08:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor 25 Jahren fiel die Mauer, die Teilung Berlins wurde aufgehoben und der Kalte Krieg war beendet. An diesen Tag wurde in Deutschland und vor allem in Berlin mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen gedacht. Sämtliche Medien begleiteten die groß angelegten Ereignisse, wie zum Beispiel die Grenze aus leuchtenden Ballons. Die <a href=" http://blogumschau.de/2014/11/mehr-als-grosse-emotionen-das-gedenken-an-den-mauerfall/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor 25 Jahren fiel die Mauer, die Teilung Berlins wurde aufgehoben und der Kalte Krieg war beendet. An diesen Tag wurde in Deutschland und vor allem in Berlin mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen gedacht. Sämtliche Medien begleiteten die groß angelegten Ereignisse, wie zum Beispiel die Grenze aus leuchtenden Ballons.</p>
<p>Die Künstlerin <a href="http://christinaweisz.blogspot.de/2014/11/lichtgrenze-ballonaktion-25-jahre.html" target="_blank">Christina Weiß</a> hat diese „Lichtgrenze“ fotografiert. Indem sie die Ballons aus kurzer Distanz und vornehmlich bei Tageslicht aufnimmt, wirken die aufgereihten Ballons kaum mehr wie eine Grenze. Es macht eher einen spielerischen Eindruck, wie einzelne Dekorationsobjekte zwischen den Berliner Häusern aufleuchten. Ein Ballon neigt sich – fast schelmisch – einem offenbar authentischen Mauerrest entgegen und zeigt damit aufs Deutlichste, wie hier das Symbolische und das Dekorative auf die geschichtliche Wirklichkeit treffen. Ein anderes Bild zeigt über der Lichtgrenze einen Fesselballon, mit dem Werbeaufdruck „DIE WELT“. Woran lässt sich hier denken: An die freie Presse der alten BRD? Oder an den Kapitalismus, der bereits mit seinen Werbeverheißungen über die Grenze flog? Ein Foto jedenfalls, das starke Assoziationen hervorruft.</p>
<p>Auf <a href="http://kosmopolitissa.net/2014/11/10/gedanken-zum-25-jahrestag-des-mauerfalls/" target="_blank">kosmopolitissa </a>wird ebenfalls die Lichtgrenze aufgegriffen: Sie symbolisiert die Freude darüber, dass die Mauer fiel, und darüber, wie sie fiel. Und die Lichtgrenze war nicht nur ein Symbol, denn die aufsteigenden Luftballons lösten selbst starke Emotionen aus. „Emotionen“ allerdings sind das eine, das andere sei es, aus den vergangenen Ereignissen zu lernen. Doch wie steht es um Deutschland 2014? Was wurde denn gelernt?</p>
<p>An die NSU-Morde und den laufenden Prozess wird unter anderem auf kosmopolitissa erinnert. Am 8. November 2011 hatte sich Beate Zschäpe der Polizei gestellt. Der Prozess dauert nun schon lange an, aber die Chancen, dass die Tathergänge umfänglich aufgeklärt werden, sinke, weil viele Zeugen sich auf „Erinnerungslücken“ beriefen. Was sollen denn in so einem Zusammenhang, im Zusammenhang des aktuellen politischen Geschehens, „große Emotionen“ bedeuten?</p>
<p>Das wirft auch die Frage auf, wie richtigerweise an ein Ereignis gedacht werden soll. <a href="http://zettelsraum.blogspot.de/2014/11/deutscher-gedunk.html" target="_blank">Zettels Raum</a> ironisiert genau das, diese Frage nach dem „richtigen“ Gedenken. Gerade in Deutschland scheine das Gedenken besonders kompliziert zu sein und hier müssten alle Eventualitäten berücksichtigt werden. Alle Betroffenen sollten in jeder Gedenkrede untergebracht werden, was zu solch einer Bemühtheit führe, dass das Gedenken erst recht würdelos erscheine. Damit werden solche Gedenkveranstaltungen grundsätzlich fragwürdig, oder zumindest ihre Form. Auf Zettels Raum wird alternativ auf zwei Einzelschicksale verwiesen, die über „ihren“ Mauerfall berichten und so der großen Geschichte kleine eigene Geschichten hinzufügen.</p>
<p><a href="http://ad-sinistram.blogspot.de/2014/11/als-die-mauer-fiel-und-die-geschichte.html" target="_blank">Roberto J. De Lapuente</a> greift das Gedenken des Mauerfalls dagegen sehr konkret an: Es seien vor allem Klischees und westdeutsche Arroganz zu vernehmen gewesen. Zudem klänge das gesamte Gedenken, wie das Wort vom „Ende der Geschichte“. Indem die Mauer fiel, so die allzu einfache und auch falsche Version, wurde Ostdeutschland befreit und es erfüllte sich den Traum vom Kapitalismus. Doch so eine Version der Geschichte ist eine Geschichte aus der Sicht der Gewinner, schreibt De Lapuente. Und damit werden viele Bestrebungen der DDR-Bürgerrechtler unterschlagen, die gar keine Wiedervereinigung im Sinn hatten, sondern oftmals vor allem für Menschen- bzw. Bürgerrechte eintraten. Diese Komplexität müsste gerade ins Gedächtnis gerufen werden, denn damit würde ersichtlich, dass die alte BRD keineswegs die Erfüllung aller Träume gewesen sei. Damit gewänne dann das – durchaus freudige – Gedenken einen selbstkritischen Zug, den De Lapuente schmerzlich vermisst.</p>
<p>Auf <a href="http://saetzeundschaetze.com/2014/11/09/der-9-november-in-den-worten-der-dichter/" target="_blank">Sätze und Schätze</a> wird anlässlich des Mauerfalls das „Handbuch der politischen Poesie“ von Joachim Sartorius vorgestellt. In der Rezension kommen einige Dichter zu Wort. Und Heiner Müller scheint auf De Lapuente zu antworten, wenn er sich selbst vorwirft, er hätte manches Mal geschrieben, als sei er im Besitz der Wahrheit. Die selbstkritischen Zeilen waren zwar auf Müllers kommunistisches Gedankengut gemünzt, das er im Angesicht des Mauerfalls nicht mehr als Wahrheit ansehen möchte, doch scheinen die Verse für uns auch eine andere Bedeutung gewonnen zu haben:</p>
<p>„Meine Herausgeber wühlen in alten Texten</p>
<p>Manchmal wenn ich sie lese überläuft es mich kalt Das</p>
<p>Habe ich geschrieben IM BESITZ DER WAHRHEIT […]“</p>
<p>Die Verse mahnen eine Selbstkritik an, die den Bloggerinnen und Bloggern angemessen zu sein scheint. Und womit das Gedenken dann tatsächlich das Denken bewegen könnte und nicht nur einen Augenblick lang große Emotionen weckt.</p>
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		<title>Vernunft und Dialog: Jürgen Habermas zum 85. Geburtstag</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Jun 2014 07:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrestag]]></category>
		<category><![CDATA[Jürgen Habermas]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Philosophie Jürgen Habermasʼ ist längst selbst Gegenstand der Forschung geworden. Zu Lebzeiten wird bereits sein „Werk“ diskutiert, seine philosophischen Leistungen werden gewürdigt und eingeordnet. Zu seinem 85. Geburtstag sind entsprechend viele Glückwünsche, Würdigungen und Auseinandersetzungen erschienen – und die Frage, die hinter diesen Würdigungen steht, lautet: Wozu brauchen wir <a href=" http://blogumschau.de/2014/06/vernunft-und-dialog-juergen-habermas-zum-85-geburtstag/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Philosophie Jürgen Habermasʼ ist längst selbst Gegenstand der Forschung geworden. Zu Lebzeiten wird bereits sein „Werk“ diskutiert, seine philosophischen Leistungen werden gewürdigt und eingeordnet. Zu seinem 85. Geburtstag sind entsprechend viele Glückwünsche, Würdigungen und Auseinandersetzungen erschienen – und die Frage, die hinter diesen Würdigungen steht, lautet: Wozu brauchen wir ihn? Was lässt sich bei Habermas lernen?</p>
<p><a href="http://metalust.wordpress.com/2014/06/19/jurgen-habermas-zum-85-geburtstag-ein-langes-dankeschon/">Momo Rulez</a> denkt darüber nach, welche Bedeutung die Schriften Habermasʼ in seiner Studienzeit hatten. Habermas, im Unterschied zu Foucault, schillerte nicht. Er faszinierte nicht, riss nicht mit, sondern seine Philosophie kam nüchtern daher. Momo Rulez stellt heraus, wie sehr Habermas auf die Verständlichkeit setze: Sich selbst verständlich machen, mit dem Ziel eines gelingenden Miteinanders. Die Philosophie und Soziologie von Habermas zielt auf eine Verständigung, die nicht auf Macht beruht. Das klingt idealistisch, unerreichbar. Doch das will Momo Rulez nicht gelten lassen. Dies sei eben das große Erbe der Schriften Habermasʼ, das es überhaupt noch zu verstehen gelte.</p>
<p>Genau hier widerspricht Bersarin auf seinem Blog <a href="http://bersarin.wordpress.com/2014/06/18/konsens-der-vernunft-oder-differenz-der-asthetik-jurgen-habermas-zum-85-geburtstag/" target="_blank">Aisthesis </a>Habermas. Kommunikation laufe nicht auf Konsens hinaus, sondern ebenso auf Differenz. Weshalb sollten am Ende die Gesprächspartner einer Meinung sein? Gibt es am Ende etwa immer das beste, das überzeugende Argument? Und darüber hinaus: Wenn schließlich ein Argument am Ende die anderen aussteche: Ist das dann eine machtfreie Kommunikation? Ist das nicht der „Zwang“ eines Arguments, also doch ein Raum, in dem Macht ausgeübt wird? Bersarin weist darauf hin, dass die Widersprüche einer Gesellschaft eben nicht im Gespräch aufgelöst werden können. Sie bleiben bestehen. Demnach bliebe die machtfreie Verständigung zwangsläufig blind für die realen Verhältnisse der gesellschaftlichen Kommunikation.</p>
<p><a href="http://www.kath.net/news/46400" target="_blank">Armin Schwibach</a> erinnert zu Habermasʼ Geburtstag an dessen Antwort auf eine Rede von Papst Benedikt XVI. Dieses Gespräch zwischen dem bedeutenden Theologen und dem berühmten Philosophen sei selbst ein ‚idealer Dialog‘. In dieser Rede und der Antwort Habermasʼ zeige sich, wie idealerweise über Glaube und Vernunft gesprochen werden könne. Benedikt XVI. hatte dazu aufgefordert, über die Vernunft nachzudenken, über ihren Siegeszug, den sie angetreten habe. Wie ist es dazu gekommen, dass die Vernunft den Glauben zurückgedrängt habe? Und welche Folgen hat dies für den Menschen? Für diese Trennung von Vernunft und Glauben, so Habermas, habe es gute – vernünftige – Gründe gegeben. Beide, so Schwibach, treffen sich darin, kritisch darauf zu sehen, wie die Anhäufung von Wissen und Erkenntnis, eben nicht dazu führt, klüger zu handeln. Die Anhäufung von Erkenntnis bedeutet nicht, dass man wisse, was vernünftigerweise zu tun sei. Der Maßstab des Handelns kann dennoch verloren gehen.</p>
<p>Gerade um sich mit der Macht der Vernunft kritisch auseinanderzusetzen, sei Habermas, ein wichtiger Denker. Seine Schriften, das schreibt auch Bersarin, sind bedeutsam geblieben. Zumindest könne man sich an ihnen abarbeiten. Gesellschaftliche Emanzipation lasse sich noch immer mit Habermas angemessen denken, schließt Momo Rulez.</p>
<p>Habermas ist weiterhin Teil eines Dialogs, der die Gesellschaft deutet. Er ist ein wichtiger Teil, wie die Würdigungen und Glückwünsche zeigen. Und eine Gratulation im Sinne dieses Blogs: Eine ganze Sammlung von weiteren Glückwünschen findet sich auf dem Blog <a href="http://habermas-rawls.blogspot.de/2014/06/birthday-greetings-to-habermas.html" target="_blank">Political Theory</a>.</p>
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		<title>Der Größte: Shakespeare zum 450. Geburtstag</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Apr 2014 06:59:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrestag]]></category>
		<category><![CDATA[William Shakespeare]]></category>

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		<description><![CDATA[Shakespeares Geburtstag jährt sich in diesen Tagen zum 450. Mal und auf zahlreichen Blogs wird er gefeiert. Shakespeare, der Größte. Ist es möglich, ihn nicht zu lieben, ihn nicht zu verehren? Kontroversen jedenfalls gibt es nicht. Seine Dramen werden noch immer gespielt, an Laientheatern und in den besten Häusern Europas, <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/der-groesste-shakespeare-zum-450-geburtstag/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_251" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/04/Shakespeares_Autogrammstunde.jpg"><img class="wp-image-251 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/04/Shakespeares_Autogrammstunde.jpg" alt="Shakespeares_Autogrammstunde" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Shakespeares Autogrammstunde&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Shakespeares Geburtstag jährt sich in diesen Tagen zum 450. Mal und auf zahlreichen Blogs wird er gefeiert. Shakespeare, der Größte. Ist es möglich, ihn nicht zu lieben, ihn nicht zu verehren? Kontroversen jedenfalls gibt es nicht. Seine Dramen werden noch immer gespielt, an Laientheatern und in den besten Häusern Europas, seine Sonette noch immer gelesen und übersetzt, seine Stücke für jedes neue Medium adaptiert.</p>
<p>Einen knappen Überblick findet man auf dem Blog <a href="http://literatenwelt.blog.de/2014/04/27/shakespeare-einfluss-heute-18320128/" target="_blank">literatenwelt</a>. Die Person William Shakespeare, von der nicht einmal der genaue Geburtstag bekannt ist, bloß der Tag der Taufe, trete hinter der Wirkung seiner Werke vollkommen zurück. Vom größten Dramatiker, dessen Stücke zu den am meisten gespielten Theaterstücken weltweit gehören, ist selbst wenig bekannt. Das Werk hat die Zeit überdauert, nicht das biographische Interesse an dessen Schöpfer – so wie das den Literaturwissenschaftlern gefallen dürfte, ließe sich hinzufügen.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://www.buchbesprechung.de/shakespeare-sei-dank" target="_blank">buchbesprechung </a>wird anlässlich des Geburtstags auf einige geflügelte Worte hingewiesen, die auf Shakespeare zurückgehen, und sie werden jeweils in ihrem Werkkontext gezeigt. „Der Wahnsinn hat Methode“ oder „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“: Die deutsche Sprache verdankt Shakespeare und seinen Übersetzern viel. Auch die Titel vieler seiner Werke sind längst geflügelte Worte geworden, „Viel Lärm um Nichts“ beispielsweise. Shakespeare, der Sprachschöpfer, nicht allein die englische, auch die deutsche Sprache wäre ärmer ohne seine Werke. Wir reden und denken mit Shakespeare – ob wir es wissen oder nicht. Sein Einfluss präge bis heute unsere alltäglichen Formulierungen und selbstverständlich ebenso die Literatursprache, die ihn immer wieder zitiert.</p>
<p>Johanna Schall versucht auf dem Blog <a href="http://johannaschall.blogspot.de/2014/04/deutsche-bahn-deutscher-shakespeare.html" target="_blank">Theaterliebe</a>, bei all diesen literarischen Leistungen Shakespeares, vor allem Shakespeare als Dramatiker hervorzuheben. Shakespeares Dramen sind zuerst Stücke, die auf die Theaterbühne gehören. Seine Texte sollen nicht leise gelesen, sondern gesprochen, geschrien oder geflüstert werden. Hinter den Figuren und ihren Reden gebe es nichts, da seien nicht die Ansichten eines Autors, die dahinter stehen, sondern die Stücke seien im besten Sinne Theaterstücke, die nur auf der Bühne ihre volle Wirkung entfalten. Ähnlich hat schon Friedrich Schiller über Shakespeare geurteilt, wie auf dem Blog <a href="http://friedrichschillerprojekt.wordpress.com/2014/04/26/william-shakespeare/" target="_blank">friedrichschillerprojekt </a>zu lesen ist. Genau dieser Umstand habe Schiller zuerst abgeschreckt: Er konnte den Dichter hinter den Figuren nicht sehen. Und Schiller bearbeitete – konsequent – Shakespeares Macbeth dann für das Theater.</p>
<p>Längst ist Shakespeare allerdings genauso im Kino Zuhause, wie <a href="http://www.getidan.de/kolumne/georg_seesslen/60923/die-schoenheitsvergiftung-des-kinos-durch-william-shakespeare" target="_blank">Georg Seeßlen</a> in seiner Würdigung zeigt, was nicht bedeutet, dass Shakespeares Dramen nun einfach für das Kino neu gedreht werden. Eine gute Shakespeare-Verfilmung könne beispielsweise gerade zeigen, worin die Unterschiede zwischen einer Verfilmung und einem Theaterstück bestehen. Seeßlen erinnert an großartige Verfilmungen der Stoffe Shakespeares. Zwar garantiere eine shakespearescher Stoff keinen guten Film, aber offenbar haben die Dramen Shakespeares immer wieder dazu angeregt, ästhetisch etwas zu wagen; König Lear habe zum Beispiel immer wieder zu außergewöhnlichen Filmen inspiriert, so von Grigori Kosinzev (1969), Peter Brook (1971) oder Akira Kurosawa (1985).</p>
<p>Ein besonderer Blick auf Shakespeare, vor allem auch auf ihn als Dichter der Sonette, wird auf <a href="http://saetzeundschaetze.com/2014/04/27/wie-er-uns-gefallt-gedichte-an-und-auf-william-shakespeare-herausgeber-tobias-doring/" target="_blank">Sätze&amp;Schätze</a> vorgestellt. Dort ist unter anderem ein kleiner Band aus dem Manesse Verlag von Tobias Döhring vorgestellt mit dem Titel „Wie er uns gefällt“. Der Band versammelt Gedichte „an und auf William Shakespeare“. Die ungeheure Bedeutung Shakespeares wird mit diesem Band dokumentiert, der 120 Gedichte vereint, die sich auf Shakespeare beziehen.</p>
<p>Shakespeare, der Größte, der uns in die Alltagssprache hineinrutscht, uns im Kino erwartet und noch immer ganze Gedichtbände provoziert – und der trotzdem geliebt wird!</p>
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		<title>Bleibt da was? Max Webers 150. Geburtstag</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Apr 2014 08:18:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Jahrestag]]></category>
		<category><![CDATA[Max Weber]]></category>

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		<description><![CDATA[Max Weber ist ein geeigneter Protagonist für wissenschaftliche Biographien. Bereits 2011 wurde Joachim Radkaus Weber-Biographie sehr einhellig gefeiert – eine große wissenschaftliche Biographie. Nun haben, pünktlich zum 150. Geburtstag, der Soziologe Dirk Kaesler und Jürgen Kaube von der FAZ ebenfalls Weber-Biographien veröffentlicht. Und erneut finden sich – von Ausnahmen abgesehen <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/bleibt-da-was-max-webers-150-geburtstag/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Max Weber ist ein geeigneter Protagonist für wissenschaftliche Biographien. Bereits 2011 wurde Joachim Radkaus Weber-Biographie sehr einhellig gefeiert – eine große wissenschaftliche Biographie. Nun haben, pünktlich zum 150. Geburtstag, der Soziologe Dirk Kaesler und Jürgen Kaube von der FAZ ebenfalls Weber-Biographien veröffentlicht. Und erneut finden sich – von Ausnahmen abgesehen – überwiegend lobende Besprechungen. Dabei ist Weber kein Marx – mit dem jeder etwas verbindet, der sofort Emotionen weckt. Und es ist gar nicht so leicht zu sagen, wofür Weber denn steht. Wo ragt er denn herein in unsere Zeit? Was ist geblieben von seinen Impulsen, welche Texte sind noch heute ‚aktuell‘?</p>
<p>Auf dem Blog des <a href="http://interlitq.wordpress.com/2014/04/21/max-weber-best-known-for-the-protestant-ethic-and-the-spirit-of-capitalism-was-born-on-this-day-in-history-april-21-1864/" target="_blank">The International Literary Quaterly</a> ist eine kleine Würdigung erschienen. Darin wird Weber vorsichtig als ein Gründervater der Soziologie bezeichnet. Oder besser gesagt: dort heißt es, er werde oft als solcher bezeichnet. Jedenfalls gehört er zu den Anfängen einer wissenschaftlichen Soziologie. Und wiederum vorsichtig wird sein bekanntestes Werk genannt <i>Die protestantische Ethik und der Geist der Kapitalismus</i>.</p>
<p>Zu diesem Buch ist auf dem Blog <a href="http://clockwards.wordpress.com/2014/04/21/the-protestant-ethic-and-the-spirit-of-capitalism/" target="_blank">Clockwards </a>eine kleine Auseinandersetzung erschienen, die eben danach fragt, was denn davon bleibt – wenn es nicht allein eine weitere Erklärung sein soll, wie der Kapitalismus sich in der Geschichte durchsetzen konnte. Also die Frage, ob diese Geschichte, die Weber erzählt, noch Relevanz hat, ob unsere Gesellschaft damit tatsächlich besser zu verstehen sei. Als Kernthese des Buches ist auf dem Blog Clockwards ein moralischer Imperativ identifiziert: Du sollst arbeiten und Geld verdienen! Wer arbeitet und Geld verdient, lebe moralisch angemessen, wer das nicht tut, eben nicht. Wohlstand zu erreichen, werde zur Pflicht des Menschen. Die protestantische Ethik habe diesen ‚kapitalistischen Geist‘ befördert.</p>
<p>Und Auswirkungen sind, so ist es auf Clockwards zu lesen, noch immer spürbar. Wer arbeitslos ist und arm wird, der ist selbst „schuld“. Die Kategorien der „Schuld“, des „Guten“ und „Schlechten“ werden noch immer sprachlich – und gedanklich – mit dem Wohlstand verknüpft. Die fleißige „middle class“ sei das ethische Ideal. Und mit Weber werde dieses protestantische Erbe sichtbar. Die eigenen Sprach- und Denkgewohnheiten, wenn es zum Beispiel um das „Verschwenden von Zeit“ gehe, werden auf diesen einen Grund zurückgeführt. – Das wäre immerhin etwas.</p>
<p>Bersarin allerdings schreibt auf seinem Blog <a href="http://bersarin.wordpress.com/2014/04/21/in-den-kaltekammern-der-moderne-max-weber-zum-150-geburtstag/" target="_blank">Aisthesis </a>eine Würdigung über Max Weber, in der er das Buch über die protestantische Ethik eine Fußnote zu Marx nennt. Ein Hauptwerk möchte Bersarin denn auch nicht ausmachen, doch thematisch bearbeite Weber immer wieder die Probleme der Moderne: der Kapitalismus, der Rationalismus, die „Entzauberung der Welt“. Wieso haben sich ausgerechnet diese Strukturen durchgesetzt? Weber habe darauf keine allgemeine Antwort gehabt, sondern diese Probleme immer wieder umkreist. Damit wäre er eher ein Fragesteller, weniger ein Mann der klaren Antworten. Bersarin interessiert sich folgerichtig vor allem für Webers wissenschaftliches Vorgehen. Wie ordnete er ein Problemfeld? – Wäre Weber also inhaltlich längst überholt?</p>
<p><a href="http://toscahall.wordpress.com/2014/04/19/feuilletondebatten/" target="_blank">Tosca Hall</a> zitiert eine eindrucksvolle Stelle aus Webers „Wissenschaft als Beruf“. Wissenschaftlich überholt zu werden, sei nicht das „Schicksal“ des Wissenschaftlers, sondern sein eigentlicher Zweck. Wissenschaft komme allein dadurch voran, dass alte Thesen eben revidiert oder modifiziert werden. <a href="http://bliersbachs-einsprueche.blogspot.de/2014/04/das-ratsel-des-charismas.html" target="_blank">Gerhard Bliersbach</a> versucht am Begriff des Charismas zu zeigen, inwieweit hier Max Weber überholt sei. Webers Idealtypen, wenn er die Herrschaftsstrukturen anhand des „Führers“ und „Jüngers“ beschreibt, blenden die gesamte Dynamik eines solchen Prozesses aus. Wer beispielsweise mit diesen Begriffen an eine konkrete historische Figur, wie Adolf Hitler, herangehe, der übersehe die Dynamik des Prozesses, in dem sich Charisma herausbilden, bestätigen, erhalten könne. Charisma sei eben nicht die „Fähigkeit eines Einzelnen“, sondern werde im interaktiven Prozess hergestellt.</p>
<p>Das wäre demnach ein Beispiel, wo Weber längst überholt sei. Jedoch wendet Tosca Hall dieses Zitat gar nicht gegen Weber selbst, sondern gegen die Wissenschaft – und die Medien – heute. Weber mache den Blick darauf frei, wie wichtig das konstruktive wissenschaftliche Gespräch sei. Widerspruch in der Sache ist vonnöten, genau das bringe einen Diskurs von der Stelle. Dagegen kann Tosca Hall natürlich leicht die letzten medialen Skandale setzen, in denen die „Sache“ unterging. Aber sie erzählt auch die Geschichte eines „Cambridge Companions“, das so konzipiert wurde, dass es einen „Blitzableiter“ gab. Das heißt, ein Beitrag war so gewählt, dass von vorneherein klar war, dass dieser den heftigsten Widerspruch aller anderen Beiträger erregen würde: Die Erregung sticht das wissenschaftliche Gespräch aus.</p>
<p>Also, Max Weber, bleibt da was? Vielleicht, von dieser Warte aus gesehen, mehr als Weber lieb gewesen wäre.</p>
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