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	<title>Blogumschau &#187; Joachim Gauck &#124; Blogumschau</title>
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		<title>Gaucks Unbehagen gegenüber der LINKEN – Durfte sich der Bundespräsident so einmischen?</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Nov 2014 08:45:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Weichen in Thüringen sind gestellt. Die Partei DIE LINKE könnte schon bald zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland stellen. Bodo Ramelow soll eine rot-rot-grüne Koalition anführen. Bundespräsident Joachim Gauck behagt dies nicht. In einem ARD-Interview formulierte er seine Bedenken gegen eine von der LINKEN geführte Landesregierung. Gauck <a href=" http://blogumschau.de/2014/11/gaucks-unbehagen-gegenueber-der-linken-durfte-sich-der-bundespraesident-so-einmischen/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_616" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/11/Gauck.jpg"><img class="size-full wp-image-616" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/11/Gauck.jpg" alt="&quot;Gauck&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Gauck&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Die Weichen in Thüringen sind gestellt. Die Partei DIE LINKE könnte schon bald zum ersten Mal einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland stellen. Bodo Ramelow soll eine rot-rot-grüne Koalition anführen. Bundespräsident Joachim Gauck behagt dies nicht. In einem ARD-Interview formulierte er seine Bedenken gegen eine von der LINKEN geführte Landesregierung. Gauck sagte, insbesondere Menschen, die die DDR erlebt hätten – so wie er selbst –, müssten sich schon anstrengen, dies zu akzeptieren. Es stelle sich die Frage, so Gauck weiter, ob sich die LINKE wirklich schon weit genug von der SED und deren Vorstellungen und Ideen emanzipiert habe. Gauck jedenfalls falle es beim Blick auf manche Teile der Partei schwer, der LINKEN gegenüber Vertrauen zu entwickeln.<br />
Schon des Öfteren hatte sich Gauck ins tagespolitische Geschehen eingemischt und Position bezogen, etwa im Falle Edward Snowdens, der Türkei oder der NPD. Damit legte er seine Rolle als Bundespräsident anders aus als viele seiner Vorgänger, die stärker vermittelnd aufgetreten und um das Anstoßen von Debatten bemüht waren.</p>
<p>Jörg Wellbrock charakterisiert Gauck auf <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/130873/herr-bundespraesident-sie-verhalten-sich-nicht-demokratisch?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+DerSpiegelfechter+%28Der+Spiegelfechter%29" target="_blank">Der Spiegelfechter</a> als einen Bundespräsidenten ganz eigenen Typs, als einen der urteile und besserwisserisch seine Meinung vorgeben wolle, ohne dabei auf Nuancen zu achten. Wellbrock findet zwar, dass Gauck durchaus eine Meinung haben und diese auch öffentlich äußern dürfe, doch nicht so, wie er es tue und vor allem nicht zu einem Zeitpunkt, wo die Regierungsbildung in Thüringen noch in vollem Gange ist. Dass Gauck der LINKEN den demokratischen Charakter abspreche, das gehe einfach nicht und sei zudem nur wenig demokratisch. Als Bundespräsident sei Gauck jedenfalls nicht mehr tragbar, findet Wellbrock.</p>
<p>Auch auf <a href="http://feynsinn.org/?p=2067" target="_blank">feynsinn</a> wird Gauck der Rücktritt nahegelegt. Das dem Bundespräsidenten auferlegte Gebot der parteipolitischen Neutralität werde von Gauck mit Füßen getreten. Er schwinge sich mit seiner Wortmeldung gegen die LINKE einfach selbstherrlich zum Sprecher der Opfer des SED-Regimes auf, ohne diese um ihre Meinung gefragt zu haben. Und auch auf die Meinung der Wähler, die Rot-Rot-Grün eben mit einer – wenn auch äußerst knappen – Mehrheit ausgestattet haben, scheine Gauck wenig zu geben. Gauck maße sich einfach an, von oben herab für alle zu sprechen.</p>
<p>Klaus Kelle sieht das auf seinem Blog <a href="http://denken-erwuenscht.com/da-gibt-es-nichts-zu-meckern-herr-bundespraesident/" target="_blank">Denken erwünscht</a> ganz anders. Er kann die Aufregung und Empörung über Gaucks Äußerungen nicht verstehen. Zwar habe sich auch Kelle schon das ein oder andere Mal gehörig über Gauck geärgert, im Falle der möglichen Wahl Ramelows zum thüringischen Ministerpräsidenten liege der Bundespräsident aber ganz richtig. Gauck artikuliere das Unbehagen, das viele Deutsche ob der aktuellen Entwicklungen in Thüringen eben in sich trügen. Kelle findet, dass Gauck mahnen und warnen dürfe – ja müsse – wenn die Dinge aus dem Ruder zu laufen beginnen, wenn Gefahr von Rechts- oder Linksradikalen oder auch von gewaltbereiten Islamisten drohe.</p>
<p>Stefan Sasse wägt die Dinge auf <a href="http://www.deliberationdaily.de/2014/11/gauck-und-thueringen-darf-der-das-denn/" target="_blank">deliberation daily</a> ab: Er findet, dass sich Gauck mit seinen Äußerungen zur LINKEN zwar auf dünnes Eis gewagt habe, doch dass dieses Eis noch trage. Gaucks Wortmeldung sei zu einem guten Stück auch die eines Privatmanns, eines ehemaligen DDR-Bürgerrechtlers, gewesen. Zudem seien seine Einwände gegen die LINKE nicht direkt gegen die Thüringer LINKEN-Führung gerichtet gewesen, sondern so allgemein gehalten und formuliert worden, dass sie keine direkte Einmischung in die derzeitige Regierungsbildung und daher zu tolerieren seien. Wie weit ein Bundespräsident mit seiner Einmischung ins tagespolitische Geschehen gehen dürfe, dass sei gar nicht so einfach festzulegen, so Sasse. Verbieten dürfte man ihm dies jedenfalls nicht.</p>
<p>Frank Lübberding treibt auf <a href="http://www.wiesaussieht.de/2014/11/04/gauck-als-ersatzkanzler/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=gauck-als-ersatzkanzler" target="_blank">wiesaussieht</a> weniger die Frage um, ob Gauck sich so einmischen dürfe wie er es tut, sondern inwiefern sich die Rolle des Bundespräsidenten dadurch verändert und welche Konsequenzen man daraus für die Zukunft ziehen sollte. Laut Lübberding mache Bundeskanzlerin Angela Merkel augrund ihrer Eingebundenheit in die Große Koalition von der ihr eigentlich zustehenden Richtlinienkompetenz keinen Gebrauch. Sie halte sich mit eindeutigen politischen Festlegungen oftmals zurück und meide Polarisierungen; auch im Falle der thüringischen Ministerpräsidentenfrage. Gauck dringe durch seine Einmischungen in das tagespolitische Geschehen in dieses Vakuum ein und mutiere so zum „Ersatzkanzler“. Damit verschiebe er die Grenzen der ihm zugedachten Rolle über die Maßen und das könnten die Bundespräsidenten nach ihm dann vielleicht ebenfalls für sich einfordern. Ohne die parteipolitische und tagesaktuelle Zurückhaltung ermangele es dem Bundespräsidenten aber an der ihm eigentlich zugedachten integrierenden Funktion. Lübberding findet, dass man in diesem Zusammenhang auch wieder über die Direktwahl des Bundespräsidenten nachdenken könnte. Eine solche könnte diesem dann immerhin die nötige Legitimität für seine neue Rolle verschaffen.</p>
<p>Die anvisierte rot-rot-grüne Koalition in Thüringen verfügt nur über eine Stimme Mehrheit im Landtag. Falls die Wahl Ramelows an einem oder mehreren Abweichlern aus den rot-rot-grünen Reihen scheitern sollte, entsprechende Mutmaßungen machen ja bereits die Runde, wird die Frage nach der Legitimität der Gauck’schen Wortmeldung sicherlich wieder akut werden.</p>
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		<title>Kirche und Gesellschaft: Der Katholikentag in Regensburg</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jun 2014 07:32:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>
		<category><![CDATA[Katholikentag]]></category>
		<category><![CDATA[Katholische Kirche]]></category>

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		<description><![CDATA[In Regensburg fand der Katholikentag statt. Ein Großereignis mit zahlreichen kleinen Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, die die katholische Kirche derzeit umtreibt. Der sexuelle Missbrauch in katholischen Einrichtungen war das heißeste Eisen, das in wenigen Veranstaltungen angefasst wurde, aber auch die Sexualmoral, die finanzielle Intransparenz der Bistümer, und die grundlegende von <a href=" http://blogumschau.de/2014/06/kirche-und-gesellschaft-der-katholikentag-in-regensburg/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Regensburg fand der Katholikentag statt. Ein Großereignis mit zahlreichen kleinen Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, die die katholische Kirche derzeit umtreibt. Der sexuelle Missbrauch in katholischen Einrichtungen war das heißeste Eisen, das in wenigen Veranstaltungen angefasst wurde, aber auch die Sexualmoral, die finanzielle Intransparenz der Bistümer, und die grundlegende von Papst Franziskus neu angestoßene Debatte zu Geld und Macht der Kirche, sind Themen, die viele Menschen bewegen. Es geht um Kirche und Gesellschaft. Wie wirkt die Kirche in die Gesellschaft hinein? Wie passt sie sich an? Wo muss sie eine ganz andere Position wahren?</p>
<p>Thorsten Hild schreibt auf<a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2014/05/gaucks-gleichgultigkeit-%E2%80%93-und-die-des-katholikentages/" target="_blank"> Wirtschaft und Gesellschaft</a> über eine Rede Joachim Gaucks auf dem Katholikentag und über eine Diskussionsveranstaltung, bei der Gauck ebenfalls teilnahm. Themen waren unter anderem die Ökumene und das Engagement der einzelnen Christen. Hild stellt die Widersprüche in Gaucks Äußerungen heraus. Einerseits betone Gauck die „Zumutungen“ der kirchlichen Botschaft, die den Schwachen ins Recht setze, die Gerechtigkeit einfordere – unabhängig vom Ansehen einer Person. Andererseits spreche Gauck über die Eigenverantwortung des Menschen; darüber, dass der Mensch sein Leben selbst leben solle und nicht „gelebt werden“. Und zwar in einem Ton, als stünde es dem Menschen frei, dies zu entscheiden und nicht in dem Bewusstsein, dass Viele unfreiwillig in solche Notlagen kämen, in denen sie nicht mehr in der Lage sind, „ihr Leben zu leben“. Der Kern des Spruches „Not lehrt Beten“ bestünde in einer Ausrede für den Menschen, nicht selbst angepackt zu haben. So urteile Gauck.</p>
<p>Besonders erschüttert ist Hild darüber, dass der Protest ausblieb. Die Äußerungen Gaucks wurden nicht als „Skandal“ gewertet, sie blieben weitgehend unwidersprochen. Offenbar fehle es auch in der katholischen Kirche an kritischen Stimmen, die die kirchliche Botschaft gegenüber solchen Inanspruchnahmen verteidigten.</p>
<p>Das Thema des Reichtums ist hier berührt. Wie kann eine so reiche Kirche glaubwürdig die Armen und Schwachen vertreten? In Papst Franziskus sind diese Widersprüche vereint, er hat das Thema wieder in den Mittelpunkt gerückt. Und natürlich, der als „Protzbischof“ betitelte Tebartz van Elst aus Limburg tritt vielen ins Gedächtnis.</p>
<p>Auf dem Blog des <a href="http://blog.bdkj.de/2014/05/29/essener-generalvikar-fordert-mehr-transparenz-bei-kirchenfinanzen-kt14/" target="_blank">Bundes der katholischen Jugend</a> wird der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer wiedergegeben, der auf dem Katholikentag gesprochen hat. Mehr Transparenz sei notwendig und eine größere Zusammenarbeit der einzelnen Diözesen und unterschiedlichen kirchlichen Träger. Teilweise gingen die Auffassungen zu Finanzfragen und der Frage, was eine angemessene Offenlegung der Finanzen sei, stark auseinander. Es gelte die zahlreichen Kirchenaustritte zu verstehen. Und woher rührt der große Zorn? Diese Frage sei ernst zu nehmen.</p>
<p>Die Wut der einzelnen Christen müsse der Kirche zu denken geben. Das wäre also ein Schritt auf die Menschen zu, die wütend darüber sind, wie die katholische Kirche mit bestimmten Problemen umgeht. Intransparenz, ja Vertuschung ist vor allem auch ein Vorwurf, der den Umgang der Kirche mit dem sexuellen Missbrauch betrifft.</p>
<p>Auf <a href="http://www.regensburg-digital.de/vertuschung-um-der-barmherzigkeit-christ-willen/30052014/" target="_blank">regensburg-digital</a> wird über eine Veranstaltung berichtet, auf der es um dieses Thema ging. Zunächst sprach dort Klaus Mertes, der die Aufklärung des Missbrauchs am Berliner Canisius-Kolleg angestoßen hatte. Seine Rede, die nur fünfzehn Minuten dauerte, wurde mehrfach von Applaus unterbrochen. Der Schutz der katholischen Kirche, so Mertes, stehe noch immer über dem Schutz der Opfer. Die Institution gehe vor, der Mensch komme danach. Die Machtstrukturen und die Sexualmoral der katholischen Kirche müssten dringend geprüft werden. Noch zu oft würden die Opfer des Missbrauchs erneut Opfer – der Vertuschung. Scharfe Worte, die offenbar den Kern trafen!</p>
<p>Kirche und Gesellschaft: Hier entzünden sich derzeit die großen Konflikte, und hier, so scheint es, fühlen sich viele deutsche Katholiken nicht mehr verstanden. Ganz anders schreibt zum Beispiel <a href="http://theosalon.blogspot.de/2014/06/jurgen-klopp-der-gemeindepastoral.html" target="_blank">Norbert Bauer</a> über den Katholikentag. Er berichtet von der Diskussion eines Buches, das den Zusammenhang des jüdischen Festes Jom Kippur und dem frühen Christentum theologisch ausleuchtet und deutet. Theologie und Kirchengeschichte – kein Kabarett, kein Ausdruckstanz, wie Bauer erleichtert feststellt. Manchmal könne es so scheinen, als seien die Theologen gar nicht mehr nötig, sondern es bedürfe allein charismatischer Redner, Trainer, Coachs. Doch es bedürfe genau dieser reflexiven Auseinandersetzung mit den theologischen Fragen: Hier, in der Auseinandersetzung mit dem jüdischen Fest Jom Kippur, werde ein neuer Blick auf die Versöhnung möglich. – Versöhnung, da steht die Theologie wieder mitten drin in den gesellschaftlichen Debatten.</p>
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