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	<title>Blogumschau &#187; Katholische Kirche &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Der Evangelische Kirchentag in Stuttgart</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2015 09:34:27 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am 7. Juni endete der Kirchentag in Stuttgart mit einem Abschlussgottesdienst vor fast 100.000 Menschen. Der Kirchentag war ein gewaltiges Ereignis, auf dem Protestanten ganz unterschiedlicher Prägung sich austauschten und zusammen feierten. So heterogen das Teilnehmerfeld, so unterschiedlich fallen die Impulse aus, die nun vom Kirchentag mitgenommen werden und die <a href=" http://blogumschau.de/2015/06/der-evangelische-kirchentag-in-stuttgart/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am 7. Juni endete der Kirchentag in Stuttgart mit einem Abschlussgottesdienst vor fast 100.000 Menschen. Der Kirchentag war ein gewaltiges Ereignis, auf dem Protestanten ganz unterschiedlicher Prägung sich austauschten und zusammen feierten. So heterogen das Teilnehmerfeld, so unterschiedlich fallen die Impulse aus, die nun vom Kirchentag mitgenommen werden und die weitere Debatten anstoßen sollen.</p>
<p>Die „Weltpolitik“ spielte eine Rolle auf dem Kirchentag, auch weil der G7-Gipfel in Elmau in solch zeitlicher Nähe zum Kirchentag stattfand und auch weil Angela Merkel und Thomas de Maizière am Kirchentag teilnahmen. De Maizière diskutierte öffentlich über den Datenschutz. Der Verein digitalcourage, berichtet auf dem <a href="https://digitalcourage.de/blog/2015/raus-aus-der-bubble-rauf-auf-den-kirchentag" target="_blank">eigenen Blog</a> über die Resolution, die de Mazière vorgelegt wurde. Auf dem Kirchentag hatte der Verein Unterschriften gesammelt und versucht, die evangelischen Christen für das Thema zu sensibilisieren.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://feynsinn.org/?p=3766" target="_blank">feynsinn </a>ist zu diesem Thema eine Äußerung Merkels aufgespießt, die sie in ihrer Rede in Stuttgart fallenließ. Sie sagte: „Es kann auch nicht sein, dass die Bürger jedem Unternehmen ihre Daten geben, aber nicht dem Staat, der die Aufgabe hat, das Leben von 80 Millionen Menschen zu schützen.“ Diese Logik wird bei feynsinn mit einer Kinderlogik verglichen: Weil sich jemand nicht an die Regeln hält, brauche ich mich auch nicht daran halten. Die Gefahr, die über den 80 Millionen Menschen in Deutschland schwebe, sei zudem fiktiv und mache ihre Argumentation nur noch schlimmer.</p>
<p>Auch die Flüchtlingsproblematik wurde zu einem großen Thema des Kirchentags, wie bei <a href="http://blog.campact.de/2015/06/fluechtlingspolitik-politiker-beim-kirchentag-mit-saergen-ueberrascht/" target="_blank">Campact </a>zu lesen ist. Die Campact-Aktivisten brachten schwarze Särge auf die Bühne, auf der Entwicklungsminister Gerd Müller zuvor gestanden hatte. Sie hielten Plakate mit Aufschriften wie „Europas Grenzen töten!“ hoch.</p>
<p>Neben den großen politischen Themen spielte auch die Lokalpolitik eine Rolle. Der Pfarrer Martin Poguntke hielt <a href="http://s21-christen-sagen-nein.org/2015/06/06/rede-von-pfarrer-martin-poguntke-bei-der-kirchentags-kundgebung-aus-s21-klug-werden-oben-bleiben-am-6-juni-2015/#more-4092" target="_blank">eine Rede</a> anlässlich des Bauvorhabens „Stuttgart 21“ (S21). Der Tiefbahnhof, der für heftige Auseinandersetzungen gesorgt hatte, wird derzeit gebaut – verschiedene Aktionsbündnisse allerdings protestieren weiterhin dagegen. Poguntke sieht neben zahlreichen Problemen, die der Tiefbahnhof mit sich bringt, wie zum Beispiel mangelhafte Sicherheit oder die mögliche Zerstörung eines riesigen unterirdischen Mineralwasservorkommens, eine weitergehende symbolische Bedeutung des gigantischen Baus: S21 sei symptomatisch für Großprojekte, die für die Bevölkerung negative Auswirkungen hätten, und deren hauptsächlicher Sinn darin bestehe, Interessen der Wirtschaft zu bedienen, also öffentliche Gelder, so formuliert es Poguntke, in private Hände zu schleusen.</p>
<p>Persönliche Eindrücke werden auf dem Blog <a href="http://mightymightykingbear.blogspot.de/2015/06/martin-luther-grave-rotation-event-1st.html" target="_blank">Huhn meets Ei</a> geschildert. Der Artikel ist überschrieben mit „Martin Luther Grave Rotation Event“. Teuer und heiß fasst „Kingbear“ den Kirchentag zusammen. Es sei doch irritierend, wie sehr der Kirchentag selbst ein Geschäft sei, bei dem alles Geld kostete bis auf das Leistungswasser und gültige Eintrittskarten zu den Veranstaltungen peinlich genau kontrolliert wurden. Für die Stadt Stuttgart habe sich der Kirchentag jedenfalls mit Sicherheit gelohnt.</p>
<p>Am Ende des Kirchentags bleibt, wie auch am Ende des G7-Gipfels, vor allem die Hoffnung, dass auf die drängenden politischen Fragen bald Antworten gefunden werden. Wie der Kirchentag im Kleinen möglicherweise Anregungen gestiftet hat, Walter Jungbauer berichtet beispielsweise auf dem Blog <a href="http://alt-katholisch.net/2015/06/08/lima-liturgie-auf-dem-kirchentag-in-stuttgart-ruckblick-mit-bildern/" target="_blank">Alt-Katholisch</a> von einem ökumenischen Gottesdienst, lässt sich dagegen kaum nachvollziehen.</p>
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		<title>Eine gleiche Ehe für alle? Diskussionen über die Öffnung der Ehe nach dem irischen Referendum</title>
		<link>http://blogumschau.de/2015/05/eine-gleiche-ehe-fuer-alle-diskussionen-ueber-die-oeffnung-der-ehe-nach-dem-irischen-referendum/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2015 08:27:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA["Homo-Ehe"]]></category>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Freitag wurde in Irland darüber abgestimmt, ob die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden soll. 62 Prozent stimmten in dem stark katholisch geprägten Land für eine entsprechende Verfassungsänderung. Das Ergebnis fand breiten Widerhall in der Öffentlichkeit und in den Medien. Während viele die Entscheidung des irischen Volkes begrüßten, <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/eine-gleiche-ehe-fuer-alle-diskussionen-ueber-die-oeffnung-der-ehe-nach-dem-irischen-referendum/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Freitag wurde in Irland darüber abgestimmt, ob die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden soll. 62 Prozent stimmten in dem stark katholisch geprägten Land für eine entsprechende Verfassungsänderung. Das Ergebnis fand breiten Widerhall in der Öffentlichkeit und in den Medien. Während viele die Entscheidung des irischen Volkes begrüßten, reagierte beispielsweise der Vatikan irritiert und sprach von einer „Niederlage für die Menschheit“.</p>
<p>Auf <a href="http://www.thinkoutsideyourbox.net/?p=36292" target="_blank">THINKOUTSIDEYOURBOX.NET</a> kann man einige der positiven Reaktionen auf den Ausgang des irischen Referendums nachlesen. Dass gerade Irland, das viele immer noch als ein konservatives Land wahrnehmen und das vor 22 Jahren die Homosexualität überhaupt erst entkriminalisiert hatte, jetzt als dreizehnter europäischer Staat die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare beschlossen hat, zeige beispielhaft, dass im Denken der Menschen etwas in Bewegung geraten sei. Diskriminierung würden viele nicht mehr länger akzeptieren wollen. Ein Fanal für diejenigen konservativen europäischen Regierungen also, die sich auch weiterhin gegen eine rechtliche Gleichstellung von Schwulen und Lesben sträuben?</p>
<p>Wie kam das Ergebnis des irischen Referendums eigentlich zustande? Henry Farrell und Niamh Hardiman schreiben auf <a href="http://www.washingtonpost.com/blogs/monkey-cage/wp/2015/05/23/ireland-has-voted-yes-to-same-sex-marriage-how-did-it-happen/" target="_blank">Monkey Cage</a>, dass hier verschiedene Faktoren eine Rolle gespielt hätten. So sei die Beteiligung an der Abstimmung mit rund 60,5% relativ hoch ausgefallen, zumindest für ein Referendum. Auch hätten sich alle großen irischen Parteien für ein Ja bei der Abstimmung – also für die Öffnung der Ehe – ausgesprochen. Zudem habe das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche in Irland durch verschiedene Skandale in den letzten Jahren erheblichen Schaden genommen. Möglicherweise auch deshalb hätten die katholischen Kirchenoberen Irlands relativ uneinheitlich und zaghaft für ein Nein bei der Abstimmung mobilisiert – ganz im Gegenteil zur Ja-Kampagne, die mit viel Elan und unter Nutzung ganz verschiedener Kanäle für ihr Ziel gekämpft hatten.</p>
<p>Der Ausgang des irischen Votums entfachte auch in Deutschland erneut die Debatte über eine weitergehende Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare – unter dem Hashtag <a href="https://twitter.com/hashtag/ehefueralle" target="_blank">#ehefueralle</a> kann man beispielsweise die jüngst auf Twitter geführte Diskussion nachverfolgen. Zwar gibt es hierzulande für gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit, eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ einzugehen, die in vielen Belangen der Ehe ähnelt, dennoch bestehen auch merkliche Differenzen. Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist im Gegensatz zur Ehe verfassungsrechtlich nicht geschützt, bei der Hinterbliebenenversorgung und bei Steuerdingen bestehen Nachteile, außerdem können gleichgeschlechtliche Paare zusammen keine Kinder adoptieren. Insbesondere Teile der CDU und CSU stellen sich gegen eine weitere bzw. vollständige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare. Bundeskanzlerin Angela Merkel argumentierte einmal mit ihrem <em>Bauchgefühl</em>, das eher gegen die völlige Gleichstellung spreche.</p>
<p>Auf <a href="https://schwabenkrawall.wordpress.com/2015/05/26/homo-ehe-was-die-iren-konnen-konnen-wir-noch-lange-nicht/" target="_blank">Schwabenkrawall</a> ist man vom Ausgang des irischen Referendums zwar einigermaßen überrascht – viel mehr ist man aber darüber verärgert, dass eine solche Abstimmung hierzulande gar nicht erst zur Debatte stünde. Die konservativen Politikerinnen und Politiker versteckten sich hinter dem Argument, in Deutschland wäre ein solches Referendum verfassungsrechtlich nicht vorgesehen. Doch eigentlich hätten sie nur Angst davor, dass die Deutschen ganz ähnlich abstimmen würden wie die Iren. Die oftmals gegen die Eheschließung von Schwulen und Lesben ins Feld geführten Argumente seien schlicht nicht schlüssig, weswegen eine wirkliche Gleichbehandlung homo- und heterosexueller Menschen eigentlich überfällig sei.</p>
<p>Anna Katharina Mangold ordnet die nach dem irischen Referendum auch hierzulande neu entfachte Diskussion um eine weitergehende Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Paare auf dem <a href="http://www.verfassungsblog.de/gleiche-rechte-als-sonderrechte/" target="_blank">Verfassungsblog</a> in den breiteren Kontext historischer Gleichheitskämpfe ein. Sie weist darauf hin, dass die (deutsche) Konstruktion einer „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ nur als ein – wenn auch wichtiger – Zwischenschritt angesehen werden solle. Das Ziel müsse <em>eine gleiche Ehe für alle</em> sein, nicht eine „Homo-Ehe“, die bloß ein Sonderrecht darstellen würde. Kämpfe für Gleichbehandlung seien immer schon dynamisch gewesen und hätten sich schrittweise entwickelt, so auch die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, die gegen viele Widerstände und gegen scheinbar „natürliche“ Gegebenheiten erkämpft werden musste. Ähnliche Argumentationsmuster fände man nun auch in der Debatte um die Gleichstellung Homosexueller, Transmenschen oder Interpersonen.</p>
<p>Georg Rosenbaum stemmt sich auf <a href="http://glaubenserfahrung.blogspot.de/2015/05/die-auflosung-des-kulturbegriffs-ehe.html" target="_blank">Im Glauben er-leben!</a> gegen den immer größeren Bedeutungsverlust des Ehebegriffs, der schon seit geraumer Zeit im Gange sei. Heute rede man in diesem Zusammenhang meistens von einer <em>Lebenspartnerschaft</em>, die jederzeit kündbar sei und nicht auf (Lebens-)Dauer geschlossen werde. Die derzeit diskutierte weitere Ausdehnung des Ehebegriffs <em>auf alle</em>, sieht Rosenbaum daher auch äußerst skeptisch. Er findet, das anders geartete Konzept einer „eingetragenen Lebenspartnerschaft“ sei da schon besser. Verschiedene Begriffe für verschiedene Vorstellungen und Formen des Zusammenseins seien doch ehrlicher. Und wenn plötzlich alles eine Ehe sein könne, dann müsse man zumindest das Konzept der <em>christlichen</em> Ehe überdenken und neu fassen.<br />
Die <em>herkömmliche</em> Ehe, die doch um die Verantwortung gegenüber Kindern kreise, so Rosenbaum <a href="http://glaubenserfahrung.blogspot.de/2015/05/homo-ehe-ein-quadrat-kann-kein-dreieck.html" target="_blank">in einem anderen Beitrag</a>, solle für Mann und Frau vorbehalten bleiben. Wenn die CDU, die das Christliche doch im Namen trage, daran rüttle, werde er das jedenfalls nicht mittragen.</p>
<p>Klaus Kelle ist auf <a href="http://denken-erwuenscht.com/kriegsende-mondlandung-und-homo-ehe/" target="_blank">Denken erwünscht</a> der Meinung, dass der Siegeszug der „Homo-Ehe“ im Westen nicht mehr aufzuhalten sei. Die Schlacht sei geschlagen und wenn die Mehrheit der Menschen das wolle, dann müsste man das als guter Demokrat auch akzeptieren. Kelle stört an dem Ganzen vor allem das große Bohei, das die etablierte deutsche Presse jetzt um das eigentlich nicht sonderlich bedeutsame Abstimmungsergebnis in Irland mache. Sie pickten sich das heraus, was ihnen zusage und stilisierten das dann zum großen Epochenumbruch.</p>
<p>Auch Grönland entschied sich diesen Dienstag für die Öffnung der Ehe und schloss sich damit der bereits bestehenden dänischen Gesetzgebung an. Weitere europäische Länder kündigten ähnliche Schritte an. In Deutschland sollen einige Änderungen hin zu mehr Gleichbehandlung vorgenommen werden, die aber eher formaler bzw. semantischer Natur sind. Doch allem Anschein nach kommt auch hierzulande neue Bewegung in die Debatte über die Frage, wie viel Gleichheit bzw. Ungleichheit wir uns erlauben wollen.</p>
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		<title>Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und der Papst Franziskus</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2015 10:01:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Während seiner Asien-Reise äußerte sich der Papst Franziskus unter anderem zu dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Er verurteilte den Anschlag: Gewalt im Namen einer Religion sei falsch. Dazu war kein Widerspruch zu erwarten. Doch seine Aussagen zur Meinungs- und Religionsfreiheit werden nun heiß diskutiert. Franziskus bezeichnete die Meinungsfreiheit als ein <a href=" http://blogumschau.de/2015/01/meinungsfreiheit-religionsfreiheit-und-der-papst-franziskus/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_718" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/01/Blaues-Auge.jpg"><img class="wp-image-718 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/01/Blaues-Auge.jpg" alt="Blaues Auge" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Blaues Auge&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>Während seiner Asien-Reise äußerte sich der Papst Franziskus unter anderem zu dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Er verurteilte den Anschlag: Gewalt im Namen einer Religion sei falsch. Dazu war kein Widerspruch zu erwarten. Doch seine Aussagen zur Meinungs- und Religionsfreiheit werden nun heiß diskutiert. Franziskus bezeichnete die Meinungsfreiheit als ein fundamentales Recht des Menschen. Ein ebenso fundamentales Recht sei die Religionsfreiheit. Die Meinungsfreiheit ende dort, wo die Religion des anderen beleidigt werde.</p>
<p>Nun, der Papst heißt Franziskus, nicht Charlie. Das weiß man. Seine Worte haben die Meinungsfreiheit und ihre (wünschenswerten?) Grenzen noch einmal von einer anderen Seite beleuchtet. Jürgen Erbacher hat für den <a href="http://blog.zdf.de/papstgefluester/2015/01/15/franziskus-in-asien-tag-3/" target="_blank">Blog Papstgeflüster</a> die Worte des Papstes auf Deutsch wiedergegeben. Besondere mediale Aufmerksamkeit hat ein kleiner Scherz des Papstes auf sich gezogen, den dieser beispielhaft anbrachte. Er sagte sinngemäß, wenn sein Reisemarschall – der just neben ihm stand – seine Mutter beleidigen würde, dann erwarte ihn ein Faustschlag. Das war humorvoll vorgetragen, aber Erbacher warnt in einem <a href="http://blog.zdf.de/papstgefluester/2015/01/18/papst-franziskus-auf-den-philippinen-tag-4/" target="_blank">anderen Zusammenhang</a> der Asien-Reise, man solle sich vom demütigen Auftreten des Papstes nicht täuschen lassen. Er sei ein politischer Papst. Sein Beispiel, das lässt sich daraus wohl folgern, hat er mit Bedacht gewählt.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://ueberschaubarerelevanz.com/2015/01/17/aufs-maul/" target="_blank">Überschaubare Relevanz</a> wird das inakzeptabel genannt. Selbstverständlich, Franziskus machte mit dem Beispiel die Provokationen deutlich, die eben auch von „Charlie Hebdo“ ausgingen. Das Beispiel des Papstes scheint jedoch darauf abzuzielen, dass auf bestimmte Provokationen sogar mit physischer Gewalt geantwortet werden könnte bzw. eine solche Reaktion verständlich sei. Hier scheint das Problem auf, was das denn heißen soll, dass die Meinungsfreiheit bestimmte Grenzen habe, wenn sie zum Beispiel die religiösen Gefühle eines Menschen verletze. Gibt es solche Grenzen? Wo sind sie zu ziehen? Und wie sollte man auf Grenzverletzungen reagieren?</p>
<p><a href="https://aufdergrenze.wordpress.com/2015/01/16/meinungen-und-gefuhle/" target="_blank">Detlef Zöllner</a> hat über solche Grenzen nachgedacht. Die Meinungsfreiheit könne mit der Würde des Menschen in Konflikt geraten. Und auf diese Weise interpretiert er auch den Papst. Wenn die religiösen Gefühle verletzt werden, sei die Würde des Menschen angetastet, deshalb werde hier tatsächlich eine Grenze überschritten. Damit handelt sich Zöllner, wie er selbst sieht, eine Schwierigkeit ein, denn es ist nur subjektiv zu entscheiden, wann „mein“ religiöses Gefühl verletzt worden ist. Er bezieht sich deshalb auf die Unterscheidung des Öffentlichen vom Privaten. In der Öffentlichkeit gelte ein anderer Spielraum, um Befindlichkeiten zu thematisieren.</p>
<p>Dann hätte der Papst Recht, wenn er auf eine (private) Beleidigung seiner Mutter durch seinen Reisemarschall empfindlich reagieren würde. Gleichzeitig verletzt nicht jede öffentliche Äußerung, wie eine Karikatur, die Gefühle in diesem Sinne. In der Öffentlichkeit müsste über solche Beleidigungen hinweggesehen werden können. Das Private könnte nicht einfach in die Öffentlichkeit hineingelegt werden.</p>
<p>An die Mäßigung dagegen appelliert Thomas Schmid in seinem <a href="http://schmid.welt.de/2015/01/17/tagebuch-17-januar-2015/" target="_blank">Blog der WELT</a>. Er zitiert den tschechischen Soziologen und Priester Tomás Halík, der eine Kunst fordere, die nicht alles tut, was sie kann. In den USA, schreibt Schmid, gingen die großen Zeitungen anders mit den Karikaturen um. Sie wurden kaum irgendwo nachgedruckt, da die meisten Blätter nicht provozieren wollten. Hier folgt dann allerdings das Problem, dass eine Spirale in Gang gesetzt werden könnte. Indem die Verletzbarkeit der Gefühle von vornherein einbezogen wird, könnten immer weitere Zugeständnisse gefordert werden. Das hieße, auf einen Karikatur-Verzicht folgt, zugespitzt, die Burka. Alles um des friedvollen Zusammenlebens willen. Dennoch: die Mäßigung hält Schmid für eine wichtige Option.</p>
<p>Zugleich findet Schmid es fraglich, ob momentan die Stimmen durchdringen könnten, die zur Mäßigung aufriefen – und auch<a href="https://jobo72.wordpress.com/2015/01/13/respekt-3/" target="_blank"> Josef Bordat</a> merkt an, dass sich der Ton derzeit eher verschärfe. Er bezieht sich auf ein Interview, das die Mitteldeutsche Zeitung mit einem der Titanic-Herausgeber führte. Der äußerte – pointiert selbstverständlich – einen Satz, der sich auf Pegida bezog: Gegen Islamophobie habe er persönlich nichts, allerdings sollte man jeden Glauben verachten.</p>
<p>Bordat sieht hier einen Vulgäratheismus am Werk, der dazu führe, dass der Respekt vor Religion und letztlich vor religiösen Menschen verloren gehe. Hier werde aus der Verachtung heraus gesprochen. Und Bordat bezweifelt, dass sich dies wieder in einen intellektuellen Diskurs überführen lasse.</p>
<p>Die Worte des Papstes haben – in der ohnehin schon aufgeheizten Stimmung – nicht unbedingt für eine ruhigere Debatte um die Meinungsfreiheit gesorgt. Allerdings spricht die Vielzahl der sehr unterschiedlichen Reaktionen dafür, dass hier ein gesellschaftliches Problem zu Tage tritt, das nicht beiseitegeschoben werden sollte.</p>
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		<title>Kirche und Gesellschaft: Der Katholikentag in Regensburg</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jun 2014 07:32:00 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Joachim Gauck]]></category>
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		<description><![CDATA[In Regensburg fand der Katholikentag statt. Ein Großereignis mit zahlreichen kleinen Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, die die katholische Kirche derzeit umtreibt. Der sexuelle Missbrauch in katholischen Einrichtungen war das heißeste Eisen, das in wenigen Veranstaltungen angefasst wurde, aber auch die Sexualmoral, die finanzielle Intransparenz der Bistümer, und die grundlegende von <a href=" http://blogumschau.de/2014/06/kirche-und-gesellschaft-der-katholikentag-in-regensburg/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Regensburg fand der Katholikentag statt. Ein Großereignis mit zahlreichen kleinen Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, die die katholische Kirche derzeit umtreibt. Der sexuelle Missbrauch in katholischen Einrichtungen war das heißeste Eisen, das in wenigen Veranstaltungen angefasst wurde, aber auch die Sexualmoral, die finanzielle Intransparenz der Bistümer, und die grundlegende von Papst Franziskus neu angestoßene Debatte zu Geld und Macht der Kirche, sind Themen, die viele Menschen bewegen. Es geht um Kirche und Gesellschaft. Wie wirkt die Kirche in die Gesellschaft hinein? Wie passt sie sich an? Wo muss sie eine ganz andere Position wahren?</p>
<p>Thorsten Hild schreibt auf<a href="http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2014/05/gaucks-gleichgultigkeit-%E2%80%93-und-die-des-katholikentages/" target="_blank"> Wirtschaft und Gesellschaft</a> über eine Rede Joachim Gaucks auf dem Katholikentag und über eine Diskussionsveranstaltung, bei der Gauck ebenfalls teilnahm. Themen waren unter anderem die Ökumene und das Engagement der einzelnen Christen. Hild stellt die Widersprüche in Gaucks Äußerungen heraus. Einerseits betone Gauck die „Zumutungen“ der kirchlichen Botschaft, die den Schwachen ins Recht setze, die Gerechtigkeit einfordere – unabhängig vom Ansehen einer Person. Andererseits spreche Gauck über die Eigenverantwortung des Menschen; darüber, dass der Mensch sein Leben selbst leben solle und nicht „gelebt werden“. Und zwar in einem Ton, als stünde es dem Menschen frei, dies zu entscheiden und nicht in dem Bewusstsein, dass Viele unfreiwillig in solche Notlagen kämen, in denen sie nicht mehr in der Lage sind, „ihr Leben zu leben“. Der Kern des Spruches „Not lehrt Beten“ bestünde in einer Ausrede für den Menschen, nicht selbst angepackt zu haben. So urteile Gauck.</p>
<p>Besonders erschüttert ist Hild darüber, dass der Protest ausblieb. Die Äußerungen Gaucks wurden nicht als „Skandal“ gewertet, sie blieben weitgehend unwidersprochen. Offenbar fehle es auch in der katholischen Kirche an kritischen Stimmen, die die kirchliche Botschaft gegenüber solchen Inanspruchnahmen verteidigten.</p>
<p>Das Thema des Reichtums ist hier berührt. Wie kann eine so reiche Kirche glaubwürdig die Armen und Schwachen vertreten? In Papst Franziskus sind diese Widersprüche vereint, er hat das Thema wieder in den Mittelpunkt gerückt. Und natürlich, der als „Protzbischof“ betitelte Tebartz van Elst aus Limburg tritt vielen ins Gedächtnis.</p>
<p>Auf dem Blog des <a href="http://blog.bdkj.de/2014/05/29/essener-generalvikar-fordert-mehr-transparenz-bei-kirchenfinanzen-kt14/" target="_blank">Bundes der katholischen Jugend</a> wird der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer wiedergegeben, der auf dem Katholikentag gesprochen hat. Mehr Transparenz sei notwendig und eine größere Zusammenarbeit der einzelnen Diözesen und unterschiedlichen kirchlichen Träger. Teilweise gingen die Auffassungen zu Finanzfragen und der Frage, was eine angemessene Offenlegung der Finanzen sei, stark auseinander. Es gelte die zahlreichen Kirchenaustritte zu verstehen. Und woher rührt der große Zorn? Diese Frage sei ernst zu nehmen.</p>
<p>Die Wut der einzelnen Christen müsse der Kirche zu denken geben. Das wäre also ein Schritt auf die Menschen zu, die wütend darüber sind, wie die katholische Kirche mit bestimmten Problemen umgeht. Intransparenz, ja Vertuschung ist vor allem auch ein Vorwurf, der den Umgang der Kirche mit dem sexuellen Missbrauch betrifft.</p>
<p>Auf <a href="http://www.regensburg-digital.de/vertuschung-um-der-barmherzigkeit-christ-willen/30052014/" target="_blank">regensburg-digital</a> wird über eine Veranstaltung berichtet, auf der es um dieses Thema ging. Zunächst sprach dort Klaus Mertes, der die Aufklärung des Missbrauchs am Berliner Canisius-Kolleg angestoßen hatte. Seine Rede, die nur fünfzehn Minuten dauerte, wurde mehrfach von Applaus unterbrochen. Der Schutz der katholischen Kirche, so Mertes, stehe noch immer über dem Schutz der Opfer. Die Institution gehe vor, der Mensch komme danach. Die Machtstrukturen und die Sexualmoral der katholischen Kirche müssten dringend geprüft werden. Noch zu oft würden die Opfer des Missbrauchs erneut Opfer – der Vertuschung. Scharfe Worte, die offenbar den Kern trafen!</p>
<p>Kirche und Gesellschaft: Hier entzünden sich derzeit die großen Konflikte, und hier, so scheint es, fühlen sich viele deutsche Katholiken nicht mehr verstanden. Ganz anders schreibt zum Beispiel <a href="http://theosalon.blogspot.de/2014/06/jurgen-klopp-der-gemeindepastoral.html" target="_blank">Norbert Bauer</a> über den Katholikentag. Er berichtet von der Diskussion eines Buches, das den Zusammenhang des jüdischen Festes Jom Kippur und dem frühen Christentum theologisch ausleuchtet und deutet. Theologie und Kirchengeschichte – kein Kabarett, kein Ausdruckstanz, wie Bauer erleichtert feststellt. Manchmal könne es so scheinen, als seien die Theologen gar nicht mehr nötig, sondern es bedürfe allein charismatischer Redner, Trainer, Coachs. Doch es bedürfe genau dieser reflexiven Auseinandersetzung mit den theologischen Fragen: Hier, in der Auseinandersetzung mit dem jüdischen Fest Jom Kippur, werde ein neuer Blick auf die Versöhnung möglich. – Versöhnung, da steht die Theologie wieder mitten drin in den gesellschaftlichen Debatten.</p>
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		<title>Eine Nonne beim Casting</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Apr 2014 12:42:48 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
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		<description><![CDATA[„Sister Act“ ist in der Wirklichkeit angekommen – in der Wirklichkeit einer Casting-Show: Schwester Cristina Scuccia, eine fünfundzwanzig Jahre alte Nonne aus einem Ursulinenkloster, trat beim italienischen Ableger der Casting-Show „The Voice“ auf. Sie sang „No one“, von Alicia Keys, und landete damit einen Hit auf YouTube. Das folgt offenbar <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/eine-nonne-beim-casting/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Sister Act“ ist in der Wirklichkeit angekommen – in der Wirklichkeit einer Casting-Show: Schwester Cristina Scuccia, eine fünfundzwanzig Jahre alte Nonne aus einem Ursulinenkloster, trat beim italienischen Ableger der Casting-Show „The Voice“ auf. Sie sang „No one“, von Alicia Keys, und landete damit einen Hit auf YouTube.</p>
<p>Das folgt offenbar einer gewissen Casting-Show-Logik. Paul Potts, der britische Tenor, wurde ebenfalls durch eine Casting-Show berühmt, gerade weil er nicht dem Bild eines Pop-Stars entsprach – und zweifelsohne sang er gut. Andreas Kümmert wäre hier zudem als letzter Gewinner der deutschen Ausgabe von „The Voice“ zu nennen. Auch er mit Talent, aber nicht mit dem typischen Aussehen eines ‚Stars‘, er passte eigentlich nicht, und genau deshalb passte er besonders gut. Und nun, einer ähnlichen Logik folgend, eine Schwester im Ordens-Habit.</p>
<p>Auf einem <a href="http://blogs.telegraph.co.uk/news/cristinaodone/100265537/sister-cristina-the-youtube-nun-is-a-gift-from-heaven/" target="_blank">Blog des „Telegraph“</a> ist Cristina Odone optimistisch, was dieses Zusammenspiel von Populär-Kultur und Kirche angeht. Der Papst habe mit seiner breiten Anziehungskraft bereits eine Brücke geschlagen. Schwester Cristina begeistere mit ihrer fröhlichen Art, mit ihrem Optimismus, den sie versprühe. Sie übernehme die Rolle einer Evangelistin, die gerade dorthin müsse: In die ‚Welt‘, mit tätowierten Rappern und weiblichen Stars, die aufreizen, die sexuelle Phantasien wecken. Schwester Cristina könne gerade dadurch im Sinne ihrer Kirche wirken.</p>
<p>Werner Kleine erläutert auf dem Blog <a href="http://www.kath-2-30.de/2014/03/29/habit-voting/" target="_blank">Kath 2:30</a>, Schwester Cristina begeistere, weil der Kontrast so groß sei. Sie trat im Habit der Klostergemeinschaft auf, war also sofort als Nonne zu erkennen. Dieser Kontrast, ein Habit in einer Casting-Show, machte den Auftritt interessant, das riss die Zuschauer schon nach wenigen Takten von ihren Sitzen, nicht zuerst ihre Darbietung. Genau hier, beim Habit, setzt Kleine jedoch seine Kritik an. Der Habit sei eben bloße Hülle, eine Äußerlichkeit. Zwar sei der Kontrast hilfreich, denn die Kirche solle eben Kontrast zur ‚Welt‘ sein. Doch der Kontrast lenke die Aufmerksamkeit hier allein auf die Äußerlichkeiten. Ob da denn noch mehr sei, fragt Kleine deshalb zweifelnd.</p>
<p>Bersarin, der auf seinem Blog <a href="http://bersarin.wordpress.com/2014/03/26/ob-ihr-verblendet-oder-erhellt-pop-pop-pop-musik-talk-about-zwischen-bowie-und-heino-zwischen-kommerz-und-kritik/" target="_blank">Aisthesis </a>kürzlich über Pop geschrieben hat, wirft einen grundlegenden Blick auf diese Phänomene. Pop, in allen seinen Formen, verbleibt in den Äußerlichkeiten; Pop sei eben Warenwelt. Wie Mode als Gegenmode zwar protestiere, aber doch im Rahmen bleibe, denn auch eine Gegenmode ist eine Mode. Da ist kein wahres Leben im falschen. Und so führt kein Weg vom Habit weg, wie Werner Kleine es sich wohl wünschen würde.</p>
<p>Die „Botschaft“ von Schwester Cristina ist ihr Habit. Würde sie ihn ablegen, würde sie vermutlich nicht weiter auffallen, wie auch Kleine mutmaßt. Wie lange dieser Kontrast trägt, ob Schwester Cristina weiterhin Begeisterung entfachen kann, wird sich im Laufe der Casting-Show zeigen. Jetzt hat sich bereits gezeigt, wie schmal der Grad ist, den Schwester Cristina geht. Sie warte auf einen Anruf des Papstes, sagte sie. Eitelkeit, sagt Kleine dazu und die gehört in die Logik des Popbusinessʼ, eher nicht in die Logik der Kirche.</p>
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