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	<title>Blogumschau &#187; Papst Franziskus &#124; Blogumschau</title>
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		<title>Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und der Papst Franziskus</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2015 10:01:04 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Charlie Hebdo]]></category>
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		<description><![CDATA[Während seiner Asien-Reise äußerte sich der Papst Franziskus unter anderem zu dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Er verurteilte den Anschlag: Gewalt im Namen einer Religion sei falsch. Dazu war kein Widerspruch zu erwarten. Doch seine Aussagen zur Meinungs- und Religionsfreiheit werden nun heiß diskutiert. Franziskus bezeichnete die Meinungsfreiheit als ein <a href=" http://blogumschau.de/2015/01/meinungsfreiheit-religionsfreiheit-und-der-papst-franziskus/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_718" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/01/Blaues-Auge.jpg"><img class="wp-image-718 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/01/Blaues-Auge.jpg" alt="Blaues Auge" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Blaues Auge&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>Während seiner Asien-Reise äußerte sich der Papst Franziskus unter anderem zu dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Er verurteilte den Anschlag: Gewalt im Namen einer Religion sei falsch. Dazu war kein Widerspruch zu erwarten. Doch seine Aussagen zur Meinungs- und Religionsfreiheit werden nun heiß diskutiert. Franziskus bezeichnete die Meinungsfreiheit als ein fundamentales Recht des Menschen. Ein ebenso fundamentales Recht sei die Religionsfreiheit. Die Meinungsfreiheit ende dort, wo die Religion des anderen beleidigt werde.</p>
<p>Nun, der Papst heißt Franziskus, nicht Charlie. Das weiß man. Seine Worte haben die Meinungsfreiheit und ihre (wünschenswerten?) Grenzen noch einmal von einer anderen Seite beleuchtet. Jürgen Erbacher hat für den <a href="http://blog.zdf.de/papstgefluester/2015/01/15/franziskus-in-asien-tag-3/" target="_blank">Blog Papstgeflüster</a> die Worte des Papstes auf Deutsch wiedergegeben. Besondere mediale Aufmerksamkeit hat ein kleiner Scherz des Papstes auf sich gezogen, den dieser beispielhaft anbrachte. Er sagte sinngemäß, wenn sein Reisemarschall – der just neben ihm stand – seine Mutter beleidigen würde, dann erwarte ihn ein Faustschlag. Das war humorvoll vorgetragen, aber Erbacher warnt in einem <a href="http://blog.zdf.de/papstgefluester/2015/01/18/papst-franziskus-auf-den-philippinen-tag-4/" target="_blank">anderen Zusammenhang</a> der Asien-Reise, man solle sich vom demütigen Auftreten des Papstes nicht täuschen lassen. Er sei ein politischer Papst. Sein Beispiel, das lässt sich daraus wohl folgern, hat er mit Bedacht gewählt.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://ueberschaubarerelevanz.com/2015/01/17/aufs-maul/" target="_blank">Überschaubare Relevanz</a> wird das inakzeptabel genannt. Selbstverständlich, Franziskus machte mit dem Beispiel die Provokationen deutlich, die eben auch von „Charlie Hebdo“ ausgingen. Das Beispiel des Papstes scheint jedoch darauf abzuzielen, dass auf bestimmte Provokationen sogar mit physischer Gewalt geantwortet werden könnte bzw. eine solche Reaktion verständlich sei. Hier scheint das Problem auf, was das denn heißen soll, dass die Meinungsfreiheit bestimmte Grenzen habe, wenn sie zum Beispiel die religiösen Gefühle eines Menschen verletze. Gibt es solche Grenzen? Wo sind sie zu ziehen? Und wie sollte man auf Grenzverletzungen reagieren?</p>
<p><a href="https://aufdergrenze.wordpress.com/2015/01/16/meinungen-und-gefuhle/" target="_blank">Detlef Zöllner</a> hat über solche Grenzen nachgedacht. Die Meinungsfreiheit könne mit der Würde des Menschen in Konflikt geraten. Und auf diese Weise interpretiert er auch den Papst. Wenn die religiösen Gefühle verletzt werden, sei die Würde des Menschen angetastet, deshalb werde hier tatsächlich eine Grenze überschritten. Damit handelt sich Zöllner, wie er selbst sieht, eine Schwierigkeit ein, denn es ist nur subjektiv zu entscheiden, wann „mein“ religiöses Gefühl verletzt worden ist. Er bezieht sich deshalb auf die Unterscheidung des Öffentlichen vom Privaten. In der Öffentlichkeit gelte ein anderer Spielraum, um Befindlichkeiten zu thematisieren.</p>
<p>Dann hätte der Papst Recht, wenn er auf eine (private) Beleidigung seiner Mutter durch seinen Reisemarschall empfindlich reagieren würde. Gleichzeitig verletzt nicht jede öffentliche Äußerung, wie eine Karikatur, die Gefühle in diesem Sinne. In der Öffentlichkeit müsste über solche Beleidigungen hinweggesehen werden können. Das Private könnte nicht einfach in die Öffentlichkeit hineingelegt werden.</p>
<p>An die Mäßigung dagegen appelliert Thomas Schmid in seinem <a href="http://schmid.welt.de/2015/01/17/tagebuch-17-januar-2015/" target="_blank">Blog der WELT</a>. Er zitiert den tschechischen Soziologen und Priester Tomás Halík, der eine Kunst fordere, die nicht alles tut, was sie kann. In den USA, schreibt Schmid, gingen die großen Zeitungen anders mit den Karikaturen um. Sie wurden kaum irgendwo nachgedruckt, da die meisten Blätter nicht provozieren wollten. Hier folgt dann allerdings das Problem, dass eine Spirale in Gang gesetzt werden könnte. Indem die Verletzbarkeit der Gefühle von vornherein einbezogen wird, könnten immer weitere Zugeständnisse gefordert werden. Das hieße, auf einen Karikatur-Verzicht folgt, zugespitzt, die Burka. Alles um des friedvollen Zusammenlebens willen. Dennoch: die Mäßigung hält Schmid für eine wichtige Option.</p>
<p>Zugleich findet Schmid es fraglich, ob momentan die Stimmen durchdringen könnten, die zur Mäßigung aufriefen – und auch<a href="https://jobo72.wordpress.com/2015/01/13/respekt-3/" target="_blank"> Josef Bordat</a> merkt an, dass sich der Ton derzeit eher verschärfe. Er bezieht sich auf ein Interview, das die Mitteldeutsche Zeitung mit einem der Titanic-Herausgeber führte. Der äußerte – pointiert selbstverständlich – einen Satz, der sich auf Pegida bezog: Gegen Islamophobie habe er persönlich nichts, allerdings sollte man jeden Glauben verachten.</p>
<p>Bordat sieht hier einen Vulgäratheismus am Werk, der dazu führe, dass der Respekt vor Religion und letztlich vor religiösen Menschen verloren gehe. Hier werde aus der Verachtung heraus gesprochen. Und Bordat bezweifelt, dass sich dies wieder in einen intellektuellen Diskurs überführen lasse.</p>
<p>Die Worte des Papstes haben – in der ohnehin schon aufgeheizten Stimmung – nicht unbedingt für eine ruhigere Debatte um die Meinungsfreiheit gesorgt. Allerdings spricht die Vielzahl der sehr unterschiedlichen Reaktionen dafür, dass hier ein gesellschaftliches Problem zu Tage tritt, das nicht beiseitegeschoben werden sollte.</p>
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		<title>Eine Nonne beim Casting</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Apr 2014 12:42:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Casting-Show]]></category>
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		<description><![CDATA[„Sister Act“ ist in der Wirklichkeit angekommen – in der Wirklichkeit einer Casting-Show: Schwester Cristina Scuccia, eine fünfundzwanzig Jahre alte Nonne aus einem Ursulinenkloster, trat beim italienischen Ableger der Casting-Show „The Voice“ auf. Sie sang „No one“, von Alicia Keys, und landete damit einen Hit auf YouTube. Das folgt offenbar <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/eine-nonne-beim-casting/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Sister Act“ ist in der Wirklichkeit angekommen – in der Wirklichkeit einer Casting-Show: Schwester Cristina Scuccia, eine fünfundzwanzig Jahre alte Nonne aus einem Ursulinenkloster, trat beim italienischen Ableger der Casting-Show „The Voice“ auf. Sie sang „No one“, von Alicia Keys, und landete damit einen Hit auf YouTube.</p>
<p>Das folgt offenbar einer gewissen Casting-Show-Logik. Paul Potts, der britische Tenor, wurde ebenfalls durch eine Casting-Show berühmt, gerade weil er nicht dem Bild eines Pop-Stars entsprach – und zweifelsohne sang er gut. Andreas Kümmert wäre hier zudem als letzter Gewinner der deutschen Ausgabe von „The Voice“ zu nennen. Auch er mit Talent, aber nicht mit dem typischen Aussehen eines ‚Stars‘, er passte eigentlich nicht, und genau deshalb passte er besonders gut. Und nun, einer ähnlichen Logik folgend, eine Schwester im Ordens-Habit.</p>
<p>Auf einem <a href="http://blogs.telegraph.co.uk/news/cristinaodone/100265537/sister-cristina-the-youtube-nun-is-a-gift-from-heaven/" target="_blank">Blog des „Telegraph“</a> ist Cristina Odone optimistisch, was dieses Zusammenspiel von Populär-Kultur und Kirche angeht. Der Papst habe mit seiner breiten Anziehungskraft bereits eine Brücke geschlagen. Schwester Cristina begeistere mit ihrer fröhlichen Art, mit ihrem Optimismus, den sie versprühe. Sie übernehme die Rolle einer Evangelistin, die gerade dorthin müsse: In die ‚Welt‘, mit tätowierten Rappern und weiblichen Stars, die aufreizen, die sexuelle Phantasien wecken. Schwester Cristina könne gerade dadurch im Sinne ihrer Kirche wirken.</p>
<p>Werner Kleine erläutert auf dem Blog <a href="http://www.kath-2-30.de/2014/03/29/habit-voting/" target="_blank">Kath 2:30</a>, Schwester Cristina begeistere, weil der Kontrast so groß sei. Sie trat im Habit der Klostergemeinschaft auf, war also sofort als Nonne zu erkennen. Dieser Kontrast, ein Habit in einer Casting-Show, machte den Auftritt interessant, das riss die Zuschauer schon nach wenigen Takten von ihren Sitzen, nicht zuerst ihre Darbietung. Genau hier, beim Habit, setzt Kleine jedoch seine Kritik an. Der Habit sei eben bloße Hülle, eine Äußerlichkeit. Zwar sei der Kontrast hilfreich, denn die Kirche solle eben Kontrast zur ‚Welt‘ sein. Doch der Kontrast lenke die Aufmerksamkeit hier allein auf die Äußerlichkeiten. Ob da denn noch mehr sei, fragt Kleine deshalb zweifelnd.</p>
<p>Bersarin, der auf seinem Blog <a href="http://bersarin.wordpress.com/2014/03/26/ob-ihr-verblendet-oder-erhellt-pop-pop-pop-musik-talk-about-zwischen-bowie-und-heino-zwischen-kommerz-und-kritik/" target="_blank">Aisthesis </a>kürzlich über Pop geschrieben hat, wirft einen grundlegenden Blick auf diese Phänomene. Pop, in allen seinen Formen, verbleibt in den Äußerlichkeiten; Pop sei eben Warenwelt. Wie Mode als Gegenmode zwar protestiere, aber doch im Rahmen bleibe, denn auch eine Gegenmode ist eine Mode. Da ist kein wahres Leben im falschen. Und so führt kein Weg vom Habit weg, wie Werner Kleine es sich wohl wünschen würde.</p>
<p>Die „Botschaft“ von Schwester Cristina ist ihr Habit. Würde sie ihn ablegen, würde sie vermutlich nicht weiter auffallen, wie auch Kleine mutmaßt. Wie lange dieser Kontrast trägt, ob Schwester Cristina weiterhin Begeisterung entfachen kann, wird sich im Laufe der Casting-Show zeigen. Jetzt hat sich bereits gezeigt, wie schmal der Grad ist, den Schwester Cristina geht. Sie warte auf einen Anruf des Papstes, sagte sie. Eitelkeit, sagt Kleine dazu und die gehört in die Logik des Popbusinessʼ, eher nicht in die Logik der Kirche.</p>
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