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	<title>Blogumschau &#187; Propaganda &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>ESC 2015: Große Show, viel Politik und Deutschland ohne Punkte</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2015 10:19:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
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		<description><![CDATA[Beim Finale des Eurovision Songcontest, das am vergangenen Samstag in Wien stattfand, gewann der Song „Heroes“, interpretiert vom Schweden Måns Zelmerlöw. Während der langwierigen Bekanntgabe der Voting-Ergebnisse aller teilnehmenden europäischen Staaten kristallisierten sich bald zwei Favoriten heraus: der schwedische und der russische Beitrag. Der deutsche und der österreichische Beitrag dagegen <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/esc-2015-grosse-show-viel-politik-und-deutschland-ohne-punkte/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Finale des Eurovision Songcontest, das am vergangenen Samstag in Wien stattfand, gewann der Song „Heroes“, interpretiert vom Schweden Måns Zelmerlöw. Während der langwierigen Bekanntgabe der Voting-Ergebnisse aller teilnehmenden europäischen Staaten kristallisierten sich bald zwei Favoriten heraus: der schwedische und der russische Beitrag. Der deutsche und der österreichische Beitrag dagegen fanden sich am Ende des Teilnehmerfeldes wieder, beide Lieder konnten keinen einzigen Punkt gewinnen.</p>
<p>Am Ende stehen die Freude der Sieger und der – teilweise überraschend – oben Platzierten und die Enttäuschung der Verlierer. Und es folgen die Interpretationen, weshalb denn dieser Song so viele Stimmen gewinnen konnte, jener dagegen so wenige. Auf dem <a href="http://blog.prinz.de/grand-prix/esc-voting-2015-wer-mochte-ann-sophie/" target="_blank">Blog des Magazins Prinz</a> ist die Wertung für Ann Sophie, der deutschen Interpretin, genau aufgeschlüsselt. Demnach sei sie einige Male knapp an einem Punkt vorbeigeschrammt, vier elfte und vier zwölfte Plätze erlangte die deutsche Sängerin, was gerade nicht für einen Punktgewinn reichte, denn nur die besten zehn Platzierungen werden mit Punkten belohnt. Vor allem die Juroren, die die Lieder und Performances bewerten, straften Ann Sophie nicht ab, im Gegenteil, erreichte sie hier sogar einige gute Wertungen. Die Kombination der Zuschauervotings mit den Juryvotings jedoch ergab eben in keinem einzigen Land ein Platz unter den besten zehn – am Lied und an der Performance, so ist auf dem Prinz-Blog zu lesen, lag das aber nicht.</p>
<p>Dem widerspricht <a href="http://lobster53.blogspot.de/2015/05/esc-2015-in-wien-und-am-ende-schlief.html" target="_blank">lobster53</a>, der den deutschen Beitrag als allzu mittelmäßig beurteilt. Und er erinnert an den Beitrag „Paradies, wo bist du?“ von Ulla Wiesner aus dem Jahr 1965, genau vor 50 Jahren, der ebenfalls keinen einzigen Punkt erhalten hatte. „Schrott“, so seine harsche Bewertung.</p>
<p><a href="https://pedwblog.wordpress.com/2015/05/24/350/" target="_blank">Peter B. Heim</a> dagegen mutmaßt, dass vielleicht die deutsche Sparpolitik der Grund sein könnte, weshalb der deutsche Beitrag – vor allem von den Zuschauerinnen und Zuschauern – abgestraft wurde. Dann würde das Musikalische gegenüber der Politik zurücktreten. Das Musikalische, so Heim, sei sowieso beim diesjährigen ESC in den Hintergrund gedrängt worden, das Visuelle, die Show, die Bilder hätten alles andere ausgestochen.</p>
<p>Im letzten Jahr gewann Conchita Wurst den Wettbewerb, was vielerorts als Signal für ein offenes, tolerantes Europa gewertet wurde. Die Politik spielte auch hier in den Songcontest hinein, woran Luise auf<a href="http://luiseblaettertauf.blogspot.de/2015/05/der-eurovision-song-contest-ein.html" target="_blank"> ihrem Blog</a> erinnert. Jetzt sorgten vor allem die schlechte Platzierung des deutschen Beitrags und der zweite Platz von Polina Gagarina für Diskussionsstoff. Wie soll dieser zweite Platz des russischen Beitrags eingeordnet werden? Luise erkennt darin auch eine Kritik an Putins Politik. Was hätte ein erster Platz also bedeutet? Beide Interpretationen sind denkbar: Dass die Musik sich über die politischen Spannungen hinwegsetzt oder ein Triumph für „Russland“.</p>
<p>Im Vorfeld hatten jedenfalls verschiedene deutsche Medien aus politischen Motiven den russischen Beitrag diskreditiert. Der Journalist <a href="https://guidograndt.wordpress.com/2015/05/26/wegen-stern-focus-anderer-hetzpresse-ich-schame-mich-deutscher-journalist-zu-sein/" target="_blank">Guido Grandt</a> zitiert beispielsweise aus dem Stern und der Süddeutschen Zeitung, um zu zeigen, wie gerade durch eine Verbindung des Liedes zur derzeitigen russischen Politik das Lied „A Million Voices“ als russische Propaganda erscheinen sollte. Ganz zu Unrecht, argumentiert Grandt. Die „Versöhnungshymne“ sei doch genau das, was die Menschen in Europa derzeit brauchen.</p>
<p>Die Gräben sind jedenfalls, das zeigt der Eurovision Songcontest, tief, sowohl zwischen den agierenden politischen Mächten als auch zwischen denen, die das politische Geschehen beobachten und bewerten. Und ironischerweise lässt sich dies gerade an einem Beitrag aus Russland über die gemeinsam singenden „Million Voices“ besonders deutlich ablesen.</p>
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		<title>Terror und Medien: Der Cyber-Angriff auf den Sender „TV5 Monde“ durch den IS</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Apr 2015 09:05:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Irak]]></category>
		<category><![CDATA[IS]]></category>
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		<description><![CDATA[Durch einen Hacker-Angriff auf das Medienhaus „TV5 Monde“ wurde am 9. April für mehrere Stunden der Sendebetrieb aller hauseigenen Fernsehsender lahmgelegt. Außerdem kontrollierten die Hacker die Webseite, die Twitter- und Facebook-Accounts der Sender und verbreiteten darüber Propaganda für den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS). Sie drohten in ihren Botschaften französischen Soldaten <a href=" http://blogumschau.de/2015/04/terror-und-medien-der-cyber-angriff-auf-den-sender-tv5-monde-durch-den-is/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Durch einen Hacker-Angriff auf das Medienhaus „TV5 Monde“ wurde am 9. April für mehrere Stunden der Sendebetrieb aller hauseigenen Fernsehsender lahmgelegt. Außerdem kontrollierten die Hacker die Webseite, die Twitter- und Facebook-Accounts der Sender und verbreiteten darüber Propaganda für den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS). Sie drohten in ihren Botschaften französischen Soldaten und deren Angehörigen mit dem Tod. Es dauerte Stunden bis „TV5 Monde“ wieder Herr im eigenen medialen Hause war, die Webseite funktionierte sogar am nächsten Tag noch nicht störungsfrei. Mutmaßlich steckte die Terrormiliz IS hinter dieser Cyber-Attacke.</p>
<p>Der brutale Anschlag auf die französische Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ Anfang des Jahres hatte bereits gezeigt, welchen Stellenwert die Medien in den Augen der IS-Terroristen haben. Und die Zerstörungen bedeutender archäologischer Stätten im Irak, wie der antiken Stadt Nimrud, lassen sich vor allem unter dem Gesichtspunkt der Propaganda verstehen. Auf dem Blog <a href="http://www.wasmitmedien.de/2015/04/09/medien-unterschatzen-ihre-attraktivitat-fur-hacker-interview-mit-dem-internetsoziologen-dr-stephan-humer-nach-dem-angriff-auf-tv5-monde/%20" target="_blank">Was mit Medien</a> ist ein Interview mit dem Soziologen Stephan Humer zu lesen (das auch bei DRadioWissen zu hören war). Humer hebt die symbolische Bedeutung hervor, die der Angriff auf ein Medienhaus hat. Die Botschaft des erfolgreichen Angriffs verbreitete sich rasant und bot zugleich die Möglichkeit, eigene Propaganda abzuspielen. Erstaunt war Humer über den abgestimmten Angriff auf mehreren Ebenen, der zeitgleich verschiedene Ziele attackierte und eben nicht nur den Sendebetrieb störte. Dabei, so Humer, geht es bei dem konkreten Ziel „TV5 Monde“ wohl weniger um die politische Bedeutung des Senders, sondern vor allem um die Frage, ob so ein Angriff machbar sei. Ob die Hacker vorher bei anderen Sendern bereits Angriffe erprobten, werden wir nicht erfahren. Humer erklärt, dass es eben um den großen Erfolg geht – und deshalb „TV5 Monde“ das geeignete Ziel war.</p>
<p>Möglich war der erfolgreiche Angriff wohl auch, weil die Mitarbeiter von „TV5 Monde“ allzu fahrlässig mit ihren Passwörtern umgingen. So ist bei einem Fernsehinterview in der Sendeanstalt im Hintergrund ein Notizzettel mit wichtigen Passwörtern zu erkennen, wie Sam Machkovech für <a href="http://arstechnica.com/security/2015/04/hacked-french-network-exposed-its-own-passwords-during-tv-interview/" target="_blank">ars technica</a> schreibt. Die Passwörter waren demnach sehr leicht zu erraten, wie „lemotdepassedeyoutube“, was ungefähr „das Passwort für YouTube“ bedeutet.</p>
<p>Das Sicherheitsproblem, vor dem die westlichen Medienhäuser stehen, haben in ähnlicher Weise die terroristischen Organisationen selbst. Martin Schmetz schreibt für den <a href="http://www.sicherheitspolitik-blog.de/2015/03/25/zwischen-paranoia-und-propaganda-jihadistische-gruppieren-und-ihre-it-sicherheit/" target="_blank">Sicherheitspolitik-Blog</a> der Universität Frankfurt am Main über die Strategien der Dschihadisten, ihre eigene IT-Sicherheit zu gewährleisten. Denn für ihre Propaganda-Videos und die Verbreitung der Botschaften im Internet greifen die Akteure des IS auf die Plattformen der westlichen Internetfirmen, wie Googles YouTube oder Facebook, zurück. Die technische Infrastruktur, auf die der IS angewiesen ist, liegt nicht in deren eigenen Händen, wodurch es für westliche Geheimdienste und Behörden möglich wird, an Informationen zu gelangen und die Propaganda zu bekämpfen.</p>
<p>Patrick Möller hat – ebenfalls für den <a href="http://www.sicherheitspolitik-blog.de/2015/03/18/im-netz-gegen-dschihadismus-pra%CC%88vention-mittels-sozialer-medien/" target="_blank">Sicherheitspolitik-Blog</a> – dargelegt, wie die Dschihadisten die Medien nutzen, um Kämpfer zu rekrutieren. Diese Strategien sind mittlerweile in weiten Teilen bekannt, allerdings reagierte der deutsche Staat viel zu spät auf diese Bedrohung. Mittlerweile wurden zahlreiche Internetseiten gesperrt und Facebook- und Twitter-Accounts gelöscht. Diese verspätete Reaktion zeige nur eine Seite des Versagens, so Möller, vor allem habe man es versäumt, wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, das heißt, „Gegennarrative“ zu entwickeln, um der Propaganda des IS entgegenzuwirken. Noch seien die Maßnahmen spärlich, die muslimische Jugendliche gezielt ansprechen, um ihnen ein anderes „Narrativ“, eine andere Version der Geschichte, anzubieten.</p>
<p>Die Wirkung der Propaganda wird in jeder Hinsicht noch zu wenig bedacht. <a href="http://archaeologik.blogspot.de/2015/04/jetzt-nimrud.html" target="_blank">Rainer Schreg</a>, der das mutmaßliche Beweisvideo auf Archaeologik zeigt, auf dem die Sprengung der antiken Stadt Nimrud zu sehen ist, weist auf die Problematik der Berichterstattung mit einem knappen Satz hin: Womöglich hätte das enorme Medienecho über die Zerstörung der Kulturschätze im Irak (die Blogumschau fasste <a href="http://blogumschau.de/2015/03/die-zerstoerung-der-archaeologischen-staetten-im-irak/">ebenfalls </a>zusammen) nun die Sprengung Nimruds befördert. Was die eine Seite als erschreckendes Ausmaß des Terrors bezeichnet, wirkt zugleich als Propaganda für die andere Seite.</p>
<p>Wie dieses Problem in der Berichterstattung aufzulösen ist, bleibt nach wie vor unklar.</p>
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		<title>Ein russischer Hilfskonvoi und viele Fragezeichen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Aug 2014 11:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Was befindet sich auf den Ladeflächen der rund 280 weiß angestrichenen LKWs, die Russland in Richtung der Ostukraine losgeschickt hat? Humanitäre Hilfe für die zwischen die Fronten geratenen Menschen in der Ostukraine, wie die russische Regierung behauptet? Oder Waffenlieferungen für die prorussischen Separatisten, wie ukrainische Regierungsmitglieder mutmaßen? Darüber besteht bisher <a href=" http://blogumschau.de/2014/08/ein-russischer-hilfskonvoi-und-viele-fragezeichen/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_483" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/08/Fragezeichen.jpg"><img class="size-full wp-image-483" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/08/Fragezeichen.jpg" alt="&quot;Fragezeichen&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Fragezeichen&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Was befindet sich auf den Ladeflächen der rund 280 weiß angestrichenen LKWs, die Russland in Richtung der Ostukraine losgeschickt hat? Humanitäre Hilfe für die zwischen die Fronten geratenen Menschen in der Ostukraine, wie die russische Regierung behauptet? Oder Waffenlieferungen für die prorussischen Separatisten, wie ukrainische Regierungsmitglieder mutmaßen? Darüber besteht bisher noch keine Gewissheit. Und das öffnet den Raum für Spekulationen und Gerüchte. Das gegenseitige Misstrauen sitzt tief. Die Ukraine will die russischen LKWs mit Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes kontrollieren, bevor sie die ukrainische Grenze passieren. Zudem hat die Ukraine selbst einen Hilfskonvoi in den Osten entsandt. Dazu machen Gerüchte über wiederholte Grenzübertritte russischer Militäreinheiten die Runde. Und die Weltöffentlichkeit starrt gebannt auf die sich immer weiter zuspitzende Lage.</p>
<p>Steuert der Ukraine-Konflikt mit diesen Vorkommnissen, die Florian Rötzer auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/42/42530/1.html" target="_blank">Telepolis</a> beschreibt, unaufhaltsam auf den (kriegerischen) Showdown zu? Der russische Hilfskonvoi ist natürlich in gewisser Hinsicht eine Provokation. Zum einen signalisiert er der Ukraine und der weiteren Weltöffentlichkeit: Seht her, wir meinen es wirklich ernst mit den friedlichen Absichten und dem Waffenstillstandsangebot. Zum anderen aber auch: Seht her, die ukrainische Regierung kann sich noch nicht mal ordentlich um die eigene Bevölkerung kümmern, so dass wir helfen müssen.</p>
<p>Frank Lübberding betont auf <a href="http://www.wiesaussieht.de/2014/08/13/humanitaere-hilfe-oder-putins-trucker-show/" target="_blank">Wiesaussieht</a>, dass Russland natürlich politische Interessen mit dem Hilfskonvoi verfolge und versuche die ukrainische Regierung bloßzustellen. Doch der Konvoi sei kein trojanisches Pferd, nicht der Versuch einen russischen Militärschlag gegen die Ukraine vorzubereiten, wie mancherorts gemutmaßt wird. Wenn Russland an einer direkten kriegerischen Auseinandersetzung gelegen sei, so Lübberding, dann hätte es eine solche – zunächst verdeckte – Herbeiführung doch gar nicht nötig. Der Westen habe ganz offensichtlich Wahrnehmungsprobleme. Nicht eine große geopolitische Auseinandersetzung drohe in der Ostukraine, sondern es herrsche ein schrecklicher Bürgerkrieg. Die Denkschablonen eines (neuen) Ost-West-Konflikts und die ganze damit zusammenhängende Propaganda sollten daher schleunigst beiseite gelegt werden, um die Lage in der Ostukraine als das zu begreifen, was sie sei.</p>
<p>Jens Berger beschäftigt sich auf den <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=22863" target="_blank">NachDenkSeiten</a> mit der tendenziösen Berichterstattung des Spiegels, mit der dieser den Ukraine-Konflikt immer weiter schüre. Spiegel Online hatte Gerüchte über den Grenzübertritt einer russischen Militärkolonne, die dann von ukrainischen Truppen zerstört worden sein soll, weitestgehend unverifiziert als Tatsache dargestellt. Durch unscharfe Formulierungen sei zudem billigend in Kauf genommen worden, dass die Leser und Leserinnen des Artikels annehmen mussten, dass es sich bei dem angeblich zerstörten Konvoi um den von Russland entsandten humanitären Hilfskonvoi handelt. Berger fragt sich, ob es sich dabei um eine bloß fahrlässige oder gar mutwillige Täuschung durch den Spiegel handle. Er findet dieses Schüren von Kriegsangst und Hysterie jedenfalls beschämend und wirft dem Spiegel journalistisches Versagen auf ganzer Linie vor.</p>
<p>Auch Heinz Sauren beschäftigt sich auf dem <a href="http://freigeistblog.com/2014/08/18/mediale-kriegswirren/" target="_blank">Freigeist BLOG</a> mit den „medialen Kriegswirren“ im Ukraine-Konflikt. Sauren erachtet die etablierten Qualitätsmedien als die großen Verlierer des Konflikts. Anstatt auf Unstimmigkeiten, Widersprüche und Ambivalenzen hinzuweisen – etwa in Hinblick auf die Toten des Maidans, die russische Unterstützung der Separatisten, die westliche Unterstützung der ukrainischen Armee oder die abgeschossene Passagiermaschine MH17 – bezögen sie vorschnell und unverrückbar Stellung für eine der beiden Konfliktparteien. Von journalistischer Gründlichkeit, dem Gebot der gewissenhaften und neutralen Recherche, sei nicht mehr viel übrig. Während die Konfliktparteien sich nach allen Regeln der Kunst der Medien und der sozialen Netzwerke bedienten, wüsste die Presse gar nicht, wie ihr geschehe. Ihre Deutungshoheit sei nachhaltig beschädigt, wenn nicht unwiederbringlich verloren.</p>
<p>Auch <a href="http://feynsinn.org/?p=1600" target="_blank">Feynsinn</a> sieht den (Qualitäts-) Journalismus am Ende. Gerüchte würden vorschnell als Wahrheiten verkauft, man lasse sich Nachrichten diktieren oder man schreibe einfach ab. Sensationswert gehe vor Wahrheitsgehalt oder nachhaltiger Recherche. Zweifel anmeldende Leser und Leserinnen würden einfach arrogant abgekanzelt und seien höchstens als „dumme Untertanen“ erwünscht.</p>
<p>Was hat es mit dem russischen Hilfskonvoi auf sich? Oder den militärischen Scharmützeln an der Ostgrenze der Ukraine? Gewissheiten sind Mangelware im Ukraine-Konflikt, der die Welt nun schon seit geraumer Zeit in Atem hält. Das ist natürlich nicht neu, Krieg und gewaltsame Auseinandersetzungen erschweren schon immer einen ungetrübten Blick auf die Konfliktverhältnisse. Die Frage ist, ob sich durch die sozialen Netzwerke, deren Nutzung den beteiligten Konfliktparteien offen steht, die Rolle der etablierten Medien tatsächlich nachhaltig wandelt. Nachrichten und Gerüchte verbreiten sich mit rasantem Tempo. Entweder man lässt sich auf dieses Tempo ein und gibt dann möglicherweise journalistische Grundsätze – etwa der Gründlichkeit – preis, oder man überprüft gewissenhaft und läuft dann in Gefahr, nicht mehr gehört oder abgehängt zu werden. Ein schwierig zu lösendes Dilemma.</p>
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		<title>Schuldzuweisungen im luftleeren Raum? Der Absturz von Flug MH17</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2014 06:31:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Donnerstag stürzte im Osten der Ukraine eine Boeing 777 der Malaysia Airlines ab. Alle 298 Insassen des Flugs MH17, der von den Niederlanden nach Malaysia unterwegs war, kamen bei dem Absturz ums Leben. Die genauen Umstände und Ursachen des Unglücks sind immer noch nicht geklärt. Ein technischer Defekt <a href=" http://blogumschau.de/2014/07/schuldzuweisungen-im-luftleeren-raum-der-absturz-von-flug-mh17/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_441" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/07/Schuldfrage.jpg"><img class="size-full wp-image-441" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/07/Schuldfrage.jpg" alt="&quot;Schuldfrage&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Schuldfrage&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Am vergangenen Donnerstag stürzte im Osten der Ukraine eine Boeing 777 der Malaysia Airlines ab. Alle 298 Insassen des Flugs MH17, der von den Niederlanden nach Malaysia unterwegs war, kamen bei dem Absturz ums Leben. Die genauen Umstände und Ursachen des Unglücks sind immer noch nicht geklärt. Ein technischer Defekt scheint ausgeschlossen, alles spricht für einen gewaltsam herbeigeführten Absturz. Handelt es sich um einen bewussten Akt oder ein tragisches Versehen? Und wer sind die Verantwortlichen?<br />
Besonders heikel ist der Vorfall deshalb, weil das Flugzeug über einem Gebiet vom Himmel geholt wurde, das von separatistischen Kräften kontrolliert wird, die Autonomie bzw. einen Anschluss an Russland anstreben. Der ukrainische Staat bekämpft diese Separatisten mit gewaltsamen Mitteln.<br />
Die ukrainische Regierung machte direkt nach dem Unglück die prorussischen Separatisten – und auch Russland selbst – für den Absturz verantwortlich. Die Separatisten sollen die Passagiermaschine – vorsätzlich oder irrtümlich – mit einer Buk-Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben, die sie entweder von ukrainischen Streitkräften erbeutet oder von Russland erhalten haben soll. Viele westliche Beobachter folg(t)en dieser Sichtweise. Die Separatisten und auch Russlands Präsident Wladimir Putin gaben wiederum der Ukraine die Schuld für den Vorfall. Insbesondere Putin sprach sich vehement gegen Schuldzuschreibungen durch den Westen aus. Das ohnehin äußerst angespannte Verhältnis zwischen dem Westen und Russland hat sich in den letzten Tagen noch weiter verschlechtert.</p>
<p>Einen Tag nach dem Absturz der Boeing begibt sich <a href="http://www.juergvollmer.ch/post/92081104389/mh17-malaysia-airlines-ukraine-russland" target="_blank">Jürg Vollmer</a> auf die <a href="http://www.carta.info/73686/flug-mh17-abschuss-der-boeing-777-der-malaysia-airlines-in-der-ukraine/" target="_blank">Spurensuche</a>. Für ihn spricht vieles dafür, dass die prorussischen Separatisten die Passagiermaschine mit einer Buk-Rakete abgeschossen haben. Erst vor wenigen Wochen hätten die Rebellen ein Buk-Flugabwehrraketensystem von einer ukrainischen Militärbasis erbeutet. Kurz vor dem Absturz von Flug MH17 sei ein solches Waffensystem dann in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes gesichtet worden. Nach dem Unglück hätten sich die Separatisten zudem (unter anderem) auf sozialen Netzwerken mit dem Abschuss eines Flugzeugs gebrüstet.<br />
Dass die ukrainische Armee, die auch über Buk-Raketen verfügt, für den Abschuss der Boeing 777 verantwortlich sein könnte, sei hingegen unwahrscheinlich: Da die Rebellen keine Flugzeuge besitzen, würde es für den ukrainischen Staat wenig Sinn machen, solche Raketen auf dem umkämpften Gebiet zu stationieren. Die Indizien sprechen laut Vollmer also dafür, dass die prorussischen Rebellen verantwortlich für den Absturz sind. Dass es sich um eine Verwechslung mit einer ukrainischen Militärmaschine handeln könnte, wie mancherorts gemutmaßt wird, will Vollmer zwar nicht ganz ausschließen, hält es aber auch nicht für sonderlich wahrscheinlich.</p>
<p>Unter Berücksichtigung der bis dato vorliegenden Indizien erachtet auch <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=4153" target="_blank">Michael Spreng</a> die prorussischen Separatisten als verantwortlich für den Absturz der Boeing 777. Spreng geht aber noch weiter: Wladimir Putin habe die Separatisten in der Ostukraine in vielerlei Hinsicht unterstützt – auch militärisch. Die bunt zusammengewürfelten separatistischen Truppen habe er scharf gemacht und dann (eventuell) die Kontrolle über sie verloren. Daher trage auch Putin eine ganz gehörige Mitschuld an der Gewalteskalation. Wenn sich die Indizien zur Absturzursache weiter erhärten, stünde laut Spreng der ganze Ukraine-Konflikt möglicherweise vor einer Wende. Dann müssten die vielen (auch deutschen) Putin-Versteher endgültig zugeben, dass sie zu lange auf den Falschen gesetzt hätten und sich umorientieren.</p>
<p>Ulrich Gellermann stellt auf <a href="http://www.rationalgalerie.de/home/mutmasslich-war-es-putin.html" target="_blank">Rationalgalerie</a> der deutschen Berichterstattung zum Flugzeugunglück im Osten der Ukraine kein gutes Zeugnis aus. Zu wenig würden die ukrainischen und amerikanischen Erklärmuster, die einseitig den Separatisten die Schuld in die Schuhe schöben, in Zweifel gezogen. Unbewiesene Behauptungen würden schnell von den etablierten Medien übernommen und damit quasi in den Rang von Fakten erhoben. Naheliegende Fragen würden nicht gestellt. Etwa nach den ukrainischen Buk-Raketen oder warum die Boeing – auf Anweisung der ukrainischen Flugsicherheit, wie mancherorts berichtet wurde – niedriger als ursprünglich geplant geflogen sei. Ein ordentlicher Journalismus müsste aber genau solche Fragen stellen und zu beantworten versuchen, findet Gellermann. Ansonsten beteilige man sich an Propaganda, die doch angesichts der Tragödie eigentlich ruhen sollte.</p>
<p>Auch Heinz Sauren kritisiert auf dem <a href="http://freigeistblog.com/2014/07/21/mh-17-cui-bono/" target="_blank">Freigeist BLOG</a> die unmittelbar nach dem Absturz von beiden Seiten einsetzende Polit-Propaganda. Sowohl die ukrainischen als auch die (pro-) russischen Schuldzuweisungen für das Unglück sieht Sauren skeptisch. Beide ließen sich in mancherlei Hinsicht in Zweifel ziehen. Doch um die Wahrheit ginge es schon lange nicht mehr. Im Mittelpunkt stünde vielmehr, wer die Deutungshegemonie für die Vorfälle innehabe. Als Medienkonsument solle man sich laut Sauren mit einem schnellen Urteil daher tunlichst zurückhalten und sich stattdessen die Frage stellen, wem der Absturz der Boeing denn eigentlich nütze. Vielleicht komme man dann der Sache ein wenig näher.</p>
<p>Der Ukraine-Konflikt ist um eine weitere, blutige Facette reicher. Es ist in Anbetracht der knapp 300 Toten alles andere als verwunderlich, dass die Öffentlichkeit nach Gründen und Schuldigen sucht. Insbesondere für die Angehörigen der Absturzopfer bleibt zu hoffen, dass die Verstrickungen und Loyalitäten im Ukraine-Konflikt, in die der Absturz eingebettet ist, diese Suche nicht nachhaltig behindern.</p>
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		<title>Propaganda allerorten? Westliche und russische Erklärmuster der gegenwärtigen Krise</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Mar 2014 14:13:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Union]]></category>
		<category><![CDATA[Krimkrise]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Anschluss der ukrainischen Halbinsel Krim zur Russischen Föderation ist vollzogen. Die dafür nötigen Gesetze wurden vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnet. Doch die (völkerrechtliche) Legitimität und Legalität des russischen Vorgehens ist umstritten. Die amtierende ukrainische Übergangsregierung will die Abspaltung der Krim nicht akzeptieren und ruft zugleich die eigenen dort <a href=" http://blogumschau.de/2014/03/propaganda-allerorten-westliche-und-russische-erklaermuster-der-gegenwaertigen-krise/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
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<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Der Anschluss der ukrainischen Halbinsel Krim zur Russischen Föderation ist vollzogen. Die dafür nötigen Gesetze wurden vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnet. Doch die (völkerrechtliche) Legitimität und Legalität des russischen Vorgehens ist umstritten. Die amtierende ukrainische Übergangsregierung will die Abspaltung der Krim nicht akzeptieren und ruft zugleich die eigenen dort stationierten Truppen zum Rückzug auf. Die westlichen Staaten reagieren äußerst irritiert auf das russische Agieren. Die Europäische Union schließt ein Abkommen zur engen politischen Zusammenarbeit mit der Ukraine. Gegen Russland werden zugleich erste Sanktionen verhängt, über weitere wird beraten. Russland kontert diese Strafmaßnahmen mit eigenen Sanktionsandrohungen. Man wirft sich gegenseitig Propaganda und Doppelmoral vor. All diese Entwicklungen gehen rasend schnell vonstatten und es fällt schwer, in dieser Situation einen kühlen Kopf zu bewahren. <span style="mso-spacerun: yes;">  </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Umso mehr scheint es ratsam zu sein, einen Schritt zurückzutreten und sich die verworrene (diskursive) Gemengelage mit ein wenig Abstand zu betrachten. Verschiedene Blogs beschäftigen sich kritisch mit den westlichen und russischen Erklärmustern für den gegenwärtigen Konflikt. Sie sortieren Argumente und wägen deren Gehalt ab. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Dies tut etwa James Bloodworth, der sich auf dem Blog <a href="http://www.leftfootforward.org/2014/03/5-persistent-falsehoods-about-events-in-ukraine/trackback/" target="_blank">Left Foot Forward</a> mit den fünf hartnäckigsten propagandistischen Unwahrheiten oder Mythen auseinandersetzt, die im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine und dem Konflikt mit Russland seiner Meinung nach im Umlauf seien. Die Charakterisierung der neuen ukrainischen Regierung als faschistisch; die Bezeichnung der Absetzung des vormaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitschs als illegalen und undemokratischen Putsch; die Behauptung, die auf der Krimhalbinsel lebenden Russen seien massiv bedroht gewesen oder der Verweis darauf, dass der Westen im Kosovokonflikt ganz ähnlich gehandelt habe, wie Russland nun im Umgang mit der Krim. All das will Bloodworth so nicht gelten lassen. Auch dass die NATO bzw. die Europäische Union das momentane russische Verhalten durch ihre eigene – gen Osten gerichtete expansionistische – Politik selbst provoziert habe, findet Bloodworth wenig überzeugend. Die ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten seien schließlich von sich aus unter den westlichen Schutzschirm geschlüpft, um sich dem russischen Einfluss zu entziehen. Es sei das imperialistische, aggressive Vorgehen Russlands, das die NATO-Osterweiterung vorantreibe und nicht andersherum. Vielmehr hält er all die angeführten Argumente – auch wenn und gerade weil sie zunächst jeweils eine gewisse Plausibilität haben mögen – für geschickt gestreute russische Propaganda, der auch einige Beobachter im Westen aufgesessen seien.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Mit der ebenfalls häufig anzutreffenden Argumentation, dass die Ukraine ein künstliches Gebilde mit kontingenten bzw. willkürlichen Grenzen sei und daher auch die Krim nicht natürlich zur Ukraine gehöre, weswegen auch eine (Wieder-)Angliederung an Russland durchaus legitim sei, setzt sich der Blog <a href="http://www.deliberationdaily.de/2014/03/dinge-wachsen-im-garten-nicht-in-der-historie/" target="_blank">deliberation daily</a> in einem Beitrag kritisch auseinander. Grenzen seien schließlich grundlegend historisch <i style="mso-bidi-font-style: normal;">gemacht</i> und nicht irgendwie gegeben oder gewachsen. Völkerrechtliche Gepflogenheiten, Fragen der Anerkennung, der Rückhalt der Bevölkerung oder machtpolitische Gegebenheiten, spielten bei Fragen der territorialen Grenzziehung die entscheidende Rolle. Wenn man die russische Eingliederung der Krim unter dem Verweis auf die Künstlichkeit der ukrainischen Grenzen legitimiere, verkenne man (mutwillig?) die Realität der prinzipiellen Gemachtheit von Grenzen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Mit den verschiedenen propagandistischen Mitteln, die von Seiten der deutschen Medien in der Auseinandersetzung mit Russland verwendet werden, beschäftigt sich der Blog <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.de/2014/03/this-is-propaganda.html" target="_blank">Die Wahrheit über die Wahrheit</a>. Wie in den Medien Vitali Klitschko oder die Sängerin Ruslana zu den Gesichtern des Widerstands gegen Janukowitsch hochgejazzt wurden, weil sich so die äußerst heterogene ukrainische Opposition im Westen eben besser verkaufen lasse, wie lange geplante russische Raketentests Einzug in die Meldungen diverser Liveticker zur Ukraine-/Krimkrise hielten, um die Lage künstlich zu dramatisieren, wie überhaupt auf überkommen geglaubte sowjetische Feindbilder und Stereotype in der Berichterstattung zurückgegriffen werde – Stalin- und Hitlervergleiche inklusive – das sei schon äußerst tendenziös und auch manipulativ. Mit der allzu primitiven Propaganda, die Russland oder Putin mit dem Bösen schlechthin gleichsetze und anderen verwirrend-widersprüchlichen Vereinfachungen im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung zwischen Russland und dem Westen, geht auch der Blog <a href="http://feynsinn.org/?p=789" target="_blank">Feynsinn</a> hart ins Gericht und vermutet, wir würden alle im galaktischen Maßstab vereimert.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Auf dem Blog <a href="http://www.wiesaussieht.de/2014/03/25/besser-als-abhoeren-ein-langes-telegramm/" target="_blank">Wiesaussieht</a> ist Frank Lübberding insbesondere darüber verwundert, dass die Welt heute immer noch vorrangig unter der Zuhilfenahme von Denkschablonen und Erklärmustern interpretiert werde, die George Kennan 1946 in seinem „Langen Telegramm“ zum Umgang mit (bzw. der Eindämmung) der Sowjetunion eingeführt hatte. Eventuell sei es Zeit für ein neues Telegramm, um den heutigen Gegebenheiten besser gerecht werden zu können. </span></p>
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<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Vielleicht sind die Ordnungsversuche der Blogs – die an <a href="http://blogumschau.de/2014/03/eskalationen-drohungen-und-sanktionen-wie-umgehen-mit-russland/" target="_blank">dieser Stelle</a> schon seit <a href="http://blogumschau.de/2014/03/ukrainisch-russische-retrospektion/" target="_blank">einigen Wochen</a> begleitet werden – und das dort betriebene Aufdecken von Widersprüchen, sowie die Kritik am Einsatz propagandistischer Mittel auf beiden Seiten des Konflikts ein (zumindest kleines) Bausteinchen, um zu einem besseren Verständnis des neuen Ost-West-Konflikts (?!) zu kommen.</span></p>
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