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	<title>Blogumschau &#187; Venedig &#124; Blogumschau</title>
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		<title>Kino und Politik: Das Filmfestival in Venedig</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2014 07:45:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
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		<description><![CDATA[Vom Kino erwartet man zurzeit, da anscheinend permanent von politischen Krisen berichtet wird, dass es auf diese Krisen reagiere. Das Kino soll politisch sein. Das Filmfestival in Venedig entspricht dieser Erwartung in mehrfacher Hinsicht. Politische Filme laufen im Festivalprogramm, und das Festival selbst nimmt ebenfalls auf die Politik Bezug. Zwei <a href=" http://blogumschau.de/2014/09/kino-und-politik-das-filmfestival-in-venedig/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vom Kino erwartet man zurzeit, da anscheinend permanent von politischen Krisen berichtet wird, dass es auf diese Krisen reagiere. Das Kino soll politisch sein. Das Filmfestival in Venedig entspricht dieser Erwartung in mehrfacher Hinsicht. Politische Filme laufen im Festivalprogramm, und das Festival selbst nimmt ebenfalls auf die Politik Bezug.</p>
<p>Zwei unbesetzte Stühle waren in Venedig zu sehen, auf welche die Jury des Filmfestivals ausdrücklich hinwies. Der ukrainische Regisseur Oleg Sentsov ist in Russland in Haft und auch die iranische Regisseurin Mahnaz Mohammadi wurde festgenommen. In einem <a href="http://blogs.faz.net/filmfestival/2014/08/28/verfolgte-diktatoren-demonstranten-filme-moegen-alle-291/" target="_blank">Blog der FAZ </a>folgt Diemtar Dath der Frage, inwieweit die Politik in das Kino und in das Filmfestival von Venedig hineinspiele. Dath denkt über die Widersprüche nach, die entstehen, wenn die Politik in das Kino und in das gesamte Festival hineingetragen wird. Die Jury ehrt mit den beiden leeren Stühlen Menschen, die in ihren Ländern sehr viel riskieren. Doch die Ehrung in Venedig ist mit keinem Risiko verbunden. Es bleibt ein Unterschied, ließe sich sagen, ob ein Film Politik zeigt oder selbst politisch wird.</p>
<p>Oder eben beides, je nachdem, wo darüber diskutiert wird, so wie bei „The Cut“ von Fatih Akin, der in Deutschland mit großen Erwartungen verbunden ist, und der im Wettbewerb um den Goldenen Löwen läuft. „The Cut“ handelt von einem Armenier in der Zeit um den Ersten Weltkrieg. Weil im Film der Völkermord an den Armeniern thematisiert wird, hatten nationalistische Kreise in der Türkei gegen Akins Werk demonstriert. In der Türkei ist dieser Völkermord ein brisantes Thema, das mit einem Tabu belegt ist. <a href="http://sennhausersfilmblog.ch/2014/08/31/the-cut-von-fatih-akin/" target="_blank">Brigitte Häring</a> bespricht den eindrucksvollen Film, der vor allem durch seine Bilder besteche. Sie vermisst allerdings die Wucht und Unmittelbarkeit der früheren Filme von Akin.</p>
<p>Ebenfalls politisch ist „The Look of Silence“ von Joshua Oppenheimer. 2013 wurde Oppenheimers „The Act of Killing“ mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm handelt von brutalen Massakern in Indonesien in den 1960er Jahren. In „The Look of Silence“ kehrt Oppenheimer nach Indonesien und zu seinem Thema der Massaker zurück. Diesmal allerdings zeigt er nicht allein die Täter, sondern konfrontiert sie mit den Nachfahren der ermordeten Opfer. Rüdiger Suchsland schreibt in dem <a href="http://www.negativ-film.de/2014/08/der-geschmack-von-menschenblut-und-osterreich-venedig-blog-2-folge" target="_blank">Blog Negativ</a> über den Film, in dem kaum vorstellbare Grausamkeiten berichtet werden. Der Film sei mühsam und zäh, so Suchsland, und doch sei er besser als sein Vorgänger. „The Look of Silence“ arbeite an der schwierigen Bewältigung des Terrors in Indonesien, was den Film bereits auszeichne.</p>
<p>An „Im Keller“ von Ulrich Seidl findet Suchsland dagegen viel auszusetzen. Der Film zeigt Menschen in ihren eigenen Kellern. Da sind dann Nazi-Devotionalien zu sehen, Hirschgeweihe, und SM-Gerätschaften. Suchsland stört das Gemachte dieser vorgeblichen Dokumentation. Der Film bediene den Voyeurismus, schon der Titel „Im Keller“ erinnere an Natascha Kampusch. Auch <a href="http://sennhausersfilmblog.ch/2014/08/29/venedig-14-im-keller-von-ulrich-seidl/" target="_blank">Brigitte Häring</a> findet die Gemachtheit des Films verstörend. Die Personen lassen sich in ihren Kellern vom Regisseur inszenieren, wie in einem Spielfilm. Sie starren lange in die Kamera oder erzählen emotionslos von ihren Neigungen.</p>
<p>Seidls Film ist in einem engen Sinne nicht politisch, sondern eher zivilisationskritisch. Aber wie die anderen genannten Filme weist er auf die Widersprüche hin, die entstehen, wenn der Film sich der Wirklichkeit stellt. In Oppenheimers Film seien mehrfach Sätze zu hören gewesen, die die Vorbesprechung der einzelnen Szenen deutlich machen, wenn der Regisseur von den gefilmten Menschen angesprochen wird. Und in Akins Film sorgt gerade die historische Realität, nicht die künstlerischen Mittel, für Aufsehen. Politik und Kino: In Venedig wird ein aufregendes Feld bespielt.</p>
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		<title>Wie bauen? Stationen in Berlin, Venedig und Höxter</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2014 07:11:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Weltkulturerbe]]></category>

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		<description><![CDATA[Der öffentliche Raum wird schnell zu einem Streitthema: Wie soll man bauen? Wie soll man mit den alten Häusern und den alten Stadtstrukturen – überhaupt mit der Tradition – umgehen? Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses steht Vielen symbolisch für eine verkehrte Baukultur in Deutschland. Die Pläne, die nun umgesetzt werden, <a href=" http://blogumschau.de/2014/07/wie-bauen-stationen-in-berlin-venedig-und-hoexter/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_402" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/07/Berliner-Stadtschloss.jpg"><img class="wp-image-402 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/07/Berliner-Stadtschloss.jpg" alt="Berliner Stadtschloss" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Berliner Stadtschloss&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>Der öffentliche Raum wird schnell zu einem Streitthema: Wie soll man bauen? Wie soll man mit den alten Häusern und den alten Stadtstrukturen – überhaupt mit der Tradition – umgehen? Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses steht Vielen symbolisch für eine verkehrte Baukultur in Deutschland. Die Pläne, die nun umgesetzt werden, standen von Anfang an in der Kritik – und sie werden noch immer scharf kritisiert. In Berlin wird das Schloss in weiten Teilen rekonstruiert, doch es sind vor allem Fassaden, die dort an den Originalbau erinnern sollen. Das neue „Schloss“, das in Berlin entsteht, spiegelt den prunkvollen Barock vor: Es ist aber weder eine richtige Rekonstruktion, die den alten Entwurf bis in die Details ernst nähme, noch ist es ein mutiger Neu-Entwurf.</p>
<p><a href="http://exportabel.wordpress.com/2014/06/27/architektur-und-dogma-2-begutigende-tradition/" target="_blank">Genova </a>nennt das Stadtschloss kurzum eine Katastrophe. Er wirft einen wütenden Blick auf gerade entstehende Gebäude in Deutschland. Es entstehen zum Beispiel in Neubauvierteln Häuser, die eine Bautradition nur vortäuschen. In der Massenfabrikation werden Elemente, wie Sprossenfenster, hergestellt, die nur noch einen billigen Ersatz für eine verlorengegangene Tradition bieten. Der Bezug zum Material spielt keine Rolle mehr und ebenso wenig bauliche Notwendigkeiten. Es sind allein scheinbare Rückgriffe auf etwas, das aussieht wie „damals“.</p>
<p>Dabei sieht Genova im Osten Deutschlands das Problem noch verstärkt, da in der DDR mutwillig Traditionen, gerade Bautraditionen, abgeschnitten wurden. <a href="http://immaterialist.blogspot.de/2014/06/ganz-kleiner-versuch-uber-eine.html" target="_blank">Diego Castro</a> versucht, parallel dazu, die westdeutsche Ästhetik zu bestimmen. Er kommt dabei teilweise zu ganz ähnlichen Schlüssen. Auch er greift die aktuellen Rekonstruktionen an, bei denen möglichst schnell und billig, historische Gebäude wiedererstehen sollen. Von schlampigen und banalen Surrogaten schreibt Diego Castro. Es werde eine idealisierte Vergangenheit nachgebaut, die es nie gab, und die zudem – ironischerweise – schlecht ausgeführt ist. Im Osten Deutschlands seien nach 1989 zwar zahlreiche historische Innenstädte gerettet worden, doch das Erbe der ostdeutschen Baukultur wurde nach und nach ausgelöscht und durch westdeutsche Industriestandards ersetzt. Hier zeige sich das Problem mit ganzer Schärfe.</p>
<p>Geht es auch anders? Am 28. Juni fand in Deutschland der Tag der Architektur statt. Der <a href="http://www.architektourist.de/2014/06/28/tag-der-architektur-2014-thueringen/" target="_blank">Architektourist </a>zeigt verschiedene Bauten und Bauprojekte, die ganz anders mit der Tradition umgehen. So ist eine Haus-in-Haus-Lösung zu sehen: Ein Gemeindehaus wurde dabei in das Seitenschiff einer Kirche hineingebaut. Auf diese Weise entstanden neue Nutzungsmöglichkeiten, ohne den historischen Kirchenbau von außen zu beeinträchtigen. Und es ist auch ästhetisch keine banale Lösung oder gar ein Täuschungsversuch: Das Haus im Haus ist ein roter, gar nicht historisierender Baukörper.</p>
<p>Auch die Architektur-Biennale in Venedig widmet sich der Frage nach der Tradition und der Moderne. Rem Kohlhaas hat gezielt die Frage nach der Vergangenheit, die Frage nach der Bautradition in den Mittelpunkt gestellt. Auf <a href="http://venedig-ebb.blogspot.de/2014/06/die-biennale-2014-ist-leer.html" target="_blank">Unterwegs in Venedig</a> findet sich ein kleiner Bericht. Kohlhaas versuche unter dem Stichwort „Elements“ die einzelnen Elemente des Bauens in ihrer geschichtlichen Entwicklung zu zeigen, wie zum Beispiel Türklinken. Doch es bleibe leider bei zusammengewürfelten Einzelteilen. Eine Idee des Ganzen erschließe sich nicht in der Zusammenschau der sehr vielen Elemente. Welches Konzept vermittelt sich, wenn man 300 Türklinken gesehen habe? Wie sind die unterschiedlichen Teile zu bewerten? In Erinnerung blieben allein Details, keine übergeordnete Idee.</p>
<p>Auch <a href="http://www.baumeister.de/biennale-v-utopien/" target="_blank">Sabine Schneider</a> ist kritisch mit diesen „Fundamenten“, die Kohlhaas identifizieren wolle: Es fehle der Bezug zu der jeweiligen Kultur. Indem die Elemente abstrahiert dargestellt werden, scheint gerade der wichtigste Aspekt verloren zu gehen. Wer hat die Türklinken benutzt? Wo ist der kulturelle Zusammenhang? Doch das hier wiedergegebene Problem ist auf der Biennale deutlich zu sehen: Wie gehen die Länder mit ihrem kulturellen Erbe um? Vierzig italienische Architekten, die Kohlhaas ausgewählt hat, beschäftigen sich mit dieser Frage. Gerade Italien ist reich an historischen Gebäuden, besitzt eine ungeheure Menge an Kunstschätzen. Der Blick der Architekten ist dabei ernüchternd. Verfallende moderne Betonbauten werden <a href="http://www.baumeister.de/biennalevi-spiegel/" target="_blank">dort gezeigt</a> oder ein Architekt gesteht seine Irrtümer ein, wenn er die Ruine einer Wohnsiedlung zeigt. Sie wurde gebaut, als auf Sardinien ein G8-Gipfel geplant wurde. Doch der fand dann dort gar nicht statt, und so zerfallen nun die Gebäude – ohne dass darüber diskutiert oder die Fehler öffentlich besprochen worden seien.</p>
<p>Ortswechsel: Im ostwestfälischen Höxter freut sich die Museumsleiterin des Kulturkreises Höxter-Corvey, dass das Westwerk und die ehemalige Klosterstadt Corvey nun zum Weltkulturerbe zählen. Die <a href="http://www.die-ostwestfalen.de/staedte/hoexter/reichsabtei-corvey-ist-unesco-weltkulturerbe/" target="_blank">Ostwestfalen</a> erinnern an die Geschichte des Klosters, das von Karl dem Großen gegründet wurde. Vor allem das Westwerk der Klosterkirche, das heißt, der bauliche Abschluss der Kirche nach Westen, gilt als herausragend, da sich aus der karolingischen Zeit kaum vergleichbares erhalten habe. Dieser gewaltige einmalige Bau sei unbedingt zu bewahren.</p>
<p>Corvey wird sicherlich touristisch bedeutsamer werden als es bislang war. Die Menge der Besucher solcher historischer Gebäude weist darauf hin, dass die Bautradition sehr wohl wahrgenommen und geschätzt wird – allerdings, so der Befund der Kritiker, scheinen viele Bauherren daraus die falschen Schlüsse zu ziehen, wenn eine ideale Vergangenheit nur so billig wie möglich zitiert werden soll.</p>
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