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	<title>Blogumschau &#187; Yanis Varoufakis &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Sinn und Unsinn des Referendums in Griechenland</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2015 08:15:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Verhandlungen zwischen den europäischen „Institutionen“ (ehedem „Troika“) bzw. der Euro-Gruppe und der griechischen Regierung um SYRIZA-Chef Alexis Tsipras, ist alles andere als arm an dramatischen Wendungen. Immer wieder wurde in den letzten Wochen das endgültige Scheitern der Gespräche angedroht, dann ging es doch irgendwie weiter, kurz darauf gerieten die <a href=" http://blogumschau.de/2015/07/sinn-und-unsinn-des-referendums-in-griechenland/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verhandlungen zwischen den europäischen „Institutionen“ (ehedem „Troika“) bzw. der Euro-Gruppe und der griechischen Regierung um SYRIZA-Chef Alexis Tsipras, ist alles andere als arm an dramatischen Wendungen. Immer wieder wurde in den letzten Wochen das endgültige Scheitern der Gespräche angedroht, dann ging es doch irgendwie weiter, kurz darauf gerieten die Verhandlungen dann erneut ins Stocken. Griechenland stemmt sich gegen die Weiterführung der bisherigen neoliberalen europäischen Spar-Agenda, von der die maßgeblichen Instanzen der EU jedoch nicht lassen wollen.<br />
Ende letzter Woche gab es dann wieder einen dramatischen Knalleffekt: Tsipras kündigte die Durchführung eines Referendums in Griechenland für den kommenden Sonntag an und brach gleichzeitig die bis dato laufenden Gespräche mit der Euro-Gruppe ab. Die griechische Bevölkerung soll über das jüngste Angebot der Griechenland-Gläubiger abstimmen. Tsipras und sein Finanzminister Yanis Varoufakis werben nun offensiv für ein „Nein“ bei der Abstimmung. Varoufakis kündigte an, er werde von seinem Amt zurücktreten, wenn sich die Mehrheit der Griechen für ein „Ja“ entscheiden sollte. Mal wieder steht viel auf dem Spiel, für SYRIZA, Griechenland und Europa.</p>
<p>Auf seinem <a href="http://yanisvaroufakis.eu/2015/07/01/why-we-recommend-a-no-in-the-referendum-in-6-short-bullet-points/" target="_blank">Blog</a> gibt Varoufakis verschiedene Gründe an, warum die griechische Bevölkerung am Sonntag mit „Nein“ stimmen sollte. So hätten die griechischen Kreditgeber sich geweigert, den Griechen bei der Schuldenreduzierung entgegenzukommen. Stattdessen würden sie versuchen, die Schulden auf die Armen und Ärmsten abzuwälzen. Und das obwohl doch selbst der Internationale Währungsfond (IWF), die USA, viele andere Regierungen und auch diverse unabhängige Ökonomen erkannt hätten, dass die griechischen Schulden restrukturiert werden müssten. Was es bräuchte, sei ein stolzes Griechenland, das im Euro-Raum verbleiben, nun aber „Nein“ sagen müsse, um die griechischen Schulden neu (und mit neuem Selbstbewusstsein) verhandeln zu können.</p>
<p>Das sieht Pavlos Eleftheriadis, der der liberalen griechischen Oppositionspartei „To Potami“ nahesteht, auf <a href="http://britain-europe.com/2015/07/01/greece-voting-for-or-against-europe/" target="_blank">Britain &amp; Europe</a> ganz anders: Das Referendum sei eine Entscheidung für oder gegen Europa bzw. die Europäische Union, für den Euro oder für die Wiedereinführung der Drachme. Ganz egal, was Tsipras und Varoufakis auch intendieren mögen, ein „Nein“ am Sonntag würde von den europäischen Geldgebern als Abwendung von Europa und seinen Institutionen interpretiert werden. Der „Grexit“, also das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro, wäre kaum noch vermeidbar, ebenso das Ausscheiden aus der EU. Chaos drohe.</p>
<p>Auf <a href="http://www.deliberationdaily.de/2015/06/niederlage-der-politik/" target="_blank">Deliberation Daily</a> bemerkt Ariane, dass das Referendum eigentlich völlig unnötig sei. Durch ihren fulminanten Wahlerfolg hätte SYRIZA ein klares politisches Mandat und müsste sich nun keine neuerliche Bestätigung vom Volk holen. Für ihre Gegnerschaft zur Austeritätspolitik sei SYRIZA doch gewählt worden. Diese plötzliche Ansetzung des Referendums sei völlig überstürzt, es sei zudem ja noch nicht einmal klar, wofür oder wogegen man wirklich abstimmen solle. Auch die Euro-Gruppe und die „Institutionen“ stellten sich freilich nicht gerade clever an. Beide Seiten wollen sich um Entscheidungen und die Verantwortung am liebsten drücken und würden so der Politik- bzw. Politikerverdrossenheit der Menschen weiter Vorschub leisten.</p>
<p>Mark Schieritz skizziert auf <a href="http://blog.zeit.de/herdentrieb/2015/07/01/wie-aus-einem-nein-doch-noch-ein-ja-werden-koennte_8533" target="_blank">Herdentrieb</a> eine mögliche Lesart der inneren Logik des angesetzten Referendums. Es sei schon paradox: Am Sonntag solle über etwas abgestimmt werden, das gar nicht mehr auf dem Tisch liege, nämlich das letzte Angebot der Griechenland-Gläubiger. Darum gehe es nämlich, nicht um eine Befürwortung oder Ablehnung der europäischen Austeritätspolitik an sich oder um den Verbleib oder das Ausscheiden aus der Eurozone, wie dies oftmals – auch von der deutschen Regierung – behauptet würde. Möglicherweise tappten die europäischen Gläubiger, die das Referendum in dieser Weise hochstilisiert hätten, in eine von Tsipras und Varoufakis ausgelegte Falle. Letztere könnten dann gestärkt weiterverhandeln.</p>
<p>Das sei schon ganz schön clever, so Frank Lübberding auf <a href="http://www.wiesaussieht.de/2015/07/02/hegel-fuer-syriza/" target="_blank">Wiesaussieht</a>, zumindest dann, wenn SYRIZA dazu in der Lage sei, das eigene Vorgehen hegelianisch durchzudeklinieren. Sie könnte ihr Missfallen gegenüber dem „neoliberalen Weltgeist“ kundtun und zugleich an den Verhandlungstisch zurückkehren, um sogar noch weitere Zugeständnisse zu machen als bisher. Doch ob SYRIZA wirklich derartig am deutschen Philosophen Hegel geschult sei, davon ist Lübberding nicht nachhaltig überzeugt.</p>
<p>Am Sonntag wird es wohl nicht zum endgültigen Showdown kommen, auch wenn ein solcher von verschiedenen Seiten beschworen und von manchen gar herbeigewünscht wird. In jedem Falle wird es spannend zu beobachten, was beide Seiten mit dem Ergebnis des Referendums anzufangen versuchen werden.</p>
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		<title>Alles nur ein Spiel? Die Verhandlungen zwischen der Euro-Gruppe und Griechenland</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Feb 2015 08:16:10 +0000</pubDate>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Rien ne vas plus – nichts geht mehr? Die Verhandlungen zwischen Griechenland und der Euro-Gruppe Anfang dieser Woche in Brüssel wurden ergebnislos abgebrochen. Sie drohen vollends zu scheitern, sollte Griechenland bis Freitag nicht einlenken. Griechenland will das demnächst auslaufende – und mit vielen harten Sparauflagen versehene – EU-Hilfsprogramm (so) nicht fortführen. Es hält die von der sogenannten EU-Troika beförderte neoliberale Austeritätspolitik, die den in die Krise geratenen europäischen Staaten helfen soll wieder auf die Beine zu kommen, für gescheitert und möchte einen anderen Weg gehen. Die Euro-Finanzminister geben sich bisher nur wenig kompromissbereit und pochen – wie etwa Wolfgang Schäuble – auf die Fortführung der eingeleiteten Reformschritte. Steht der „Grexit“, also das Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro, unmittelbar bevor? Und wer ist Schuld am Verhandlungsabbruch zu Beginn dieser Woche?</p>
<p>Mark Schieritz tendiert auf <a href="http://blog.zeit.de/herdentrieb/2015/02/17/wer-ist-schuld-griechengau_8143" target="_blank">Herdentrieb</a> dazu, die EU für das Scheitern der Gespräche verantwortlich zu machen. Demnach kursierten zwei Dokumente während der Brüssler Verhandlungen, die sich in der Wortwahl folgenschwer unterschieden. Der Verlängerung des „current loan agreement“, wie es in einem Entwurf von EU-Währungskommissar Pierre Moscovici zunächst ausgedrückt wurde, hätte Griechenland gesichtswahrend zustimmen können. Dann hätten beide Seiten mehr Zeit gewonnen. Doch diese Vorlage wurde zurückgezogen. In dem daraufhin von den EU-Finanzministern vorgelegten Papier war dann von einer „technical extension of the current programme“ die Rede. Diese Formulierung sei für die neue griechische Regierung nicht hinnehmbar gewesen, so Schieritz, schließlich war die Beendigung des Hilfsprogramms eines der zentralen Wahlkampfthemen Alexis Tsipras’ gewesen.</p>
<p>Auch <a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/2015/02/16/athenae-delenda-est/" target="_blank">Paul Krugman</a> findet, dass Tsipras der (re-) modifizierten Vorlage der Euro-Finanzminister unter keinen Umständen hätte zustimmen können. Er fragt sich, was sich diese wohl mit der Vorlage des Papiers gedacht hätten. Krugman glaubt weniger an ein Missgeschick, als vielmehr daran, dass die Finanzminister an Griechenland ein Exempel für diejenigen EU-Länder statuieren wollen, die sich ebenfalls hinsichtlich der Austeritätspolitik wankelmütig zeigen. Man habe sich entschieden, Griechenland über die Klippe springen zu lassen, so Krugman, um zu verdeutlichen, dass man unter keinen Umständen bereit sei von der eigenen Politik abzuweichen.</p>
<p>In eine ähnliche Richtung argumentiert <a href="http://stuetzle.cc/2015/02/griechenland-naechste-ausfahrt-grexit/trackback/" target="_blank">Ingo Stützle</a>, der von einer „disziplinierenden Politik“ gegenüber Griechenland spricht, die insbesondere von Deutschland vorangetrieben werde. Wenn man Griechenland Zugeständnisse bei der Sparpolitik machen würde, könnte man diese auch anderen EU-Staaten, die ebenfalls schwer von der Finanz- und Wirtschaftskrise gebeutelt wurden, wohl kaum verwehren. Deutschland drohe Griechenland mit dem „Grexit“, um es bei der neoliberalen Stange zu halten – und damit auch alle anderen EU-Staaten, die die Sparpolitik zu kritisieren wagen.<br />
Eigentlich ist ein Ausscheiden eines Staates aus dem Euro rechtlich nicht vorgesehen oder geregelt. Doch was würde passieren, wenn es schlussendlich zum „Grexit“ kommen sollte? Stützle versucht das Szenario durchzuspielen, kommt aber zu dem Schluss, dass die Folgen nicht wirklich absehbar sind. Die USA hätten Lehman Brothers unter ähnlichen Voraussetzungen fallen gelassen. Zumindest die Konsequenzen daraus, sind uns heute bekannt.</p>
<p>Wäre der „Grexit“ mit unabsehbar hohen Kosten für Deutschland verbunden, wie viele argumentieren und muss er deswegen verhindert werden?<br />
<a href="http://www.rolandtichy.de/tichys-einblick/die-7-irrtuemer-der-griechischen-politik/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=die-7-irrtuemer-der-griechischen-politik" target="_blank">Roland Tichy</a> sieht das nicht so. Vor fünf Jahren wäre die Verhinderung des griechischen Ausscheidens aus dem Euro vielleicht noch ökonomisch sinnvoll gewesen, um einer drohenden Finanzkrise vorzubeugen. Heute sei dem nicht mehr so, Griechenland für Deutschland ökonomisch einfach zu unbedeutend. Die 80 Milliarden Euro, die Deutschland bei einem „Grexit“ verloren gingen, seien zwar ärgerlich, fielen aber nicht übermäßig ins Gewicht. Sie wären wohl ohnehin nie zurückgezahlt worden. Tichy rät also zum „Grexit“, auf den sich ohnehin schon die Mehrzahl der Griechen eingestellt hätte, die derzeit ihre Bankkonten leer räumen würden. Befürchten tut Tichy aber viel eher, dass sich Europa von Griechenland erpressen lassen wird und dann insbesondere Deutschland die hohen Folgekosten mehr oder weniger alleine tragen müsste.</p>
<p>Ist das alles vielleicht nur eine Art Spiel? Die Drohung mit dem Ausschluss Griechenlands. Das „rebellische“, geradezu filmreife, Auftreten der neuen griechischen Regierung, die nicht zurückweichen will – und dann vielleicht doch in allerletzter Sekunde Zugeständnisse macht, wie es sich derzeit andeutet. Ein Schauspiel also, für die jeweils eigene – deutsche bzw. griechische – Bevölkerung? Im Moment beherrschen jedenfalls Spielmetaphern die Berichterstattung über die Verhandlungen zwischen Griechenland und der Euro-Gruppe. Da wird „gepokert“, „gereizt“ und „geblufft“. Oder es wird spekuliert, ob eine der Verhandlungsseiten noch „ein Ass im Ärmel“ hat. Dieser Sprachgebrauch ist bei der Beschreibung (politischer) Verhandlungen durchaus üblich.</p>
<p>Dass eines der akademischen Spezialgebiete des neuen griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis ausgerechnet die Spieltheorie ist, die sich mit der Kalkulation von Aus- und Verhandlungssituationen und den dabei zu erwartenden Ergebnissen beschäftigt, passt da für viele gut ins Bild.<br />
Stefan L. Eichner interpretiert auf <a href="http://www.geolitico.de/2015/02/18/das-spiel-des-griechen-varoufakis/" target="_blank">Geolitico</a> Varoufakis’ Verhandlungstaktik vor dem Hintergrund dessen ausgewiesener Kenntnisse der Spieltheorie. Es scheine, als ob Varoufakis ein Spiel initialisiere, dessen Verlauf und Ergebnis er gerade dadurch in die von ihm gewünschte Richtung zu lenken versuche, dass er die Gegenseite im Unklaren über das wirkliche griechische Anliegen lasse. Doch ob das Spiel tatsächlich wie von Varoufakis gewünscht verlaufe und ausgehe, das sei alles andere als gewiss, so Eichner. Den Praxistest habe die Spieltheorie noch nicht bestanden.</p>
<p>Varoufakis selbst merkte in einem aktuellen Beitrag in der „New York Times“ an, dass die Spieltheorie auch ihre Defizite und blinden Flecken habe. Henry Farrell erläutert dies auf <a href="http://www.washingtonpost.com/blogs/monkey-cage/wp/2015/02/16/why-greeces-finance-minister-denies-that-hes-a-game-theorist/" target="_blank">Monkey Cage</a> etwas eingehender und verdeutlicht zugleich, wie schwierig zu kalkulieren politische Verhandlungen oftmals sind.<br />
Man darf auf die nächsten Spielzüge gespannt sein, spätestens am morgigen Freitag müssen sich die Parteien (neu?) positionieren.</p>
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		<title>Der griechische Balanceakt – SYRIZAs Suche nach Verbündeten und die Sonderrolle Deutschlands</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2015 08:30:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der griechische Balanceakt hat begonnen. Schnell hatte sich das siegreich aus den griechischen Parlamentswahlen hervorgegangene „Bündnis der radikalen Linken“ (SYRIZA) auf eine Koalition mit der rechtspopulistischen Partei der „Unabhängigen Griechen“ (ANEL) geeinigt. Das (einzige) verbindende Element der beiden äußerst unterschiedlichen Parteien ist die vehemente Ablehnung der strengen neoliberalen Reform- und <a href=" http://blogumschau.de/2015/02/der-griechische-balanceakt-syrizas-suche-nach-verbuendeten-und-die-sonderrolle-deutschlands/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der griechische Balanceakt hat begonnen. Schnell hatte sich das siegreich aus den griechischen Parlamentswahlen hervorgegangene „Bündnis der radikalen Linken“ (SYRIZA) auf eine Koalition mit der rechtspopulistischen Partei der „Unabhängigen Griechen“ (ANEL) geeinigt. Das (einzige) verbindende Element der beiden äußerst unterschiedlichen Parteien ist die vehemente Ablehnung der strengen neoliberalen Reform- und Austeritätspolitik, die die sogenannte EU-Troika – bestehend aus Vertretern der Europäischen Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank – Griechenland und einigen anderen EU-Staaten auferlegt hatte, die im Zuge der europäischen Wirtschafts- und Finanzkrise massiv in Schieflage geraten waren.<br />
Die Wirksamkeit dieser Rettungspolitik ist höchst umstritten: Während etwa deutsche Regierungspolitiker die harten Sparauflagen und Privatisierungen als alternativlos erachten, um angeschlagene Staaten wieder auf Vordermann zu bringen und „wettbewerbsfähig“ zu machen, finden andere – und darunter auch die neue griechische Regierung –, dass das genau Gegenteil davon eintrete. Die Austeritätspolitik sorge nicht für eine Gesundung, sondern schnüre den Ländern weiter die Luft ab. Yanis Varoufakis, der neue griechische Finanzminister, hatte dem kurz nach der griechischen Regierungsbildung nach Athen gereisten Euro-Gruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem recht unverblümt und selbstbewusst klargemacht, dass Griechenland an einer weiteren Zusammenarbeit mit der Troika nicht interessiert sei. Man wolle nur noch direkt mit den EU-Institutionen und dem Internationalen Währungsfond (IWF) sprechen. Ein Affront. Viele deutsche und Brüsseler Politiker zeigten sich daraufhin verschnupft bis empört.<br />
Nun reisen Varoufakis und der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras durch verschiedene europäische Hauptstädte, um dort über einen anderen Umgang mit den immensen griechischen Schulden zu sprechen und einen Weg zu finden, der das Land wieder zu Atem kommen lässt.</p>
<p>Akis Georgakellos und Harris Mylonas schreiben auf <a href="http://www.washingtonpost.com/blogs/monkey-cage/wp/2015/02/03/hey-alexis-tsipras-you-just-got-elected-prime-minister-of-greece-what-are-you-going-to-do-now/" target="_blank">Monkey Cage</a>, dass der Verhandlungserfolg der neuen griechischen Regierung ganz wesentlich von der politischen Dynamik innerhalb der EU abhänge. Das mächtige Deutschland halte weiter unbeirrt an der bisherigen neoliberalen Austeritätspolitik fest, doch andernorts würden zunehmend Stimmen laut, die deren (weitere) Wirksamkeit bezweifeln. Der französische Präsident Francois Hollande böte sich eventuell als Mittler zwischen den Positionen an, auch Barack Obama sprach jüngst davon, dass Griechenland mehr Wachstum statt weiterer Sparbemühungen bräuchte. Für Tsipras komme es nun darauf an, so Georgakellos und Mylonas, eine funktionierende Allianz der Austeritäts-Skeptiker zu schmieden, die nicht allein aus EU-Kritikern und Oppositionskräften bestehe. Zugleich müsse er nach Innen die an ihn geknüpften hohen Erwartungen zumindest ansatzweise erfüllen – trotz leerer Staatskassen. Beides zusammen sei eine geradezu herkulische Aufgabe.</p>
<p>Eric Bonse sieht auf <a href="http://lostineu.eu/wo-bleibt-der-schwarze-peter/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope%29" target="_blank">Lost in EUrope</a> indes bereits erste Erfolge der Reisebemühungen Tsipras’. Bei seinen bisherigen Stationen auf Zypern, in Italien und Frankreich sei Tsipras durchaus auf Verständnis, Sympathie und Entgegenkommen gestoßen. Auch Jean-Claude Juncker, der Präsident der Europäischen Kommission, dürfte wohl weit weniger abweisend gegenüber Tsipras’ Anliegen sein, als man sich das von deutscher Regierungsseite wünsche, so Bonse. So könnte es durchaus passieren, dass sich Angela Merkel irgendwann ziemlich allein auf weiter Flur wiederfände.</p>
<p>Wie kommt es eigentlich, dass die deutsche Regierung, trotz erkennbarer – teils dramatischer – Fehlentwicklungen und im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Regierungen, unverdrossen am griechischen Spardiktat festhält?<br />
Das fragt sich auch Frank Rose auf <a href="http://fliegende-bretter.blogspot.de/2015/02/michels-selbstbetrug.html" target="_blank">Fliegende Bretter</a>. Er kommt zu dem Schluss, dass Merkel allem Anschein nach registriert habe, dass den meisten Wählern hierzulande die Härte der deutschen Regierung gegenüber Griechenland gut gefalle. Zwar würden so vor allem haltlose und stumpfe Ressentiments vom faulen Griechen und vom fleißigen, sparsamen Deutschen kultiviert, wenn sich darüber aber solide Mehrheiten an der Wahlurne erzielen lassen würden, sei dies Merkel recht.</p>
<p>Auch <a href="http://misik.at/2015/02/syriza-bashing-ein-versuch-den-deutschen-irrsinn-zu-verstehen/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+misik+%28www.misik.at%29" target="_blank">Robert Misik</a> interpretiert Merkel in dieser Hinsicht vor allem als gewiefte Machtpolitikerin. So lange sich an der herrschenden öffentlichen Meinung in Deutschland nichts ändere, werde Merkel nicht von ihrem Kurs abweichen – ganz egal, ob das ökonomisch vernünftig sei oder nicht. Fast niemand – und vor allem nicht die mitregierenden Sozialdemokraten – vermöge es allem Anschein nach in Deutschland, aus dem hegemonialen Diskurs auszubrechen, der den Griechen die alleinige Schuld an ihrem Elend zuweist und in dessen Rahmen das ewige Mantra der „Wettbewerbsfähigkeit“ abgespult wird, für die man eben harte Schnitte in Kauf nehmen müsse. Misik findet das höchst bedenklich.</p>
<p>André Tautenhahn fragt sich auf <a href="http://tautenhahn.blog.de/2015/02/03/radikalen-regieren-berlin-bruessel-20048998/" target="_blank">Écrasez l’infâme</a>, wer denn eigentlich angesichts des Verarmungs- und Verelendungsprogramms, das die EU-Troika Griechenland ohne Rücksicht auf Verluste auferlegt habe, die Radikalen seien: Die (vermeintlichen) Linksradikalen der SYRIZA oder doch eher die Regierenden in Berlin und Brüssel, die dies ganz maßgeblich mitgeplant und mitgetragen hätten?</p>
<p>Dass nun Varoufakis, der heute in Berlin zu Gast ist, Deutschland in einem ZEIT-Interview dazu auffordert, sich selbst als Hegemon zu verstehen, der Verantwortung für andere in der EU übernehmen müsse und zugleich einen Merkel-Plan – in Anlehnung an den Marshallplan, der den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg einleitete – zur Einigung Europas ins Gespräch bringt, ist schon eine bemerkenswerte Volte im griechischen Balanceakt. Man darf auf die Reaktionen der deutschen Regierungsverantwortlichen gespannt sein.</p>
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