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	<title>Blogumschau &#187; ZDF &#124; Blogumschau</title>
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		<title>ZDF in der Kritik: Manipulation und politischer Einfluss</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Jul 2014 07:48:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<description><![CDATA[Das ZDF steht in der Kritik. Zwei ganz unterschiedliche Geschichten werden gerade in den Medien berichtet: Zum Ersten ist da die Manipulation bei der Sendung „Deutschlands Beste“. Wie mittlerweile der Programmdirektor des ZDF einräumte, waren die präsentierten Listen an verschiedenen Stellen manipuliert, sodass beispielsweise Frank-Walter Steinmeier deutlich nach vorne rückte, <a href=" http://blogumschau.de/2014/07/zdf-in-der-kritik-manipulation-und-politischer-einfluss/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das ZDF steht in der Kritik. Zwei ganz unterschiedliche Geschichten werden gerade in den Medien berichtet: <em>Zum Ersten</em> ist da die Manipulation bei der Sendung „Deutschlands Beste“. Wie mittlerweile der Programmdirektor des ZDF einräumte, waren die präsentierten Listen an verschiedenen Stellen manipuliert, sodass beispielsweise Frank-Walter Steinmeier deutlich nach vorne rückte, Wolfgang Schäuble dagegen nach hinten. Vor allem die geladenen Gäste der Sendung machten Plätze gut. <em>Zum Zweiten</em> zieht nun der SPD-Mann Thomas Oppermann in den Fernsehrat des ZDF ein, was umso heftiger auf Kritik stößt, da ein Karlsruher Urteil erst kürzlich entschieden hatte, dass das ZDF in diesem Gremium zu „staatsnah“ besetzt sei.</p>
<p>Das eine hat mit dem anderen unmittelbar überhaupt nichts zu tun. Die Besetzung des Verwaltungsrats betrifft die grundlegende Organisation des Senders. Bei der Manipulation von „Deutschlands Besten“ dagegen haben die Verantwortlichen einer einzelnen Sendung offenbar jede journalistische Gewissenhaftigkeit fahren lassen. Beides könnte auch als Lappalie beiseitegeschoben werden – als gäbe es nichts Wichtigeres –, wenn sich daran nicht grundsätzliche Probleme des öffentlich-rechtlichen Fernsehens zeigen ließen.</p>
<p>Diese Manipulation beweise, so <a href="http://netz-tv.blogspot.de/2014/07/kein-respect-nirgends-zdf-disst-bei.html" target="_blank">Peter Mock</a>, den fehlenden Respekt der ZDF-Verantwortlichen. Der Zuschauer „da draußen“ werde vom ZDF nicht mehr respektiert. Man könnte eben nicht, selbst in einer insgesamt fragwürdigen Sendung mit einer fragwürdigen Umfrage, so mit den Stimmen der Zuschauerinnen und Zuschauern umgehen. Die angekündigten arbeitsrechtlichen Konsequenzen könnten, nach Mock, dieses Problem des fehlenden Respekts kaum beheben.</p>
<p><a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/18387/warum-der-manipulations-skandal-beim-zdf-nur-halb-ueberraschend-ist/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> ist insgesamt nur wenig überrascht von dieser Form der Schönfärberei in den beiden Sendungen zu „Deutschlands Besten“. Eine so plumpe Manipulation hätte Niggemeier zwar nicht erwartet, aber es fügt sich eben in das Bild des Formats. Die gesamte Sendung sei eine einzige „Lobhudelei“ gewesen, wenn beispielsweise Franz Beckenbauer zur „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“ erklärt werde. Dann verwundere es kaum noch, wenn die Liste noch etwas angepasst werde – der geladene Franz Beckenbauer machte einen Sprung von Platz 31 auf Platz 9. Die gelisteten Personen, so Niggemeier, wurden nicht in ihren Leistungen gewürdigt, sondern es gab nur „blinde blöde Verklärung“. Die Manipulation legt dieses Problem nun bloß.</p>
<p>Mit Journalismus hat eine solche Sendung offenbar kaum etwas zu tun. Und unter anderem dieses Problem hat<a href="http://www.sprengsatz.de/?p=4150" target="_blank"> Michael Spreng</a> mit der Wahl Oppermanns in den Verwaltungsrat des ZDF. Er fragt, was Oppermann denn auszeichne, ob er ein Experte für Journalismus sei oder für Unterhaltungssendungen? Spreng sieht den einzigen stichhaltigen Grund für die Entsendung Oppermanns darin, dass er den Einfluss der SPD bzw. der Großen Koalition beim ZDF sichern könne.</p>
<p>Auch <a href="http://www.ruhrbarone.de/staatsferne-so-nah-der-neue-zdf-rundfunkrat/83573#more-83573" target="_blank">Ulrike Maerkel</a> ist enttäuscht, dass hier ein Politiker und kein Medienfachmann benannt wurde. Damit verschwinde der Glaube daran, die Politik wolle wirklich mit dem Urteil aus Karlsruhe Ernst machen und den Einfluss der Politik auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verringern. Und dann schreibt Maerkel ebenfalls vom fehlenden Respekt vor den Fernsehzuschauerinnen und -zuschauern.</p>
<p>Die Rundfunkgebühren sollten die Sender eigentlich in beide Richtungen absichern und Unabhängigkeit garantieren: Unabhängigkeit vom Quoten- und Erfolgsdruck, aber auch Unabhängigkeit von politischer oder anderer Einflussnahme. Vor allem hierauf, auf diesen zweiten Punkt, werfen die aktuellen Berichte in den Blogs ein grelles Licht. – Der Quotendruck der öffentlich-rechtlichen Sender, freilich, ist noch eine weitere Geschichte.</p>
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		<title>Das Ende von „Wetten Dass“ oder das Ende des Fernsehens?</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/04/das-ende-von-wetten-dass-oder-das-ende-des-fernsehens/</link>
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		<pubDate>Sat, 12 Apr 2014 07:20:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Panorama]]></category>
		<category><![CDATA[Dominik Graf]]></category>
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		<description><![CDATA[„Wetten Dass“ wird abgesetzt. Diese Nachricht wurde landauf, landab gesendet. Das Flaggschiff des ZDF wird versenkt; die letzte große Abendunterhaltungsshow am Ende. Das Fernsehen bewegt also noch immer die Menschen, oder besser gesagt, es scheint so, dass zumindest das Thema „Fernsehen“ die Menschen bewegt – ob sie schauen oder nicht, <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/das-ende-von-wetten-dass-oder-das-ende-des-fernsehens/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Wetten Dass“ wird abgesetzt. Diese Nachricht wurde landauf, landab gesendet. Das Flaggschiff des ZDF wird versenkt; die letzte große Abendunterhaltungsshow am Ende. Das Fernsehen bewegt also noch immer die Menschen, oder besser gesagt, es scheint so, dass zumindest das Thema „Fernsehen“ die Menschen bewegt – ob sie schauen oder nicht, sie berichten und reden darüber.</p>
<p>Wie intensiv darüber berichtet wurde, ist auf dem Blog <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.de/2014/04/wetten-dass-195-000-menschenleben.html" target="_blank">Die Wahrheit über die Wahrheit </a>festgehalten: Insgesamt 13 Artikel auf Spiegel Online zum Aus der Sendung innerhalb von zwei Tagen sind dort verzeichnet. Damit liegt die mediale Aufmerksamkeit dieses Ereignisses bei Spiegel Online immerhin in den Regionen des Tsunamis im Indischen Ozean 2004.</p>
<p>Warum diese mediale Aufgeregtheit? Vermutlich trifft auf Viele etwas zu, was <a href="http://xander81.wordpress.com/2014/04/08/tot-mit-33/#more-13077" target="_blank">Xander </a>für sich selbst feststellt: Das Ende von „Wetten Dass“ sei wie der Tod der Kindheit. Denn vor allem Kindheitserinnerungen prägen die ‚Erinnerung‘ an „Wetten Dass“. Wenn die Sendung nun bald endet, ist eben ein Faden abgeschnitten, der von der Kindheit bis in die Gegenwart reichte – gleichgültig, ob man die Sendung noch sah oder nicht.</p>
<p>Die Gründe für das Aus werden in den Blogs kaum, was ja nahegelegen hätte, bei Markus Lanz gesucht. Auch das ZDF sprach vor allem von ‚veränderten Sehgewohnheiten‘. <a href="http://manuelsimbuerger.wordpress.com/2014/04/09/wetten-dass-nicht-immer-war-alles-schlecht/" target="_blank">Manuel Simbuerger</a> schreibt von einer verblassenden Anziehungskraft der Sendung; weniger Stars, langweilige Wetten und eben auch der blasse Markus Lanz. Simbuerger würdigt die Sendung mit zahlreichen eingestellten Filmausschnitten. Irrtierenderweise erscheint die Sendung damit plötzlich gar nicht antiquiert, denn die vielen kleinen Ausschnitte funktionieren; sie funktionieren so, wie es eben gute YouTube-Videos tun: Eine knappe Pointe, die ‚echt‘ ist, die sich ergibt aus einer Situation, wie eine schlagfertige Inge Meisel beispielsweise.</p>
<p><a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/929760.welchem-anspruch-dient-der-traktor-auf-vier-rohen-eiern.html" target="_blank">Roberto de Lapunte</a> will die veränderten Sehgewohnheiten so nicht gelten lassen. Es sei eine Entscheidung der Quote. Die Quoten fielen zuletzt stark, damit greifen die Gesetze des Marktes. Was keinen Erfolg hat, wird abgesetzt. Und für die gefallene Quote wird anschließend ein Grund zurechtgezimmert: Die Quoten fielen, so lässt sich ergänzen, weil die Sehgewohnheiten sich verändert haben. Warum aber muss sich das ZDF an der Quote orientieren, fragt de Lapuente. Sollten die Rundfunkabgaben nicht genau diese Logik außer Kraft setzen? Nun will de Lapuente gar nicht sein „Wetten Dass“ zurück, er ist bloß irritiert, weil diese Marktlogik offenbar weitgehend akzeptiert wird; sich also über die Begründungen des ZDF niemand wundert.</p>
<p>In diesen Zusammenhang lässt sich die Dokumentation „Es werde Stadt“, die kürzlich lief und die im Juni noch einmal ausgestrahlt wird, von Dominik Graf und Martin Farkas, einordnen. Sebastian Schubert schreibt im <a href="http://magazin-des-gluecks.blogspot.de/2014/04/damals-im-fernsehen.html" target="_blank">Magazin des Glücks</a>, wie der Film die These entwickle, dass die Einführung des kommerziellen Fernsehens politisch gewollt gewesen sei, was eben zu einem umkämpften Markt führte und – ebenfalls einkalkuliert – zum Ende des aufklärerischen Fernsehens. De Lapuente nennt seinen Artikel bezeichnend: „Welchem Anspruch dient der Traktor auf vier rohen Eiern?“ Fast wie Hohn klingt da der Glaube, an ein Medium „zur Verbesserung der Welt“, den Graf – trotz allem – nicht aufgeben wolle.</p>
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		<title>Akif Pirinçci: Skandale, wohin man blickt</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Apr 2014 12:53:47 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Akif Pirinçci hat einen Bestseller geschrieben: „Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer.“ In seinem Buch wütet Pirinçci gegen das, was man den ‚linken Mainstream‘ nennen könnte: gegen die Homosexuellen-Ehe, gegen den Feminismus und gegen einen scheinbaren Kult um Zuwanderer, den er wahrnehme. Das Buch wird <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/akif-pirincci-skandale-wohin-man-blickt/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Akif Pirinçci hat einen Bestseller geschrieben: „Deutschland von Sinnen. Der irre Kult um Frauen, Homosexuelle und Zuwanderer.“ In seinem Buch wütet Pirinçci gegen das, was man den ‚linken Mainstream‘ nennen könnte: gegen die Homosexuellen-Ehe, gegen den Feminismus und gegen einen scheinbaren Kult um Zuwanderer, den er wahrnehme. Das Buch wird gerade zu einem Skandal-Bestseller, bei Amazon auf Platz Eins der Bestsellerliste!</p>
<p>Menschenverachtung wird Pirinçci aufgrund seiner Ausführungen vorgeworfen. Doch der Skandal geht längst weiter: Pirinçci wurde vom ZDF Mittagsmagazin eingeladen, und wieder polemisierte er in einem scharfen Ton, zum Beispiel gegen die „rot-grün versiffte Politik“. Der nächste Skandal also. Und es ging noch weiter: Das ZDF veröffentlichte zunächst das Mittagsmagazin in der Mediathek ohne dieses Interview, dann, nach Protesten, gekürzt. Eine Äußerung Pirinçcis über die Grünen als „Kindersex-Partei“ sei möglicherweise justiziabel und wurde deshalb herausgeschnitten. Das passte nun ins Bild eines öffentlich-rechtlichen <a href="http://blogumschau.de/2014/03/oeffentlich-rechtlicher-sender-staatsvertrag-des-zdf-ist-verfassungswidrig/">„Staatsfernsehens“</a>, was wiederum einen Skandal auslöste.</p>
<p>Auf dem Blog <a href="http://konjunktion.info/2014/04/zensur-im-zdf-unbequemer-akif-pirincci-wegzensiert/" target="_blank">Konjunktion </a>wurde dieser Vorgang als Zensur gebrandmarkt. Das ZDF sei weder „Qualitätsmedium“ noch ein unabhängig berichtender Sender, sondern zeige sich als ein Organ, das einer gesellschaftlichen Elite das Wort rede. Zwar sei es, so ist es auf Konjunktion zu lesen, längst bekannt, dass das ZDF bestimmte Gegenmeinungen zum Mainstream nicht zur Geltung kommen lasse, doch diese ‚Zensur‘ sei dennoch ein ungeheuerlicher Vorgang. Irritierend sei der ganze Vorgang zudem, da kaum zu erwarten war, dass Pirinçci nun im Interview plötzlich andere Standpunkte vertreten würde, seine Ansichten und seine Form der Polemik waren durch das Buch ja bekannt.</p>
<p>Das legt die Unfähigkeit einiger Handelnder des ZDF in dieser Sache nahe. Dem geht vor allem <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/hammerharte-zensur-zdf-geht-hassprediger-pirinci-auf-den-leim/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> nach. Niggemeier will den Begriff ‚Zensur‘ nicht gelten lassen, sondern versucht in einer ausführlichen Analyse zu zeigen, wie Susanne Conrad, die das Gespräch mit Pirinçci führte, an dieser Aufgabe vollständig scheiterte. Sie stelle sich, so Niggemeier, überhaupt nicht der Diskussion, trete ihm gar nicht entgegen, sondern Pirinçci werde wie ein „possierliches Tier“ behandelt. Seine Aussagen bleiben deshalb unwidersprochen, seine Polemiken werden nicht kritisiert. Im Grunde betreibe das ZDF damit Werbung für das Buch, denn das Ergebnis des kleinen Gesprächs war: Pirinçci sei politisch unkorrekt – und dort, wo ‚political correctness‘ ein Schimpfwort ist, gibt es keine bessere Werbung.</p>
<p>Das Buch selbst kommt bei diesem Fernsehskandal kaum noch vor. Die Stimmung ist aufgeladen: Hetze, der Vorwurf von der einen Seite; Zensur, der Vorwurf von der anderen. Um eine sachgerechte Kritik bemüht sich Markus Vahlefeld auf der <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/der_poet_fuer_das_derbe" target="_blank">Achse des Guten</a> – wo Pirinçci auch schon selbst veröffentlich hat. Vahlefeld will zeigen, dass hier kein Hassprediger am Werk sei, kein Menschenverächter, sondern ein Schriftsteller, der Deutschland liebe. Seine wütenden Ausbrüche seien nur ein Teil des gesamten Puzzles. Daneben stehe ein ernstes Pathos, eine Leidenschaft. Da schreibe beispielsweise niemand, der die Frauen hasst, sondern dem die Lüge verhasst sei, dass das Geschlecht nur anerzogen ist, weil er sehe, welches Leid dies in die Familien bringen könne. Der Ton allerdings sei gewöhnungsbedürftig, Pirinçci lasse mal einen zornigen Gott sprechen und manchmal einen komischen Clown.</p>
<p><a href="http://blogs.taz.de/reptilienfonds/2014/04/06/mr-pirincci-tear-down-this-joke/" target="_blank">Jakob Hein</a> auf einem Blog der taz dagegen bittet Pirinçci – ironisch – diesen ganzen Scherz zurückzunehmen. Er habe nun das ZDF lächerlich gemacht, und die Linken seien in Rage. Nun sei es Zeit, den Witz einzugestehen, die Satire zuzugeben. Denn das Buch sorge für eine üble Stimmung, könne ein Nährboden für Ressentiments werden. Schon jetzt freuten sich die Rechten. Die Wut des Buches wäre demnach nicht unschuldig.</p>
<p>Nach Thilo Sarrazins Skandal-Büchern wird also erneut diskutiert, wie weit Kritik und Polemik gehen dürfen. Wann wird aus Polemik Hetze? Und vor allem die Rolle der Medien, die Meinungsfreiheit – oder zu behaupten, diese werde unterdrückt – sind Themen, die offenbar derzeit viele bewegen!</p>
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		<title>Öffentlich-rechtlicher Sender? Staatsvertrag des ZDF ist verfassungswidrig!</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Mar 2014 06:31:06 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[2009 übten einige Politiker der Unionsparteien, insbesondere Roland Koch, der ehemalige hessische Ministerpräsident, Druck aus: Der Vertrag von Nikolaus Brender, damals Chefredakteur des ZDF, sollte auf keinen Fall verlängert werden. Der Plan ging auf, Brender musste das ZDF verlassen. Das sorgte für einen Eklat, und von vielen Seiten wurde eine <a href=" http://blogumschau.de/2014/03/oeffentlich-rechtlicher-sender-staatsvertrag-des-zdf-ist-verfassungswidrig/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>2009 übten einige Politiker der Unionsparteien, insbesondere Roland Koch, der ehemalige hessische Ministerpräsident, Druck aus: Der Vertrag von Nikolaus Brender, damals Chefredakteur des ZDF, sollte auf keinen Fall verlängert werden. Der Plan ging auf, Brender musste das ZDF verlassen. Das sorgte für einen Eklat, und von vielen Seiten wurde eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrages gefordert. Diese Änderung wird es 2015 geben, dafür hat das aktuelle Urteil der Karlsruher Richter gesorgt.</p>
<p>Zurzeit sitzen im Verwaltungs- und Fernsehrat des ZDF viele Politiker und ‚staatsnahe Personen‘. Die meisten dürfen auch bleiben, eine Quote von maximal 33 Prozent wird nun per Gesetz vorgeschrieben. Die anderen Mitglieder können aber nicht mehr, wie es bislang üblich war, von den Ministerpräsidenten der Länder bestimmt werden. Die öffentlich-rechtlichen Sender, so die Karlsruher Richter, dürften „nicht zum Staatsfunk werden“. Doch in den Blogs herrscht weitgehende Einigkeit darin, dass die Änderungen nicht weit genug gehen. Die Verflechtungen der öffentlich-rechtlichen Sender mit der Politik sind nach wie vor ein Thema, das viele bewegt.</p>
<p>Michael Spreng schreibt auf seinem Blog <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=4130" target="_blank">sprengsatz</a>, das Urteil werde nicht zu mehr journalistischer Unabhängigkeit führen, es sei zu halbherzig. Nur ein Richter, Andreas Paulus, forderte eine weitgehende Freiheit der Aufsichtsgremien von Staatsvertretern. Die Politik gibt zwar Einfluss ab, allerdings nur einen kleinen Teil. Zudem seien die alten Seilschaften zu stark, als dass nun eine spürbare Veränderung eintreten könnte.</p>
<p>Zu einem differenzierten Urteil kommt Sophie-Charlotte Lenski auf dem <a href="http://www.verfassungsblog.de/de/der-lange-schatten-von-art-21-gg-staatsferne-staatsfreiheit-und-machterhalt-im-zdf-staatsvertrag/#.UzM8Clc4Bws" target="_blank">Verfassungsblog</a>. Vor allem für die Parteien sei das Urteil von Bedeutung: Diese nehmen eine Zwischenstellung zwischen Gesellschaft und Staat ein. Das heißt, sie wären insofern, der Funktion nach, die richtigen im Aufsichtsrat als Vertreter der gesellschaftlichen Interessen. Allerdings könnten die Politiker das Fernsehen für ihren Machterhalt missbrauchen. Die führenden Personen der Parteien seien also nicht mehr in der Lage in den Aufsichtsgremien die Gesellschaft zu repräsentieren, so das Urteil. Doch wer tritt an deren Stelle? Wer soll nun Sachwalter der Gesellschaft sein? Hier fehle ein gesellschaftliches Instrument, das diese Aufgabe erfüllen könne.</p>
<p>Obwohl sich die Zusammensetzung in den Gremien bald ändere, das Programm des ZDF werde dadurch wohl kaum beeinflusst, mutmaßt auch Lenski. Die wichtigere Frage wäre für sie, was die Aufsichtsräte überhaupt noch beaufsichtigen; inwieweit Einfluss überhaupt noch genommen werden kann, wenn die meisten Inhalte von privaten Firmen angekauft werden. Hier hätte die Justiz ebenfalls ansetzen können. Doch die Qualitätsdebatte spielte in diesem Zusammenhang keine Rolle.</p>
<p>Dabei ist die Kritik an den öffentlich-rechtlichen Sendern längst ein immer wiederkehrender Topos. <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/jan-boehmermanns-traum-und-muehe-ein-besuch-beim-neo-magazin/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a>, der gerade Jan Böhmermann und sein „Neo Magazin“ porträtiert hat, lässt es durchblicken: Es ist absurd, dass dessen Sendung auf ZDFneo ausgestrahlt werde und keinen Sendeplatz im ZDF bekommt. Das ZDF gilt als alt, konservativ, träge – und politisch beeinflusst.</p>
<p>Das Urteil aus Karlsruhe begrenzt den politischen Einfluss ein wenig, wird jedoch (vorerst) nicht dazu führen, dass die Gesellschaft stärkeren Einfluss auf das Programm nehmen kann. Indem einige Personen ausgetauscht werden, verändert sich kaum etwas, solange dieses strukturelle Problem bestehen bleibt.</p>
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