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	<title>Blogumschau &#187; Conchita Wurst &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>ESC 2015: Große Show, viel Politik und Deutschland ohne Punkte</title>
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		<pubDate>Tue, 26 May 2015 10:19:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[cwiebe]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Conchita Wurst]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[European Song Contest]]></category>
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		<description><![CDATA[Beim Finale des Eurovision Songcontest, das am vergangenen Samstag in Wien stattfand, gewann der Song „Heroes“, interpretiert vom Schweden Måns Zelmerlöw. Während der langwierigen Bekanntgabe der Voting-Ergebnisse aller teilnehmenden europäischen Staaten kristallisierten sich bald zwei Favoriten heraus: der schwedische und der russische Beitrag. Der deutsche und der österreichische Beitrag dagegen <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/esc-2015-grosse-show-viel-politik-und-deutschland-ohne-punkte/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Finale des Eurovision Songcontest, das am vergangenen Samstag in Wien stattfand, gewann der Song „Heroes“, interpretiert vom Schweden Måns Zelmerlöw. Während der langwierigen Bekanntgabe der Voting-Ergebnisse aller teilnehmenden europäischen Staaten kristallisierten sich bald zwei Favoriten heraus: der schwedische und der russische Beitrag. Der deutsche und der österreichische Beitrag dagegen fanden sich am Ende des Teilnehmerfeldes wieder, beide Lieder konnten keinen einzigen Punkt gewinnen.</p>
<p>Am Ende stehen die Freude der Sieger und der – teilweise überraschend – oben Platzierten und die Enttäuschung der Verlierer. Und es folgen die Interpretationen, weshalb denn dieser Song so viele Stimmen gewinnen konnte, jener dagegen so wenige. Auf dem <a href="http://blog.prinz.de/grand-prix/esc-voting-2015-wer-mochte-ann-sophie/" target="_blank">Blog des Magazins Prinz</a> ist die Wertung für Ann Sophie, der deutschen Interpretin, genau aufgeschlüsselt. Demnach sei sie einige Male knapp an einem Punkt vorbeigeschrammt, vier elfte und vier zwölfte Plätze erlangte die deutsche Sängerin, was gerade nicht für einen Punktgewinn reichte, denn nur die besten zehn Platzierungen werden mit Punkten belohnt. Vor allem die Juroren, die die Lieder und Performances bewerten, straften Ann Sophie nicht ab, im Gegenteil, erreichte sie hier sogar einige gute Wertungen. Die Kombination der Zuschauervotings mit den Juryvotings jedoch ergab eben in keinem einzigen Land ein Platz unter den besten zehn – am Lied und an der Performance, so ist auf dem Prinz-Blog zu lesen, lag das aber nicht.</p>
<p>Dem widerspricht <a href="http://lobster53.blogspot.de/2015/05/esc-2015-in-wien-und-am-ende-schlief.html" target="_blank">lobster53</a>, der den deutschen Beitrag als allzu mittelmäßig beurteilt. Und er erinnert an den Beitrag „Paradies, wo bist du?“ von Ulla Wiesner aus dem Jahr 1965, genau vor 50 Jahren, der ebenfalls keinen einzigen Punkt erhalten hatte. „Schrott“, so seine harsche Bewertung.</p>
<p><a href="https://pedwblog.wordpress.com/2015/05/24/350/" target="_blank">Peter B. Heim</a> dagegen mutmaßt, dass vielleicht die deutsche Sparpolitik der Grund sein könnte, weshalb der deutsche Beitrag – vor allem von den Zuschauerinnen und Zuschauern – abgestraft wurde. Dann würde das Musikalische gegenüber der Politik zurücktreten. Das Musikalische, so Heim, sei sowieso beim diesjährigen ESC in den Hintergrund gedrängt worden, das Visuelle, die Show, die Bilder hätten alles andere ausgestochen.</p>
<p>Im letzten Jahr gewann Conchita Wurst den Wettbewerb, was vielerorts als Signal für ein offenes, tolerantes Europa gewertet wurde. Die Politik spielte auch hier in den Songcontest hinein, woran Luise auf<a href="http://luiseblaettertauf.blogspot.de/2015/05/der-eurovision-song-contest-ein.html" target="_blank"> ihrem Blog</a> erinnert. Jetzt sorgten vor allem die schlechte Platzierung des deutschen Beitrags und der zweite Platz von Polina Gagarina für Diskussionsstoff. Wie soll dieser zweite Platz des russischen Beitrags eingeordnet werden? Luise erkennt darin auch eine Kritik an Putins Politik. Was hätte ein erster Platz also bedeutet? Beide Interpretationen sind denkbar: Dass die Musik sich über die politischen Spannungen hinwegsetzt oder ein Triumph für „Russland“.</p>
<p>Im Vorfeld hatten jedenfalls verschiedene deutsche Medien aus politischen Motiven den russischen Beitrag diskreditiert. Der Journalist <a href="https://guidograndt.wordpress.com/2015/05/26/wegen-stern-focus-anderer-hetzpresse-ich-schame-mich-deutscher-journalist-zu-sein/" target="_blank">Guido Grandt</a> zitiert beispielsweise aus dem Stern und der Süddeutschen Zeitung, um zu zeigen, wie gerade durch eine Verbindung des Liedes zur derzeitigen russischen Politik das Lied „A Million Voices“ als russische Propaganda erscheinen sollte. Ganz zu Unrecht, argumentiert Grandt. Die „Versöhnungshymne“ sei doch genau das, was die Menschen in Europa derzeit brauchen.</p>
<p>Die Gräben sind jedenfalls, das zeigt der Eurovision Songcontest, tief, sowohl zwischen den agierenden politischen Mächten als auch zwischen denen, die das politische Geschehen beobachten und bewerten. Und ironischerweise lässt sich dies gerade an einem Beitrag aus Russland über die gemeinsam singenden „Million Voices“ besonders deutlich ablesen.</p>
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		<title>Welche Euro-Vision? Conchita Wurst und das europäische Selbstverständnis</title>
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		<pubDate>Fri, 16 May 2014 07:24:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Conchita Wurst]]></category>
		<category><![CDATA[Europäische Identität]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
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		<description><![CDATA[&#160; Europa erweist sich als Kontinent der Toleranz und Liberalität. – Europa ist dem Untergang geweiht. Zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich die Reaktionen auf den Sieg der österreichischen Sängerin und Dragqueen Conchita Wurst beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) im dänischen Kopenhagen. Im glitzernden Abendkleid und mit markantem Vollbart <a href=" http://blogumschau.de/2014/05/welche-euro-vision-conchita-wurst-und-das-europaeische-selbstverstaendnis/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_301" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/05/Der-Wurst-und-das-Wurst.-2.jpg"><img class="wp-image-301 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/05/Der-Wurst-und-das-Wurst.-2.jpg" alt="&quot;Der Wurst und das Wurst&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Der Wurst und das Wurst&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Europa erweist sich als Kontinent der Toleranz und Liberalität.<br />
–<br />
Europa ist dem Untergang geweiht.</p>
<p>Zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich die Reaktionen auf den Sieg der österreichischen Sängerin und Dragqueen Conchita Wurst beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) im dänischen Kopenhagen. Im glitzernden Abendkleid und mit markantem Vollbart hatte Wurst – die mit bürgerlichem Namen Thomas Neuwirth heißt – für ihren Beitrag „Rise like a Phoenix“ die mit Abstand meisten Stimmen aus ganz Europa auf sich vereint. Während die einen die europaweite Zustimmung für einen Mann in Frauenkleidern und mit Bart als endgültigen Nachweis für ein weltoffenes, antidiskriminatorisches Europa interpretierten, das offen für ganz unterschiedliche Identitäts- und Lebensentwürfe sei, schlugen konservative Stimmen ganz andere Töne an: Der stellvertretende russische Ministerpräsident Dmitri Rogosin twitterte etwa spöttisch, die Anhänger der europäischen Integration könnten nun sehen, was sie letztendlich erwarte, nämlich „ein Mädchen mit Bart“. Noch weiter ging der russische Rechtspopulist Wladimir Schirinowski, der nicht nur seiner tiefen Empörung angesichts des Siegs von Wurst Ausdruck verlieh, sondern zugleich auch Europas Ende prophezeite.<br />
Der Auftritt Wursts initiierte eine muntere und kontrovers geführte Debatte über (die Grenzen der) Toleranz und auch über ein europäisches Selbstverständnis.</p>
<p>Frank Lübberding interpretiert den ESC-Sieg Wursts auf <a href="http://www.wiesaussieht.de/2014/05/12/ich-glaube-es-ist-der-bart/" target="_blank">Wiesaussieht</a> als bedeutendstes kulturelles Ereignis des Jahres. Wurst habe das geschafft, was anderen Kulturprodukten – seien es nun Romane, Bilder oder Theateraufführungen – in Zeiten der Postmoderne meistens versagt bliebe: zu irritieren, Fragen aufzuwerfen, eine breite Debatte auszulösen. Dass es alleine die ästhetische Provokation des Wurst’schen Bartes vermochte, diese Reaktionen auszulösen, und dass der Auftritt dann ganz vorwiegend politisch gedeutet worden sei, stelle dem restlichen Kulturbetrieb zugleich aber kein gutes Zeugnis aus.</p>
<p>Geradezu angeekelt und fassungslos ließ Elisabeth Hartung die Darbietung Wursts zurück. In einem Gastbeitrag auf dem Blog <a href="http://conservo.wordpress.com/2014/05/12/samstagabend-esc-eine-wurst-wird-zum-star-gemacht/" target="_blank">Conservo</a> kritisiert sie den Auftritt als pure Provokation. Einen Mann in Frauenkleidern könnte sie vielleicht noch tolerieren, doch die öffentliche Zurschaustellung des Barts sei des Guten eindeutig zu viel. Hartung sieht einen &#8220;Genderwahn&#8221; am Werke und moniert, dass Anstand und Moral und auch die Unterscheidung zwischen „normal“ und „unnormal“ einfach leichtfertig der Einschaltquote geopfert würden.</p>
<p>Der <a href="http://lindwurm.wordpress.com/2014/05/11/eine-wurst-gegen-intoleranz/" target="_blank">Lindwurm</a> feiert hingegen den Sieg Wursts als ein Symbol für Toleranz, Vielfalt und Lebensfreude. Insbesondere die jungen Europäer hätten sich so eindeutig <em>gegen</em> Ausgrenzung, Diskriminierung und eine übermäßige Uniformität und <em>für</em> Individualität, Andersartigkeit und (positive) Abweichung ausgesprochen. Gewertet wird das gesamteuropäische Abstimmungsverhalten als ein bedeutsames Fanal gegen den derzeit in vielen verschiedenen Gesellschaften zu beobachtenden kulturkonservativen bzw. reaktionären Backlash, in dessen Zuge die Angst vor Andersartigkeit geschürt und übersteigert werde. Die Akzeptanz von Andersartigkeit könnte zum vereinenden kulturellen Kern einer europäischen Wertegemeinschaft werden.</p>
<p>Auf die allzu übertriebenen positiven Hoffnungen, die an den ESC-Sieg Wursts geknüpft wurden, antwortet Jörg Wellbrock auf dem <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/129390/esc-europa-hat-das-ende-der-homophobie-beschlossen" target="_blank">Spiegelfechter</a> mit einem satirischen Text. Äußerst trocken verkündet er, Homophobie würde direkt nach dem ESC-Finale wohl offiziell und europaweit für abgeschafft erklärt. Den satirischen Text von Wellbrock nimmt Ariane auf <a href="http://www.deliberationdaily.de/2014/05/homophobie-ist-kein-pickel/#more-1679" target="_blank">deliberationdaily</a> zum Anlass festzustellen, dass Homophobie natürlich keine Kleinigkeit sei, die mal eben so beseitigt werden könnte. Dennoch zähle das positive Signal, das Wursts Sieg ausgesandt habe. Sehr viele Menschen seien gegen die Benachteiligung oder Ausgrenzung aufgrund der sexuellen Orientierung.</p>
<p>Der Auftritt und der Sieg Wursts beim ESC provozierte eine Debatte über Toleranz, Liberalität und europäische Selbstbilder und darüber, welche Werte Europas Bevölkerung teilt bzw. teilen sollte. Ob dies nun übertrieben ist oder nicht, sei dahingestellt. Dass es in Zeiten eines nur äußerst schleppend verlaufenden <a href="http://blogumschau.de/2014/04/europawahlen-wen-interessierts/" target="_blank">Europawahlkampfes</a>, der auch um die Leerstelle einer nicht oder nur kaum vorhandenen positiven Vision Europas zu kreisen scheint, nun zumindest zu einer Debatte über ein europäisches Selbstverständnis kommt, muss dann doch als positives Zeichen gewertet werden.</p>
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