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	<title>Blogumschau &#187; Kino &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Cannes 2015: „Mad Max“, „Son of Saul“ und „La tête haute“</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2015 08:16:13 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In Cannes findet gerade das bedeutende Filmfestival statt. Die internationalen Stars der Filmbranche zeigen sich auf dem roten Teppich, glamouröse Partys werden gefeiert, Galas gegeben und ganz unterschiedliche Filme ringen um die begehrten Auszeichnungen. Eröffnet wurden die Filmfestspiele von dem Film „La tête haute“ der Regisseurin Emmanuelle Bercot. Dass eine <a href=" http://blogumschau.de/2015/05/cannes-2015-mad-max-son-of-saul-und-la-tete-haute/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In Cannes findet gerade das bedeutende Filmfestival statt. Die internationalen Stars der Filmbranche zeigen sich auf dem roten Teppich, glamouröse Partys werden gefeiert, Galas gegeben und ganz unterschiedliche Filme ringen um die begehrten Auszeichnungen.</p>
<p>Eröffnet wurden die Filmfestspiele von dem Film „La tête haute“ der Regisseurin Emmanuelle Bercot. Dass eine Regisseurin, also eine Frau, das Filmfestival eröffnen darf, ist bedeutsam. Denn gerade in „Cannes“ wird immer wieder der vermeintliche Sexismus der Branche zum Thema. Cutrin schreibt für <a href="http://www.filmosophie.com/la-tete-haute-wenn-ein-film-ein-diskussionsbeitrag-sein-will/" target="_blank">filmosophie </a>über den Film, der die Entwicklung eines sozial auffälligen Jungen zeigt, man könne klischeehaft einen weiblichen Blick attestieren – und das sei vielleicht sogar von den Festivalplanern gewollt. Vor allem sei es aber ein ausgewogener Blick auf die sogenannte „soziale Unterschicht“. Diese Ausgewogenheit, die eine Stärke des Films sei, wirft Cutrin dem Film zugleich vor, denn ein Film sei doch mehr als ein Diskussionsbeitrag zu einem – wenngleich wichtigen – Thema.</p>
<p>Matthias Greuling, der für den Blog <a href="http://festivalier.blogspot.de/2015/05/son-of-saul-ist-eine-fruher-cannes.html" target="_blank">FESTIVALIER!</a> schreibt, hat bereits am zweiten Festivaltag den ersten Favoriten ausgemacht – „Son of Saul“, ein Film, der gerade nicht ausgewogen ist, sondern die permanente Brutalität in einem KZ zeigt. Der Film begleitet den KZ-Häftling Saul Ausländer bei seiner Arbeit in einem „Sonderkommando“, zu dem die ganzen Widerwärtigkeiten dessen gehören, was man in einem KZ „Alltag“ nennen könnte: Tore der Gaskammern schließen, später saubermachen etc. Der Regisseur László Nemes zeige in dem Film das „völlig Entmenschlichte“ und zwar nahezu schonungslos. Da die Kamera stets den Protagonisten scharf zeige, werde das eigentliche Grauen oftmals unscharf wiedergegeben, was die Phantasie des Zuschauers anrege. Auch <a href="http://myofb.de/filmfestspiele-von-cannes-2015-tag-2/" target="_blank">MaryChloe</a> meint, allein für die Kameraführung, die eine unvergleichlich klaustrophobische Stimmung erzeuge, hätte der Film die Goldene Palme verdient.</p>
<p>„Mad Max: Fury Road“ dagegen wurde außerhalb des Wettbewerbs gezeigt. Vor 35 Jahren lief der erste Teil von George Millers „Mad Max“-Reihe in den deutschen Kinos. Nun wurde der vierte Teil in Cannes vorgestellt, und wie vor 35 Jahren führte erneut George Miller die Regie. Rüdiger Suchsland hat diesen Film für den Blog <a href="http://www.negativ-film.de/2015/05/do-we-need-another-hero-cannes-blog-4te-folge" target="_blank">Negativ </a>ausführlich besprochen. Suchsland bemerkt, wie erstaunlich dieses Zukunftsszenario aus unserer heutigen Sicht wirkt, denn es wird eine Zukunft vorgestellt, die vollkommen analog ist. Es sind aufgemotzte Autos, Kriegsmaschinen und Waffen zu sehen, aber eben keine Welt des Internets und der Medien. Und daher rührt ein Teil der Faszination für diese mythische Welt, die auf den ersten Blick scheinbar nichts mit unserer modernen Welt zu tun hat. Der Film feiere insofern den Ausnahmezustand.</p>
<p>Die wahre Heldin des Films, so stellt Suchsland fest, sei die Figur Furiosa, gespielt von Charlize Theron, und nicht der namentliche Held Max, gespielt von Tom Hardy. Damit sei sogar im machohaften Blockbuster der Feminismus angekommen. Und daraus entwickelte sich prompt ein kleiner Skandal. Arne Hoffmann hat dies für die<a href="http://www.freiewelt.net/hassen-maennerrechtler-den-neuen-mad-max-weil-starke-frauen-mitspielen-10059667/" target="_blank"> Freie Welt</a> nachgezeichnet und wundert sich darüber, wie ein einzelner Autor, der zum Boykott des Films aufgerufen hatte, solch ein Medienecho auslösen konnte.</p>
<p>Auch auf dem Blog <a href="http://man-tau.blogspot.de/2015/05/wie-ich-einmal-den-neuen-mad-max-film.html" target="_blank">man-tau</a> stößt das auf Verwunderung. Mad Max sei eine so tiefgründige feministische Kritik wie die Rambo-Filme tiefgründig über den Kommunismus räsonierten. Doch erstaunlich viele Medien – zum Beispiel CNN, Telegraph oder The Independent sind genannt – schickten sich an, den Film zu verteidigen, weil angeblich Männerrechtsgruppen wütend auf den Film seien. Hier werde eine Wut auf den Film herbeiphantasiert, um die vermeintlich feministische Botschaft ins rechte Licht zu rücken. Doch damit sei der Film völlig überfrachtet.</p>
<p>Erneut, wie zuletzt auch das Filmfest von Venedig, ist ein Filmfestival stark politisiert – so sehr, dass einem Film wie „Mad Max“ eine Botschaft untergeschoben wird. Joss Whedon, der Regisseur des Superhelden-Films „Avengers 2“, erklärte nach den heftigen Angriffen auf seine Person zuletzt, dass eine politische Stellungnahme den Künstler zerstöre. Er hatte sich zum Feminismus bekannt. Sein neuer Film jedoch wurde, wie Bettina Hammer auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/44/44876/1.html" target="_blank">telepolis</a> schreibt, gerade von Feministinnen und Feministen attackiert. Zu wenig sei die weibliche Protagonistin entwickelt worden, so der Vorwurf dem Hammer widerspricht.</p>
<p>Eine Politisierung des Kinos hatten sich viele erhofft – ob diese Hoffnungen mit der Politisierung dieser Blockbuster erfüllt worden sind, ist zumindest fraglich.</p>
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		<title>Die Oscars: Viermal „Birdman“ und eine Diskussion über Rassismus in den USA</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Feb 2015 08:15:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Kino]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Oscar-Nacht, die in Deutschland von einer Bildstörung unterbrochen wurde, zeigte wieder den ganzen „Glamour“ Hollywoods: Luxuriöse Kleider, gerührte Gewinnerinnen und Gewinner, Lady Gaga mit Putzhandschuhen und den Film „Birdman“ als Abräumer. Gleich vier Oscars gingen an die Hollywood-Satire, darunter die wichtigen Auszeichnungen für den besten Film und für die <a href=" http://blogumschau.de/2015/02/die-oscars-viermal-birdman-und-eine-diskussion-ueber-rassismus-in-den-usa/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Oscar-Nacht, die in Deutschland von einer Bildstörung unterbrochen wurde, zeigte wieder den ganzen „Glamour“ Hollywoods: Luxuriöse Kleider, gerührte Gewinnerinnen und Gewinner, Lady Gaga mit Putzhandschuhen und den Film <strong>„Birdman“</strong> als Abräumer. Gleich vier Oscars gingen an die Hollywood-Satire, darunter die wichtigen Auszeichnungen für den <strong>besten Film </strong>und für die <strong>beste Regie</strong>. Als beste <strong>Hauptdarstellerin</strong> wurde <strong>Julianne Moore</strong> in „Still Alice“ ausgezeichnet, als bester <strong>Hauptdarsteller</strong> <strong>Eddie Redmayne</strong> in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“.</p>
<p>Dass der Film „Birdman“ gleich vier Oscars erhielt, freut <a href="https://fragmenteum.wordpress.com/2015/02/23/birdman-oscar/" target="_blank">Lukas Gedziorowski</a>. Er schreibt, damit werde in diesem Jahr nicht nur die „gute Absicht“ ausgezeichnet, sondern die Kunst. Der Vorwurf, sie ehre vor allem eine bestimmte Form politisch korrekter Filme und keineswegs die spannendsten, gelungensten, mitreißendsten Filme, wird der Oscar Academy ja immer wieder gemacht. Mit „Birdman“ allerdings sei nun ein Film ausgezeichnet worden, der tatsächlich als Film vollends überzeugen konnte. Neben den Auszeichnungen für den besten Film und die beste Regie gingen auch die Oscars für das beste Original-Drehbuch und die beste Kamera an „Birdman“.</p>
<p>Marc hatte auf seinem Blog <a href="https://verwickeltes.wordpress.com/2015/02/22/oscar-prophetie-fur-2015/" target="_blank">Verwickeltes </a>die Oscars für den besten Hauptdarsteller und die beste Hauptdarstellerin bereits vorausgeahnt. Nach seinen Überlegungen stehen die Chancen besonders gut, wenn die Schauspieler kranke, behinderte oder psychotische Figuren darstellen. Er listet all die Gewinner auf, die in dieses Schema passen, bis zu den Anfängen der Oscar-Verleihung. Der Eindruck, dass eine bestimmte Anlage der Figuren und eine bestimmte politische Korrektheit besonders günstig sind, um bei den Oscars berücksichtigt zu werden, ist geradezu zwingend.</p>
<p>Diese politische Korrektheit erstreckt sich jedoch nicht auf schwarze Schauspielerinnen und Schauspieler. Denn die Oscars „sind weiß“. Neil Patrick Harris, der Moderator der Show, hatte dies ironisch auf den Punkt gebracht, als er sagte, „Tonight we honour Hollywood’s best and whitest. Sorry best and brightest“ (etwa: „Heute Nacht ehren wir von Hollywood die besten und weißesten. Entschuldigung, die besten und hellsten“). Elena Sheppard zeigt auf <a href="http://qz.com/348447/want-to-win-an-oscar-here-are-the-roles-most-likely-to-snag-a-statue/" target="_blank">Quartz</a> anhand einiger Statistiken, wie bisher die weiblichen Hauptrollen beschaffen sein mussten, damit am Ende tatsächlich der Oscar heraussprang. Besonders, so resümiert Sheppard, wenn die Hauptdarstellerinnen Ehefrauen darstellten, stünden die Chancen gut – weiße Ehefrauen. Lupita Nyongʼo, die im letzten Jahr als beste Nebendarstellerin für den Film „12 Years A Slave“ ausgezeichnet wurde, gilt als eine der sehr wenigen Ausnahmen von dieser Regel. Sheppard findet diese Auswahl nicht weiter überraschend, es sei ja längst bekannt, dass die Gesellschaft der Oscar Academy überwiegend männlich und weiß sei und dass deshalb bestimmte Filme immer wieder in den Fokus rückten.</p>
<p>Dem stimmt <a href="https://renatadigregorio.wordpress.com/2015/02/23/hollywood-and-diversity-or-lack-thereof/" target="_blank">Renata di Grigorio</a> zu. Sie sieht zudem die Auszeichnung für Lupita Nyongʼo im letzten Jahr aus einer anderen Perspektive. Hattie McDaniel war die erste schwarze Frau, die jemals für einen Oscar nominiert wurde – das war im Jahr 1940 für den Film „Vom Winde verweht“ – und ihn schließlich auch gewann. Sie spielte dort eine „Haussklavin“. 2014, als Nyongʼo gewann, war es ebenfalls ein Film, der Schwarze als Sklaven zeigte. Die Rollen, die schwarze Schauspieler bekämen, seien allzu oft stereotyp, wie zum Beispiel der beste Freund des Protagonisten, und wenn Schwarze die Hauptrolle spielen, wird daraus in der Wahrnehmung noch immer ein „schwarzer Film“.</p>
<p>Ähnlich gelagert sieht <a href="http://depthsofcinema.blogspot.de/2015/02/hollywood-going-forward-and-backward.html" target="_blank">Iza Larize</a> das Problem. Sie schreibt, Afro-Amerikaner seien die <em>anderen</em> Amerikaner, eben nicht bloß Amerikaner. Hollywood hätte 2014 einen Schritt in Richtung Gleichheit gemacht und sei nun einen Schritt rückwärtsgegangen. Der Traum von Hollywood, so Larize, sei zurzeit der Traum weißer Männer. Und davor will Larize nicht die Augen verschließen, auch wenn die Oscars in den meisten Fällen gar nicht die besten Filme auszeichneten, sondern vielmehr die beliebtesten Stars ehrten. Die Oscars folgen dem Geld, nicht der Kunst. Das allerdings lässt diesen latenten Rassismus noch deutlicher hervortreten.</p>
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		<title>Erste Eindrücke von der Berlinale: Sebastian Schippers „Victoria“</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2015 09:14:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der rote Teppich liegt wieder in Berlin. Vom 5. bis zum 15. Februar findet die Berlinale statt und die Liste der Filme und Stars, die gesehen werden wollen, ist lang. Ein Überblick ist da gar nicht zu gewinnen, aber an einigen Stellen verdichten sich die Kommentare, es entsteht dann eine <a href=" http://blogumschau.de/2015/02/erste-eindruecke-von-der-berlinale-sebastian-schippers-victoria/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_749" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/02/Berlinale_bär_im_kino.jpg"><img class="wp-image-749 size-full" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2015/02/Berlinale_bär_im_kino.jpg" alt="Berlinale_bär_im_kino" width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Die Berlinale&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam</p></div>
<p>Der rote Teppich liegt wieder in Berlin. Vom 5. bis zum 15. Februar findet die Berlinale statt und die Liste der Filme und Stars, die gesehen werden wollen, ist lang. Ein Überblick ist da gar nicht zu gewinnen, aber an einigen Stellen verdichten sich die Kommentare, es entsteht dann eine Diskussion um einen Film, die über einen einzelnen Festivaltag hinausweist.</p>
<p>„Victoria“ von Sebastian Schipper ist so ein Film, der auf eine außergewöhnliche Weise gedreht wurde und der deshalb zu allgemeinen Fragen über die Filmästhetik anregt. Schipper stellt mit seinem Film einen Weltrekord auf: Der Film ist ein einziger 140 Minuten langer Take. Auf einem <a href="http://blogs.taz.de/popblog/2015/02/08/berlinale-victoria-regie-sebastian-schipper/" target="_blank">Blog der taz</a> zeigt sich Christian Ihle von dem Film stark beeindruckt. Dass eine Einstellung, die 140 Minuten dauert, für die Darsteller, den Regisseur, den Kameramann und die Logistik eine große Herausforderung bedeutet, ist leicht nachzuvollziehen. Aber was gewinnt der Film dadurch?</p>
<p>Ihle schreibt, durch diesen Trick, einen einzigen Take zu zeigen, gewinne der Film an „Echtheit“. Die Geschichte einer Nacht, eines Einbruchs und seiner Folgen wirken „echt“. Es entstehe eine Dichte und Nähe, die wohl nur durch diesen drehtechnischen Kniff zu erreichen sei. Das bedeutet dann für die erste Hälfte des Films, dass der Zuschauer Geduld brauche, denn es geschehe zunächst wenig. In der zweiten Hälfte dagegen werde es hektisch, die Ereignisse überschlagen sich. Genau das, so Ihle, dieses Zuwenig und Zuviel, erzeuge die „Echtheit“.</p>
<p><a href="http://filmtabs.blogspot.de/2015/02/berlinale-2015-victoria-wettbewerb.html" target="_blank">Günter H. Jekubzik</a> sieht das anders. Für ihn ist der Film etwa eine halbe Stunde zu lang, womit er vor allem den gemächlichen Anfang des Filmes meint. Die zweite Hälfte des Films sei packend und der „Weltrekordversuch“ stehe nicht mehr im Vordergrund. Denn das ist selbstverständlich das Problem eines Films, der sich so stark über ein „Alleinstellungsmerkmal“ ins Gespräch bringt. Der Weltrekord könnte sich in den Vordergrund und damit die Geschichte des Films in den Hintergrund drängen. Jekubzik findet diese Idee durchaus originell, doch hätte der Film besser sein können, wäre er geschnitten worden.</p>
<p>Dem widerspricht Lukas Stern auf <a href="http://www.critic.de/film/victoria-7670/" target="_blank">critic.de</a>, der zunächst einräumt, dass das Dreh-Konzept von „Victoria“ skeptisch machen könnte. Aber der Film bläst seine eigene Besonderheit nicht auf, stellt nicht zur Schau, wie aufwendig er geplant und produziert wurde, sondern versucht diese speziellen Voraussetzungen in Intensität umzusetzen. Der Film suggeriere eine Instabilität, als könnte er, einmal gesehen, nicht noch einmal im Kino von vorne beginnen. Es transportiere sich ein Gefühl des Ausgeliefertseins, so wie die Schauspielerinnen und Schauspieler diesem einen Take ausgeliefert sind – und ein Fehler das gesamte Gebilde zerstören könnte. So erkenne der Zuschauer, dass er ausgeliefert ist, da nichts außerhalb dieses Stroms gezeigt wird, keine Perspektive angeboten wird, die Halt verspräche.</p>
<p>Die Kritiken versuchen allesamt die Ästhetik des Films von Sebastian Schipper zu erfassen. Und damit entsteht tatsächlich eine Diskussion um einen Film. Der Filmkritik wurde ja, ähnlich wie der Literaturkritik, eine Krise attestiert. Die „Woche der Kritik“, die nun erstmalig auf der Berlinale stattfindet, soll auf diese Krise reagieren. Teresa Vena stellt auf<a href="http://berliner-filmfestivals.de/2015/02/debatte-ueber-genre-film-on-the-job-bei-der-ersten-woche-der-kritik" target="_blank"> Berliner-Filmfestivals.de</a> fest, dass es zwar eine überaus wünschenswerte Initiative sei, dass allerdings die erste Diskussion noch keine Impulse setzen konnte. Die Diskussion um den Film „On the Job“ erschöpfte sich dann darin, festzustellen, dass der Film nichts Neues zu bieten habe. – Soweit sei das Publikum auch direkt nach dem Film gewesen, äußert Vena etwas frustriert.</p>
<p>Es scheint allerdings ein Bedürfnis zu geben, sich über die Kritik zu verständigen. Sowohl im literarischen Bereich gibt es hier offenkundig Gesprächsbedarf als auch beim Film. Und angesichts der Fülle der Filme, die Aufmerksamkeit beanspruchen wollen, kommt einer fundierten Kritik ja auch eine bedeutende Rolle zu.</p>
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		<title>Kino und Politik: Das Filmfestival in Venedig</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/09/kino-und-politik-das-filmfestival-in-venedig/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Sep 2014 07:45:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Vom Kino erwartet man zurzeit, da anscheinend permanent von politischen Krisen berichtet wird, dass es auf diese Krisen reagiere. Das Kino soll politisch sein. Das Filmfestival in Venedig entspricht dieser Erwartung in mehrfacher Hinsicht. Politische Filme laufen im Festivalprogramm, und das Festival selbst nimmt ebenfalls auf die Politik Bezug. Zwei <a href=" http://blogumschau.de/2014/09/kino-und-politik-das-filmfestival-in-venedig/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vom Kino erwartet man zurzeit, da anscheinend permanent von politischen Krisen berichtet wird, dass es auf diese Krisen reagiere. Das Kino soll politisch sein. Das Filmfestival in Venedig entspricht dieser Erwartung in mehrfacher Hinsicht. Politische Filme laufen im Festivalprogramm, und das Festival selbst nimmt ebenfalls auf die Politik Bezug.</p>
<p>Zwei unbesetzte Stühle waren in Venedig zu sehen, auf welche die Jury des Filmfestivals ausdrücklich hinwies. Der ukrainische Regisseur Oleg Sentsov ist in Russland in Haft und auch die iranische Regisseurin Mahnaz Mohammadi wurde festgenommen. In einem <a href="http://blogs.faz.net/filmfestival/2014/08/28/verfolgte-diktatoren-demonstranten-filme-moegen-alle-291/" target="_blank">Blog der FAZ </a>folgt Diemtar Dath der Frage, inwieweit die Politik in das Kino und in das Filmfestival von Venedig hineinspiele. Dath denkt über die Widersprüche nach, die entstehen, wenn die Politik in das Kino und in das gesamte Festival hineingetragen wird. Die Jury ehrt mit den beiden leeren Stühlen Menschen, die in ihren Ländern sehr viel riskieren. Doch die Ehrung in Venedig ist mit keinem Risiko verbunden. Es bleibt ein Unterschied, ließe sich sagen, ob ein Film Politik zeigt oder selbst politisch wird.</p>
<p>Oder eben beides, je nachdem, wo darüber diskutiert wird, so wie bei „The Cut“ von Fatih Akin, der in Deutschland mit großen Erwartungen verbunden ist, und der im Wettbewerb um den Goldenen Löwen läuft. „The Cut“ handelt von einem Armenier in der Zeit um den Ersten Weltkrieg. Weil im Film der Völkermord an den Armeniern thematisiert wird, hatten nationalistische Kreise in der Türkei gegen Akins Werk demonstriert. In der Türkei ist dieser Völkermord ein brisantes Thema, das mit einem Tabu belegt ist. <a href="http://sennhausersfilmblog.ch/2014/08/31/the-cut-von-fatih-akin/" target="_blank">Brigitte Häring</a> bespricht den eindrucksvollen Film, der vor allem durch seine Bilder besteche. Sie vermisst allerdings die Wucht und Unmittelbarkeit der früheren Filme von Akin.</p>
<p>Ebenfalls politisch ist „The Look of Silence“ von Joshua Oppenheimer. 2013 wurde Oppenheimers „The Act of Killing“ mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm handelt von brutalen Massakern in Indonesien in den 1960er Jahren. In „The Look of Silence“ kehrt Oppenheimer nach Indonesien und zu seinem Thema der Massaker zurück. Diesmal allerdings zeigt er nicht allein die Täter, sondern konfrontiert sie mit den Nachfahren der ermordeten Opfer. Rüdiger Suchsland schreibt in dem <a href="http://www.negativ-film.de/2014/08/der-geschmack-von-menschenblut-und-osterreich-venedig-blog-2-folge" target="_blank">Blog Negativ</a> über den Film, in dem kaum vorstellbare Grausamkeiten berichtet werden. Der Film sei mühsam und zäh, so Suchsland, und doch sei er besser als sein Vorgänger. „The Look of Silence“ arbeite an der schwierigen Bewältigung des Terrors in Indonesien, was den Film bereits auszeichne.</p>
<p>An „Im Keller“ von Ulrich Seidl findet Suchsland dagegen viel auszusetzen. Der Film zeigt Menschen in ihren eigenen Kellern. Da sind dann Nazi-Devotionalien zu sehen, Hirschgeweihe, und SM-Gerätschaften. Suchsland stört das Gemachte dieser vorgeblichen Dokumentation. Der Film bediene den Voyeurismus, schon der Titel „Im Keller“ erinnere an Natascha Kampusch. Auch <a href="http://sennhausersfilmblog.ch/2014/08/29/venedig-14-im-keller-von-ulrich-seidl/" target="_blank">Brigitte Häring</a> findet die Gemachtheit des Films verstörend. Die Personen lassen sich in ihren Kellern vom Regisseur inszenieren, wie in einem Spielfilm. Sie starren lange in die Kamera oder erzählen emotionslos von ihren Neigungen.</p>
<p>Seidls Film ist in einem engen Sinne nicht politisch, sondern eher zivilisationskritisch. Aber wie die anderen genannten Filme weist er auf die Widersprüche hin, die entstehen, wenn der Film sich der Wirklichkeit stellt. In Oppenheimers Film seien mehrfach Sätze zu hören gewesen, die die Vorbesprechung der einzelnen Szenen deutlich machen, wenn der Regisseur von den gefilmten Menschen angesprochen wird. Und in Akins Film sorgt gerade die historische Realität, nicht die künstlerischen Mittel, für Aufsehen. Politik und Kino: In Venedig wird ein aufregendes Feld bespielt.</p>
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		<title>Die Oscars: Gute Entscheidungen</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/03/die-oscars-gute-entscheidungen/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Mar 2014 07:52:54 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Oscars]]></category>

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		<description><![CDATA[Oscar-Nacht. Hollywood feierte seine Helden. Und natürlich, die Traumfabrik weiß, wie ein solcher Abend inszeniert werden muss. Wo wüsste man besser, wie Heldengeschichten geschrieben werden, wie die Gefühle des großen Triumphs und der Niederlage geweckt werden? Feierlich und ernsthaft ging es zu, aufgelockert und ironisch gebrochen immer wieder durch die <a href=" http://blogumschau.de/2014/03/die-oscars-gute-entscheidungen/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Oscar-Nacht. Hollywood feierte seine Helden. Und natürlich, die Traumfabrik weiß, wie ein solcher Abend inszeniert werden muss. Wo wüsste man besser, wie Heldengeschichten geschrieben werden, wie die Gefühle des großen Triumphs und der Niederlage geweckt werden? Feierlich und ernsthaft ging es zu, aufgelockert und ironisch gebrochen immer wieder durch die wundervoll witzige Moderatorin Ellen DeGeneres. Die Oscars seien eine Feier, kein Wettkampf – das saß. Aber das wichtigste, so Ellen DeGeneres, sei ja die Liebe, Freundschaft, Familie. Wer all das nicht hat, geht ins Showbusiness.</p>
<p>ProSieben, das die Oscars im Deutschen Fernsehen zeigte, fand dagegen den treffenden Ton in der Vorberichterstattung offenbar nicht, wie auf <a href="http://www.flinkefilme.de/2014/03/oscars-2014-die-gewinner.html" target="_blank">flinkefilme</a> in lakonischen Sätzen zur Oscar-Nacht zu lesen ist: Unendlich peinlich, vor allem der Gätjen.</p>
<p>Doch ansonsten kaum Empörung! Im Unterschied zu einem Filmfestival, wie der <a href="http://blogumschau.de/2014/02/ausgebliebener-skandal-die-berlinale-und-lars-von-triers-nymphmaniac/">Berlinale</a>, profitieren die Oscars vom zeitlichen Abstand. Die meisten Filme sind längst im Kino gelaufen, das Publikum und die Kritiker hatten genug Zeit, sich ein Urteil zu bilden – oder einen Film wieder zu vergessen. Trotzdem: Manchmal decken sich die Erwartungen des Fachpublikums nicht mit den tatsächlichen Gewinnern. Doch die diesjährigen Oscargewinner werden weitgehend von den Bloggern als würdige Preisträger empfunden.</p>
<p>Ein Blick zurück ist da aufschlussreich. Auf <a href="http://zeilenkino.de/oscar-2014-wer-wird-gewinnen" target="_blank">Zeilenkino </a>wurden die erwarteten und erwünschten Oscar-Gewinner kurz vor der Verleihung vorgestellt. <strong>Cate Blanchett</strong> als beste Hauptdarstellerin und <strong>Matthew McConaughey</strong> als bester Hauptdarsteller waren also keine großen Überraschungen. Auch <em><strong>12 Years a Slave</strong></em> als bester Film, und dass <strong>Alfonso Cuarón</strong> für <em><strong>Gravity</strong> </em>den Oscar für die beste Regie-Arbeit erhielt, schien vorhersehbar zu sein.</p>
<p>Allein <strong>Spike Jonzes<em> Her</em></strong> scheint etwas herauszufallen. Der Film konnte schließlich den Oscar für das beste Originaldrehbuch ergattern, eine Kategorie, in der <em>American Hustle</em> als Favorit galt. Und auf filmosophie ist noch die Empörung zu hören, dass Joaquin Phoenix für seine Rolle in <em>Her</em> überhaupt nicht für einen Oscar als Hauptdarsteller nominiert war. <em>Her</em> erzählt eine Science-Fiction-Geschichte, die immer wieder erzählt worden ist. Ein echter Mensch, meist männlich, verliebt sich in ein Computerprogramm, in der Regel weiblich. Hier verliebt sich Theodore, gespielt von Joaquin Phoenix, in das Betriebssystem Samantha.</p>
<p>Doch auf <a href="http://www.filmosophie.com/her-oder-ist-liebe/" target="_blank">filmosophie</a> wird ausgeführt, wie vielschichtig der Film mit der Frage der Authentizität spiele. Das beginnt damit, wie die Science-Fiction-Welt entworfen ist: Nämlich gar nicht, wie es den Konventionen entspräche, futuristisch, sondern ein Retro-Look werde mit moderner Technik gemischt. Da kommt auch der Oberlippenbart wieder in Mode. Das wirft die Frage auf, was denn Authentizität in einem Science-Fiction-Film sei. Etwa das, was die Zuschauer eben als typische Science-Fiction erwarten?</p>
<p>Die Liebe zu einem Computerprogramm kann ebenfalls nicht authentisch sein, oder? Sie wäre dann Wahn. Aber das Virtuelle bestimmt längst darüber, was wir als ‚echt‘ empfinden. Die Liebe ist ‚echt‘, die einem Liebesfilm nahekommt – am besten von Hollywood. <a href="http://www.aleatorik.eu/2014/02/06/alea-torik-uber-fiktion-wirklichkeit-und-identitat/" target="_blank">Aléa Torik</a> hat auf ihrem Blog immer wieder über solche Fragen der Authentizität nachgedacht.</p>
<p>Wie authentisch ist also der Oscar-Abend? Wie authentisch die Rede von <strong>Lupita Nyongʼo</strong>, der fast die Stimme bricht, als sie den Oscar als beste Nebendarstellerin erhält? Eine großartige Schauspielerin, die das nicht überspielen kann? Sie muss es nicht überspielen. Für <a href="http://www.amerikareport.com/2014/03/03/die-oscar-bilanz-degeneris-selfie-pizza-star-born-nyongo-mcconaughey-sieger/" target="_blank">Herbert Bauernebel</a> hält Nyongʼo eine der schönsten Oscar-Reden überhaupt. Und weitgehende Einigkeit besteht darin, dass hier die Geschichte der Schauspielerin Lupita Nyongʼo erst richtig beginnt. In Hollywood weiß man, wie eine solche Heldengeschichte erzählt werden muss.</p>
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		<title>Ausgebliebener Skandal: Die Berlinale und Lars von Triers &#8220;Nymph()maniac&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Feb 2014 12:12:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Berlinale liegt fast zwei Wochen zurück, die letzten Nachberichte trudeln in den Blogs ein. Über den Gewinner des Goldenen Bären, den Film Bai Ri Yan Huo von Diao Yinan, schrieb kaum jemand, und wenn, dann wurde der Film eben als der Gewinner des Goldenen Bären vermerkt; Geschichte, Schauspieler, besondere <a href=" http://blogumschau.de/2014/02/ausgebliebener-skandal-die-berlinale-und-lars-von-triers-nymphmaniac/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Berlinale liegt fast zwei Wochen zurück, die letzten Nachberichte trudeln in den Blogs ein. Über den Gewinner des Goldenen Bären, den Film <em>Bai Ri Yan Huo</em> von Diao Yinan, schrieb kaum jemand, und wenn, dann wurde der Film eben als der Gewinner des Goldenen Bären vermerkt; Geschichte, Schauspieler, besondere ästhetische Qualität – darüber wusste niemand zu berichten. Die größte Aufmerksamkeit erregte Lars von Triers <em>Nymph()maniac</em>, der nun auch in den deutschen Kinos gestartet ist.</p>
<p>Natürlich, niemand ahnte, dass Diao Yinans Film den Hauptpreis des Festivals gewinnen würde, als sich die Fachbesucher, die Filmblogbetreiber und Kritiker an die Planung ihrer Festival-Tage machten. Auf dem Blog <a href="http://www.filmosophie.com/berlinale-2014-gedanken-eines-fachbesuchers/" target="_blank">filmosophie</a> bekommt man einen Einblick in den Plan und die Unplanbarkeit eines solchen Festivalbesuchs durch einen akkreditierten Fachbesucher. Fixpunkte werden gesetzt und danach plante dennis eine Reise um die Film-Welt. Die Berlinale zeigt Filme aus zahlreichen Ländern. Diao Yinans Film wurde in China produziert – spielt aber keine Rolle –, denn für einen Stopp hier hätte der Film im Vorfeld irgendwelche Aufmerksamkeit schon erregen müssen. Wie <em>Nymph()maniac</em> eben.</p>
<p>Eine Sternstunde des Filmmarketings ganz sicher. Auch eine Sternstunde des Kinos? Gekonnt wurde ein Skandal angedeutet, den der Film auslösen könnte. Die Filmplakate zeigen Männer- und Frauenporträts bei einem Orgasmus. Dazu gab es vorab die Information, dass Pornodarsteller die Hauptdarsteller in expliziten Szenen doubeln würden. Ein Directors Cut wurde bereits angekündigt – ein Hinweis auf eine mögliche Zensur oder zumindest auf ein potenziell verstörtes Publikum. Der Filmtitel tut sein übriges. Ein Porno wurde erwartet, künstlerisch aufgewertet vielleicht, aber die Erwartungshaltung war klar.</p>
<p>Erstaunlich sind nun die einhellig begeisterten Kritiken in den Blogs: Gar kein Porno, aber ein Meisterwerk, vielleicht der beste Film von Lars von Trier zeichne sich bereits im ersten Teil von <em>Nymph()maniac</em> ab.</p>
<p>Oliver Koch betont in seinem Blog <a href="http://www.gedankenzirkus.de/wordpress/berlinale-filmkritik-nymphomaniac-vol-1-directors-cut/" target="_blank">Gedankenzirkus</a>, wie in dem Film die Sexualität immer wieder mit Schuld in Verbindung gebracht wird. Die Protagonistin, Joe, die ihr Leben erzählt: sie beichtet! Joe, gespielt von Charlotte Gainsbourg, spricht von ihrer moralischen Schuld, von ihrem verfehlten Leben.</p>
<p>Doch auch die Ästhetik des Films erinnert gar nicht an einen pornographischen Film, wie cutrin auf <a href="http://www.filmosophie.com/nymphomaniac-volume-one-sex-skandal-keiner-ist/" target="_blank">filmosophie</a> ausführt. Der Film sei zwar stringent erzählt, doch erscheine er gleichsam rau und unfertig. Eben kein Hochglanz, nicht glatt. Und die verschiedenen Kapitel, in die der Film gegliedert sei, sind jeweils ganz unterschiedlich gestaltet, teils in Schwarz-Weiß, teils im Splitscreen-Verfahren. Der Film zeigt also, dass er gemacht ist, er zeigt, dass er genau konzipiert wurde. Er macht darauf aufmerksam, statt davon abzulenken und nur auf die nackten Körper und den Sex zu zeigen.</p>
<p>Der erste Teil von <em>Nymph()maniac</em> ist bereits gestartet, der zweite Teil kommt im April in die Kinos. Die Berlinale liegt schon ein Stück zurück. Längst stellen sich alle auf die Oscars ein. Die Blogumschau, die hiermit nun beginnt, hat ihr eigenes Tempo. Sie kommt, wenn die Blogger ihre Arbeit schon gemacht haben. Wir ordnen, wenn eine Ordnung sichtbar wird, wir berichten, wenn sich langsam abzeichnet, was nur eine kleine Notiz war und was eine Nachricht ist, die zumindest eine kurze Zeit überdauern kann.</p>
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