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	<title>Blogumschau &#187; Russland &#124; Blogumschau</title>
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	<description>Die unabhängige Blogzeitung</description>
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		<title>Das zähe Ringen um den Frieden in der Ukraine – Transatlantische Differenzen und die Friedensverhandlungen in Minsk</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Feb 2015 08:12:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist ein zähes Ringen um eine friedliche Lösung für die sich immer weiter zuspitzende Krise in der Ostukraine. Das im letzten Herbst zwischen der ukrainischen Regierung und den ostukrainischen Separatisten ausgehandelte Minsker Abkommen und die vereinbarte Waffenruhe sind heute weitestgehend Makulatur. Beide Seiten bekämpfen sich wieder (bzw. weiterhin) erbittert <a href=" http://blogumschau.de/2015/02/das-zaehe-ringen-um-den-frieden-in-der-ukraine-transatlantische-differenzen-und-die-friedensverhandlungen-in-minsk/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ein zähes Ringen um eine friedliche Lösung für die sich immer weiter zuspitzende Krise in der Ostukraine. Das im letzten Herbst zwischen der ukrainischen Regierung und den ostukrainischen Separatisten ausgehandelte Minsker Abkommen und die vereinbarte Waffenruhe sind heute weitestgehend Makulatur. Beide Seiten bekämpfen sich wieder (bzw. weiterhin) erbittert und machen sich gegenseitig für die nicht enden wollende Gewalt verantwortlich. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko droht inzwischen, das Kriegsrecht im ganzen Land zu verhängen. Die Regierungen in Kiew und Moskau stehen sich immer unversöhnlicher gegenüber. Wie kann man der weiteren Eskalation Einhalt gebieten? Wie kann man Frieden für die Region schaffen?<br />
Zum ersten Mal werden Uneinigkeiten der westlichen Staaten hinsichtlich der Beantwortung dieser Fragen offenbar. Während sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Francois Hollande um eine diplomatische Lösung der Krise bemühen und die neuen Minsker Friedensgespräche mit Russland und der Ukraine initiierten, die gestern Abend begannen, brachten die USA unlängst Waffenlieferungen an die ukrainischen Streitkräfte ins Gespräch. Damit solle der vermuteten militärischen Unterstützung der ostukrainischen Separatisten durch Russland etwas entgegengesetzt und weitere Gebietsverluste verhindert werden. Merkel und Hollande reagierten ablehnend auf den amerikanischen Vorschlag. Obama bezeichnete die ins Spiel gebrachte Handlungsoption als eine unter anderen.</p>
<p>Es sind nicht nur Republikaner, sondern auch immer mehr Politiker der Demokratischen Partei, die Obama – der bisher noch skeptisch bzw. zurückhaltend ist – zur Lieferung von defensiven Waffen an die Ukraine drängen, wie Nancy A. Youseff und Tim Mak auf <a href="http://www.thedailybeast.com/articles/2015/02/09/democrats-are-now-pushing-obama-to-give-guns-to-ukraine.html" target="_blank">The Daily Beast</a> darlegen. Putin, so argumentieren Republikaner und Demokraten, dürfe nicht ungestraft ein souveränes Land überfallen. Anscheinend verstehe er aber nur die Sprache der Gewalt. Russland rüste die Separatisten immer weiter auf, da könne man die Ukraine nicht alleine lassen und einfach zuschauen, wie wehrlose Ukrainer getötet würden. Dass inzwischen auch viele Demokraten laut nach einer militärischen Einmischung in der Ukraine rufen, sei nur auf den ersten Blick erstaunlich, so Youseff und Mak. Der Flügel der liberalen Interventionsbefürworter werde seit den 1990ern kontinuierlich größer.</p>
<p>Merkel, die sich deutlich gegen die Sinnhaftigkeit von Waffenlieferungen an die Ukraine aussprach, zog damit den Zorn des republikanischen US-Senators John McCain auf sich. Er warf Merkel während der Münchner Sicherheitskonferenz, die letzte Woche stattfand, eine gefährliche Appeasement-Politik gegenüber Putin vor, wie man auf Clemens Wergins <a href="http://flatworld.welt.de/2015/02/06/mccains-wutausbruch-gegen-deutschland/" target="_blank">Flatworld-Blog</a> nachlesen kann. Wergin findet, dass sich McCain zwar deutlich im Ton vergriffen habe, dennoch müsse man sich schon die Frage stellen, ob man der angegriffenen Ukraine nicht auch anders als rein diplomatisch zur Seite stehen müsse, gerade wenn man für sich eine neue, starke Führungsrolle auf der Weltbühne reklamiere, wie dies verschiedene deutsche Politiker und Politikerinnen in der jüngeren Vergangenheit immer wieder getan hatten. Zumindest gelte es, sich Gedanken über andere mögliche Antworten auf die russische Aggression zu machen, so Wergin.</p>
<p>Ein deutsch-amerikanisches bzw. europäisch-amerikanisches Zerwürfnis also? Robert E. Hunter schaut auf <a href="http://www.lobelog.com/the-broader-implications-of-the-debate-over-ukraine/" target="_blank">LobeLog </a>genau hin. Vordergründig hätten Merkel und Obama während ihres jüngsten Treffens in Washington zwar viele Gemeinsamkeiten beschworen, doch die Fissuren im transatlantischen Verhältnis ließen sich nicht übersehen. Die Differenzen zwischen den USA und Europa – aber auch zwischen den verschiedenen europäischen Staaten – kämen Putin gelegen, er versuche diese für sich zu nutzen. Eine gefährliche Entwicklung. Dass zudem offenbar werde, dass die USA außenpolitisch nicht mehr mit einer Stimme spricht, verschlimmere die Sache noch weiter, erläutert Hunter. Die Position des Westens werde so weiter geschwächt.</p>
<p>Nun setzten sich in Minsk Merkel, Hollande, Putin und Poroschenko gemeinsam an einen Tisch, um über die Möglichkeit und die Inhalte eines neuen Friedensabkommens zu beraten. Die USA sind nur Zuschauer. Unter welchen Bedingungen wird in Minsk verhandelt? Was kann man erwarten?</p>
<p>Frank Lübberding kommt auf <a href="http://www.wiesaussieht.de/2015/02/11/worum-es-in-minsk-heute-geht/" target="_blank">wiesaussieht</a> zu dem Schluss, dass sich beide Seiten – also Russland und der Westen – ganz grundlegend misstrauen. Man unterstelle sich gegenseitig, nur den jeweils eigenen Vorteil zu suchen und folglich an einem Kompromiss nicht wirklich interessiert zu sein. Das stimmt nur wenig hoffnungsvoll. Putin könnte versuchen, die zentrifugalen Kräfte innerhalb Europas bzw. des Westens zu befeuern und für sich zu nutzen, der Westen mache es nicht besser und versuche Russlands Schwäche für sich arbeiten zu lassen und weiter zu vergrößern. So ist ein wirklicher Frieden nur schwer zu erreichen.</p>
<p>Ist das Scheitern der Minsker Verhandlungen vorprogrammiert? Auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/44/44112/1.html" target="_blank">Telepolis</a> ist sich Florian Rötzer angesichts der verfahrenen Situation ziemlich sicher, dass nicht viel mehr als ein neues Waffenstillstandsabkommen – und damit eine Einfrierung des Status Quo, mit einer damit einhergehenden Quasi-Autonomie der „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk – bei den Verhandlungen herauskommen könne. Doch das verhindere zumindest den Ausbruch eines großflächigen Krieges und gebe beiden Parteien etwas Zeit, sich endlich mit den realpolitischen Gegebenheiten und Optionen zu beschäftigen.</p>
<p>Dem schließt sich auch <a href="http://www.wolfgangmichal.de/2015/02/wie-der-konflikt-in-der-ostukraine-entschaerft-werden-koennte/" target="_blank">Wolfgang Michal</a> an. Das Einfrieren des Konflikts, das quasi-staatliche und von Russland abhängige Gebilde an der Ostgrenze der Ukraine hervorbringen würde – Michal nennt das ähnlich gelagerte Beispiel Transnistriens –, sei freilich nur ein Provisorium und in vielerlei Hinsicht prekär. Dennoch kaufe es den beteiligten Konfliktparteien Zeit, um eine dringend benötigte, ganz neue Ostpolitik in die Wege zu leiten, die die Fehler der Vergangenheit vermeide. Anstatt Russland immer weiter zu isolieren, so Michal, müsste der wechselseitige Dialog und Handel aufrechterhalten werden. Dann bestehe auch nicht die Gefahr, dass Russland den Osten der Ukraine einfach annektiere. Immerhin.</p>
<p>Inzwischen zeichnet sich ab, dass es zu einer Einigung zwischen den Minsker Verhandlungsparteien kommen könnte. Handelt es sich dabei um einen tragfähigen Lösungsansatz für die Krise oder nur um einen notdürftigen Verlegenheitsbeschluss, der kaum Bestand in der Realität haben dürfte? Das werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Für den Fall des Scheiterns sitzen die Falken im Pentagon und anderswo schon in den Startlöchern. Vielleicht werden wir ja aber auch alle einmal positiv überrascht. Zu wünschen wäre es.</p>
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		<title>Ein Appell für Frieden in Europa verhallt in den Qualitätsmedien – zu Recht?</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Dec 2014 07:32:21 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Paradoxe Verhältnisse? Die Ukraine kommt nicht zur Ruhe, die Gewalt in der Ostukraine bricht nicht ab. Die Stimmung zwischen Russland und dem Westen ist mehr als nur angespannt, manch einer spricht von einem neu heraufziehenden (Kalten) Krieg. Da sollte man meinen, dass ein von sechzig deutschen Politikern, Künstlern und Intellektuellen <a href=" http://blogumschau.de/2014/12/ein-appell-fuer-frieden-in-europa-verhallt-in-den-qualitaetsmedien-zu-recht/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Paradoxe Verhältnisse? Die Ukraine kommt nicht zur Ruhe, die Gewalt in der Ostukraine bricht nicht ab. Die Stimmung zwischen Russland und dem Westen ist mehr als nur angespannt, manch einer spricht von einem neu heraufziehenden (Kalten) Krieg. Da sollte man meinen, dass ein von sechzig deutschen Politikern, Künstlern und Intellektuellen getragener Aufruf zum Frieden in Europa und zu einem gemäßigten Umgang zwischen dem Westen und Russland, auf fruchtbaren Boden fallen sollte. Doch der Appell findet in den öffentlich-rechtlichen Sendern und in den meinungsführenden Tages- und Wochenzeitungen kaum lobende Erwähnung. Wenn er überhaupt erwähnt wird.</p>
<p>In dem Aufruf „Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!“, der auf <a href="http://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-russland-dialog" target="_blank">ZEIT ONLINE</a> dokumentiert ist, warnen unter anderem Roman Herzog, Margot Käßmann, Reinhard Mey, Otto Schily, Gerhard Schröder und Wim Wenders davor, dass der Westen und Russland durch ein gefährliches Wechselspiel sich gegenseitig befeuernder Drohungen in einen neuen Krieg zu schlittern drohen, den eigentlich niemand wolle. Appelliert wird an die <em>gemeinsame</em> Verantwortung für Sicherheit und Frieden. Es gehe nicht um Wladimir Putin, sondern um Europa. Eine neue Entspannungspolitik wird von den Unterzeichnern des Aufrufs angemahnt, die nur im gleichberechtigten Dialog mit Russland zu erreichen sei. Die europäische „Gestaltungsmacht“ Russland dürfe nicht aus Europa gedrängt werden. Das russische Sicherheitsbedürfnis, das durch die westliche Ausdehnung gen Osten in den Jahren nach dem Ende des Kalten Krieges strapaziert worden sei, müsse anerkannt und berücksichtigt werden. Der Aufruf ist insbesondere auch an die etablierten Medien gerichtet, die von vorurteilsbehafteten Berichten über Russland Abstand nehmen und stattdessen wieder ausgewogen und gut recherchiert über den Konflikt schreiben sollen.</p>
<p>Dass wirklich niemand Krieg wolle, wie der Friedensappell behauptet, davon ist Jens Siegert nicht überzeugt. Er zweifelt auf dem <a href="http://russland.boellblog.org/2014/12/07/aufruf-niemand-will-krieg-will-wirklich-niemand-krieg/" target="_blank">Russland-Blog</a> der Moskauer Heinrich-Böll-Stiftung erheblich am Friedenswillen der russischen Führung. Zudem herrsche doch schon Krieg in Europa, und Russland befördere diesen aktiv durch sein wiederholtes militärisches Engagement in der Ostukraine. Ohne diese russischen Interventionen, da ist sich Siegert ziemlich sicher, hätte es diesen Krieg wohl gar nicht gegeben. Siegert findet es des Weiteren mehr als unglücklich, dass der Appell die für die Eskalation der Gewalt Verantwortlichen nicht klar benennt, sondern sich stattdessen einer „opportunistischen Äquidistanz“ bediene. Das militärische Eingreifen Russlands werde mit den Sanktionen des Westens gleichgesetzt. Die Provokationen und Lügen Russlands würden so verdeckt bzw. beschönigt.</p>
<p>Karsten Lucke findet den Friedensappell geradezu grotesk, wie er auf <a href="http://kielspratineurope.eu/?p=1839" target="_blank">kielspratineurope</a> feststellt. Der Aufruf adressiere die Falschen. Nicht Europa oder der Westen treibe die Eskalationsspirale voran, sondern eben Russland. Putin tue einfach was er wolle, habe wiederholt aggressiv gehandelt und dabei jedes Maß verloren. Das Argument von der für Russland bedrohlichen Ost-Ausdehnung des Westens hält Lucke für ein Ammenmärchen. Die Staaten des ehemaligen Ostblocks hätten sich doch freiwillig für die Annäherung an den Westen entschieden. Nicht der Westen dränge Russland aus Europa heraus, sondern Putin tue dies selbst. Dabei müsste Putin doch erkennen, so Lucke, dass Russland angesichts der vielen virulenten globalen Problemlagen eigentlich eine strategische Partnerschaft mit Europa eingehen müsste und nicht mehr in alten (und überkommenen) geopolitischen Mustern denken dürfte.</p>
<p>In den sozialen Netzwerken und Blogs schlossen sich aber auch viele der Analyse und mahnenden Stoßrichtung des Aufrufs an. Der Friedensappell wurde häufig geteilt und weiterverbreitet. In der Berichterstattung insbesondere der öffentlich-rechtlichen Medien spielte er hingegen kaum eine Rolle.</p>
<p>Bei <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/19983/60-prominente-gegen-den-krieg-sind-keine-nachricht-fuer-ard-und-zdf/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> verursacht es schon gehöriges Kopfschütteln, dass da eine ziemlich prominent besetzte Gruppe von Politikern, Künstlern und Intellektuellen Kritik an den politischen Entscheidungsträgern und Medienschaffenden im Zuge der Ukraine-Krise übt und die öffentlich-rechtlichen Nachrichtenformate dies einfach weitgehend ignorieren. Dass es am Tag der Veröffentlichung des Friedensappells am vergangenen Freitag viele andere wichtige Meldungen gegeben habe, wie dies Elmar Theveßen, der stellvertretende ZDF-Chefredakteur, auf Nachfrage mitteilte, könne ja vielleicht noch angehen, so Niggemeier. Skeptisch macht es ihn aber schon, dass dies nur zu gut zum Bild der letzten Monate passe, wo ARD und ZDF immer wieder für ihre allzu einseitige Berichterstattung im Zuge der Ukraine-Krise kritisiert wurden, ohne darauf entschieden zu reagieren. Der nachrichtenreiche Freitag sei den Nachrichtenplanern vielleicht gerade recht gekommen, mutmaßt Niggemeier, um den auch gegen sie gerichteten kritischen Appell elegant übergehen zu können.</p>
<p>Die Skepsis gegenüber den etablierten Qualitätsmedien wird so jedenfalls nicht geringer. Man muss die in dem Friedensappell geäußerte Kritik an der Politik und den Medien ja nicht teilen – es gibt durchaus berechtigte Einwände. Sie einfach zu ignorieren wird allerdings nicht helfen, sondern die Vertrauenskrise weiter vergrößern.</p>
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		<title>Wie umgehen mit Putin? Reaktionen auf Putins ARD-Interview</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Nov 2014 08:23:03 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Wladimir Putin auf fast allen Kanälen. Das ist im Zuge der sich wieder zuspitzenden Ukraine-Krise nichts Ungewöhnliches. Doch der russische Präsident gab der ARD ein rund halbstündiges Interview, stand Rede und Antwort, was so nur höchst selten vorkommt. Im Rahmen des von dem NDR-Journalisten Hubert Seipel geleiteten Gesprächs, legte Putin <a href=" http://blogumschau.de/2014/11/wie-umgehen-mit-putin-reaktionen-auf-putins-ard-interview/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_633" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/11/Frau-Merkel-schaut-fern.jpg"><img class="size-full wp-image-633" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/11/Frau-Merkel-schaut-fern.jpg" alt="&quot;Frau Merkel schaut fern&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Frau Merkel schaut fern&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Wladimir Putin auf fast allen Kanälen. Das ist im Zuge der sich wieder zuspitzenden Ukraine-Krise nichts Ungewöhnliches. Doch der russische Präsident gab der ARD ein rund halbstündiges Interview, stand Rede und Antwort, was so nur höchst selten vorkommt. Im Rahmen des von dem NDR-Journalisten Hubert Seipel geleiteten Gesprächs, legte Putin seine bzw. die russische Sicht auf die Spannungen mit dem Westen und den Ukraine-Konflikt in einem sachlich-ruhigen Tonfall dar. Den vom Westen vehement als völkerrechtswidrig kritisierten Anschluss der Krimhalbinsel an das russische Territorium verteidigte Putin mit Verweis auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker und den Fall der vom Westen unterstützten Abspaltung des Kosovo von Serbien. Auf die Frage, ob Russland die Separatisten in der Ostukraine militärisch unterstütze, reagierte Putin ausweichend und stellte fest, dass man es jedenfalls nicht zulassen werde, dass die ukrainische Armee die dortige Bevölkerung „vernichte“. Gegen Ende des Interviews mahnte Putin, dass man gemeinsam eine Lösung für den Ukraine-Konflikt finden müsse. Die guten Beziehungen Russlands zu Deutschland und zu Europa dürften nicht aufs Spiel gesetzt werden. Das Interview war in den sonntäglichen Polit-Talk von Günther Jauch eingebettet. Eine Diskussionsrunde bestehend aus Ursula von der Leyen, Hubert Seipel, Sonia Seymour Mikich und Heinrich August Winkler, diskutierte die Aussagen des russischen Präsidenten.</p>
<p>An dem Journalisten Seipel, der das Interview führte, lässt <a href="http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/ard-der-nick-seipel-im-jauch-gewitter/?utm_source=rss&amp;utm_medium=rss&amp;utm_campaign=ard-der-nick-seipel-im-jauch-gewitter" target="_blank">Roland Tichy</a> auf seinem Blog kein gutes Haar. Viel zu unkritisch sei dieser gewesen, so Tichy. Seipel habe Putin viel zu viel Raum für seine Ausführungen gelassen, habe nur abgenickt und nicht nachgehakt, wo es nötig gewesen wäre; etwa hinsichtlich der militärischen Beteiligung Russlands in der Ostukraine oder der Behauptung Putins, dass dort Menschen von der ukrainischen Armee massakriert würden. Putin habe sich so ohne Mühe als braver und netter Märchenerzähler gerieren können. Tichy erinnert das eher an eine Veranstaltung des DDR-Fernsehens, als an ein journalistisch geführtes Interview. Zu allem Überfluss sei die daran anschließende Talkrunde kaum besser gewesen, weswegen Tichy dem deutschen Fernsehen ein Versagen sondergleichen vorwirft.</p>
<p>Albrecht Müller stört sich auf den <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=23975" target="_blank">NachDenkSeiten</a> weniger an der Interviewführung Seipels, die er insgesamt als „sachverständig“ bezeichnet, als viel mehr an der daran anschließenden Diskussionsrunde um Jauch. Anhand dieser könne man gut ablesen, so Müller, wie linienkonform und angepasst die deutschen Medien gerade ticken würden. Es werde über die Maßen pauschalisiert und Putin als der für die Krise allein Schuldige und Verantwortliche dargestellt. Viele durchaus bedenkenswerte Aspekte des Putin-Interviews seien in der Diskussion einfach übergangen oder leichthin abgekanzelt worden, etwa wie wertvoll die vormals verfolgte Strategie des „Wandels durch Annäherung“ gewesen sei oder die Feststellung Putins, die Eingliederung der Krim sei nicht völkerrechtswidrig gewesen, wofür der russische Präsident die Abspaltung des Kosovos als Präzedenzfall ins Feld führte. All dies würde ignoriert, weil es nicht in das vorgefertigte Gut/Böse-Schema passe.</p>
<p>In eine solche Schwarz-Weiß-Malerei stimmte jüngst auch Angela Merkel ein, die sich während eines Vortrags am Rande des G20-Gipfels in Australien kritisch wie selten zuvor gegenüber Russland äußerte. Russland habe durch seine Annexion der Krim das Völkerrecht missachtet, so Merkel, und stelle durch seine „Einflussnahme zur Destabilisierung der Ostukraine in Donezk und Lugansk“ die europäische Friedensordnung in Frage. In einer an den Vortrag anschließenden Fragerunde bemerkte Merkel, dass es bei all dem nicht nur um die Ukraine gehe, sondern dass auch Moldawien, Georgien, Serbien oder die Westbalkanstaaten in den Strudel der Auseinandersetzung geraten könnten. Deshalb dürfe Europa nicht vor Russland zurückweichen.</p>
<p>Günther Lachmann stellt auf <a href="http://www.geolitico.de/2014/11/17/merkels-motiv-fuer-den-kalten-krieg/" target="_blank">Geolitico</a> fest, dass Merkel mit ihren Äußerungen Moskau den Kalten Krieg erklärt habe. Er fragt sich, warum Merkel das mache, warum sie die Eskalation dermaßen forciere, indem sie Russland offen der Kriegstreiberei beschuldige. Und das, wo Putin in dem ARD-Interview doch so sachlich und nüchtern argumentiert habe und wo gute wirtschaftliche Beziehungen zu Russland doch so wichtig für Deutschland und Europa seien. Lachmann vermutet, dass wohl weniger geostrategische als vielmehr ökonomische Gründe hier die zentrale Rolle spielen würden. Es handle sich um den Versuch, das von Russland beförderte Projekt eines eurasischen Wirtschaftsraums abzublocken, da dieses dem durch TTIP zu erschaffenden transatlantischen Wirtschaftsraum entgegenstehen würde.</p>
<p>Eric Bonse kritisiert auf <a href="http://lostineu.eu/merkels-merkwuerdige-warnung/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+lostineu%2Frfqp+%28Lost+in+EUrope%29" target="_blank">Lost in EUrope</a> insbesondere, dass Merkel vor einem europäischen „Flächenbrand“ warne, der drohe, wenn man Russland jetzt nicht entschieden Einhalt gebieten würde. Merkel ignoriere mit dieser Warnung einige wichtige Fakten, so Bonse, denn Moldawien, Georgien oder Serbien stünden Russland nun einmal traditionell nahe und das dürfte man auch nicht unterbinden. Putin hier einfach Machtgelüste zu unterstellen sei – trotz der in anderen Belangen durchaus berechtigten Kritik am Vorgehen des russischen Präsidenten – einfach zu billig, insbesondere da sich Deutschland und der Westen während der Balkankriege ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckert hätten.</p>
<p>Die Dinge sind wohl deutlich komplizierter, als sie im Moment – von <em>beiden</em> Seiten – dargestellt werden. Einfache Schuldzuschreibungen sind in einer solchen Situation nicht zielführend. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang das zunehmende Unbehagen, das sich gegen eine allzu einseitig gegen Putin gerichtete Berichterstattung Bahn bricht. Ein Bericht der ARD-Tagesschau, der die vermeintliche internationale Isolation Putins zum Thema hat, zeigt Putin beim Mittagessen auf dem G20-Gipfel gerade in dem Moment, wo ein Kellner die ebenfalls am Tisch sitzende brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff verdeckt. Absicht oder Zufall? Als unter anderem <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/19865/super-symbolbilder-putin-einsam-und-verlassen/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> auf diese Szene aufmerksam machte, war die Empörung im Netz jedenfalls so groß, dass sich Kai Gniffke, der Chefredakteur der ARD, zu einer <a href="http://blog.tagesschau.de/2014/11/17/putin-einsam-oder-nicht-einsam/" target="_blank">Stellungnahme</a> veranlasst sah. Ob dies zu mehr Sorgfalt und Ausgewogenheit in der Berichterstattung führen wird, wird sich zeigen. Den gesunden Mittelweg zu finden – zwischen einseitigem „Putin-Bashing“ einerseits und bloßem „Putin-Verstehertum“ andererseits – ist offenbar gar nicht so einfach.</p>
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		<title>Droht ein neuer Kalter Krieg oder ist er schon im Gange? Zum Ukraine-Konflikt</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2014 09:07:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Wochenende wurde in Berlin mit großem Aufwand dem Mauerfall vor 25 Jahren gedacht. Dieser wird von vielen zugleich als das Ende des Kalten Krieges erachtet. Während anlässlich des Gedenkens an dieses Ereignis am Brandenburger Tor ausgelassen gefeiert wurde, schlug der zu den Feierlichkeiten in Berlin geladene Friedensnobelpreisträger Michail <a href=" http://blogumschau.de/2014/11/droht-ein-neuer-kalter-krieg-oder-ist-er-schon-im-gange-zum-ukraine-konflikt/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Wochenende wurde in Berlin mit großem Aufwand dem Mauerfall vor 25 Jahren gedacht. Dieser wird von vielen zugleich als das Ende des Kalten Krieges erachtet. Während anlässlich des Gedenkens an dieses Ereignis am Brandenburger Tor ausgelassen gefeiert wurde, schlug der zu den Feierlichkeiten in Berlin geladene Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow – der zugleich der letzte Staatspräsident der Sowjetunion war – nachdenkliche und äußerst kritische Töne an. Der Westen habe es nach dem Ende der Blockkonfrontation versäumt, die Chance zu einer gemeinsamen und vertrauensvollen internationalen Politik zu nutzen. Stattdessen habe sich der Westen zum triumphalen Sieger des Systemwettstreits erklärt, die Schwäche Russlands ausgenutzt und sich zur alleinigen Weltführerschaft aufgeschwungen. Auch zum aktuellen Ukraine-Konflikt äußerte sich Gorbatschow und kritisierte die westliche Politik gegenüber Russland scharf. Er forderte Verständnis für den russischen Präsidenten Wladimir Putin ein, der mit seinem Agieren den Westen zu einer gemeinsamen Lösung des Ukraine-Konflikts drängen wolle. Weiter riet Gorbatschow dem Westen zur rhetorischen Abrüstung und rief dazu auf, die gegen Russland verhängten Sanktionen aufzuheben. Man müsse aufeinander zugehen und dürfe die Spaltung Europas nicht weiter vorantreiben. Sonst drohe der Welt eine Neuauflage des Kalten Krieges.</p>
<p>Ähnlich argumentierten jüngst auch der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger und der frühere deutsche Außenminister Hans-Dietrich Gentscher, was Oeconomicus auf <a href="http://www.geolitico.de/2014/11/12/deutschlands-neuer-kalter-krieg/" target="_blank">Geolitico</a> aufgreift. Nach dem Ende des Kalten Krieges hätten die USA und die NATO-Alliierten beinahe all ihre Versprechen gegenüber Russland gebrochen. Oeconomicus spricht von einem „politischen Amoklauf“, der gegen Russland initiiert worden sei und dennoch nicht zum vom Westen erwünschten Erfolg geführt habe. Wladimir Putin habe dem widerstanden. Nun drohe ein neuer Kalter Krieg, der Deutschland, in einem von Krisen ohnehin geplagten Europa, besonders hart treffen würde.</p>
<p>Dem Eindruck, dass der Westen und Russland über den Ukraine-Konflikt in einen neuen Kalten Krieg hineinschlittern, können sich auch Stefan Wolff und Tatyana Malyarenko auf <a href="http://theconversation.com/in-ukraine-the-start-of-a-new-cold-war-that-russia-cant-win-33988" target="_blank">The Conversation</a>, nicht entziehen. Die Eskalationsspirale drehe sich immer weiter. Der ohnehin brüchige Waffenstillstand zwischen der ukrainischen Regierung und den separatistischen Kräften im Osten drohe nach den vom Westen und der Kiewer Regierung nicht anerkannten Wahlen in den selbsternannten „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk, vollends Makulatur zu werden. Russland versuche dies für sich zu nutzen, so Wolff und Malyarenko, um die Ostukraine als einen de facto-Staat in enger Anbindung an Russland zu etablieren, wie man dies schon Anfang der 1990er in Moldawien oder Georgien praktiziert habe (Transnistrien, Südossetien, Abchasien). Doch dieses Mal könnte sich Russland verkalkuliert haben, denn der Westen habe zu harten und wirkungsvollen Sanktionen gegriffen. Auch diesen Kalten Krieg würde Russland wohl nicht gewinnen, so Wolff und Malyarenko, doch sei dies kein Grund für westliche Jubelarien, schließlich seien die Kosten für alle Seiten unverhältnismäßig hoch.</p>
<p>Inwiefern bzw. in welchem Ausmaß Russland die ostukrainischen Separatisten in ihrem Kampf gegen die Kiewer Regierungskräfte unterstützt, ist schon seit geraumer Zeit höchst umstritten. Ganz aktuell ist wieder von Militärtransporten aus Russland die Rede, die die ostukrainische Grenze passiert haben sollen. Die NATO und die OSZE hätten dies bestätigt, Russland hingegen dementiert, wie auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/43/43314/1.html" target="_blank">Telepolis</a> nachzulesen ist. Fotografische Belege dieser russischen Truppenbewegungen werden von Florian Rötzer jedenfalls sehr zurückhaltend kommentiert, zweifelsfrei beweisen lassen sie sich (derzeit) jedenfalls nicht.</p>
<p>Dass es durchaus berechtigt sein kann, Fotobelegen einer russischen Invasion gegenüber Vorsicht walten zu lassen, darauf weist Thomas auf <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.de/2014/11/donezk-unter-kontrolle-russischer.html" target="_blank">Die Wahrheit über die Wahrheit</a> hin. Verschiedene Nachrichtenseiten hätten zur Illustrierung der Behauptung, russische Panzer stünden auf ukrainischem Boden unweit der Separatistenhochburg Donezk, ein Bild verwendet, das zwar einen russischen Panzer bei Donezk zeigt, allerdings handelt es sich dabei nachweislich um die süd<em>russische</em> Kleinstadt gleichen Namens. Vielleicht sei das ja einfach nur eine Unachtsamkeit oder ein Fehler gewesen, aber müssten die Medien – so fragt Thomas – nicht mehr Sorgfalt walten lassen, insbesondere nachdem sie in den letzten Monaten aufgrund ihrer recht einseitigen Berichterstattung über die Ukraine-Krise in die Kritik geraten waren?</p>
<p>Droht ein neuer Kalter Krieg oder befinden wir uns schon mittendrin? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil doch viele Behauptungen und Schuldzuweisungen nur schwierig zu überprüfen sind – wenn überhaupt. Der Hinweis Gorbatschows, zumindest rhetorisch abzurüsten, könnte jedenfalls ein hilfreicher sein. Vielleicht verlangsamt sich dann auch wieder die Eskalationsspirale.</p>
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		<title>Ein russischer Hilfskonvoi und viele Fragezeichen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Aug 2014 11:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was befindet sich auf den Ladeflächen der rund 280 weiß angestrichenen LKWs, die Russland in Richtung der Ostukraine losgeschickt hat? Humanitäre Hilfe für die zwischen die Fronten geratenen Menschen in der Ostukraine, wie die russische Regierung behauptet? Oder Waffenlieferungen für die prorussischen Separatisten, wie ukrainische Regierungsmitglieder mutmaßen? Darüber besteht bisher <a href=" http://blogumschau.de/2014/08/ein-russischer-hilfskonvoi-und-viele-fragezeichen/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_483" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/08/Fragezeichen.jpg"><img class="size-full wp-image-483" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/08/Fragezeichen.jpg" alt="&quot;Fragezeichen&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Fragezeichen&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Was befindet sich auf den Ladeflächen der rund 280 weiß angestrichenen LKWs, die Russland in Richtung der Ostukraine losgeschickt hat? Humanitäre Hilfe für die zwischen die Fronten geratenen Menschen in der Ostukraine, wie die russische Regierung behauptet? Oder Waffenlieferungen für die prorussischen Separatisten, wie ukrainische Regierungsmitglieder mutmaßen? Darüber besteht bisher noch keine Gewissheit. Und das öffnet den Raum für Spekulationen und Gerüchte. Das gegenseitige Misstrauen sitzt tief. Die Ukraine will die russischen LKWs mit Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes kontrollieren, bevor sie die ukrainische Grenze passieren. Zudem hat die Ukraine selbst einen Hilfskonvoi in den Osten entsandt. Dazu machen Gerüchte über wiederholte Grenzübertritte russischer Militäreinheiten die Runde. Und die Weltöffentlichkeit starrt gebannt auf die sich immer weiter zuspitzende Lage.</p>
<p>Steuert der Ukraine-Konflikt mit diesen Vorkommnissen, die Florian Rötzer auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/42/42530/1.html" target="_blank">Telepolis</a> beschreibt, unaufhaltsam auf den (kriegerischen) Showdown zu? Der russische Hilfskonvoi ist natürlich in gewisser Hinsicht eine Provokation. Zum einen signalisiert er der Ukraine und der weiteren Weltöffentlichkeit: Seht her, wir meinen es wirklich ernst mit den friedlichen Absichten und dem Waffenstillstandsangebot. Zum anderen aber auch: Seht her, die ukrainische Regierung kann sich noch nicht mal ordentlich um die eigene Bevölkerung kümmern, so dass wir helfen müssen.</p>
<p>Frank Lübberding betont auf <a href="http://www.wiesaussieht.de/2014/08/13/humanitaere-hilfe-oder-putins-trucker-show/" target="_blank">Wiesaussieht</a>, dass Russland natürlich politische Interessen mit dem Hilfskonvoi verfolge und versuche die ukrainische Regierung bloßzustellen. Doch der Konvoi sei kein trojanisches Pferd, nicht der Versuch einen russischen Militärschlag gegen die Ukraine vorzubereiten, wie mancherorts gemutmaßt wird. Wenn Russland an einer direkten kriegerischen Auseinandersetzung gelegen sei, so Lübberding, dann hätte es eine solche – zunächst verdeckte – Herbeiführung doch gar nicht nötig. Der Westen habe ganz offensichtlich Wahrnehmungsprobleme. Nicht eine große geopolitische Auseinandersetzung drohe in der Ostukraine, sondern es herrsche ein schrecklicher Bürgerkrieg. Die Denkschablonen eines (neuen) Ost-West-Konflikts und die ganze damit zusammenhängende Propaganda sollten daher schleunigst beiseite gelegt werden, um die Lage in der Ostukraine als das zu begreifen, was sie sei.</p>
<p>Jens Berger beschäftigt sich auf den <a href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=22863" target="_blank">NachDenkSeiten</a> mit der tendenziösen Berichterstattung des Spiegels, mit der dieser den Ukraine-Konflikt immer weiter schüre. Spiegel Online hatte Gerüchte über den Grenzübertritt einer russischen Militärkolonne, die dann von ukrainischen Truppen zerstört worden sein soll, weitestgehend unverifiziert als Tatsache dargestellt. Durch unscharfe Formulierungen sei zudem billigend in Kauf genommen worden, dass die Leser und Leserinnen des Artikels annehmen mussten, dass es sich bei dem angeblich zerstörten Konvoi um den von Russland entsandten humanitären Hilfskonvoi handelt. Berger fragt sich, ob es sich dabei um eine bloß fahrlässige oder gar mutwillige Täuschung durch den Spiegel handle. Er findet dieses Schüren von Kriegsangst und Hysterie jedenfalls beschämend und wirft dem Spiegel journalistisches Versagen auf ganzer Linie vor.</p>
<p>Auch Heinz Sauren beschäftigt sich auf dem <a href="http://freigeistblog.com/2014/08/18/mediale-kriegswirren/" target="_blank">Freigeist BLOG</a> mit den „medialen Kriegswirren“ im Ukraine-Konflikt. Sauren erachtet die etablierten Qualitätsmedien als die großen Verlierer des Konflikts. Anstatt auf Unstimmigkeiten, Widersprüche und Ambivalenzen hinzuweisen – etwa in Hinblick auf die Toten des Maidans, die russische Unterstützung der Separatisten, die westliche Unterstützung der ukrainischen Armee oder die abgeschossene Passagiermaschine MH17 – bezögen sie vorschnell und unverrückbar Stellung für eine der beiden Konfliktparteien. Von journalistischer Gründlichkeit, dem Gebot der gewissenhaften und neutralen Recherche, sei nicht mehr viel übrig. Während die Konfliktparteien sich nach allen Regeln der Kunst der Medien und der sozialen Netzwerke bedienten, wüsste die Presse gar nicht, wie ihr geschehe. Ihre Deutungshoheit sei nachhaltig beschädigt, wenn nicht unwiederbringlich verloren.</p>
<p>Auch <a href="http://feynsinn.org/?p=1600" target="_blank">Feynsinn</a> sieht den (Qualitäts-) Journalismus am Ende. Gerüchte würden vorschnell als Wahrheiten verkauft, man lasse sich Nachrichten diktieren oder man schreibe einfach ab. Sensationswert gehe vor Wahrheitsgehalt oder nachhaltiger Recherche. Zweifel anmeldende Leser und Leserinnen würden einfach arrogant abgekanzelt und seien höchstens als „dumme Untertanen“ erwünscht.</p>
<p>Was hat es mit dem russischen Hilfskonvoi auf sich? Oder den militärischen Scharmützeln an der Ostgrenze der Ukraine? Gewissheiten sind Mangelware im Ukraine-Konflikt, der die Welt nun schon seit geraumer Zeit in Atem hält. Das ist natürlich nicht neu, Krieg und gewaltsame Auseinandersetzungen erschweren schon immer einen ungetrübten Blick auf die Konfliktverhältnisse. Die Frage ist, ob sich durch die sozialen Netzwerke, deren Nutzung den beteiligten Konfliktparteien offen steht, die Rolle der etablierten Medien tatsächlich nachhaltig wandelt. Nachrichten und Gerüchte verbreiten sich mit rasantem Tempo. Entweder man lässt sich auf dieses Tempo ein und gibt dann möglicherweise journalistische Grundsätze – etwa der Gründlichkeit – preis, oder man überprüft gewissenhaft und läuft dann in Gefahr, nicht mehr gehört oder abgehängt zu werden. Ein schwierig zu lösendes Dilemma.</p>
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		<title>Schuldzuweisungen im luftleeren Raum? Der Absturz von Flug MH17</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2014 06:31:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[jwalter]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Am vergangenen Donnerstag stürzte im Osten der Ukraine eine Boeing 777 der Malaysia Airlines ab. Alle 298 Insassen des Flugs MH17, der von den Niederlanden nach Malaysia unterwegs war, kamen bei dem Absturz ums Leben. Die genauen Umstände und Ursachen des Unglücks sind immer noch nicht geklärt. Ein technischer Defekt <a href=" http://blogumschau.de/2014/07/schuldzuweisungen-im-luftleeren-raum-der-absturz-von-flug-mh17/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_441" style="width: 610px" class="wp-caption alignnone"><a href="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/07/Schuldfrage.jpg"><img class="size-full wp-image-441" src="http://blogumschau.de/wp-content/uploads/2014/07/Schuldfrage.jpg" alt="&quot;Schuldfrage&quot; von Pirapakar Kathirgamalingam." width="600" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&#8220;Schuldfrage&#8221; von Pirapakar Kathirgamalingam.</p></div>
<p>Am vergangenen Donnerstag stürzte im Osten der Ukraine eine Boeing 777 der Malaysia Airlines ab. Alle 298 Insassen des Flugs MH17, der von den Niederlanden nach Malaysia unterwegs war, kamen bei dem Absturz ums Leben. Die genauen Umstände und Ursachen des Unglücks sind immer noch nicht geklärt. Ein technischer Defekt scheint ausgeschlossen, alles spricht für einen gewaltsam herbeigeführten Absturz. Handelt es sich um einen bewussten Akt oder ein tragisches Versehen? Und wer sind die Verantwortlichen?<br />
Besonders heikel ist der Vorfall deshalb, weil das Flugzeug über einem Gebiet vom Himmel geholt wurde, das von separatistischen Kräften kontrolliert wird, die Autonomie bzw. einen Anschluss an Russland anstreben. Der ukrainische Staat bekämpft diese Separatisten mit gewaltsamen Mitteln.<br />
Die ukrainische Regierung machte direkt nach dem Unglück die prorussischen Separatisten – und auch Russland selbst – für den Absturz verantwortlich. Die Separatisten sollen die Passagiermaschine – vorsätzlich oder irrtümlich – mit einer Buk-Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben, die sie entweder von ukrainischen Streitkräften erbeutet oder von Russland erhalten haben soll. Viele westliche Beobachter folg(t)en dieser Sichtweise. Die Separatisten und auch Russlands Präsident Wladimir Putin gaben wiederum der Ukraine die Schuld für den Vorfall. Insbesondere Putin sprach sich vehement gegen Schuldzuschreibungen durch den Westen aus. Das ohnehin äußerst angespannte Verhältnis zwischen dem Westen und Russland hat sich in den letzten Tagen noch weiter verschlechtert.</p>
<p>Einen Tag nach dem Absturz der Boeing begibt sich <a href="http://www.juergvollmer.ch/post/92081104389/mh17-malaysia-airlines-ukraine-russland" target="_blank">Jürg Vollmer</a> auf die <a href="http://www.carta.info/73686/flug-mh17-abschuss-der-boeing-777-der-malaysia-airlines-in-der-ukraine/" target="_blank">Spurensuche</a>. Für ihn spricht vieles dafür, dass die prorussischen Separatisten die Passagiermaschine mit einer Buk-Rakete abgeschossen haben. Erst vor wenigen Wochen hätten die Rebellen ein Buk-Flugabwehrraketensystem von einer ukrainischen Militärbasis erbeutet. Kurz vor dem Absturz von Flug MH17 sei ein solches Waffensystem dann in unmittelbarer Nähe des Unglücksortes gesichtet worden. Nach dem Unglück hätten sich die Separatisten zudem (unter anderem) auf sozialen Netzwerken mit dem Abschuss eines Flugzeugs gebrüstet.<br />
Dass die ukrainische Armee, die auch über Buk-Raketen verfügt, für den Abschuss der Boeing 777 verantwortlich sein könnte, sei hingegen unwahrscheinlich: Da die Rebellen keine Flugzeuge besitzen, würde es für den ukrainischen Staat wenig Sinn machen, solche Raketen auf dem umkämpften Gebiet zu stationieren. Die Indizien sprechen laut Vollmer also dafür, dass die prorussischen Rebellen verantwortlich für den Absturz sind. Dass es sich um eine Verwechslung mit einer ukrainischen Militärmaschine handeln könnte, wie mancherorts gemutmaßt wird, will Vollmer zwar nicht ganz ausschließen, hält es aber auch nicht für sonderlich wahrscheinlich.</p>
<p>Unter Berücksichtigung der bis dato vorliegenden Indizien erachtet auch <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=4153" target="_blank">Michael Spreng</a> die prorussischen Separatisten als verantwortlich für den Absturz der Boeing 777. Spreng geht aber noch weiter: Wladimir Putin habe die Separatisten in der Ostukraine in vielerlei Hinsicht unterstützt – auch militärisch. Die bunt zusammengewürfelten separatistischen Truppen habe er scharf gemacht und dann (eventuell) die Kontrolle über sie verloren. Daher trage auch Putin eine ganz gehörige Mitschuld an der Gewalteskalation. Wenn sich die Indizien zur Absturzursache weiter erhärten, stünde laut Spreng der ganze Ukraine-Konflikt möglicherweise vor einer Wende. Dann müssten die vielen (auch deutschen) Putin-Versteher endgültig zugeben, dass sie zu lange auf den Falschen gesetzt hätten und sich umorientieren.</p>
<p>Ulrich Gellermann stellt auf <a href="http://www.rationalgalerie.de/home/mutmasslich-war-es-putin.html" target="_blank">Rationalgalerie</a> der deutschen Berichterstattung zum Flugzeugunglück im Osten der Ukraine kein gutes Zeugnis aus. Zu wenig würden die ukrainischen und amerikanischen Erklärmuster, die einseitig den Separatisten die Schuld in die Schuhe schöben, in Zweifel gezogen. Unbewiesene Behauptungen würden schnell von den etablierten Medien übernommen und damit quasi in den Rang von Fakten erhoben. Naheliegende Fragen würden nicht gestellt. Etwa nach den ukrainischen Buk-Raketen oder warum die Boeing – auf Anweisung der ukrainischen Flugsicherheit, wie mancherorts berichtet wurde – niedriger als ursprünglich geplant geflogen sei. Ein ordentlicher Journalismus müsste aber genau solche Fragen stellen und zu beantworten versuchen, findet Gellermann. Ansonsten beteilige man sich an Propaganda, die doch angesichts der Tragödie eigentlich ruhen sollte.</p>
<p>Auch Heinz Sauren kritisiert auf dem <a href="http://freigeistblog.com/2014/07/21/mh-17-cui-bono/" target="_blank">Freigeist BLOG</a> die unmittelbar nach dem Absturz von beiden Seiten einsetzende Polit-Propaganda. Sowohl die ukrainischen als auch die (pro-) russischen Schuldzuweisungen für das Unglück sieht Sauren skeptisch. Beide ließen sich in mancherlei Hinsicht in Zweifel ziehen. Doch um die Wahrheit ginge es schon lange nicht mehr. Im Mittelpunkt stünde vielmehr, wer die Deutungshegemonie für die Vorfälle innehabe. Als Medienkonsument solle man sich laut Sauren mit einem schnellen Urteil daher tunlichst zurückhalten und sich stattdessen die Frage stellen, wem der Absturz der Boeing denn eigentlich nütze. Vielleicht komme man dann der Sache ein wenig näher.</p>
<p>Der Ukraine-Konflikt ist um eine weitere, blutige Facette reicher. Es ist in Anbetracht der knapp 300 Toten alles andere als verwunderlich, dass die Öffentlichkeit nach Gründen und Schuldigen sucht. Insbesondere für die Angehörigen der Absturzopfer bleibt zu hoffen, dass die Verstrickungen und Loyalitäten im Ukraine-Konflikt, in die der Absturz eingebettet ist, diese Suche nicht nachhaltig behindern.</p>
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		<title>Ein Land zerbricht: Ukrainische Verwerfungslinien</title>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2014 06:29:01 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Krimkrise]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Ukraine droht auseinanderzubrechen. Viele Verwerfungslinien wurden in den letzten Wochen und Monaten sichtbar: Zunächst in Gestalt der Auseinandersetzungen auf dem Kiewer Maidan-Platz zwischen Gegnern und Befürwortern des später abgesetzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Aber auch innerhalb der beiden sich gegenüberstehenden Lager gab es von Beginn an schwerwiegende Spaltungen und <a href=" http://blogumschau.de/2014/05/ein-land-zerbricht-ukrainische-verwerfungslinien/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ukraine droht auseinanderzubrechen. Viele Verwerfungslinien wurden in den letzten Wochen und Monaten sichtbar: Zunächst in Gestalt der Auseinandersetzungen auf dem Kiewer Maidan-Platz zwischen Gegnern und Befürwortern des später abgesetzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Aber auch <em>innerhalb</em> der beiden sich gegenüberstehenden Lager gab es von Beginn an schwerwiegende Spaltungen und Widersprüche. Dann auf der Krim-Halbinsel: Eine Mehrheit der dortigen Bevölkerung sprach sich in einem (umstrittenen) Referendum für eine Abspaltung von der Ukraine aus und wurde daran anschließend in die Russische Föderation eingegliedert. In der Ostukraine riefen unlängst separatistische Kräfte eine „Volksrepublik Donezk“ aus, für den 11. Mai ist eine Abstimmung über eine Abspaltung von der Ukraine geplant. Die neue ukrainische Regierung reagierte auf die separatistischen Bestrebungen in der Ostukraine mit einem militärisch geführten Anti-Terror-Einsatz. Auch im Süden der Ukraine, in Odessa, kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Befürwortern und Gegnern der neuen ukrainischen Regierung bei denen viele Menschen ums Leben kamen.</p>
<p>Ist die Spaltung bzw. das Auseinanderbrechen der Ukraine noch aufzuhalten und wie sollte sich der Westen und Europa in dieser verworrenen Situation gegenüber den verschiedenen beteiligten Konfliktparteien verhalten?</p>
<p>In einem Beitrag auf <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/41/41668/1.html" target="_blank">Telepolis</a> kritisiert Ulrich Heyden das Desinteresse des Westens und Europas an der Aufklärung der Inbrandsetzung eines von pro-russischen Demonstranten besetzten Gewerkschaftshauses in Odessa. Der Brand forderte mehr als vierzig Todesopfer. Obgleich es deutliche Hinweise darauf gebe, dass rechte bzw. rechtsextremistische ukrainische Kräfte &#8211; etwa des <em>Rechten Sektors</em> &#8211; die Gewalteskalation herbeigeführt hätten, hielten sich sowohl westliche Politiker als auch weite Teile der Presse äußerst bedeckt. Anstatt kritische Fragen zum Ablauf und zu den Hintergründen der schrecklichen Geschehnisse zu stellen, Ungereimtheiten anzusprechen oder die Rolle der Kiewer Regierung in diesem Zusammenhang zu hinterfragen, gebe man sich weitestgehend indifferent. Dass die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zwar inzwischen ihr Bedauern angesichts der Todesopfer ausgedrückt und eine unabhängige Aufklärung der Ereignisse eingefordert hat, dabei aber in keiner Weise Kritik an der ukrainischen Regierung äußerte, lässt Eric Bonse auf <a href="http://lostineu.eu/das-schweigen-des-westens/" target="_blank">Lost in EUrope</a> ratlos zurück.</p>
<p>Auch <a href="http://kielspratineurope.eu/?p=1771" target="_blank">kielspratineurope</a> fordert ein wesentlich engagierteres Vorgehen der USA und der EU, in diesem Falle aber gegenüber Russland. Es könne ja nicht angehen, dass Wladimir Putin agiere und provoziere, wie es im gerade gefalle, und das, wo man sich gerade auf der Schwelle zu einem ukrainischen Bürgerkrieg befinde. Putin seine Grenzen aufzuzeigen und eine kraftvolle – agierende, nicht bloß reagierende – europäische Außenpolitik voranzutreiben, das sei das Gebot der Stunde.</p>
<p>Moderater äußert sich Anatol Lieven auf dem Blog der <a href="http://www.nybooks.com/blogs/nyrblog/2014/may/05/ukraine-only-way-to-peace/?insrc=hpbl" target="_blank">New York Review of Books</a>. Von zentraler Bedeutung sei es, die Einheit der Ukraine aufrechtzuerhalten und dies ginge nur im möglichst geregelten, diplomatischen Zusammenspiel aller am Konflikt beteiligten Parteien. Eigentlich wüssten doch alle Akteure, dass es nur eine gangbare Lösung für die Ukraine geben könne: eine föderale Neuorganisation des Landes, mit starken Regionalregierungen. Nur so könne man dem komplexen Konglomerat gerecht werden, das die Ukraine seit ihrer Gründung darstelle: Sie beinhalte so viele verschiedene Identitäten, Facetten und potentielle Verwerfungslinien, dass ein unilaterales Regieren einer einzigen Fraktion fast zwangsläufig zum Auseinanderbrechen des fragilen Gesamtgebildes führen müsse. Zwar lasse sich nur mit viel Geduld und Verhandlungsgeschick eine föderale Lösung für die Ukraine herbeiführen, doch dies sei allemal besser, als in einen – eben vermeidbaren – Krieg hineinzuschlittern.</p>
<p><a href="http://blogumschau.de/2014/03/eskalationen-drohungen-und-sanktionen-wie-umgehen-mit-russland/">Eskalationslogiken</a> und mögliche Auswege aus diesen haben uns hier schon <a href="http://blogumschau.de/2014/04/wer-versagt-in-der-ukraine-krise/">des Öfteren</a> beschäftigt. Ist mehr Härte gegenüber Russland sinnvoll oder der betont besonnene, vermittelnde Weg? Wie sollte man sich gegenüber der ukrainischen Regierung verhalten, gerade wenn sie auf Mittel zurückgreift, die die westlichen Partner eigentlich ablehnen (bzw. ablehnen müssten)? Darf man dann schweigen, sollte man das ansprechen und wenn ja: wie?</p>
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		<title>Wer versagt in der Ukraine-Krise?</title>
		<link>http://blogumschau.de/2014/04/wer-versagt-in-der-ukraine-krise/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Apr 2014 14:17:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Aufmerksamkeit im Ukraine-Konflikt hat sich in den letzten Wochen und Monaten mehrmals verschoben: Vom Kiewer Maidan-Platz hin zur Krim-Halbinsel und nun zum Osten der Ukraine. Die Lage ist auch dort unübersichtlich. Es kommt zu Demonstrationen, Gebäudebesetzungen und Ausschreitungen separatistischer Gruppierungen, deren Ziele nicht immer klar zu identifizieren sind. Streben <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/wer-versagt-in-der-ukraine-krise/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
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<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Die Aufmerksamkeit im Ukraine-Konflikt hat sich in den letzten Wochen und Monaten mehrmals verschoben: Vom Kiewer Maidan-Platz hin zur Krim-Halbinsel und nun zum Osten der Ukraine. Die Lage ist auch dort unübersichtlich. Es kommt zu Demonstrationen, Gebäudebesetzungen und Ausschreitungen separatistischer Gruppierungen, deren Ziele nicht immer klar zu identifizieren sind. Streben sie nach (mehr) Autonomie für die Ostukraine; nach einem Referendum, wie im Falle der Krim-Halbinsel; nach einem eigenen Staat oder nach einem Anschluss an Russland? Und welche Rolle spielt dabei Russland? Stachelt es die Separatisten an oder lenkt es diese ganz gezielt, um die Ostukraine in den (direkten) russischen Einflussbereich zu führen? Die ukrainische Übergangsregierung hat indes einen „Anti-Terror-Einsatz“ gegen die separatistischen Gruppierungen initiiert und greift dabei auch auf gewaltsame Mittel gegen diese zurück. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Wie sollen sich der Westen und insbesondere die Europäische Union dazu verhalten? Soll sie die ukrainische Übergangsregierung weiter unterstützen, auch wenn diese gewaltsam gegen die Separatisten in der Ostukraine vorgeht? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Stefan L. Eichner wirft auf der Seite <a href="http://www.geolitico.de/2014/04/17/die-eu-versagt-im-ukraine-konflikt/" target="_blank">Geolitico</a> insbesondere der Europäischen Union ein massives Versagen in der Ukraine-Krise vor. Die EU habe sich in den Konflikt treiben lassen. Sie habe zu selten kritisch nachgehakt und die Anschuldigungen, dass Russland einseitig den Konflikt weiter schüre, einfach von den USA, der NATO und der ukrainischen Übergangsregierung übernommen. An einer wirklichen Aufklärung der Geschehnisse auf dem Kiewer Maidan-Platz sei sie zudem nicht wirklich interessiert. Obgleich die Ukraine nun in vielerlei Hinsicht vom Westen abhängig sei, habe es die EU nicht vermocht, auf eine friedliche Konfliktlösung hinzuwirken, die doch vor allem in ihrem eigenen Interesse sei. Es fehle der EU an einer wirksamen Krisenstrategie, was aber eigentlich insbesondere deswegen vonnöten sei, da nur die EU glaubhaft die Vermittlerrolle zwischen der Ukraine, Russland und den USA einnehmen könne.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Auch Eric Bonse sieht die Europäische Union auf der Seite <a href="http://lostineu.eu/nothilfe-oder-blendwerk/" target="_blank">Lost in EUrope</a> als gnadenlos gescheitert an. Es werde deutlich, dass die EU im Ukraine-Konflikt nichts zu melden habe, ganz entgegen ihrer geläufigen Selbstwahrnehmung und Selbstdarstellung. Stattdessen seien es – mal wieder – die USA und Russland, die die politische Situation bestimmten und die EU so als einen reichlich bedeutunglosen weltpolitischen Nebendarsteller kenntlich machten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Auf der Seite <a href="http://www.spreepublik.de/2014/04/15/der-falsche-verzicht/" target="_blank">Spreepublik</a> fragt Kristina Graf danach, warum bei der Beurteilung der Geschehnisse auf dem Kiewer Maidan-Platz und jetzt in der Ostukraine von Seiten der Europäer mit zweierlei Maß gemessen werde. Warum habe die EU die Maidan-Demonstranten gegen Viktor Janukowitsch unterstützt, gestehe nun aber den Demonstranten in der Ostukraine kein Referendum über deren eigene Zukunft zu? Insbesondere mit den allzu einseitig berichtenden Medien geht Graf in diesem Zusammenhang hart ins Gericht. Von unabhängiger oder sachlicher Berichterstattung könne nicht die Rede sein, vielmehr werde einseitig Putin und Russland zu Schuldigen erklärt. Dass man nur noch auf ganz wenige, sachlich berichtende Zeitungen zurückgreifen könne, findet Graf äußerst bedenklich.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Diese in letzter Zeit des Öfteren artikulierte Unzufriedenheit mit der Berichterstattung der deutschen Qualitätsmedien im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise, thematisiert auch ein Beitrag von Paul Schreyer auf der Seite <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/41/41507/1.html" target="_blank">Telepolis</a>. Der Graben verlaufe im Zuge des Ukraine-Konflikts interessanterweise nicht zwischen verschiedenen Zeitungen, Zeitschriften oder Sendern, sondern vielmehr zwischen den Medien und ihren Lesern bzw. Zusehern und Zuhörern, die sich an der oftmals hintergründig artikulierten moralischen Überlegenheit des Westens und an den allzu klar formulierten Freund/Feind-Schemata störten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Wer versagt im Ukraine-Konflikt? Tatsächlich die Europäische Union, die nun in Genf zumindest ein Abkommen mit der Ukraine, den USA und Russland zur Entwaffnung der ostukrainischen Separatisten vereinbaren konnte? Oder die deutschen Qualitätsmedien, die sich des zunehmenden Unmuts eines gewissen Teils ihrer Leserschaft zumindest bewusst geworden sind und sich infolgedessen selbst stärker in ihrer Rolle zu reflektieren beginnen? Die nächsten Tage und Woche werden zeigen, wie nachhaltig die nun eingeleiteten Entwicklungen tatsächlich sind.<br />
</span></p>
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		<title>Agiert Wladimir Putin wie Adolf Hitler?</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Apr 2014 08:15:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Schon wieder ein Hitler-Vergleich. Dieses Mal aus sehr prominentem Munde. Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprach an diesem Montag vor einer Gruppe von Schülern in Berlin. Im Zuge dieser Veranstaltung verglich Schäuble das Vorgehen (und die dazugehörigen Begründungen) Wladimir Putins im Zuge des Konflikts mit der Ukraine, mit demjenigen Adolf Hitlers <a href=" http://blogumschau.de/2014/04/agiert-wladimir-putin-wie-adolf-hitler/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
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<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Schon wieder ein Hitler-Vergleich. Dieses Mal aus sehr prominentem Munde. Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sprach an diesem Montag vor einer Gruppe von Schülern in Berlin. Im Zuge dieser Veranstaltung verglich Schäuble das Vorgehen (und die dazugehörigen Begründungen) Wladimir Putins im Zuge des Konflikts mit der Ukraine, mit demjenigen Adolf Hitlers im Sudetenland im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs. Wenn man von westlicher Seite die Ukraine nun nicht unterstütze und vor dem drohenden wirtschaftlichen und finanziellen Kollaps bewahre, könnten die Russen ein möglicherweise eintretendes ukrainisches Chaos zum Vorwand nehmen, um in die Ukraine einzumarschieren. Das kenne man alles aus der Geschichte, so Schäuble. Diese Ausführungen machten in den Medien schnell die Runde und riefen einige Empörung hervor. Viele hochrangige Politiker, wie etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, distanzierten sich inzwischen von dem von Schäuble angestellten Vergleich.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Mit merklich sarkastischem Unterton beschreibt Arno Klönne auf der Seite <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/41/41394/1.html" target="_blank">Telepolis</a> den didaktischen und pädagogischen Aufbau der Geschichtsstunde Schäubles. Diese lasse für (historische) Differenzierungen wenig Raum und stelle vor allem auf das Lernziel ab, dass Putin, wie eben auch Hitler, ein „größenwahnsinniger Tyrann“ sei, den man nicht gewähren lassen dürfe, auch wenn die hierfür nötige Unterstützung der Ukraine Deutschland und Europa etwas kosten sollte. <span style="mso-spacerun: yes;"> </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Besonders perfide findet Jörg Wellbrock auf der Seite Der <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/129111/der-schaeuble-in-der-luftblase" target="_blank">Spiegelfechter</a> die Wortwahl Schäubles, die den Schülern den Eindruck vermittle, es handle sich bei Hitlers Vorgehen im Sudetenland gar nicht um eine genuin deutsche – und damit <em>unsere</em> – Geschichte, sondern um eine solche, mit der wir nicht mehr viel (oder gar: nichts) zu tun hätten. Mit der Entscheidung von <em>der</em> statt von <em>unserer</em> Geschichte zu sprechen, distanziere Schäuble Deutschland von dessen verbrecherischer, nationalsozialistischer Vergangenheit.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Die große Aufregung ob der Äußerungen Schäubles kann und will <a href="http://kielspratineurope.eu/?p=1748" target="_blank">kielspratineurope</a> auf seinem Blog nicht so recht verstehen. Er hält sie für einen typisch deutschen Reflex, der in diesem Zusammenhang aber wenig hilfreich erscheint. Die Parallelen zwischen Putins Agieren im Zuge der Krimkrise und dem Nazideutschlands im Sudetenland lägen doch eigentlich auf der Hand. Der Vergleich Schäubles sei legitim, da er der Öffentlichkeit die derzeitige dramatische Lage angemessen vor Augen führe. Die Deutschen seien heute doch genügend historisch sensibilisiert und aufgeklärt, um mit einem solchen Vergleich angemessen umgehen zu können. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Auch auf der Seite <a href="http://www.the-american-interest.com/blog/2014/04/01/german-cabinet-minister-putin-using-hitlers-tactics/" target="_blank">The American Interest</a> folgt man Schäubles genereller argumentativer Stoßrichtung und registriert viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Vorgehen Putins und Hitlers. Wenn man feststelle, dass Putin ähnliche taktische und strategische Mittel wie Hitler einsetze, bedeute das freilich nicht, dass Putin gleich ein neuer Hitler sei. Doch man solle sich durchaus vor Augen führen, dass Putin darauf abziele, die derzeit herrschende Weltordnung in ihren Grundannahmen und etablierten Strukturen zu erschüttern und auch zu Fall zu bringen. Nun solle zwar nicht gleich ein Krieg gegen Russland in Erwägung gezogen werden, doch wäre es ein folgenschwerer Fehler, wenn die USA und Europa die russische Feindseligkeit (bzw. den russischen Feind), nicht angemessen ins Visier nehmen würde.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Wie auch immer der Vergleich von Schäuble nun ganz genau gemeint gewesen sein mag, zur semantisch-rhetorischen Deeskalation der derzeitigen Lage – zu der ja <a href="http://blogumschau.de/2014/03/propaganda-allerorten-westliche-und-russische-erklaermuster-der-gegenwaertigen-krise/" target="_blank">viele aufrufen</a> – hat er ganz offensichtlich nicht beigetragen.</span></p>
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		<title>Propaganda allerorten? Westliche und russische Erklärmuster der gegenwärtigen Krise</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Mar 2014 14:13:09 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Der Anschluss der ukrainischen Halbinsel Krim zur Russischen Föderation ist vollzogen. Die dafür nötigen Gesetze wurden vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnet. Doch die (völkerrechtliche) Legitimität und Legalität des russischen Vorgehens ist umstritten. Die amtierende ukrainische Übergangsregierung will die Abspaltung der Krim nicht akzeptieren und ruft zugleich die eigenen dort <a href=" http://blogumschau.de/2014/03/propaganda-allerorten-westliche-und-russische-erklaermuster-der-gegenwaertigen-krise/ "> &#8230;weiterlesen</a>]]></description>
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<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Der Anschluss der ukrainischen Halbinsel Krim zur Russischen Föderation ist vollzogen. Die dafür nötigen Gesetze wurden vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterzeichnet. Doch die (völkerrechtliche) Legitimität und Legalität des russischen Vorgehens ist umstritten. Die amtierende ukrainische Übergangsregierung will die Abspaltung der Krim nicht akzeptieren und ruft zugleich die eigenen dort stationierten Truppen zum Rückzug auf. Die westlichen Staaten reagieren äußerst irritiert auf das russische Agieren. Die Europäische Union schließt ein Abkommen zur engen politischen Zusammenarbeit mit der Ukraine. Gegen Russland werden zugleich erste Sanktionen verhängt, über weitere wird beraten. Russland kontert diese Strafmaßnahmen mit eigenen Sanktionsandrohungen. Man wirft sich gegenseitig Propaganda und Doppelmoral vor. All diese Entwicklungen gehen rasend schnell vonstatten und es fällt schwer, in dieser Situation einen kühlen Kopf zu bewahren. <span style="mso-spacerun: yes;">  </span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Umso mehr scheint es ratsam zu sein, einen Schritt zurückzutreten und sich die verworrene (diskursive) Gemengelage mit ein wenig Abstand zu betrachten. Verschiedene Blogs beschäftigen sich kritisch mit den westlichen und russischen Erklärmustern für den gegenwärtigen Konflikt. Sie sortieren Argumente und wägen deren Gehalt ab. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Dies tut etwa James Bloodworth, der sich auf dem Blog <a href="http://www.leftfootforward.org/2014/03/5-persistent-falsehoods-about-events-in-ukraine/trackback/" target="_blank">Left Foot Forward</a> mit den fünf hartnäckigsten propagandistischen Unwahrheiten oder Mythen auseinandersetzt, die im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ukraine und dem Konflikt mit Russland seiner Meinung nach im Umlauf seien. Die Charakterisierung der neuen ukrainischen Regierung als faschistisch; die Bezeichnung der Absetzung des vormaligen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitschs als illegalen und undemokratischen Putsch; die Behauptung, die auf der Krimhalbinsel lebenden Russen seien massiv bedroht gewesen oder der Verweis darauf, dass der Westen im Kosovokonflikt ganz ähnlich gehandelt habe, wie Russland nun im Umgang mit der Krim. All das will Bloodworth so nicht gelten lassen. Auch dass die NATO bzw. die Europäische Union das momentane russische Verhalten durch ihre eigene – gen Osten gerichtete expansionistische – Politik selbst provoziert habe, findet Bloodworth wenig überzeugend. Die ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten seien schließlich von sich aus unter den westlichen Schutzschirm geschlüpft, um sich dem russischen Einfluss zu entziehen. Es sei das imperialistische, aggressive Vorgehen Russlands, das die NATO-Osterweiterung vorantreibe und nicht andersherum. Vielmehr hält er all die angeführten Argumente – auch wenn und gerade weil sie zunächst jeweils eine gewisse Plausibilität haben mögen – für geschickt gestreute russische Propaganda, der auch einige Beobachter im Westen aufgesessen seien.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Mit der ebenfalls häufig anzutreffenden Argumentation, dass die Ukraine ein künstliches Gebilde mit kontingenten bzw. willkürlichen Grenzen sei und daher auch die Krim nicht natürlich zur Ukraine gehöre, weswegen auch eine (Wieder-)Angliederung an Russland durchaus legitim sei, setzt sich der Blog <a href="http://www.deliberationdaily.de/2014/03/dinge-wachsen-im-garten-nicht-in-der-historie/" target="_blank">deliberation daily</a> in einem Beitrag kritisch auseinander. Grenzen seien schließlich grundlegend historisch <i style="mso-bidi-font-style: normal;">gemacht</i> und nicht irgendwie gegeben oder gewachsen. Völkerrechtliche Gepflogenheiten, Fragen der Anerkennung, der Rückhalt der Bevölkerung oder machtpolitische Gegebenheiten, spielten bei Fragen der territorialen Grenzziehung die entscheidende Rolle. Wenn man die russische Eingliederung der Krim unter dem Verweis auf die Künstlichkeit der ukrainischen Grenzen legitimiere, verkenne man (mutwillig?) die Realität der prinzipiellen Gemachtheit von Grenzen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Mit den verschiedenen propagandistischen Mitteln, die von Seiten der deutschen Medien in der Auseinandersetzung mit Russland verwendet werden, beschäftigt sich der Blog <a href="http://wahrheitueberwahrheit.blogspot.de/2014/03/this-is-propaganda.html" target="_blank">Die Wahrheit über die Wahrheit</a>. Wie in den Medien Vitali Klitschko oder die Sängerin Ruslana zu den Gesichtern des Widerstands gegen Janukowitsch hochgejazzt wurden, weil sich so die äußerst heterogene ukrainische Opposition im Westen eben besser verkaufen lasse, wie lange geplante russische Raketentests Einzug in die Meldungen diverser Liveticker zur Ukraine-/Krimkrise hielten, um die Lage künstlich zu dramatisieren, wie überhaupt auf überkommen geglaubte sowjetische Feindbilder und Stereotype in der Berichterstattung zurückgegriffen werde – Stalin- und Hitlervergleiche inklusive – das sei schon äußerst tendenziös und auch manipulativ. Mit der allzu primitiven Propaganda, die Russland oder Putin mit dem Bösen schlechthin gleichsetze und anderen verwirrend-widersprüchlichen Vereinfachungen im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung zwischen Russland und dem Westen, geht auch der Blog <a href="http://feynsinn.org/?p=789" target="_blank">Feynsinn</a> hart ins Gericht und vermutet, wir würden alle im galaktischen Maßstab vereimert.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Auf dem Blog <a href="http://www.wiesaussieht.de/2014/03/25/besser-als-abhoeren-ein-langes-telegramm/" target="_blank">Wiesaussieht</a> ist Frank Lübberding insbesondere darüber verwundert, dass die Welt heute immer noch vorrangig unter der Zuhilfenahme von Denkschablonen und Erklärmustern interpretiert werde, die George Kennan 1946 in seinem „Langen Telegramm“ zum Umgang mit (bzw. der Eindämmung) der Sowjetunion eingeführt hatte. Eventuell sei es Zeit für ein neues Telegramm, um den heutigen Gegebenheiten besser gerecht werden zu können. </span></p>
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<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;"><span style="font-size: 11.0pt; line-height: 150%; font-family: Arial;">Vielleicht sind die Ordnungsversuche der Blogs – die an <a href="http://blogumschau.de/2014/03/eskalationen-drohungen-und-sanktionen-wie-umgehen-mit-russland/" target="_blank">dieser Stelle</a> schon seit <a href="http://blogumschau.de/2014/03/ukrainisch-russische-retrospektion/" target="_blank">einigen Wochen</a> begleitet werden – und das dort betriebene Aufdecken von Widersprüchen, sowie die Kritik am Einsatz propagandistischer Mittel auf beiden Seiten des Konflikts ein (zumindest kleines) Bausteinchen, um zu einem besseren Verständnis des neuen Ost-West-Konflikts (?!) zu kommen.</span></p>
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