Der Anschlag auf „Charlie Hebdo“: Satirische Reaktionen

Der Anschlag auf die Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ hat eine Flut unterschiedlichster Reaktionen ausgelöst: Trauer, Entrüstung, Verurteilung, Solidaritätsbekundungen – wie das „Je suis Charlie“ –, Kritik an jeglichen Solidaritätsbekundungen, Forderung von Distanzierungen, Kritik an diesen Forderungen. Etc.

Welche Folgen der brutale Anschlag für die gesellschaftlichen Debatten haben wird, werden die folgenden Wochen zeigen. Ein besonderer Fokus liegt aber derzeit zweifelsohne auf den Satirikern und Karikaturisten. Von der „Schere im Kopf“ wird gesprochen und von dem Versuch einer Einschüchterung. Wie gehen die deutschen satirischen Blogs mit der Vorstellung einer Bedrohung um? Wie reagieren sie auf den Anschlag?

Der Postillon titelte umgehend, es sei ein großartiger Tag für Islamisten einerseits und für Islamhasser andererseits. Ein PEGIDA-Demonstrant aus Dresden wird zitiert, der hofft, all die „Gutmenschen“ sähen nun ein, dass der Islam Europa überrolle. Und Schlecky Silberstein zeigt dann zwei echte Facebook-Einträge, die von PEGIDA nach der Tat in Paris gepostet wurden. Die erste Fassung ist offenbar bei Facebook wieder gelöscht – sie schien tatsächlich darauf zu setzen, dass PEGIDA nun mehr Akzeptanz bekommen müsste.

Die Tagepresse aus Österreich weiß schon von geplanten Vergeltungsschlägen: Ein Satiremagazin habe Anschläge angedroht, von bis zu gar keinen Opfern werde ausgegangen. IS-Sympathisanten in Europa, weiß die Tagespresse, reagierten ängstlich und geschockt.

Die angekündigten Vergeltungsschläge könnten allerdings grundlos sein, wenn man dem Bericht in Eine Zeitung glaubt. Es ist ein alternatives Ende für die mutmaßlichen Attentäter auf „Charlie Hebdo“: Demnach haben die Attentäter ihren Fehler mittlerweile eingesehen, als ihnen jemand die Witze der Mohammed-Karikaturen erläuterte. Sie bereuten ihre Tat, bedauerlicherweise hatten sie den Spaß zunächst nicht verstanden.

Ganz anders der Postillon gestern in einem zweiten Bericht, der nun eingesteht, dass die Attentäter gewonnen hätten. Gezeigt ist der karikierte nackte Hintern eines Propheten, aber der Postillon wagt es nicht mehr offenzulegen, welchem Propheten dieser Hintern gehört. Ein Hinweis auf die Angst, die der Terror schüren solle.

Schließlich findet sich auf der Swiss-Lupe eine Auswahl von Karikaturen, die überwiegend satirisch auf den Anschlag reagieren. Immer wieder werden die Freiheit der Satire und der Angriff darauf thematisiert. Auch die satirischen Blogbeiträge lassen sich so verstehen. Und sie antworten darauf mit ihrer „Waffe“: mit der Komik.

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