Datensicherheit? Facebook kauft Whatsapp

Die Nachricht beherrschte die Computer-Blogs: Der beliebteste mobile Messenger wird vom beliebtesten sozialen Netzwerk für etwa 19 Milliarden Dollar gekauft. Das Thema Datensicherheit ist seit dem Abhörskandal in Deutschland zwar überstrapaziert, aber noch immer sehr sensibel. Dementsprechend beherrschten jetzt bei der geplanten Übernahme von Whatsapp solche Fragen die Blogs: Was geschieht mit meinen Texten, die ich über Whatsapp privat kommuniziere? Was geschieht mit meinen Daten, die beim Messenger gespeichert sind?

Obwohl Whatsapp immer wieder wegen Sicherheitslücken in die Medien kam, gilt der mobile Dienst eher als verlässlich. Dirk Löbe beschreibt die Firmenphilosophien von Whatsapp und Facebook, die vollkommen unterschiedlich sind. Bei Whatsapp sind sensible Daten allein auf den Mobiltelefonen gespeichert und Informationen werden nicht für Werbedienste genutzt. Facebook dagegen ist eine der größten Werbeplattformen der Welt. Die Daten der Nutzer sind, wie jeder weiß, das Geschäft.

Es liegt also auf der Hand, dass Facebook auf lange Sicht auch die Whatsapp-Daten für Werbezwecke nutzen möchte – wenngleich dies umgehend verneint wurde. Am Service von Whatsapp solle sich nichts ändern.

Noch ist dabei überhaupt nicht klar, ob das Riesengeschäft überhaupt zustande kommt. Die Kartellämter werden sich noch mit der geplanten Übernahme beschäftigen, denn die gemeinsame Marktmacht zweier Quasi-Monopolisten, ist, wie Mirko auf mobile-note betont, vielleicht doch zu groß.

Das heißt, es ist noch Zeit, bis sich für den Nutzer von Whatsapp möglicherweise etwas verändert. Und nach der anfänglichen Aufregung, die die Nachricht ausgelöst hat, scheinen sich die meisten Anwender wieder zu beruhigen. Sebestyén bezieht sich auf yampp auf eine Umfrage, die nun nahelegt, dass nur wenige Whatsapp-Anwender einen Wechsel des Dienstes in Erwägung ziehen. Der Grund liegt auf der Hand: Nur wenn es ein Anbieter schafft, zahlreiche neue Kunden zu gewinnen, lohnt sich der Wechsel, denn ein mobiler Messenger, den man allein benutzt, ergibt keinen Sinn. Doch ein solcher Trend ist eben nicht zu erkennen.

Allein die kostenpflichtige App aus der Schweiz, Threema, konnte, unmittelbar nachdem der geplante Mega-Deal bekannt wurde, große Zuwächse, vor allem in Deutschland, verzeichnen. Innerhalb von 24 Stunden hatte sich Zahl der Anwender, so Sarah Straubing auf yampp, verdoppelt. Jedoch im Vergleich zu den etwa 450 Millionen Whatsapp-Nutzern weltweit auf einem bescheidenen Niveau. Aus 200.000 Threema-Anwendern wurden 400.000. Ob eine kostenpflichtige App auf Dauer Whatsapp tatsächlich Konkurrenz machen kann, bleibt abzuwarten.

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